Video: Allen Kindern beide Eltern – Demo Sa.10.6.2017, 13h Köln

 Demo Sa.10.6.2017, 13h Köln

Väter FlashMob

Flashmob „Allen Kindern beide Eltern“
Am heutigen Karnevalssonntag trafen sich 8 Väter, um ihre Botschaft „Allen Kindern beide Eltern“ in die Karnevalshochburg zu rufen. Fröhlich wie es im Karneval zugeht blieben die Mengen stehen und drei Jecke gesellten sich spontan zu uns. Väter fordern das bedingungslose gemeinsame Sorgerecht ab Geburt, gleichberechtigter Ansprechpartner in Erziehungsfragen und mehr Zeit mit dem Kind. Dafür gehen wir auf die Straße und kämpfen für unsere Rechte, denn Väterrechte sind Kinderrechte!

Wir treffen uns zur Demo „Allen Kindern beide Eltern“
am Samstag, 10.06.2017 um 13 Uhr vor dem Hauptbahnhof in Köln.

Alle Menschen sind herzlich eingeladen, uns zu unterstützen.

Köln 26.2.2017
Die Väterbewegung geht auch zu Karneval in die Öffentlichkeit.
Danke für die Unterstützung an den Väteraufbruch Köln:
vafk-koeln.de
Kontakt mit der Väterbewegung: Vaeterbewegung_RheinBerg@gmx.de

Tags: Familienrecht – Doppelresidenz – Wechselmodell – Gleichberechtigung – Justizopfer – Zivilrecht – Kinderrechte – Kindeswohl – Menschenrechte EGMR –  gemeinsame – elterliche Sorge –

EGMR Urteil – Vater Kuppinger gegen Deutschland – STRASSBURG 15. Januar 2015

Europäische Gerichtshof für Menschenrechte - EGMR
Europäische Gerichtshof für Menschenrechte – EGMR

Kuppinger gegen Deutschland

Im Fall Kuppinger gegen Deutschland wurde in zwei Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eine Stärkung des Umgangsrechts des Vaters und Instrumente gegen überlange Verfahrensdauer in Deutschland durchgesetzt.[1]Bernd Kuppinger, geboren 1953, war der Vater eines Sohns, der 2003 geboren wurde. Kurz nach der Geburt verhinderte die Mutter, mit der Kuppinger nicht verheiratet gewesen war, den Umgang zwischen Vater und Sohn. Zu Beginn des Verfahrens vor dem Amtsgericht Frankfurt am Main, Außenstelle Höchst, war das Kind anderthalb Jahre alt. Das Verfahren bei der Frankfurter Justiz zwischen den Jahren 2005 und 2010 dauerte insgesamt 4 Jahre und 10 Monate. Der EGMR sah einen Verstoß gegen Artikel 6 EMRK, also das Recht auf ein faires Verfahren (EGMR, Urteil vom 21. April 2011, Beschwerdenummer 41599/09). Der EGMR stellte fest, dass eine überlange Verfahrensdauer zu einer fortschreitenden Entfremdung der Kinder gegenüber seinen Bezugspersonen führe. Er sprach dem Vater eine Entschädigung in Höhe von 5.200 EUR zu.[2]

Danach boykottierte die Mutter sechs Termine des Umgangs. Kuppinger beantragte ein Ordnungsgeld in Höhe von 3.000 €. An den deutschen Gerichten wurde der Mutter jedoch nur ein Ordnungsgeld von 300 Euro auferlegt, obwohl das theoretische Ordnungsgeld sogar bis zu 25.000 € reicht. Das EGMR entschied, dass das zu niedrige Ordnungsgeld eine Verletzung des Rechts auf Achtung des Privatlebens nach Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) darstelle, da zu bezweifeln sei, dass diese Summe einen erzwingenden Effekt gegen die Mutter hätte haben können, die den Kontakt zuvor andauernd verhindert hatte (Individualbeschwerde Nr. 62198/11, Urteil vom 15. Januar 2015). Das EGMR rügte auch die Dauer der zwangsweisen Durchsetzung des Umgangsanspruchs von zehn Monaten ab Antragstellung des Klägers bis zur Zahlung des Ordnungsgeldes. Der EGMR kritisierte die Bundesrepublik Deutschland dafür, dass keine Untätigkeitsbeschwerde zur Verfügung gestanden habe, um gegen die überlangen Verfahrensdauern vorzugehen. Damit habe dem Kläger kein effektives Rechtsmittel zur Verfügung gestanden, sodass eine Verletzung von Artikel 13 EMRK, dem Recht auf wirksame Beschwerde, vorliege. Dem Vater wurde eine Entschädigung in Höhe von 15.000 EUR sowie den Ersatz der angefallenen Rechtsanwalts- und Gerichtskosten in Höhe von knapp 6.436 EUR zugesprochen.[3]

Im Folgenden aber bestätigte das Bundesverfassungsgericht wiederum einen Umgangsausschluss des Vaters bis Oktober 2015 (Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 25. April 2015, Az. 1 BvR 3326/14): „Gestützt auf die Feststellungen der Sachverständigen haben diese nachvollziehbar ausgeführt, dass der Kindeswille trotz dessen Fremdbeeinflussung durch die Mutter nicht übergangen werden könne, weil das Kind den ihm nur aus wenigen begleiteten Umgängen bekannten Vater als Bedrohung erlebe und es aufgrund des anhaltenden Konflikts seiner Eltern und der damit einhergehenden Verfahren seine Beziehung und Bindung zur Mutter als Hauptbezugsperson durch einen Umgang mit dem Vater gefährdet sehe. (…) Aufgrund der verfestigten Situation und seines mittlerweile vorangeschrittenen Alters ist im vorliegenden Fall nämlich entscheidend, dass das Kind entsprechend den von den Fachgerichten in Bezug genommenen Ausführungen der Sachverständigen jeglichen Druck auf die Mutter in erheblichem Maße auch selbst wahrnimmt und Zwangsmaßnahmen ihr gegenüber zum Zwecke der Durchführung von Umgangskontakten als Bedrohung seines etablierten Familiensystems sehen würde. Nach den Feststellungen der Sachverständigen würde dies einerseits die Loyalität des Kindes gegenüber der Mutter erhöhen und andererseits seine negative Wahrnehmung des Vaters als der Person, von der die Bedrängungssituation ausginge, verstärken, so dass ein auf die Mutter ausgeübter Zwang nicht zu dem vom Beschwerdeführer gewünschten Ziel führen würde.“ [4]

Die Bundesrepublik Deutschland führte mit Artikel 2 des „Gesetzes zur Änderung des Sachverständigenrechts und zur weiteren Änderung des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit sowie zur Änderung des Sozialgerichtsgesetzes, der Verwaltungsgerichtsordnung, der Finanzgerichtsordnung und des Gerichtskostengesetzes“ vom 11. Oktober 2016 die Beschleunigungsrüge und die Beschleunigungsbeschwerde ein.[5][6]

Einzelnachweise

 

Download Egmr-de-20010421_kuppinger.pdf

Download EGMR Case-of-kuppinger-v-germany-federal-ministry-of-justice-and-consumer.pdf

 

Download_Verfassungsbeschwerde-Kuppinger-Bundesverfassungsgericht-BvR332614_Beschluss25-04-2015.pdf

 

14-1-2016 Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kuppinger_gegen_Deutschland


weitere links – von Bernd Kuppinger – Väteraufbruch für Kinder

www.archeviva.com
www.vafk.de


Tags:  Artikel 8 EMRK – Umgangsrecht – Familienrecht – Justizopfer – Menschenrechtsverletzung – Vaterlose Gesellschaft

Hausfrauenprinzip – Mama betreut Papa zahlt

Ich habe kein vertrauen in die Justiz mehr, sagt Vater Marco.
Väter  leiden, weil die Mütter den Umgang erschweren und sogar verhindern, wie ein Fall aus Schwerin zeigt, man spricht von Eltern-Kind-Entfremdung.
Die Exfrau des Vater hat sich nach Peru abgesetzt.
Zur Not will der Vater bis zum europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gehen.

Marcus Witt Väteraufbruch e.V.
Gerichte ordnen nur selten das gemeinsame Sorgerecht Elternschaft an.
Phillipp von Wrangell – Fachanwalt Familienrecht –

3-1-2016
Tags: Unterhalt – Zwangsgelder – Gerichtsvollzieher – Familienrecht, Hasufrauenprinzip, Väter, Mütter, Familiengericht, Umgang, Selbstjustiz, Marcus Witt,Väteraufbruch,anwalt, Phillipp von Wrangell, Unterhalt, Zwangsgelder, Gerichtsvollzieher, Justiz, Vater, Menschenrechte – Zahlväter – Justizopfer – Gleichberechtigung – Feminismus – feministische – Feministin – Frauenpolitik – Gerichte – Familiengerichte – Vaterlose Gesellschaft – Video

„Wir bleiben doch Mama und Papa“

Gemeinsame Elternschaft : „Wir bleiben doch Mama und Papa“

„Ich hätte es möglicherweise viel leichter gehabt mit einem Alle-14-Tage-Spiel-und-Spaß-Papa. Es gab ganz viele Verletzungen und Sorgen, ich habe gegrübelt, war oft verzweifelt. Aber es geht ja nicht um mich, es geht um die Kinder“, sagt Riana Radbruch ganz bestimmt.

Seit sechs Jahren praktiziert die 40-Jährige aus Röbel das Wechselmodell, das heißt, Sohn und Tochter leben abwechselnd je eine Woche bei ihr und bei ihrem geschiedenen Mann. Schon als das Paar sich trennte, sei sie von dem Modell überzeugt gewesen – und jetzt erst recht, erzählt Riana Radbruch. Denn auch wenn er das Kind nicht ausgetragen und geboren hätte, hätte ein Vater doch die gleichen Rechte – und Pflichten – wie eine Mutter. „Es kann auch nicht sein, dass sich der Eine an jedem zweiten Wochenende mit großen Geschenken, Hotelübernachtungen und tollen Unternehmungen profiliert, und der Andere muss sehen, wie er den Alltag mit den Kindern meistert.“

Anfangs sei es allerdings für ihre Kinder nicht einfach gewesen, die neue Art des Familienlebens anzunehmen – zumal es ihnen schon schwer genug fiel, die Trennung der Eltern zu verkraften. „Für die beiden blieb ihr Zuhause das beim Papa, denn er blieb in dem Haus, in dem wir so lange zusammen gewohnt hatten. Zu akzeptieren, dass sie nun auch in meiner neuen Wohnung ihr Kinderzimmer hatten, dazu brauchten sie wohl ein halbes Jahr.“ Mittlerweile wüssten sie aber nicht nur die zwei Kinderzimmer zu schätzen, sondern auch die zwei Feiern zum Geburtstag, zu Weihnachten… „Wenn unser Sohn im nächsten Jahr Jugendweihe hat, werden wir aber zusammen feiern“, erzählt die Mutter, „das hat er sich so gewünscht“.

Hürden gab es immer, gesteht Riana Radbruch. Manche hätten sie und ihr Ex-Mann mit einfachen und unkonventionellen Lösungen überwunden, andere nur beschwerlich oder gar nicht. So sei beispielsweise für beide Elternteile von Anfang an klar gewesen, dass es keine Unterhaltszahlungen gibt, weil ja jeder die Kinder gleich lange betreut. „Es ist super, super gut, dass wir so nicht über Geld streiten müssen“, findet die Mutter. Weil die Kinder unverändert beim Vater gemeldet sind, bekommt er auch das Kindergeld. „Das geht aber gleich komplett auf ein gesondertes Konto, von dem die Kosten für Hort, Musikschule und so weiter beglichen werden“, erläutert die Mutter. Dass sie sich dennoch wünscht, dass ihr Heim zumindest als Zweitwohnsitz der Kinder anerkannt wird, steht auf einem anderen Blatt. „So erwachsen mir nämlich steuerliche Nachteile“, erklärt Riana Radbruch.

In anderer Hinsicht konnten die Eltern sich nicht einigen. „Ich war der Meinung, dass unsere Tochter, die sehr viel krank war und deshalb schulische Probleme hatte, die erste Klasse noch mal wiederholen sollte. Ihr Vater wollte das nicht. Weil wir beide das Sorgerecht haben, musste letztlich ein Gericht entscheiden“, so die Mutter. Auch in dieser angespannten Phase hätten sie es aber immer geschafft, die wöchentlichen Wechsel einzuhalten. „Egal was passiert: Wir bleiben doch Mama und Papa“, sagt Riana Radbruch.

Am kommenden Dienstag wird sie im Schweriner Schleswig-Holstein-Haus auf einer gemeinsamen Veranstaltung des bundesweit tätigen Vereins „Väteraufbruch für Kinder“ und der Gleichstellungsbeauftragten der Landeshauptstadt Interessierten Rede und Antwort zum Wechselmodell stehen.

„Mag eine Partnerschaft endlich sein, so ist es die Elternschaft gerade nicht. Sie besteht ein Leben lang“, betont Marco Michelmann, der sich in Schwerin für den „Väteraufbruch“ engagiert. Eltern, im Zweifel auch Familiengerichten, Beratungsstellen, Anwälten und Mediatoren würde es gelingen, diese Trennung sehr rational zu verarbeiten. „Für Kinder gilt diese Rationalität nicht“, betont Michelmann. Sie seien diejenigen, die emotional am stärksten unter einer Trennung litten. Es sei wissenschaftlich belegt, dass dieses Leiden noch größer werde, wenn zusätzlich der Verlust eines der beiden Eltern befürchtet werden müsste oder schlimmstenfalls ein Elternteil vom anderen bewusst völlig ausgegrenzt wird. „Allen Kindern beide Eltern!“ sei deshalb ein Leitmotiv des „Väteraufbruchs“, in dem sich Mütter und Väter gemeinsam ehrenamtlich für die Belange von Kindern und Eltern engagieren. „Es sollte zugleich auch die Grundüberlegung für Eltern und beteiligte Professionen im Falle einer Elterntrennung sein“, fordert Marco Michelmann.

Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt von Karin Koslik

erstellt am 29.Okt.2016 | 16:00 Uhr
http://www.svz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/wir-bleiben-doch-mama-und-papa-id15206991.html
Tags: Sorgerecht – Doppelresidenzmodell

Allen Kinder beide Eltern – Demo Köln 2016

Mehr als 135.000* Kinder verlieren jedes Jahr einen Teil ihrer Identität im Konflikt ihrer Eltern. Durch die Trennung von Mutter und Vater, wird einem Kind oft ein Elternteil genommen.
Die Eltern-Kind-Entfremdung ist ein häufiges Resultat von elterlichen Trennungskonflikten.
Ein Kind befindet sich mitten in einem Sorge- und Umgangskonflikt, in dem es eigentlich nicht sein möchte.
Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung beide Eltern.

mit Väter ohne Rechte Werner Kretscher, Väteruafbruch für Kinder , Hartmut Wolters, Bundesinitiative Großeltern . . .

Videolink zur Demo

Wir wollen helfen!
Es gibt viele Gruppen und Vereine sowie Einzelpersonen, welche auf diese Problematik aufmerksam machen oder machen möchten, weil sie es nicht mehr miterleben wollen, was Kinder in streitigen Trennungskonflikten ertragen müssen.
Diese Gruppen, Vereine, Einzelpersonen machen jeder für sich „einen guten Job“! Aber sie werden nicht oder zu wenig wahrgenommen von der Öffentlichkeit und von Seiten des Gesetzgebers.
Dieses geschieht teilweise aus mangelndem Interesse – denn wer nicht oder noch nicht betroffen ist, interessiert sich meist nicht für andere konfliktbelastete Kinder und Eltern -, und teilweise aus Ignoranz und Unwissenheit der im Konflikt beteiligten Professionen (Gerichte, Anwaltschaften, Jugendämter, Beratungsstellen, Sachverständige), da sie meist nicht akzeptieren, dass ihre aktuellen Vorgehensweisen veraltet und falsch sind.
Und hier bedarf es einer Veränderung!
Die „Cochemer Praxis“, bzw die flächendeckende Umsetzung dieser (so wie sie einst gehändelt wurde, als Herr Richter a.D. Jürgen Rudolph noch aktiv in diese Praxis eingebunden war), würde vielen Kindern das Leid ersparen, welches sie derzeit erleben müssen. Daher beruht die Hauptmotivation diese Seite erstellt zu haben, auf der den Grundlagen der ursprünglichen „Cochemer Praxis“.
Eine Krankheit muss man an der Ursache bekämpfen. Denn Symptome kann man nur versuchen zu lindern. Letzteres wird aktuell in Deutschland nur versucht. Und das zumeist erfolglos. Das erstgenannte hat die damalige Arbeitsweise der „Cochemer Praxis“ seinerzeit erfolgreich durchgeführt.
Diese Seite möchte nun helfen sich zu vernetzen. Denn gemeinsam ist man stark! Sie möchte präsent sein und auf die Missstände unserer Gesellschaft bezüglich der nicht gehörten Kinder aufmerksam machen. Kinder haben keine Stimme. Kaum jemand nimmt ihre Wünsche wahr. Und dagegen wollen wir angehen. Aber nicht aggressiv, sondern vermittelnd und den richtigen Weg zeigend. Manchmal aber auch fordernd, wie z.B. auf Demos.

14-08-2016
Tags: Familienrecht – Justiz – Justizopfer – Doppelresidenz – Wechselmodell – Düsseldorfer Tabelle – Erziehung – Europaparlament – Gerichte – Gleichberechtigung Gleichstellung – Kinder brauchen beide Eltern – Quote in der Kindererziehung – Kindeswohl – Menschenrechtsverletzung Obsorge – Sorgerecht – gemeinsame – elterliche Sorge Eltern-Kind-Entfremdung Scheidung – Trennung – Videos – Vaterlose Gesellschaft – Väter ohne Rechte – Väteraufbruch für Kinder Köln e.V.

Internationaler Welt-PAS-Tag am 25. April

VAfK-Pressemitteilung

Wir gedenken der vielen Zehntausenden Eltern und Kinder, die einander entfremdet wurden

Internationaler Welt-PAS-Tag am 25. April

Väteraufbruch für Kinder

Foto:  http://de.wikimannia.org/V%C3%A4teraufbruch_f%C3%BCr_Kinder

Seit 2006 wird jedes Jahr am 25.04. den Eltern und Kindern gedacht, die einander entfremdet wurden. Auch in Deutschland verlieren jedes Jahr tausende Kinder den Kontakt zu einem Elternteil – oftmals dem Vater. Nachhaltige Maßnahmen seitens des Gesetzgebers, an diesem Zustand etwas zu verändern fehlen bisher.

Der morgige Tag wird für viele Eltern ein trauriger Tag sein. Er erinnert daran, dass sie den Kontakt zu ihren Kindern verloren haben. Sie wurden ihren Kindern bewusst entfremdet.

Dies wird Eltern-Kind-Entfremdung (EKE) oder Parental Alienation (PAS) genannt und wurde erstmals Mitte der 1980-er Jahre durch den amerikanischen Kinderpsychiater Richard A. Gardner beschrieben. Der Ablauf ähnelt sich, ist oftmals vorhersehbar.

Nach einer Trennung der Eltern verhindert ein Elternteil den Umgang mit dem andere, ausgegrenzten Elternteil, es werden unberechtigte Vorwürfe erhoben, das Kind gegen den anderen Elternteil aufgebracht, so dass es irgendwann auch tatsächlich nicht mehr zu seinem früher geliebten Elternteil möchte, ohne dass dieser Selbst dafür einen Anlass gegeben hätte. Das Kind sieht keinen anderen Ausweg, als sich dem Wunsch seines Elternteils zu beugen und den Kontakt zum anderen Elternteil, meist den Vater, aufzugeben.

Der entfremdete Elternteil muss damit klar kommen, dass er sein eigenes Kind verloren hat. Oft zieht dies massive gesundheitliche und berufliche Einschränkungen nach sich. Nicht anders geht es den Kindern selbst.

Schulische und psychische Probleme zeichnen häufig den Weg dieser Kinder (http://www.pas-konferenz.de/d/einfuehrung.html, (http://www.wera-fischer.de/pas.html). Auch wenn die Eltern-Kind-Entfremdung in der Fachliteratur mehrfach als psychische Gewalt gegen Kinder bezeichnet wurde, fehlen bisher effektive rechtliche Interventionsmaßnahmen, einer solchen Entfremdung wirkungsvoll entgegen zu wirken. Gerichte und Jugendämter kapitulieren, Interventionen, welche dem entfremdenden Elternteil Grenzen aufzeigen werden unterlassen. Dass es auch anders geht, bewies die sog. „Cochemer Praxis„, in der alle Beteiligten daran mitwirkten, den Kontakt der Kinder zu ihren Eltern zu erhalten und den Konflikt zu deeskalieren.

Andere Länder (Australien, Kalifornien, Schweden) setzen ähnliche Lösungen bereits mit großem Erfolg um. Das deutsche Familienrecht hat auch in diesem Bereich leider den Anschluß verloren – weshalb auch weiter Kinder ungewollt den Kontakt zu ihren Elternteilen verlieren werden.

Der Väteraufbruch für Kinder e.V. unterstützt als größte ehrenamtliche Selbsthilfe-Anlaufstelle für Trennungseltern seit über 25 Jahren Väter und Mütter bundesweit in ca. 90 Kreisvereinen dabei, den Kontakt zu ihren auch nach der Trennung zu aufrecht zu erhalten. Wir setzen uns dafür ein, dass allen Kindern beide Eltern erhalten bleiben. Gefragt sind aber vor allem die Gerichte und die Politik um Rahmenbedingungen zu schaffen, die weiteren Entfremdungen wirkungsvoll vorbeugen.

Dateien:
VAfK-PM_Welt-PAS-Tag2015.pdf 52 KMarkus Witt, 24..April 2015
http://www.vaeteraufbruch.de/index.php?id=42&tx_ttnews%5Btt_news%5D=17262Tags: Internationaler Tag – PAS – Parental Alienation Syndrom – Eltern-Kind-Entfremdung –

Paradigmenwechsel in der Schweiz – VAfK-Pressemitteilung

Väteraufbruch für Kinder e.V.

Nachrichten     Väteraufbruch vor Ort>regionale Ansprechpartner

Die Schweiz schafft ein modernes Familienrecht – Deutschland bleibt Entwicklungsland

Der Schweizer Nationalrat beschloss am 17. März, dass die alternierende Obhut (in Deutschland als Wechselmodell oder Paritätische Doppelresidenz bekannt) im Falle einer Trennung bzw. Scheidung künftig von den Gerichten bevorzugt zu prüfen ist, um sicher zu stellen, dass den Kindern der Kontakt zu beiden Eltern erhalten bleibt. Deutschland ist neben Österreich eines der wenigen Länder in Europa, die diese Möglichkeit in ihrem Familienrecht noch nicht verankert hat.

Das Zivilgesetzbuch der Schweiz, vergleichbar mit dem deutschen BGB, sieht zukünftig explizit vor, dass im Falle einer Trennung bzw. Scheidung der Eltern bevorzugt zu prüfen ist, ob die Kinder von beiden Eltern abwechselnd und gleichverantwortlich betreut werden können. Nachdem bereits 2014 in der Schweiz die Möglichkeit zur Anordnung der alternierenden Obhut geschaffen wurde, ist man dort zügig den nächsten logischen Schritt gegangen. Wesentlichen Einfluss hatten die internationalen Forschungsergebnisse aus über 40 Jahren und die daraus abgeleitete Erkenntnis, dass der intensive Kontakt von Kindern zu beiden Eltern die Entwicklung der Kinder positiv beeinflusst und ihnen bessere Entwicklungsmöglichkeiten bietet als der überwiegende Aufenthalt bei nur einem Elternteil.

Man kann der Schweizer Politik zu diesem an der modernen Rollenteilung von Müttern und Vätern und am Kindeswohl orientierten Schritt nur gratulieren. Die deutsche Politik verschließt sich diesem Thema trotz jahrelanger intensiver Bemühungen von Wissenschaft und Verbänden weiterhin hartnäckig und verharrt in veralteten Rollenmodellen. Deutschlandweit finden regelmäßig Veranstaltungen zu dem Thema statt, viele verantwortungsvolle Eltern leben das Wechselmodell bereits einvernehmlich. Das deutsche Familienrecht kennt diese Betreuungsform bisher aber nicht – ebenso wenig wie der neue Familien-Wegweiser des Bundesfamilienministeriums. Änderungen im Familienrecht finden in Deutschland in den letzten Jahrzehnten vorwiegend aufgrund Verurteilungen durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) statt – eine Eigeninitiative des deutschen Gesetzgebers, ein modernes und familienfreundliches Rechtssystem zu schaffen, welches vor allem die Kinder entlastet, ist nicht zu erkennen.

„Es ist an der Zeit, dass sich die deutsche Politik ernsthaft und zügig mit dem Thema auseinander setzt, sagt Angela Hoffmeyer, Mitglied im Bundesvorstand des Vereins Väteraufbruch für Kinder e.V. und Leiterin der vereinsübergreifenden Projektgruppe „Paritätische Doppelresidenz“, welche sich seit 2012 intensiv der Förderung dieses kindswohlorientierten Betreuungsmodells widmet. „Die bisherige Verweigerungshaltung ist völlig unverständlich. Die Paritätische Doppelresidenz ist nicht nur die für die Kinder in der Regel am wenigsten belastende Betreuungsform, welche ihnen die besten Entwicklungschancen bietet. Sie löst auch mehrere gesellschaftspolitische Probleme. Beide Eltern bleiben gemeinsam in der Verantwortung für die Kinder – es gibt keine Alleinerziehenden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird somit für beide Eltern möglich, Lohneinbußen und Rentenlücken von Müttern entstehen erst gar nicht und die Eltern können auf Augenhöhe miteinander für ihre Kinder da sein – gleichberechtigt.“

Im Koalitionsvertrag hat sich die amtierende Bundesregierung vorgenommen, aktive Väter zu fördern. Hiervon ist bisher leider noch wenig zu merken. Zum Urteil des EGMR vom 15. Januar, welches das Umgangsrecht von Vätern auch rechtlich besser absichern soll, gibt es bis heute nicht einmal eine Stellungnahme seitens des Justizministeriums. Die Berücksichtigung des Wechselmodells im deutschen Familienrecht wäre ein wichtiges und richtiges Signal. Die seit Jahren ansteigenden Zahlen von gerichtlichen Umgangsverfahren (zuletzt 56.000 pro Jahr lt. Gerichtsstatistik des statistischen Bundesamtes) zeigen, dass immer mehr Eltern auch nach der Trennung aktiv für ihre Kinder da sein wollen.

Ebenfalls im Koalitionsvertrag festgeschrieben steht die eigentlich selbstverständliche Absicht, dass man die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention durch die Weiterentwicklung der Gesetze fördern will. In Art. 18 der UN-KRK ist das Recht der Kinder auf Pflege und Erziehung durch beide Eltern festgeschrieben – das Wechselmodell garantiert dies in bester Weise.

Der Väteraufbruch für Kinder setzt sich mit über 3.500 Mitgliedern seit 1988 dafür ein, dass Kindern nach einer Trennung beide Eltern erhalten bleiben. Unsere Forderung lautet daher, dass die Paritätische Doppelresidenz endlich auch ins deutsche Familienrecht als bevorzugt zu prüfende Option Einzug findet.

In Verbindung stehende Artikel:Alternierende Obhut als explizite Möglichkeit – 18.03.2015 13:32Links:www.nzz.ch/schweiz/kindesunterhalt-staenderat-will-alternierende-obhut-1.18503404

 

Donnerstag, 19. März 2015, Markus Witt

http://www.vaeteraufbruch.de/index.php?id=42&tx_ttnews%5Btt_news%5D=17238