Einladung zum DEUTSCHEN GENDER KONGRESS

Einladung zum
DEUTSCHEN GENDER KONGRESS
– Väter – Männer – Jungen –

am Sam. 13. Mai von 9-17 Uhr
in Nürnberg, Messezentrum NCC Ost,
Karl-Schönleben-Str. 1.


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Eintritt frei mit dem Gutscheincode #FB_ALLG bei Registrierung bis zum 24.04.2017.

Programm: www.genderkongress.de.
Väter-, Männer- und Jungendiskriminierung: Wechselmodell, Jugendämter, Familienrecht, Düsseldorfer Tabelle, Männer- vs. Frauenbeauftragte, Gender Pay Gap-Behauptung, Männer- vs. Frauenquote etc. Wir erarbeiten Lösungen, mit denen Gleichberechtigung erreicht werden kann und formulieren Zielvorgaben an die Politik.

Bundestagswahl 2017: Zahlreiche Vertreter aus der Bundes- und Landespolitik sowie TV, Radio und Printmedien wurden eingeladen und haben zugesagt. Den Parteien werden Wahlprüfsteine vorgelegt, die Eingang finden in die Koalitionsverhandlungen.

Rahmenprogramm: Das Wochenende in Nürnberg verbringen – wir haben ein attraktives Begleitprogramm aufgesetzt – dank Sponsoren kostenfrei. Übernachtungen sind bei Bedarf kostenfrei möglich.

Tags: Doppelresidenz – Wechselmodell – Gleichberechtigung – Familienrecht

Residenzmodell & Doppelresidenz im Vergleich

Wechselmodelle Residenzmodell & Doppelresidenz im Vergleich | KGPG

 

Flyer Doppelresidenz vs Residenzmodell – die Argumentationshilfe für sofortige Schlagfertigkeit!

Vielen Dank an „Väter ohne Rechte“ für den gelungenen Flyer!
Hier gehts zum Download:
http://www.vaeter-ohne-rechte.at/dopp…

„Väter ohne Rechte“ ist der größte österreichiche Verein, bei dem die Kinder im Mittelpunkt stehen.
(Der Vereinszweck ist, betroffenen Eltern und Kindern zum Informations- und Erfahrungsaustausch zur Verfügung zu stehen und mit Hilfe von demokratischen Mitteln und den Medien die gesellschaftspolitische Haltung in Österreich zu mehr kinderorientierter Gleichberechtigung zu führen.)

Mitglied werden unter:
http://www.vaeter-ohne-rechte.at/mitg…

Selbsthilfe als Spende für den Youtubechannel:

Das Buch: „Das Kücken das alles kann“ bestellen:
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Das Buch: „Kindeswohlgefährdung per Gesetz – Selbsthilfe & Lösungen“ bestellen:
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Natürlich auch bei Amazon erhältlich!

Weitere Lösungen- und Verbesserungsvorschläge bitte in die Kommentare. Und nicht vergessen: Abonniert uns !! Danke !!
Tags: Familienrecht – Familie – Europarat Resolution 2079  – Gleichberechtigung – Vater – Mutter – Trennungskinder – Gesetze in Österreich – Justizopfer – Suizid – Entfremdung – PAS -Parential Alienation – Kinderrechte – Kindeswohl – leaks family law austria germany – Scheidung – Trennung – Video – Umgangsrecht Kontaktrecht Besuchsrecht – Vaterlose Gesellschaft – Väter – 

Wechselmodell – Erfahrungsbericht

Wechselmodell – Es kann gut laufen

Wenn sich ein Paar scheiden lässt, stellt sich die Frage, wer die Kinder betreut. Das sogenannte Wechselmodell wird in Deutschland noch gerne verteufelt. Eine Leserin und ein Leser berichten von ihren positiven Erfahrungen damit.

 

(Foto: Andreas Gebert/dpa)„Fliegender Wechsel“ vom 17. März und „Verordnen hilft da nicht“ vom 9. März:

Dass die deutschen Familiengerichte nun endlich mehr das sogenannte Wechselmodell unterstützen, ist eine große Errungenschaft. Selbstverständlich ergibt dies nur Sinn, wenn Vater und Mutter beide ihre Kinder aufnehmen möchten, denn Kinder einem Elternteil „aufzudrücken“, ist kaum wünschenswert. Dank des Wechselmodells sind beide Elternteile gleichberechtigt und verpflichtet, und das ist gut so. Selbstredend sollten damit auch Unterhaltsverpflichtungen unter den Ehegatten – nach einer kurzen Übergangszeit zur möglicherweise erforderlichen beruflichen Neuorientierung – ausgeschlossen und Unterhaltsverpflichtungen für die Kinder paritätisch übernommen werden.

Meine Ex-Ehefrau und ich praktizieren das Wechselmodell seit mehr als zehn Jahren problemlos und im Einvernehmen mit unseren drei Kindern. Die Betreuungszeiten werden zu Jahresbeginn für zwölf Monate stundengenau vereinbart und über das Gesamtjahr gerechnet je hälftig erbracht. Die für die Kinder anfallenden Kosten werden monatlich notiert und – unter Anrechnung des Kindergeldes – hälftig getragen. Wir beide sind berufstätig, wohnen – bewusst gewählt – im gleichen Stadtviertel, und Unterhaltsverpflichtungen leisten wir untereinander nicht. So läuft es – soweit man bei Scheidungskindern überhaupt dieses Wort nutzen kann – gut! Prof. Torsten Kirstges, Wilhelmshaven

Blick nach Frankreich lohnt sich

Die Zahl der Familien, in denen sich Mutter und Vater um eine partnerschaftliche Aufteilung der Erwerbsarbeit und der Kinderbetreuung bemühen, nimmt in der Tat zu. Väter treten aber keinesfalls „blindwütig“, sondern nur folgerichtig dafür ein, die Möglichkeit zu bekommen, nach einer Trennung die Beziehung zu den Kindern weiterzuführen. Dafür, dass das Wechselmodell vielen Alleinerziehenden ein „Albtraum“ und für viele Scheidungskinder ein „Horror“ sein soll, hätte ich gerne Belege. Natürlich gibt es immer Extremfälle, in denen die Partner kein Wort mehr miteinander reden und ihre Grabenkämpfe auf dem Rücken der Kinder austragen. Wenn aber mittlerweile jede zweite Ehe in Deutschland geschieden wird, darf man davon ausgehen, dass bei einem Großteil der Ex-Partner eine gewisse Bereitschaft zur Kooperation da ist, schon der Kinder wegen.

Kompromisse und guter Wille sind für das Wechselmodell nötig, aber es ist machbar. Das erlebe ich selbst seit mehr als sechs Jahren. Bei ausreichender räumlicher Nähe bedeutet ein wöchentlicher Wechsel keinesfalls jedes Mal einen „Umzug“ für das Kind. Meine Tochter findet es völlig normal, dass ihr Halbbruder nur die Hälfte der Woche und jedes zweite Wochenende bei uns ist, er wiederum lebt ohne Probleme in beiden Welten und hat sich dort gut eingerichtet. Und zur Frage des Geldes: Kinder dürfen nicht als „Faustpfand“ im Streit um den Unterhalt missbraucht werden. Vielleicht hilft dem Gesetzgeber ein Blick über die Grenze nach Frankreich, wo schon lange das Wechselmodell die Regel ist. Durch dessen sachliche Analyse ließen sich bei der Gesetzesausgestaltung sinnvolle Regelungen herausfiltern und Fehler vermeiden. Johanna Schilling, Oberhausen

Es gibt viele Väter, die nicht nur der Wochenend-Papa sein, sondern den Alltag miterleben wollen

„Es gibt viele Väter, die nicht nur der Wochenend-Papa sein, sondern den Alltag miterleben wollen“, sagt Familienrichterin Anna Gubernatis.

Artikel:

Wenn Gesetze allein nicht ausreichen

Familiensachen – was nach ganz privaten Dingen klingt, wird nicht selten zum Thema vor Gericht. Nämlich dann, wenn Familie nicht mehr funktioniert. 750 Scheidungen zählt das Amtsgericht Burgwedel durchschnittlich im Jahr. Seit 2013 ist es auch Familienrichterin Anna Gubernatis, die dort Recht spricht, wo Emotionen dominieren.

Für Kinder steht im Anhörungszimmer des Amtsgerichtes eine Spielecke bereit. Burgwedel.

„Wenn beide sich einig sind, geht es schnell“, weiß die 36-Jährige. Nach einem Trennungsjahr braucht es meist nur einen Termin vor Gericht, um die Scheidung abzuschließen. „Teilweise bekommt man einen Eindruck, wie Paare nach einer Trennung miteinander umgehen“, beschreibt es Gubernatis. Setzen sie sich nebeneinander oder gegenüber? Wollen sie gar danach zusammen noch einen Kaffee trinken gehen? Oder steht der Konflikt noch im Vordergrund? „Oft sind Paare traurig“, sagt Gubernatis. Mit der Scheidung endet ein Lebensabschnitt. Die Scheidung besiegelt das Scheitern eines gemeinsamen Planes.

Fragen, die sich bei der Scheidung oft stellen, sind jene nach Unterhalt und der finanziellen „Auseinandersetzung“. Wem steht wie viel zu? Was haben die Eheleute gemeinsam an Vermögen aufgebaut? „In diesen Verfahren herrscht Anwaltszwang“, erklärt Gubernatis. Das sei auch sinnvoll, denn oft seien die Sachverhalte komplex. Die Anwälte bereiten das vorab auf. „Paare sollten sich schon bei der Hochzeit bewusst damit auseinandersetzen, was auf sie zukommt, wenn die Ehe scheitert“, appelliert Gubernatis. Nicht jeder fühle sich nach einer Scheidung gerecht behandelt. Eheverträge können dem vorbeugen.

Noch schwieriger – und meist emotionaler – wird es, wenn sich nicht nur ein Paar trennt, sondern eine Familie zerbricht. Unterhalt, Sorgerecht, Umgangsregelungen – all das wird Thema, wenn Kinder im Spiel sind. „Kinder bekommen gegebenenfalls einen eigenen Verfahrensbeistand“, betont die Familienrichterin. Ob ein Psychologe, Pädagoge oder Jurist – sie sei recht frei in der Bestellung des „Kinderanwaltes“. Dieser habe die Aufgabe, die Interessen des Kindes zu vertreten. Hausbesuche, Gespräche mit Erziehern oder Lehrern – und vor allem mit dem Kind selbst – gehören dazu. Warum es das braucht? „Eltern wollen immer das Beste für ihr Kind“, sagt Gubernatis. Aber wo Beziehungen scheitern, „geht der Blick dafür manchmal in den Emotionen verloren“. Für das Gericht stehe das Kindeswohl obenan. Mit Hilfe des Verfahrensbeistandes und des Jugendamts soll ermittelt werden, was dem Kindeswohl entspricht.

In der Regel ab drei Jahren werden Kinder auch selbst angehört. „In der Spielecke im Anhörungszimmer, beim Schaukeln auf dem Spielplatz oder zu Hause“, zählt Gubernatis Möglichkeiten auf. Die Befragung erfolge im Beisein des Verfahrensbeistands, aber ohne Eltern. „Sonst haben Kinder oft das Gefühl, sie müssten es allen recht machen.“ Je älter das Kind sei, umso mehr Gewicht habe die Aussage. Die Familienrichterin bietet an, den Eltern etwas auszurichten. „Oft kommt der Wunsch, dass sie wieder zusammenkommen sollen“, weiß Gubernatis. Genauso häufig lautet die Botschaft: „Sie sollen nicht mehr streiten.“

Es muss nicht immer ein richterlicher Beschluss am Ende des Verfahrens stehen: „Unser Ziel ist es, dass die Eltern ihre gemeinsame Verantwortung für das Kind wieder wahrnehmen können und eine einvernehmliche Lösung finden“, sagt Gubernatis. „Schließlich werden beide über die Kinder lebenslang verbunden bleiben.“ Bei wem das Kind wohnt, wer es wann zu sehen bekommt und viele andere Details können schriftlich vom Gericht festgelegt werden. „Je strittiger das Paar, desto detaillierter gestalten wir die Vereinbarung. Teils mit Tag, Uhrzeit und Übergabeort“, so die Familienrichterin.

Üblich sei das Residenzmodell – das Kind lebt dabei überwiegend bei einem Elternteil und jedes zweite Wochenende bei dem anderen. Zunehmend wird auch das Wechselmodell praktiziert: In diesem Fall lebt das Kind zu gleichen Teilen bei beiden Elternteilen. „Es gibt viele Väter, die nicht nur der Wochenend-Papa sein, sondern den Alltag miterleben wollen“, betont Gubernatis. Wichtig sei: „Jeder hat eine Bindungsfürsorgepflicht“, erklärt Gubernatis. Das Kind habe Recht auf Vater und Mutter – jedes Elternteil habe aktiv sicherzustellen, dass die Bindung des Kindes zum Ex-Partner gepflegt wird.

Außer bei Scheidungen, Sorgerecht- und Unterhaltsstreitigkeiten wird das Familiengericht auch tätig, wenn das Konstrukt „Familie“ rechtlich geklärt werden muss. Ob Kinder- oder Erwachsenenadoptionen, ob Abstammungsfeststellung nach Vaterschaftstest – Anna Gubernatis ist zuständig „Wer diesen Job macht, möchte ihn nicht mehr aufgeben“, stellt die Familienrichterin für sich fest. Für ein objektives Urteil störe es nicht, bei den vielen Schicksalen Betroffenheit zu empfinden: „Für einzelfallgerechte Lösungen bedarf es im Gerichtssaal neben juristischem Handwerk noch einer weiteren Fähigkeit: Empathie.“

Von Carina Bahl, Artikel aktualisiert: Donnerstag, 23.03.2017 00:15 Uhr
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Region/Burgwedel/Nachrichten/Familiengericht-Burgwedel-ist-nicht-nur-fuer-Scheidungen-und-Sorgerechtsstreitigkeiten-zustaendig
Tags: Doppelresidenz – Bindungsfürsorgepflicht

Unterhalt auch bei Doppelresidenz . . .

Neues vom Wechselmodell

(Red/11.03.2017-09:30)
http://www.oberberg-aktuell.de/index.php?id=70&tx_ttnews%5Btt_news%5D=188357&cHash=cb0f457c01
Tags: Gleichberechtigung – Gleichstellung – Familienrecht – Trennung – Scheidung – Kindesunterhalt – Alimente

Ende der Zahl- und Besuchsväter – Wechselmodell?

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) gilt den Kämpfern für die paritätische Kinderbetreuung als Schutzheilige der Alleinerziehenden
Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) gilt den Kämpfern für die paritätische Kinderbetreuung als Schutzheilige der Alleinerziehenden

Quelle: dpa

Das Wechselmodell zur Betreuung von Scheidungskindern ist bislang die Ausnahme. Doch seine Befürworter haben nach einem Gerichtsurteil Rückenwind. Ministerin Schwesig gerät dabei zwischen die Fronten.

Für Scheidungsfamilien war dieses Urteil des Bundesgerichtshofs ein Paukenschlag: Getrennt lebende Elternteile können in Zukunft gerichtlich durchsetzen, ihr Kind auch gegen den Willen des Ex-Partners zur Hälfte betreuen zu dürfen.

Familiengerichte können demnach dieses sogenannte „Wechselmodell“ nach geltender Gesetzeslage sogar streitenden Eltern verordnen – vorausgesetzt, dass das Pendeln zwischen Mutter und Vater ihrer Überzeugung nach das Beste für das Kind ist und die Ex-Partner einigermaßen „kommunikations- und kooperationsfähig“ sind. Das hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Urteil entschieden.

Seitdem tobt eine hitzige Debatte darüber, wie das Urteil zu interpretieren ist. Ist es tatsächlich „wegweisend“, wie es in der SPD-Fraktion heißt? Ist es ein überfälliges, aber nicht ausreichendes Signal, wie einige Familienverbände urteilen? Oder wird sich an der bisherigen Praxis, Kindern hoch zerstrittener Eltern keine Pendelei zwischen den Fronten zu verordnen, sowieso nichts ändern?

Zu welchem Ergebnis man kommt, hängt im Zweifel vom ideologischen Standpunkt ab – und von der eigenen leidvollen Erfahrung. Vor allem Vätergruppen beklagen seit Jahren, nicht mehr länger nur Zahl- oder Besuchsväter sein zu wollen. Sie fordern zunehmend erfolgreich eine aktivere Rolle ein – parallel zu dem sich wandelnden Gesellschaftsbild, das auf gleichberechtigte Elternschaft setzt.

Mehr Zeit mit den Kindern - dafür kämpfen viele Väter, die geschieden sind
Mehr Zeit mit den Kindern – dafür kämpfen viele Väter, die geschieden sind

Quelle: Simon Ritzmann/Getty Images

Doch noch lebt der Großteil der Trennungskinder nach dem sogenannten „Residenzmodell“ überwiegend bei einem Elternteil, meist der Mutter – mit mehr oder weniger umfangreichen Umgangsrechten für den Vater. Ein Zustand, den viele Männer nicht länger hinnehmen wollen.

Als Kristallisationsobjekt der Wut fungiert dabei vor allem Familienministerin Manuela Schwesig (SPD). Sie gilt männlichen Aktivisten als Schutzheilige der Alleinerziehenden, die zwar permanent für Partnerschaftlichkeit in der Beziehung werbe, für getrennte Väter aber keinen Sinn habe.

Wer sich einen Eindruck verschaffen will, welch ein rotes Tuch Manuela Schwesig für viele dieser Männer ist, muss nur die Facebook-Seite „Schwesig muss weg“ besuchen. „Ich bin eine große Gefahr! Ich produziere kaputte und ausgegrenzte Väter ohne Rechte am Kind. Deshalb wählen Sie mich ab!“, heißt es dort unter dem lächelnden Konterfei der Ministerin. Die Seite, betrieben von einem Catering-Unternehmer aus Schwäbisch-Hall, gießt kübelweise Häme aus über alles, was nach weiblicher Hegemonie aussieht.

Hier kommen „entsorgte Väter“ zu Wort, die gegen mütterliche Allmachtsfantasien, geldgierige Exfrauen und parteiische Richter polemisieren. Und als „internationales Zeichen für Ehe“ wird ein Piktogramm gezeigt, in dem ein Mann unterwürfig vor der Frau auf dem Boden kniet und einen Geldschein in die Lüfte streckt.

Der Geschlechterkrieg, er tobt, und die Frauenministerin muss als Zielscheibe des Hasses herhalten. Sogar ihr Kampf für die Ausweitung des Unterhaltsvorschusses für Kinder Alleinerziehender, die vom Vater keinen Unterhalt erhalten, gereicht ihr in diesem Zusammenhang zum Nachteil. Schwesig, so der Vorwurf, sorge dafür, dass Vätern jetzt nicht nur bis zum 12., sondern sogar bis zum 18. Lebensjahr ihres Kindes der Unterhalt gepfändet werden kann. „Liebe Mütter, ich bin eure Manuela Schwesig“, steht es hämisch darunter.

Doch auch die organisierten Mütter sind nicht untätig. „Wir erleben seit Jahren, wie Mütter in Deutschland systematisch regelrecht geknechtet werden. Hintergrund ist wohl die durch eine starke und teilweise aggressive Väterlobby seit 25 Jahren vorgetragene Ideologie über die unersetzliche Wichtigkeit von Vätern für Kinder, maskiert als Anspruch auf Gleichberechtigung und begründet mit dem Kindeswohl“, heißt es in einem Offenen Brief der „Mütterlobby“ an Schwesig. Einem bestimmen Typ Vater gehe es aber nur um seinen Macht- und Kontrollanspruch – „nicht selten in Verbindung mit Geld, das er nicht zahlen will.“

Geht es dem Ex am Ende nur ums Sparen?

Schuld an dem Streit ums Geld ist nicht zuletzt das in die Jahre gekommene Unterhaltsrecht, das keine Rücksicht darauf nimmt, ob ein Vater sich umfangreich um sein Kind kümmert oder gar nicht. Nur wenn sich Eltern die Betreuung genau hälftig teilen, so ein weiteres BGH-Urteil aus dem Jahr 2014, müssen sie auch gemeinsam für den Unterhalt aufkommen. Viele Mütter argwöhnen deshalb, dass es ihrem Ex bei ihrem Wunsch nach mehr Zeit mit dem Kind nur ums Sparen geht.

Kein Wunder, dass es in dieser aufgeheizten Stimmung schwer fällt, einen klaren Kompass zu wahren. Denn Tausende und Abendtausende Trennungsfamilien, die Umgang und Unterhalt einvernehmlich lösen, die friedlich und kooperativ Kompromisse zum Wohle ihrer Kinder schmieden und sich absprechen, ohne Gerichte dafür bemühen zu müssen, sie drohen in dem Kampf um die Deutungshoheit unterzugehen.

Das Bündnis „Doppelresidenz“, das für die Möglichkeit wirbt, Kindern zwei Zuhause zu geben, hofft auf die deeskalierende Wirkung des BGH-Urteils. Konfliktverschärfendes Verhalten von Eltern mit dem Ziel, das Wechselmodell zu verhindern, werde jetzt ein Ende finden, hofft Markus Witt, Sprecher des Aktionsbündnisses. Künftig werde der kooperative, den Streit deeskalierende Elternteil Vorteile haben – „dies kommt direkt den Kindern zugute.“ Ein Punkt, den auch der Verein Gemeinsam erziehende Mütter und Väter hervorhebt: „Neu in Deutschland ist hiermit, dass ein Elternteil nicht mehr wie bisher mit seinem egoistisch motivierten Veto eine gleichwertige Bindung der Kinder zum anderen Elternteil boykottieren kann.“

SPD-Fraktion verlangt nach Urteil Klarstellung im Gesetz

Beim Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) ist man skeptischer. „Wir hoffen auf salomonische Urteile, die dem Wohl des Kindes gerecht werden“, sagt Erika Biehn, Vizevorsitzende des Verbands. Es dürfe nicht darum gehen, das Kind gerecht zwischen den Eltern aufzuteilen, sondern es mit seinen Bedürfnissen und Bindungen in den Mittelpunkt zu stellen. „Für das Kind ist es nicht so sehr entscheidend, gleich viel Zeit mit beiden Elternteilen zu verbringen, sondern gute Zeiten mit beiden Eltern zu haben.“ Einer gerichtlichen Anordnung des Wechselmodells steht ihr Verband deshalb kritisch gegenüber. Als Regelfall tauge es nicht.

In der SPD-Fraktion wird das Urteil des Bundesgerichtshofs hingegen bereits als „logische Konsequenz unserer Familien- und Gleichstellungspolitik“ gefeiert. „Der Beschluss stärkt all jenen getrennten Elternteilen den Rücken, die ihr Kind zu gleichen Teilen betreuen wollen, wenn es nachweislich für das Kind am besten ist“, sagen Johannes Fechner und Sönke Rix, die rechts- und familienpolitischen Sprecher der Fraktion. „Immer mehr Väter und Mütter steuern auf eine gerechte Erwerbs- und Familienarbeit hin. Das muss sich naturgemäß auch nach der Trennung von Eltern niederschlagen.“

Die SPD-Fraktion sehe sich durch den Gerichtsbeschluss bestätigt, jetzt auch an einer gesetzlichen Klarstellung zu arbeiten. Konkret dringt Rix darauf, dass „im BGB ausdrücklich für Familiengerichte die Möglichkeit verankert wird, das Wechselmodell anordnen zu können, wenn dies dem Kindeswohl entspricht“.

Ministerin wartet auf Studie, die 2017 kommen soll

So weit ist man im Familienministerium noch lange nicht. Hier will man erst die Ergebnisse der Studie „Kindeswohl und Umgangsrecht“ abwarten, die Anfang nächsten Jahres vorliegen sollen. Mit dieser Untersuchung will Schwesig herausfinden lassen, welches Betreuungsmodell für Trennungskinder das Beste ist.

Die Ministerin selbst stehe dem Wechselmodell offen gegenüber, sagt ihre Sprecherin. „Ob und inwieweit eine Änderung der rechtlichen Regelungen erforderlich sind, werden wir uns in aller Ruhe unter Beachtung der Ergebnisse der Studie anschauen.“ Wichtig sei, dass Kinder nicht zum Spielball im Streit ihrer Eltern werden.

Doch ob die Studie wirklich belastbare Ergebnisse liefert, ist umstritten. Nach Protesten von verschiedenen Seiten wurde das Studiendesign nachträglich korrigiert. Zur Befragung von betroffenen Kindern ist jetzt das Einverständnis beider Elternteile vonnöten. Ausgerechnet Kinder aus stark zerstrittenen Familien können deshalb nicht gehört werden. Und noch eine Sorge treibt den Wissenschaftlichen Beirat um: dass sich für die Studie letztlich doch wieder nur Väter und Mütter melden, die gut vernetzt und organisiert sind. Die Lauten aber, sie bestimmen ohnehin schon den politischen Diskurs.

Die ersten Proteste gegen das Urteil des Bundesgerichtshofs sind jedenfalls bereits im Gange. Auf der Plattform Change.org hat die Mütterinitiative „Mamas wehren sich“ eine Petition gestartet. „Die Einteilung des Lebens eines Kindes in zwei Hälften zur Befriedigung der Eigentumsinteressen der Eltern an der Lebenszeit des Kindes hat für den Alltag und die Gesundheit des Kindes weitreichende Folgen“, heißt es dort. Bei streitenden Eltern überstiegen die Belastungen, die ein „als Faustpfand zwischen den Konflikt der Eltern geschobenes Kind aushalten muss, bei weitem die Vorteile, die ein solches Modell auch mit sich bringen kann.“

 

Von Sabine Menkens | Stand: 05.03.2017 | Lesedauer: 7 Minuten

https://www.welt.de/politik/deutschland/article162602234/Wuetende-Vaeter-schoepfen-neue-Hoffnung.html
Tags: Familienrecht – Gleichberechtigung Gleichstellung 

Eigene Wohnungen für Patchwork u. Trennungseltern?

Wohnen nach der Trennung Mein, dein, unser Zuhause

Eltern, zwei Kinder, Reihenhaus. Für getrennte Familien passt das nicht mehr. Sie brauchen mehr Raum und flexible Grundrisse. Doch an guten Lösungen mangelt es.

© Plainpicture   Je zersplitterter die Familie, desto mehr Platz braucht sie.

Das Leben der Familie Schäfer ist kompliziert. Herr und Frau Schäfer haben zusammen zwei Töchter, Mia, 12, und Elisa, 15 Jahre alt. Vor vier Jahren haben sich die Schäfers getrennt und leben mittlerweile mit neuen Partnern zusammen – die jeweils eigene Kinder in die Beziehung mitgebracht haben. Außerdem trennen die beiden Patchworkfamilien 560 Kilometer: Mia wohnt bei der Mutter in Berlin, Elisa beim Vater in der alten Familienwohnung in einer kleinen hessischen Gemeinde. Deshalb steigt Elisa seit drei Jahren jede zweite Woche freitagnachmittags ins Flugzeug, um das Wochenende mit Schwester Mia, ihrer Mutter, deren neuem Partner und dessen Kindern in Berlin zu verbringen. An den anderen beiden Wochenenden im Monat macht sich Mia auf den Weg nach Hessen, zu ihrer Schwester Elisa und zur neuen Familie des Vaters.

Wie Familie Schäfer wollen viele Eltern trotz Trennung gemeinsam mit ihren Kindern wohnen und ihr Familienleben gestalten – und wählen dafür bisweilen ungewöhnliche Lösungen. Denn der gemeinsame Raum ist mehr als bloße Wohnfläche, er ist ein Zeichen von Zugehörigkeit. Nur gestaltet es sich in Zeiten steigender Mieten und Wohnungsmangel für diese Familien immer schwieriger, ihren Wohnraumbedarf zu decken.

Auch wenn die meisten beim typischen Familienhaushalt in Deutschland an Vater, Mutter und zwei Kinder im Reihenhaus denken, entspricht diese Vorstellung nicht der Realität. Etwa jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden. Rund 170.000 Scheidungen waren das laut Statistischem Bundesamt hierzulande im Jahr 2013, bei knapp der Hälfte waren minderjährige Kinder im Spiel.

In der Regel lebt ein Kind nach der Trennung hauptsächlich bei einem Elternteil, meist bei der Mutter. Den anderen Elternteil, meist den Vater, besucht es regelmäßig, etwa jedes zweite Wochenende. Neben diesem klassischen Residenzmodell stehen zwei weitere Modelle zur Auswahl: Beim Wechselmodell wohnt das Kind zu ungefähr gleichen Teilen abwechselnd bei Mutter und Vater. Hierzulande ist es die Ausnahme, schätzungsweise fünf Prozent aller getrennten Elternpaare leben so. Die dritte Option ist das Nestmodell: Die Kinder bleiben in der Familienwohnung, während beide Eltern wie Vögel im Wechsel ein- und ausfliegen. Dies sind Idealtypen, im Alltag probieren Familien Mischformen aus und passen sie immer wieder an ihre Lebenssituation an – die Lösungen sind so individuell wie die Familien selbst.

Wechselmodelle immer beliebter

„Wir gehen aber davon aus, dass das Wechselmodell als Wohnarrangement in Deutschland und international zunimmt“, sagt Michaela Schier. In Belgien und Italien ist das Wechselmodell schon jetzt die Norm. Schier ist sozialwissenschaftliche Geographin und untersucht, wie die Schäfers und andere Familien nach einer Trennung wohnen. Sie hat dazu ein Forschungsprojekt am Deutschen Jugendinstitut (DJI) geleitet. Denn das Residenzmodell entspricht nicht mehr der Lebensrealität vieler Eltern. Väter, die sich vor der Trennung viel um ihre Kinder gekümmert haben, sehen nicht ein, zum Wochenendpapa degradiert zu werden, nur weil sie sich mit der Mutter des Kindes nicht mehr verstehen. Und Mütter, die arbeiten gehen, müssen dann Kind und Job allein vereinbaren und fordern vom Ex-Partner mehr Engagement bei der Erziehung ein.

Eine Rolle spielt auch das Recht: Seit 1998 bekommen Mann und Frau in der Regel das gemeinsame Sorgerecht für ihre Kinder, vorher wurde es meist der Mutter zugesprochen. Auch unverheiratete Partner verständigen sich nach einer Trennung oft darauf. Durch ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs dürfen Familiengerichte nun auch in Deutschland das Wechselmodell anordnen.

Welches Modell Eltern umsetzen, hängt auch davon ab, wie weit sie auseinander leben. Laut einer DJI-Studie wohnten die Eltern in mehr als einem Drittel der Fälle nach der Trennung im selben Ort, in knapp 14 Prozent der Fälle konnten die Kinder innerhalb von 15 Minuten zu Fuß von Mutter zu Vater laufen. „Einige Eltern haben uns erzählt, dass sie ganz bewusst in dieselbe Nachbarschaft gezogen sind, weil sie ein Wechselmodell leben wollten“, berichtet Schier. „Die Eltern haben zum Teil gemeinsam Wohnungen gesucht, ums Eck oder sogar im gleichen Haus.“ In 42 Prozent der Fälle waren die Wohnungen zwar in verschiedenen Kommunen, aber innerhalb einer Stunde Fahrzeit erreichbar, bei 23 Prozent überschreitet die Wohnentfernung eine Stunde Fahrtzeit – für sie kommt vor allem das Residenzmodell in Frage.

Der Trend geht zum zweiten Kinderzimmer

Wenn nach einer Trennung aus einem Haushalt zwei werden, steigt der Bedarf an Wohnungen. Wer das Nestmodell wählt, braucht sogar drei Unterkünfte – eine für die Familie, eine für die Mutter, eine für den Vater. Schier berichtet von einem Vater aus Deutschland, der für die Besuche seiner Tochter in Spanien ganzjährig eine Wohnung vor Ort gemietet hat. Geld spielt für diese Familie keine Rolle, für die meisten anderen schon. Der höhere Raumbedarf macht das Wohnen für getrennte Familien teurer – auch das Leben als Patchworkfamilie muss man sich leisten können. Nicht selten werden Familien nach einer Trennung ärmer, weil die Lebenshaltungskosten für beide Seiten steigen, gerade in den Großstädten mit horrenden Mieten. „Für viele verschlechtert sich die Wohnsituation nach einer Trennung erst mal, häufig für den Elternteil, der auszieht, manchmal auch für beide, weil es ökonomische Einschnitte gibt und einer allein die Wohnung nicht halten kann“, sagt Schier.

Außerdem brauchen Familien größere Wohnungen, wenn sie sich trennen. Insgesamt steigt der Bedarf an Wohnfläche und Wohnungen also auch deshalb, weil immer mehr Familien in Trennung oder als Patchworkfamilien leben. Viele Väter mieten mehr Quadratmeter, damit ihre Kinder ein eigenes Zimmer bekommen – auch wenn sie nur jedes zweite Wochenende bei ihnen wohnen. Da Wechselmodelle beliebter werden, verstärkt das den Trend zum Kind mit zwei Kinderzimmern. Besonders Patchworkfamilien benötigen viel mehr Platz, wenn sie zusammenziehen. So war es bei den Schäfers. Frau Schäfer und ihr neuer Partner brauchten auf einmal vier Kinderzimmer: jeweils eines für ihre jüngste Tochter und den Sohn ihres Freundes, die hauptsächlich bei ihnen wohnen, eins für ihre ältere Tochter, die jedes zweite Wochenende dazukommt, und eins für seine Tochter, die nur hin- und wieder da ist.

Das eigene Kinderzimmer dient dabei nicht nur zum Schlafen und Spielen, es erfüllt eine wichtige symbolische Funktion: „Gerade für Eltern, deren Kind nur selten Zeit bei ihnen verbringt, ist es wichtig, dem Kind so zu zeigen: ,Ich hab dich lieb, du gehörst zu uns, du bist auch hier zu Hause!‘“, betont Schier. „Wohnraum fungiert häufig als Anzeiger von Liebe.“ Kinder bleiben durch ihre Zimmer auch dann beim Elternteil oder in der neuen Familie präsent, wenn sie nicht da sind. Gerade für Patchworkfamilien ist es schwierig, kein Kind durch die Aufteilung der Zimmer zu benachteiligen. Kommen neue Geschwister hinzu, gibt es Konkurrenz um Räume: Wer hat das Recht, wo zu sein, wer gehört dazu, wer darf was mitgestalten? „Oft verbringt ein Kind mehr Zeit in dieser Familie als das andere. Hier ist entscheidend, wie die Eltern die Wohnsituation kommunizieren, damit sich das Kind als Familienmitglied fühlt und nicht nur als Besucher“, sagt die Geographin. „Kinder spüren sehr genau, wenn ihnen vermittelt wird: ,Für dich ist hier kein Raum.‘“

Als Frau Schäfer und ihre neue Familie in Berlin ein größeres Haus suchten, achteten sie sehr darauf, dass alle vier Kinder gleich große Zimmer bekommen. Außerdem haben sie Elisa in die Planungen einbezogen, sie durfte die Küche mit auswählen und ihr Zimmer einrichten. Andere Familien nehmen Kinder, die weniger bei ihnen leben, mit auf Wohnungssuche oder renovieren gemeinsam. „Das hilft Kindern, sich mit diesem Ort zu identifizieren, das Gefühl von Zuhause zu fördern“, meint Schier.

Bauprojekte für Patchworkfamilien Mangelware

Obwohl es immer mehr getrennte Familien gibt, werden ihre Bedürfnisse wenig berücksichtigt, wenn es darum geht, welcher Wohnraum geschaffen und wie gebaut wird. Zwar existieren im kommunalen Wohnungsbau Angebote, vor allem für Frauen. Ein Beispiel ist das Wohnprojekt „Frida“ aus Nürnberg. Hier haben alleinerziehende Mütter eine Hausgemeinschaft gegründet. Sie bewohnen kleine Einheiten, kochen in Gemeinschaftsräumen, spielen mit den Kindern und teilen sich die Betreuung. Den speziellen Bedarf von Patchworkfamilien erfüllen aber wenig Bauprojekte. Kostengünstige Wohnprojekte mit flexibel nutzbaren Räumen in kindergerechtem Umfeld sind in Großstädten Mangelware.

Eine Ausnahme ist das Bauprojekt „Oase 22“ in Wien. Der Bauträger Buwog hat gezielt Wohnungen für Patchwork-Familien geschaffen: Zwei getrennte Wohnungen werden über einen „Schaltraum“ verbunden, der als Spiel-, Kinder-, Ess- oder Wohnzimmer genutzt wird. „Die Nachfrage nach Wohnungen, die speziell für Patchworkfamilien und andere Formen von Lebensgemeinschaften und Partnerschaften geeignet sind, wächst stetig“, heißt es von Buwog. Meist fragten diese Familien Mietwohnungen nach, weil sie die neue Wohnlösung erst einmal ausprobieren wollen, bevor sie etwas kaufen.

Auch in Deutschland suchen Wohngruppen und Architekten nach Wohnungstypologien, die zu neuen Familienstrukturen und ihren Bedürfnissen passen. In München hat die Baugenossenschaft Wagnis gemeinsam mit den Architekturbüros Bogevisch, Schindler und Hable das Bauprojekt wagnisART realisiert und dafür den Deutschen Städtebaupreis 2016 bekommen. Es besteht unter anderem aus Wohn-Clustern mit jeweils fünf bis zehn Einheiten. So kann eine Mutter mit ihrem Kind ein Appartement mit Küchenzeile und Bad bewohnen, ihr Partner mit seinem Kind ein anderes – und trotzdem trifft sich die Patchworkfamilie in der Gemeinschaftsküche, im Ess- und Wohnzimmer. Andere Wohnprojekte bieten Besucherappartements, in die Mutter oder Vater ziehen können, wenn sie aus einer anderen Stadt zu Besuch kommen. In den Niederlanden gehen einige Paare angeblich sogar dazu über, neue Appartements mit extra Einliegerwohnungen zu bauen, damit ein Elternteil im Fall einer Trennung zwar auszieht, aber nicht gleich wegziehen muss. Verbindende Elemente wie Treppen und Türen geschickt in den Grundriss zu integrieren, Wohnräume zu schaffen, die sich durch Schiebewände flexibel trennen und miteinander verbinden lassen – all dies ist noch immer mehr Avantgarde als Alltag. Doch wie auch immer Familien gemeinsam wohnen, gut ist, dass sie es tun. Zusammen ist man weniger allein.

02.03.2017, von Anne-Christin Sievers
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/wohnen-im-patchwork-mein-dein-unser-zuhause-14893375.html
Tags; Gleichberechtigung Gleichstellung – Kindeswohl – Wien – Justiz – Richter – Kinderbetreuung – Österreich – Menschenrechte EGMR – Obsorge – Sorgerecht – gemeinsame – elterliche Sorge – Doppelresidenz