Mutter entführt eigenes Kind aus Pflegefamilie – Rückführung – Berufung

Berufung eingelegt: Streit um Kindesentziehung geht weiter

Zwickau/Reichenbach – Der Fall der 34-jährigen Claudia Renneberg, die ihren eigenen Sohn entführt hat, wird weiter die Justiz beschäftigen.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben in dem Verfahren wegen Kindesentziehung Berufung eingelegt, sagte am Montag ein Sprecher des Amtsgerichts Zwickau. Damit geht der Fall vor das Landgericht. Die Reichenbacherin war im Januar zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro verurteilt worden. Laut Urteil war Claudia Renneberg im Sommer 2013 mit ihrem damals sechs Jahre alten Sohn untergetaucht, nachdem ihr zuvor im Zuge eines Streits mit dem Vater das Sorgerecht entzogen worden war.

Die Staatsanwaltschaft Zwickau hatte vor Gericht eine Geldstrafe von 2.600 Euro gefordert, die Verteidigung Freispruch. Hintergrund ist ein Gutachten aus dem Jahr 2012, dass der Mutter Überbehütung und mangelnde Erziehungsfähigkeit attestiert hatte. Daraufhin war der Junge in eine Pflegefamilie gegeben worden. Claudia Renneberg hat das Sorgerecht inzwischen zurück und lebt wieder mit dem heute Achtjährigen zusammen. va

2016-02-02
http://vogtland-anzeiger.de/Vogtland_Anzeiger/cms-nachrichten/goeltzschtal/berufung-eingelegt-streit-um-kindesentziehung-geht-weiter.html

 

Prozessbeginn nach Kindesentführung – Amtsgericht Zwickau

 Die Figur der Justitia

Am Amtsgericht Zwickau muss sich seit Donnerstag eine 34-Jährige wegen Kindesentziehung und Freiheitsberaubung verantworten. Aus Verzweiflung über den Entzug des Sorgerechts habe sie ihren sechs Jahre alten Sohn Mitte 2013 ins Ausland entführt. So ließ die Frau aus Reichenbach den Fall von ihrem Verteidiger schildern. Anwalt Klaus Bartl zitierte aus der Erklärung: „Mir war klar, dass ich nach dem Gesetz etwas Unrechtes tat.“

Eltern sollen bei Entführung geholfen haben

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Ein Gutachter hatte das Kindeswohl wegen Überbehütung gefährdet gesehen und der Frau eine psychische Störung attestiert. Ihre Beschwerde gegen den Sorgerechtsentzug war abgelehnt worden. Im Januar 2014 stellte sie sich der Polizei, zuvor hatte sie mit ihrem Sohn in Slowenien gelebt. Bei der Entführung sollen die Eltern der Frau geholfen haben, sie sind nun mitangeklagt.

Laut Staatsanwaltschaft hielten sie die Sozialbetreuerin fest, die beim dem Treffen der Mutter mit ihrem Sohn dabei war. Sie sollen ihr den Mund zugehalten und den Weg versperrt haben. Sie müssen sich wegen Beihilfe verantworten.

Mutter und Kind leben wieder zusammen

Nach ihrer freiwilligen Rückkehr von anderthalb Jahren lebten Mutter und der inzwischen achtjährige Sohn laut Bartl zunächst zusammen in einem betreuten Wohnprojekt. Der Junge geht in die Schule und es gehe ihm gut. Inzwischen hat sie das Sorgerecht für den mittlerweile Achtjährigen zurück, auch der Haftbefehl ist aufgehoben. Inzwischen leben Mutter und Kind auch wieder in ihrer Wohnung im Haus der Großeltern.

Die Verhandlung gegen die Drei war bereits am 15. Juli gestartet, aber noch vor Anklageverlesung unterbrochen worden, weil die Beschuldigte fehlte. Die derzeit arbeitslose Fremdsprachenassistentin hatte am Vorabend eine Klinik aufsuchen müssen und war operiert worden. Inzwischen ist sie nach Angaben ihres Verteidigers fit für den Prozess, für den insgesamt zwei Tage terminiert sind.

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2015, 20:14 Uhr

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