Sorgerecht und Obsorge bei Flüchtlingskinder?

Ausländische unbegleitete Kinder sind lt. Gesetz genauso zu betrachten wie inländische Kinder.

D.h. an sich wäre eine Obsorge von der zuständigen Behörde zu übernehmen, dass geschieht seit Anbeginn nicht wirklich und schafft natürlich riesige Probleme, sagt Volksanwalt Günther Kräuter

Nach dem ABGB ist die Jugendwohlfahrt Leoben dafür verantwortlich . . .
In ganz Europa seien in den vergangenen zwei Jahren 10.000 minderjährige Flüchtlinge verschwunden, vermutet die europäische Polizeibehörde Europol, auch in Österreich haben einige hundert ihre Unterkunft verlassen.

Sind diese Flüchtlingskinder tatsächlich verschwunden, vielleicht sogar Verbrechern in die Hände gefallen, haben sie bei Verwandten Zuflucht gefunden oder sind sie in andere Länder weitergezogen?
Und wer übernimmt Verantwortung für diese Kinder?

 

2016 02 23
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300 Flüchtlingskinder sind derzeit in Deutschland als vermisst gemeldet.

Flüchtlinge
Warum so viele Flüchtlingskinder verschwinden


Flüchtlinge am Lageso in Berlin Bild
Sicher aufgehoben: Ein Flüchtlingskind schläft am 24.09.2015 in Berlin auf dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales auf dem Arm der Mutter. (Foto: dpa)

Fast 300 Flüchtlingskinder sind derzeit in Deutschland als vermisst gemeldet.
Die meisten in Deutschland vermissten Kinder werden schnell wieder gefunden.
Wenn sich Eltern und Kinder auf der Flucht in verschiedenen Ländern verlieren, ist die Zusammenführung sehr schwer.

 

Mohamed bleibt verschwunden. Die Suchaktion mit 30 Polizisten in einem Park in Berlin-Moabit: erfolglos. Die Plakate mit dem Gesicht des Vierjährigen brachten bisher keine konkrete Spur. Auch am sechsten Tag nach der Vermisstenmeldung weiß niemand, wo der Junge mit dem roten Pullover und der grünen Tasche ist.

Zuletzt gesehen hat man ihn vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin, das man mittlerweile deutschlandweit unter der Abkürzung LaGeSo kennt, weil die Zustände dort besonders chaotisch sind. Tausende stehen dort jeden Tag in eng abgesperrten Schlangen, um einen Asylantrag zu stellen. Dort verschwand der Junge aus bisher „nicht nachvollziehbaren Gründen aus der Obhut seiner Mutter“, wie die Polizei mitteilte.
Die Aufklärungsquote ist hoch

Die Familie Mohameds ist eine Flüchtlingsfamilie, die schon länger in Deutschland wohnt – genauere Angaben macht die Polizei in Berlin nicht – aber dass Kinder in der aktuellen Flüchtlings-Situation verschwinden, ist nicht selten. Das Bundeskriminalamt (BKA) spricht zum Stichtag 1. Oktober von 299 minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen, die in Deutschland als vermisst gemeldet sind. Insgesamt stellten bis Ende August mehr als 6000 Minderjährige ohne Begleitung einen Asylantrag in Deutschland.

 

Für begleitete Flüchtlingskinder gibt es keine eigene Statistik – sie werden nicht separat erfasst oder wie es ein Sprecher der Polizei in Berlin ausdrückte: „Wir machen da keinen Unterschied. Ein vermisstes Kind ist für uns ein vermisstes Kind.“ Insgesamt waren Anfang September in Deutschland 852 Kinder als vermisst gemeldet. Das BKA selbst sagt dazu, dass ein großer Teil dieser Fälle Sorgerechtsstreitigkeiten sind – ein Elternteil bekommt kein Sorgerecht und nimmt die Kinder darum mit ins Ausland; sie gelten dann als vermisst. Ein anderer großer Teil seien eben Flüchtlingskinder.
Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge

Flüchtlingskinder in der Kita
Narben auf der Seele

Sie beißen ihre Pausenbrote zu Pistolen und haben Angst vor Hubschraubern: Wie traumatisiert viele Kinder aus Syrien und dem Irak sind, zeigt sich in der Kita. Reportage

Allerdings müsse man bei diesen Zahlen vorsichtig sein, sie klängen hoch, die Aufklärungsquote sei aber auch sehr hoch, teilt das BKA mit. Größtenteils würden die Kinder innerhalb eines kurzen Zeitraums wiedergefunden. „Das ist eine hoch-flexible Datei“, sagt eine Sprecherin. Es sei nicht selten, dass hundert Fälle gestrichen werden und dafür wieder hundert Fälle neu erfasst werden.
2014 wurden insgesamt 7174 Kinder bis 14 Jahre in Deutschland als vermisst registriert, davon wurden 6986 Fälle aufgeklärt.
Über Landesgrenzen hinweg ist die Suche ungleich schwieriger

Dass es bei einer Flucht aber leicht dazu kommen kann, dass Kinder von ihren Eltern getrennt werden, ist kein Geheimnis. Schlepper separieren oft junge Männer, um eigene Gruppen zu bilden, wobei manche dabei schon Kinder mit elf Jahren als „junge Männer“ zählen. Wie viele Familien das betrifft, ist aber kaum zu sagen. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR sagt, dass es in der aktuellen Situation nicht möglich sei, verlässliche Zahlen zu nennen.

Ein Indiz liefert der Suchdienst des Roten Kreuzes. Schon seit 1945 hilft die Organisation Menschen, die auf der Flucht oder im Krieg ihre Verwandten verloren haben.

In Deutschland hat der Dienst in diesem Jahr bis September 1290 Anfragen von Familien bekommen, die über 3000 Personen auf der Flucht verloren haben und nun suchen. „Ein typischer Fall in Deutschland ist, dass sich Eltern und Kinder beim Einsteigen in einen Bus oder Zug verlieren“, sagt Susanne Pohl vom Roten Kreuz. „Wenn sich Kind und Familie dann bei uns melden, können wir das schnell lösen.“
Ärzteverein kümmert sich um die medizinische Versorgung von Flüchtlingskindern.

Über Landesgrenzen hinweg ist das natürlich ungleich schwieriger. Auf dem Portal „Trace the Face“ (etwa: Spüre das Gesicht auf) des Roten Kreuzes können Flüchtlinge, die Angehörige verloren haben, ihr Foto hochladen und eine Suchanfrage starten. Ihren Namen müssen sie dabei nicht angeben, ihr Aufenthaltsland ist auch für Dritte nicht einsehbar. Zwar gebe es Erfolgsmeldungen, sagt Pohl, aber: „Die Erfolgsquote ist da nicht sehr hoch.

Von Martin Schneider, Berlin, 8. Oktober 2015, 11:58 Uhr

http://www.sueddeutsche.de/politik/asylbewerber-verschwundene-kinder-1.2681575
Tags: vermisst – Portal Vermisste – Suche Vermisste – Personensuche –

 

Flüchtlingskinder prostituieren sich, um Schmuggler zu bezahlen

Gewalt gegen Frauen und Kinder: Uno beklagt sexuellen Missbrauch von Flüchtlingen

Kinder prostituieren sich, um Schmuggler zu bezahlen, Frauen werden in Aufnahmezentren bedrängt: Laut Uno sind viele Flüchtlinge sexueller Gewalt ausgesetzt.

Dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) liegen nach eigenen Angaben glaubwürdige Berichte vor, nach denen Frauen und Kinder auf ihrer Flucht nach Europa sexuell missbraucht werden. Unter anderem sei es vorgekommen, dass Jungen und Mädchen Menschenhändler mit Sex bezahlten, um zu überleben und ihre Flucht fortsetzen zu können.

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„Dies geschieht zum Beispiel, nachdem ihr Geld aufgebraucht ist oder nachdem es ihnen auf der Flucht gestohlen wurde“, sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming in Genf.Sexuelle Gewalt komme besonders in überfüllten Aufnahmezentren vor, aber auch an Bahn- oder Busstationen, in Parks oder am Straßenrand. Besonders gefährdet seien Mädchen, die ohne Begleitschutz von Erwachsenen unterwegs seien. Das UNHCR appellierte an alle nationalen Behörden in Europa, den Schutz für Frauen und Kinder auf den Fluchtrouten und in den Quartieren zu verstärken.

Nach Angaben des UNHCR sind 34 Prozent der Flüchtlinge, die seit Jahresbeginn in Europa angekommen sind, Frauen und Kinder.

In den vergangenen fünf Tagen sind allein in Griechenland rund 48.000 Flüchtlinge angekommen. Das sei ein neuer Rekord, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit.

Ende September hatten die Innenminister der Europäischen Union beschlossen, 160.000 Flüchtlinge innerhalb der EU umzuverteilen. Bislang haben die EU-Länder aber erst 854 Plätze für die Aufnahme von Flüchtlingen aus den Ankunftsländern Italien und Griechenland angeboten. Deutschland hat sich zur Aufnahme von zehn Flüchtlingen aus Griechenland bereit erklärt.

 

syd/dpa/AFP, Freitag, 23.10.2015 – 15:34 Uhr

http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlinge-unhcr-beklagt-sexuellen-missbrauch-von-kindern-und-frauen-a-1059356.html