Pädophilie: Unter ‚Schwulen‘ häufiger


Kindesmißbrauch und Pädophilie treten laut einer neuen Studie bei Homosexuellen auf einer Pro-Kopf-Basis weitaus häufiger auf als bei Heterosexuellen.

Criticomblog

Jon Dougherty über Kindesmißbrauch durch Homosexuelle.

Termini technici
gays: Schwule
homosexuals: Homosexuelle

(Anmerkungen in Klammern)

Forschung enthüllt angeblich eine ‚dunkle Seite‘ der Homosexuellen-Kultur.

Kindesmißbrauch und Pädophilie treten laut einer neuen Studie bei Homosexuellen auf einer Pro-Kopf-Basis weitaus häufiger auf als bei Heterosexuellen.

„Die Ansicht, daß Homosexualität eine sexuelle Verhaltensauffälligkeit ist, die häufig mit Störungen einhergeht, die fatale Folgen für unsere Kultur haben, wird durch überzeugende Belege unterstützt“, schrieb Steve Baldwin im Artikel ‚Kindesmißbrauch und die Homosexuellen-Bewegung‘ (‚Child Molestation and the Homosexual Movement‘), der demnächst in der Regent University Law Review veröffentlicht wird. (Der Artikel erschien 2002 und der Bericht ist inzwischen mehere tausend Mal im Internet zu finden.)

Baldwin ist Geschäftsführer des ‚Rates für Nationale Politik‘ (‚Council for National Policy‘) in Washington, DC.

„Es ist schwierig, die dunkle Seite der Homosexuellen-Kultur zu vermitteln, ohne harsch zu erscheinenden“, schrieb Baldwin. „Es ist jedoch an der Zeit, anzuerkennen, daß homosexuelles Verhalten…

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Wiener Psychiatrie – Hölle für hunderte Kinder

Missbrauch

Wie eine Wiener Psychiatrie zur Hölle für Hunderte Kinder wurde

Während der NS-Zeit wurden in einer Wiener Psychiatrie Hunderte Kinder ermordet.

Auch Jahrzehnte danach herrschte dort brutale Gewalt – doch Politik und Kirche sahen weg.

In solchen Netzbetten vegetierten die Kinder teils viele Jahre vor sich hin. Die Netzbetten wurden Mitte 2015 in ganz Österreich verboten.

Foto: Herbert Pfarrhofer, dpa

Friedrich ist viereinhalb, als seine Leidenszeit beginnt. Heute würde man vielleicht sagen: Der Junge hatte sich auffällig verhalten. Er ließ seine Aggressionen an der Mutter und dem achtjährigen Bruder aus. Irgendwann im Jahr 1963 wendet sich die Mama mit der Bitte um Rat an Professor Andreas Rett. Der Mann, 1924 im fränkischen Fürth geboren, früh in die NSDAP eingetreten, ab 1949 österreichischer Staatsbürger, ist Chef der Ambulanz für Kinderpsychiatrie und der Abteilung für entwicklungsgestörte Kinder im Neurologischen Krankenhaus Rosenhügel in Wien. Als Koryphäe in der Behindertenforschung lässt er hier Kinder therapieren, die ihm medizinisch interessant erscheinen – oder zahlungskräftige Eltern haben. Die übrigen kleinen Patienten schickt er in eine andere städtische Einrichtung, den Pavillon 15 des Psychiatrischen Krankenhauses „Am Steinhof“. Den berüchtigten Pavillon 15.

Auch Friedrich muss dorthin. Von da an verbringt er sein Leben in einem Netzbett. Wie der Name sagt, ist das ein Bett, das fast käfigartig von Netzen umgeben ist und Vorrichtungen zur Fixierung enthalten kann. Friedrich darf es nicht verlassen. Die Krankenakte belegt, dass er mit verschiedenen Beruhigungsmitteln in zum Teil sehr hohen Dosen behandelt wird. Zunächst holen seine Eltern ihn noch häufig nach Hause. Doch je älter er wird, desto seltener darf er heim. Die Krankenakten dokumentieren keine Fortschritte. 1977 wird er in eine Erwachsenenabteilung verlegt. Auch dort bleibt er eingesperrt und wird medikamentös ruhiggestellt. Erst in den 80er Jahren ist in seiner Akte von therapeutischer Betreuung die Rede. 1997 zieht er in eine Wohngemeinschaft. Weitere Informationen gibt es nicht.

Oder: die Geschichte von Petra. Sie wird als Vierjährige 1973 aus einem katholischen Heim nach Steinhof gebracht, weil sie „gegen ihre Umgebung Aggressionen zeigt“. In Steinhof wird sie an „Armen und Beinen beschränkt“, also angegurtet. Sie erhält Beruhigungsmittel. „Abends 2,5 mg Temesta, ev. Dosis verdoppeln“, heißt es in der Krankenakte. Ab 1974 ist von selbstbeschädigendem Verhalten die Rede. Erst 1977 verzeichnen die Krankenakten eine erste Therapie.

Krankenhaus „Am Steinhof“ wird zur Hölle für viele Kinder

So wie Friedrich und Petra durchleiden tausende Kinder die „Hölle von Steinhof“. Wo Zwangsjacken und Netzbetten, Fesseln und Schläge mit nassen Tüchern an der Tagesordnung sind. Und Wasserhähne „aus Sicherheitsgründen“ blockiert werden, sodass die Patienten aus der Toilette trinken müssen.

Vielleicht wüsste man das alles bis heute nicht, wäre nicht die frühere Pflegerin Elisabeth Pohl vor fünf Jahren damit an die Öffentlichkeit gegangen. Ein Skandal, der enorme Wellen schlug. Die Stadt Wien gab daraufhin beim Rechts- und Kriminalsoziologischen Institut der Universität eine Studie in Auftrag, die die stationäre Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in der Wiener Psychiatrie von 1945 bis 1984 untersuchen sollte. Das Forschungsteam hatte Zugang zu den Akten der Verwaltung und führte Gespräche mit mehr als hundert Zeitzeugen. Nun liegen die Ergebnisse vor, auf 632 Seiten. Sie belegen, dass die Zustände in den Kinderpavillons noch weit schlimmer waren, als Elisabeth Pohl das geschildert hat.

Und nicht nur dort. Auch in der bis dahin als renommiert geltenden Rett-Klinik am Rosenhügel herrschten skandalöse Zustände. Zwangssterilisierungen fast aller Mädchen in der Klinik wurden als Blinddarmoperationen getarnt. Schwangerschaftsabbrüche und Pharmatests lassen den Schluss zu, dass aus dem Grauen der NS-Zeit nichts gelernt wurde. Auch dass selbst nach dem Krieg noch Gehirne von 76 in Steinhof angeblich an Lungenentzündung gestorbenen Kindern an ein Institut zur Erforschung kindlicher Hirnschäden weitergegeben wurden, lässt keine anderen Schlüsse zu.

In der Tat haben ein bis zwei Drittel der Ärzte und Pflegerinnen schon im Nationalsozialismus in denselben Abteilungen gearbeitet. Diese hatten zwischen 1940 und 1945 zur Tötungsanstalt „ Am Spiegelgrund“ gehört, wo der leitende Neurologe Heinrich Gross Euthanasieprogramme durchführte. Mindestens 789 Kinder und Jugendliche wurden dort ermordet. Tatsächlich waren es wohl weit mehr.

Damals unterschieden die Ärzte und Psychologen zwischen „bildungsunfähig“ und „bildungsfähig“. Wer als „bildungsunfähig“ eingestuft wurde, dem drohte die „klinische Hinrichtung durch Schlafmittel“, heißt es in der Studie. Auf den Obduktionsanweisungen, die die Leichen toter Kinder aus dem Pavillon 15 bis in die neunziger Jahre begleiteten, stand einfach nur „ad Gross“. Offenbar fand man nichts dabei, dem Mann weiterhin „Material“ zu liefern. Gross wurde erst 1997 des Mordes angeklagt. Zu einem Prozess kam es aus Gesundheitsgründen nicht mehr. Gross starb 2005 im Alter von 90 Jahren.

Politik verschließt jahrzehntelang die Augen

Hemma Mayrhofer, die Leiterin des Forschungsprojekts, sieht im Kinderpavillon die „Endstation institutioneller Karrieren von Wiener Kindern und Jugendlichen mit Behinderung“. Hinzu kommt, dass Menschenwürde keine Bedeutung hatte. Nicht einmal die Minimalbedingungen der Pflege wurden erfüllt. Dürftig ausgestattete Schlafsäle, eine Zahnbürste für mehrere Kinder, eine Haarbürste für 70 Kinder, kaum Kleidung, wenig Nahrung und vor allem keinerlei Förderung oder Therapie hätten dazu geführt, so Mayrhofer, dass sich der Zustand der Kinder nach ihrer Einweisung massiv verschlechterte. Da sie fast ausschließlich im Bett lagen und im Schnelldurchgang gefüttert wurden, konnten sie sehr bald nicht mehr allein essen und entwickelten motorische Störungen. „Die Patienten bewegten sich in den Gitterbetten mit tagsüber nur einem Holzbrett, die Matratze kam erst abends hinein, wie Affen im Käfig, entschuldige“, beschreibt ein ehemaliger Betreuer im Interview.

Gesprächspartner berichten darüber, wie stark ihre Geschwister abbauten, wenn sie in den Pavillon 15 kamen. „Er war eigentlich ein tüchtiges Kind, muss ich sagen“, erzählt eine Angehörige. „Als ich dann gehört habe, er ist nicht förderbar, später wie ich dann älter wurde, habe ich gedacht: Wahnsinn, er hat selbstständig gegessen, er war sauber, er ist mit uns spazieren gegangen, er ist wahnsinnig gern Roller gefahren, das hat er geliebt.“

Die Studie weist darauf hin, dass allein die Interessen des überforderten Personals die Abläufe bestimmten. Erst ein Elternverein setzte Mitte der achtziger Jahre Reformen durch. Hintergrund für die Einweisung ins Heim war für viele zum Teil lernschwache Kinder, dass sich Kindergärten und Schulen weigerten, mit ihnen zu arbeiten. Auch Krankenhäuser lehnten es ab, behinderte Kinder nach einem Unfall aufzunehmen.

Und die Wiener Politik? Die schaute weg und schwieg. Obwohl sie über Jahrzehnte hinweg wusste, wie es in den Heimen zuging. Und mittendrin die regierende SPÖ. Aus Angst vor einem Wahlsieg der konservativen ÖVP nahmen die Sozialdemokraten hin, dass NS-Ärzte auch nach dem Krieg ihr Unwesen treiben durften. Und auch die Kontrollinstanz der Kliniken, die Jugendwohlfahrt, griff nicht ein. Sie vertraute den Einrichtungen und entschuldigte bekannte Missstände mit Personalmangel.

Wien: Erster Schritt gegen den Skandal war Mitte 2015

Ein erster konkreter Schritt, Konsequenzen aus diesem Skandal zu ziehen, war Mitte 2015 das bundesweite Verbot von Netzbetten. Aber das Problem liegt noch tiefer; in vielen Kinderheimen herrschten teils unwürdige Zustände. Ein Staatsakt für die Betroffenen im vergangenen November im Parlament endete beinahe mit einem Eklat. Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn war gerade dabei, sich bei den Opfern zu entschuldigen. „Wir haben in der Kirche zu lange weggeschaut“, sagte er. „Wir haben vertuscht, wir haben, wenn Missbrauch bekannt geworden ist, Leute versetzt und nicht abgesetzt. Für diese Schuld stehe ich heute vor Ihnen und sage, ich bitte um Vergebung.“ Die Angesprochenen fielen ihm daraufhin ins Wort – später auch anderen Rednern – und verlangten „mehr als Worte“.

Mit Erfolg: Kurz vor Veröffentlichung der Studie hat das österreichische Kabinett beschlossen, dass Menschen, die als Kinder in Heimen vernachlässigt wurden, zu ihrer Pension oder Rente eine gesetzliche Rente von zusätzlich 300 Euro monatlich erhalten werden. Etwa 7000 Personen sollen davon profitieren. Kirchen und Bundesländer, die ebenfalls Heime betrieben haben, sollen an den Kosten beteiligt werden. Die machen etwa neun Millionen Euro im Jahr aus. Bisher haben die Heimträger ungefähr 80 Millionen Euro an Entschädigungen und für Therapien gezahlt, allein die katholische Kirche 22 Millionen.

Lange Zeit hat die Stadt Wien Entschädigungszahlungen abgelehnt, weil die damit verbundenen Kosten unüberschaubar seien. Jetzt also doch. Ein kleiner Akt der Wiedergutmachung. Für Friedrich, Petra und all die anderen, die die Hölle von Wien durchleiden mussten.

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Familienarbeit ist nicht nur Frauensache – Pflicht-Elternzeit für Väter

Pflicht-Elternzeit für Väter
Familienarbeit ist nicht nur Frauensache

Familienarbeit ist nicht Frauensache.

Familienarbeit ist nicht Frauensache.

Foto: imago

Seit etwa 27 Jahren lebe ich in diesem Land, doch es gibt Momente, in denen ich mich fremd fühle. Neulich zum Beispiel wurde vom renommierten Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung eine repräsentative Studie herausgegeben, bei der es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ging.

Dabei kam heraus, dass die meisten Frauen (56 Prozent) glauben, Mütter sollten nach der Geburt des Kindes mindestens drei Jahre aus dem Beruf aussteigen. Ich konnte nicht glauben, was ich da las. Ich hatte nach der Geburt meines ersten Kindes nach einem Jahr wieder Lust auf den Job, mit allem Trennungsschmerz bei der Kita-Eingewöhnung, der dazugehört. Aber drei Jahre zu Hause?

Wenn die Frauen in den Beruf zurückkehren, las ich weiter, sollen sie höchstens stundenweise arbeiten. Vollzeit arbeiten, damit sind laut Befragung auch dreißig Wochenstunden gemeint, finden die Befragten offenbar schlimm, das kommt erst in Frage, wenn das Kind sieben Jahre alt ist.

Veraltete Zahlen

Mich erschreckte, was ich da las. Was ist los mit den Frauen? Haben sie keinen Job, den sie mögen? Wovon wollen sie leben, jetzt und später, wenn sie alt sind? Haben sie alle reiche Männer, Ersparnisse, Erbschaften?

Vor allem: Wie soll denn jemals eine gleichberechtigte Gesellschaft entstehen, wenn diejenigen, die am meisten davon profitieren würden, es offenbar gar nicht wollen? Man könnte meinen, die Zahlen, auf denen die Studie basiert, sind in den fünfziger Jahren im Adenauer-Deutschland erhoben worden.

Stimmt aber nicht. Sie stammen aus dem Jahr 2011, damals gab es schon das Elterngeld, aber noch nicht den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz ab dem ersten Geburtstag. Für die Studie wurden Frauen zwischen 18 und 60 Jahren befragt, gut, darunter sind wahrscheinlich auch etliche ältere westdeutsche Frauen, für die es normal war, als Mutter und Hausfrau jahrelang zu Hause zu bleiben.

Familienbett, Tragetuch und Langzeitstillen?

Jüngere Frauen und Frauen aus dem Osten können sich vorstellen, wieder früher in den Beruf einzusteigen. Aber auch ostdeutsche Frauen, wo die berufstätige Mutter jahrzehntelang die Regel war, halten nun laut Umfrage eine Babypause von zweieinhalb Jahren angemessen.

Liegt es daran, dass der Alltag mit kleinem Kind schon ohne Job schlaucht? Oder ist das sehr populäre Konzept des Attachment-Parenting Schuld, mit Familienbett, Tragetuch und Langzeitstillen?

So sehr der bindungsorientierte Ansatz das Kind stärken mag, die Unabhängigkeit der Mutter schränkt er ein, auch die Möglichkeiten des Partners, bei der Betreuung zu helfen. Wer sein Kind jahrelang rund um die Uhr stillen will, hat wenig Energie für anderes.

Gleichberechtigten Rollenmodelle

Sicher, man sollte jedes Lebensmodell akzeptieren, allerdings wird das oft besonders lautstark von jenen eingefordert, die ihr eigenes Modell dann als Ideal darstellen. Wenn Deutschland ein moderneres Land werden will, mit gleichberechtigten Rollenmodellen, wäre ich dafür, die Männer stärker einzubinden.

Bisher steigt nur jeder dritte Vater nach der Geburt des Kindes zeitweise aus dem Job aus. Es sollte zur Pflicht werden, dass auch die Väter einige Monate Elternzeit nehmen, damit beide Seiten sehen, dass es möglich ist, arbeiten mit Kind und sich zu Hause um Erziehung und Haushalt kümmern. Dann wird von Anfang an klar, dass die Familienarbeit nicht Frauensache ist. Die Männer, das steht übrigens auch in der Studie, würden gern weniger Stunden pro Woche arbeiten.


Sabine Rennefanz ,  17.04.17, 13:08 Uhr

http://www.berliner-zeitung.de/politik/meinung/pflicht-elternzeit-fuer-vaeter-familienarbeit-ist-nicht-nur-frauensache-26714078
Tags: Teilzeit – Vollzeit – Karenz – Familienrecht

Ende der Zahl- und Besuchsväter – Wechselmodell?

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) gilt den Kämpfern für die paritätische Kinderbetreuung als Schutzheilige der Alleinerziehenden
Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) gilt den Kämpfern für die paritätische Kinderbetreuung als Schutzheilige der Alleinerziehenden

Quelle: dpa

Das Wechselmodell zur Betreuung von Scheidungskindern ist bislang die Ausnahme. Doch seine Befürworter haben nach einem Gerichtsurteil Rückenwind. Ministerin Schwesig gerät dabei zwischen die Fronten.

Für Scheidungsfamilien war dieses Urteil des Bundesgerichtshofs ein Paukenschlag: Getrennt lebende Elternteile können in Zukunft gerichtlich durchsetzen, ihr Kind auch gegen den Willen des Ex-Partners zur Hälfte betreuen zu dürfen.

Familiengerichte können demnach dieses sogenannte „Wechselmodell“ nach geltender Gesetzeslage sogar streitenden Eltern verordnen – vorausgesetzt, dass das Pendeln zwischen Mutter und Vater ihrer Überzeugung nach das Beste für das Kind ist und die Ex-Partner einigermaßen „kommunikations- und kooperationsfähig“ sind. Das hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Urteil entschieden.

Seitdem tobt eine hitzige Debatte darüber, wie das Urteil zu interpretieren ist. Ist es tatsächlich „wegweisend“, wie es in der SPD-Fraktion heißt? Ist es ein überfälliges, aber nicht ausreichendes Signal, wie einige Familienverbände urteilen? Oder wird sich an der bisherigen Praxis, Kindern hoch zerstrittener Eltern keine Pendelei zwischen den Fronten zu verordnen, sowieso nichts ändern?

Zu welchem Ergebnis man kommt, hängt im Zweifel vom ideologischen Standpunkt ab – und von der eigenen leidvollen Erfahrung. Vor allem Vätergruppen beklagen seit Jahren, nicht mehr länger nur Zahl- oder Besuchsväter sein zu wollen. Sie fordern zunehmend erfolgreich eine aktivere Rolle ein – parallel zu dem sich wandelnden Gesellschaftsbild, das auf gleichberechtigte Elternschaft setzt.

Mehr Zeit mit den Kindern - dafür kämpfen viele Väter, die geschieden sind
Mehr Zeit mit den Kindern – dafür kämpfen viele Väter, die geschieden sind

Quelle: Simon Ritzmann/Getty Images

Doch noch lebt der Großteil der Trennungskinder nach dem sogenannten „Residenzmodell“ überwiegend bei einem Elternteil, meist der Mutter – mit mehr oder weniger umfangreichen Umgangsrechten für den Vater. Ein Zustand, den viele Männer nicht länger hinnehmen wollen.

Als Kristallisationsobjekt der Wut fungiert dabei vor allem Familienministerin Manuela Schwesig (SPD). Sie gilt männlichen Aktivisten als Schutzheilige der Alleinerziehenden, die zwar permanent für Partnerschaftlichkeit in der Beziehung werbe, für getrennte Väter aber keinen Sinn habe.

Wer sich einen Eindruck verschaffen will, welch ein rotes Tuch Manuela Schwesig für viele dieser Männer ist, muss nur die Facebook-Seite „Schwesig muss weg“ besuchen. „Ich bin eine große Gefahr! Ich produziere kaputte und ausgegrenzte Väter ohne Rechte am Kind. Deshalb wählen Sie mich ab!“, heißt es dort unter dem lächelnden Konterfei der Ministerin. Die Seite, betrieben von einem Catering-Unternehmer aus Schwäbisch-Hall, gießt kübelweise Häme aus über alles, was nach weiblicher Hegemonie aussieht.

Hier kommen „entsorgte Väter“ zu Wort, die gegen mütterliche Allmachtsfantasien, geldgierige Exfrauen und parteiische Richter polemisieren. Und als „internationales Zeichen für Ehe“ wird ein Piktogramm gezeigt, in dem ein Mann unterwürfig vor der Frau auf dem Boden kniet und einen Geldschein in die Lüfte streckt.

Der Geschlechterkrieg, er tobt, und die Frauenministerin muss als Zielscheibe des Hasses herhalten. Sogar ihr Kampf für die Ausweitung des Unterhaltsvorschusses für Kinder Alleinerziehender, die vom Vater keinen Unterhalt erhalten, gereicht ihr in diesem Zusammenhang zum Nachteil. Schwesig, so der Vorwurf, sorge dafür, dass Vätern jetzt nicht nur bis zum 12., sondern sogar bis zum 18. Lebensjahr ihres Kindes der Unterhalt gepfändet werden kann. „Liebe Mütter, ich bin eure Manuela Schwesig“, steht es hämisch darunter.

Doch auch die organisierten Mütter sind nicht untätig. „Wir erleben seit Jahren, wie Mütter in Deutschland systematisch regelrecht geknechtet werden. Hintergrund ist wohl die durch eine starke und teilweise aggressive Väterlobby seit 25 Jahren vorgetragene Ideologie über die unersetzliche Wichtigkeit von Vätern für Kinder, maskiert als Anspruch auf Gleichberechtigung und begründet mit dem Kindeswohl“, heißt es in einem Offenen Brief der „Mütterlobby“ an Schwesig. Einem bestimmen Typ Vater gehe es aber nur um seinen Macht- und Kontrollanspruch – „nicht selten in Verbindung mit Geld, das er nicht zahlen will.“

Geht es dem Ex am Ende nur ums Sparen?

Schuld an dem Streit ums Geld ist nicht zuletzt das in die Jahre gekommene Unterhaltsrecht, das keine Rücksicht darauf nimmt, ob ein Vater sich umfangreich um sein Kind kümmert oder gar nicht. Nur wenn sich Eltern die Betreuung genau hälftig teilen, so ein weiteres BGH-Urteil aus dem Jahr 2014, müssen sie auch gemeinsam für den Unterhalt aufkommen. Viele Mütter argwöhnen deshalb, dass es ihrem Ex bei ihrem Wunsch nach mehr Zeit mit dem Kind nur ums Sparen geht.

Kein Wunder, dass es in dieser aufgeheizten Stimmung schwer fällt, einen klaren Kompass zu wahren. Denn Tausende und Abendtausende Trennungsfamilien, die Umgang und Unterhalt einvernehmlich lösen, die friedlich und kooperativ Kompromisse zum Wohle ihrer Kinder schmieden und sich absprechen, ohne Gerichte dafür bemühen zu müssen, sie drohen in dem Kampf um die Deutungshoheit unterzugehen.

Das Bündnis „Doppelresidenz“, das für die Möglichkeit wirbt, Kindern zwei Zuhause zu geben, hofft auf die deeskalierende Wirkung des BGH-Urteils. Konfliktverschärfendes Verhalten von Eltern mit dem Ziel, das Wechselmodell zu verhindern, werde jetzt ein Ende finden, hofft Markus Witt, Sprecher des Aktionsbündnisses. Künftig werde der kooperative, den Streit deeskalierende Elternteil Vorteile haben – „dies kommt direkt den Kindern zugute.“ Ein Punkt, den auch der Verein Gemeinsam erziehende Mütter und Väter hervorhebt: „Neu in Deutschland ist hiermit, dass ein Elternteil nicht mehr wie bisher mit seinem egoistisch motivierten Veto eine gleichwertige Bindung der Kinder zum anderen Elternteil boykottieren kann.“

SPD-Fraktion verlangt nach Urteil Klarstellung im Gesetz

Beim Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) ist man skeptischer. „Wir hoffen auf salomonische Urteile, die dem Wohl des Kindes gerecht werden“, sagt Erika Biehn, Vizevorsitzende des Verbands. Es dürfe nicht darum gehen, das Kind gerecht zwischen den Eltern aufzuteilen, sondern es mit seinen Bedürfnissen und Bindungen in den Mittelpunkt zu stellen. „Für das Kind ist es nicht so sehr entscheidend, gleich viel Zeit mit beiden Elternteilen zu verbringen, sondern gute Zeiten mit beiden Eltern zu haben.“ Einer gerichtlichen Anordnung des Wechselmodells steht ihr Verband deshalb kritisch gegenüber. Als Regelfall tauge es nicht.

In der SPD-Fraktion wird das Urteil des Bundesgerichtshofs hingegen bereits als „logische Konsequenz unserer Familien- und Gleichstellungspolitik“ gefeiert. „Der Beschluss stärkt all jenen getrennten Elternteilen den Rücken, die ihr Kind zu gleichen Teilen betreuen wollen, wenn es nachweislich für das Kind am besten ist“, sagen Johannes Fechner und Sönke Rix, die rechts- und familienpolitischen Sprecher der Fraktion. „Immer mehr Väter und Mütter steuern auf eine gerechte Erwerbs- und Familienarbeit hin. Das muss sich naturgemäß auch nach der Trennung von Eltern niederschlagen.“

Die SPD-Fraktion sehe sich durch den Gerichtsbeschluss bestätigt, jetzt auch an einer gesetzlichen Klarstellung zu arbeiten. Konkret dringt Rix darauf, dass „im BGB ausdrücklich für Familiengerichte die Möglichkeit verankert wird, das Wechselmodell anordnen zu können, wenn dies dem Kindeswohl entspricht“.

Ministerin wartet auf Studie, die 2017 kommen soll

So weit ist man im Familienministerium noch lange nicht. Hier will man erst die Ergebnisse der Studie „Kindeswohl und Umgangsrecht“ abwarten, die Anfang nächsten Jahres vorliegen sollen. Mit dieser Untersuchung will Schwesig herausfinden lassen, welches Betreuungsmodell für Trennungskinder das Beste ist.

Die Ministerin selbst stehe dem Wechselmodell offen gegenüber, sagt ihre Sprecherin. „Ob und inwieweit eine Änderung der rechtlichen Regelungen erforderlich sind, werden wir uns in aller Ruhe unter Beachtung der Ergebnisse der Studie anschauen.“ Wichtig sei, dass Kinder nicht zum Spielball im Streit ihrer Eltern werden.

Doch ob die Studie wirklich belastbare Ergebnisse liefert, ist umstritten. Nach Protesten von verschiedenen Seiten wurde das Studiendesign nachträglich korrigiert. Zur Befragung von betroffenen Kindern ist jetzt das Einverständnis beider Elternteile vonnöten. Ausgerechnet Kinder aus stark zerstrittenen Familien können deshalb nicht gehört werden. Und noch eine Sorge treibt den Wissenschaftlichen Beirat um: dass sich für die Studie letztlich doch wieder nur Väter und Mütter melden, die gut vernetzt und organisiert sind. Die Lauten aber, sie bestimmen ohnehin schon den politischen Diskurs.

Die ersten Proteste gegen das Urteil des Bundesgerichtshofs sind jedenfalls bereits im Gange. Auf der Plattform Change.org hat die Mütterinitiative „Mamas wehren sich“ eine Petition gestartet. „Die Einteilung des Lebens eines Kindes in zwei Hälften zur Befriedigung der Eigentumsinteressen der Eltern an der Lebenszeit des Kindes hat für den Alltag und die Gesundheit des Kindes weitreichende Folgen“, heißt es dort. Bei streitenden Eltern überstiegen die Belastungen, die ein „als Faustpfand zwischen den Konflikt der Eltern geschobenes Kind aushalten muss, bei weitem die Vorteile, die ein solches Modell auch mit sich bringen kann.“

 

Von Sabine Menkens | Stand: 05.03.2017 | Lesedauer: 7 Minuten

https://www.welt.de/politik/deutschland/article162602234/Wuetende-Vaeter-schoepfen-neue-Hoffnung.html
Tags: Familienrecht – Gleichberechtigung Gleichstellung 

Studie belegt Vorteile der Doppelresidenz

Deutscher Untertitel

Schwedische Studie belegt Vorteile der Doppelresidenz – Family Law Report

Sehen Sie, wie Regisseur Joseph Sorge aktuelle Forschungsergebnisse über die Vorzüge der abwechselnden Betreuung durch zwei Eltern sowohl für die Kinder als auch für die Eltern erörtert.

Die Studien zeigen, dass Kinder gesünder und glücklicher sind, wenn sie auch nach der Trennung oder Scheidung mit beiden Eltern gleichermaßen aufwachsen können verglichen mit dem Modell der Ein-Eltern-Familie („alleinerziehend“). Wir freuen uns über Kommentare!

Mehr Divorce Corp Videos gibt es bei https://www.youtube.com/user/DivorceC…

Nähere Info und Danke an
http://www.divorcecorp.com

Tags: Familienrecht Familie – Familienrecht, Doppelresidenz, Studie, Family Law Report,alleinerziehend,Ein-Eltern-Familie ,Scheidung, Trennung, Kinder, Forschungsergebnisse, Schwedische Studie, Vorteile – Vorteile Doppelresidenz – Gleichberechtigung Gleichstellung – Kinderrechte – Kindeswohl – Menschenrechte EGMR – Art. 8 EMRK – PAS Eltern-Kind-Entfremdung – Vaterlose Gesellschaft- Video – Doku

Abschlussbericht Vorstudie – Islamische Kindergarten Wien

Die Studie zu Islamischen Kindergärten
von Ednan Aslan liegt jetzt vor.

Islamische Kindergärten in Wien

Abschlussbericht der Vorstudie

Der Bericht ist ein qualitativ-empirisches Forschungsprojekt  zu ausgewählten Kinderbetreuungseinrichtungen in der Stadt Wien. Er ist die Grundlage für die gemeinsame flächendeckende Untersuchung aller Islam-Kindergärten in Wien, die durch das Integrationsministerium und die Stadt Wien gestartet wird.

Der Bericht steht untenstehend zum Download bereit.

Abschlussbericht__Vorstudie_Islamische_Kindergarten_Wien_final.pdf

 

 

https://iis.univie.ac.at/

Tags: Außenministerium, Österreich, ÖVP, Flüchtlinge, Gewalt, Kinderbeistand, Kinderschutz, Kindes-Entfremdung, leaks, psychische Gewalt, Sebastian Kurz, Sophie Karmasin, Studie, Verfassungsschutz, Wien

Elternentfremdungssyndrom – PAS = Parental Alienation Syndrom

Elternentfremdungssyndrom – (PAS = Parental Alienation Syndrom)

Flyer PAS
PAS-Flyer

Wikipedia: Eltern-Kind-Entfremdung
Wikipedia: Scheidungswaisen

PAS Eltern-Kind-Entfremdung

Das Phänomen der Elternentfremdung wurde studiert. Von Gabriele ten Hövel gibt es das Buch
Liebe Mama, böser Papa„, Kösel-Verlag ISBN 3-466-30628-0

Auszugsweise steht da:

Dieses Buch handelt von Männern und Frauen, die so ihre Kinder verloren haben oder beinahe verloren hätten. Einige haben erfolgreich gestritten, andere haben ihre Kinder Monate oder Jahre nicht gesehen. Es sind alles Eltern, die für ihre Kinder da waren und da sein wollen, die jahrelang mit ihren Kindern gelacht und geweint haben, nachts aufgestanden sind und sie herumgetragen haben, die ihnen die ersten Schritte in die Welt gezeigt und ihnen die Schnuddernase geputzt haben. Sie haben gemeinsam mit ihnen Schmetterlinge beobachtet, das Puppenhaus gebaut, den Meerschweinchenkäfig sauber gemacht und Fussball gespielt – ganz normale Väter und Mütter eben…

Durch den Einfluss des Expartners ist die gute Erinnerung der Kinder an gemeinsamen Stunden vergiftet, getrübt, einfach weg…

…Im Begriff PAS hat der amerikanische Kinderpsychiater Richard A. Gardner seine 30-jährigen Beobachtungen von erbitterten Scheidungskämpfen ums Kind zusammengefasst. Betroffen sind vor allem Männer – in Deutschland leben fast 90 Prozent aller Kinder aus gescheiterten Beziehungen bei den Müttern…

…Der Kontakt des Kindes zum anderen Elternteil wird behindert, seine gute Erinnerung an Papa oder Mama subtil vergiftet, die liebevolle Beziehung, die das Kind einst zum anderen hatte, zerstört. Das Kind ist schliesslich so beeinflusst, das es selbst gar nicht mehr zum verlassenen Elternteil will…

Die brutalste Form zeigt Symptome wie das Kind entführen, das Land wechseln, den Namen und die Sprache ändern. Richard A. Gardner spricht dabei von „emotionalem Kindsmissbrauch„…

…Sie (die Kinder) wirken manchmal wie programmiert – bis in die Wortwahl und die Körperhaltung hinein kopieren sie den „guten“ Vater oder die „liebe“ Mutter. Sie verhalten sich wie ein verlängerter Arm des einen im Kampf gegen den anderen…

…Er (einer der Partner) nutzt und manipuliert das Kind in seinem Rachefeldzug gegen den anderen. Er verweigert Mediation, gütliche Einigung, Kompromisse oder Zugeständnisse. Er verhindert Besuchsrecht, verzögert Gerichtsentscheidungen oder gutachterliche Stellungnahmen, zieht einfach um oder geht mit dem gemeinsamen Kind ganz weg. Und fühlt sich dabei völlig im Recht…

…Aus der Distanz ist es oft völlig unbegreiflich, wie Psychotherapeuten, Gerichtssachverständige, Richter, Verfahrenspfleger, Anwälte, Lehrer und Kindergärtnerinnen die Tricks und Strategien entfremdender Eltern unterstützen, nicht wahrhaben, geschehen oder sich dafür einspannen lassen. Entfremdende Eltern „funktionalisieren professionelle Helfer oft mit erstaunlicher Mühelosigkeit für die eigenen Ziele und Sichtweisen des Streites“, schreibt der Düsseldorfer Psychologe Walter Andritzky…

…Doch in vielen Fällen trägt der Krieg ums Kind dazu bei, dass unsere Gesellschaft zumindest zum Teil wieder vaterlos ist…

…Wenn elterliche Entfremdung emotionaler Missbrauch ist – und darin sind sich die meisten Fachleute einig, ist zu fragen, warum nur Schlagen oder Inzest als „echter Missbrauch“ gelten…

…Zu Scheidung und Trennung gehören immer zwei. Zur Entfremdung vielleicht auch. Bis zu dem Punkt, wo das Machtgleichgewicht aus der Balance gerät…

…der Gedanke, dass jedes menschliche Verhalten Sinn macht – sonst wäre es nicht entstanden. Das würde bedeuten, auch zu verstehen, was Eltern zu Entfremdern macht, warum und wann ihr heute destruktives Verhalten einmal Sinn gemacht haben könnte. Das macht ihr Tun verständlicher, wenn auch nicht entschuldbar… selbst wenn es Gründe für sein Verhalten in seinem Familiensystem gibt. Jeder erwachsene Mensch kann wählen, ob er Altes wiederholt oder sich Hilfe sucht…

…Aber die Seele heilt sich anders, sie hat eigene Ressourcen. Die unsichtbare Seele ist eine schöpferische Quelle,…

…Wer meint, Kinder seien ein Teil der Scheidungsmasse, die man sich einverleiben kann, wer davon überzeugt ist, im Recht zu sein, wenn er „wenigstens“ das Kind für sich behalten will, wer sich anmasst, willkürlich zu entscheiden, wie ein guter Vater oder eine gute Mutter zu sein hat, oder wer behauptet, es sei geradezu eine freiwillige Grosszügigkeit, dem Vater oder der Mutter das Kind „zu geben“, der braucht frühzeitig Grenzen, wenn nötig, bis zur Strafandrohung. Denn je hartnäckiger der Entfremder, desto überzeugter sieht er/sie sich im Recht…

…Die Zeit arbeitet gegen die Kinder: Abende ohne Gutenachtgeschichte von Papa, Wochenenden ohne Besuch bei Oma und Opa, Nachmittage ohne gemütliches Plaudern mit Mama – und Zeit, dem Kind seine Liebe zum anderen Elternteil, die Erinnerung an das Schöne mit Papa oder Mama madig zu machen, Zeit, die Seele der Kinder zu entführen…

…Für Richter, Sozialarbeiter, Gutachter und Verfahrenspfleger ist es eine Fundgrube, rechtzeitig zu erkennen, wo Intervention, auch harte mitunter, unabdingbar ist…

…Eine Mutter sagt: „Ich will ja, dass er seinen Vater sieht, aber wenn er nicht will, muss der Wille meines Kindes respektiert werden.„…Solche Kinder benutzen of wie Papageien die gleichen Worte oder Sätze wie der entfremdende Elternteil…“Ich hatte Angst, dass die Mama denkt, dass ich auf Papas Seite bin. Wenn einer auf der anderen Seite ist, dann lässt die Mama ihn sofort stehen.“ Die Programmierung hat fatale Folgen: Kinder verlernen, ihrer eigenen Wahrnehmung zu trauen und sie zu benennen…

Kinder brauchen Vater und Mutter: Studien über Scheidungskinder belegen inzwischen eindeutig, dass Kinder, die nach der Scheidung weiter Kontakt zu Vater und Mutter haben, sich besser entwickeln…Je weniger die Eltern nach der Scheidung streiten, desto besser für die Kinder.

Gemeinsames Sorgerecht entspannt: Der Nürnberger Jurist Roland Proksch hat in einer jüngsten Studie für das Familienministerium, in der er 7’000 Paare befragt hat, belegt: Wenn Eltern das Sorgerecht nach der Trennung gemeinsam ausüben, entwickeln sich die Kinder besser…

Mama loves me, pop, I miss you...“ …Es war aufgefallen, dass unter Schulversagern, Studienabbrechern, Drogenabhängigen der Anteil der Kinder, die ohne Vater aufwuchsen, überproportional hoch war: fast zwei Drittel aller Vergewaltiger, drei Viertel der jugendlichen Mörder und ein ähnlich hoher Prozentsatz jugendlicher Häftlinge. Neun von zehn obdachlosen Kindern und mehr als zwei Drittel aller Schulabbrecher kommen aus vaterlosen Familien…

…Kinder „gehören“ niemandem und sind kein verlängerter Arm selbstbestimmter Mütter... Amerikanische Langzeitstudien und auch eine aktuelle schwedische Untersuchung von 100’000 Trennungsfamilien, die sich über die 90er-Jahre erstreckt hat, kommen zu dem Schluss: Trennungskinder sind weit häufiger psychisch krank, depressiv, drogen- oder alkoholabhängig. Das nagt an dem Glaubenssatz der 68-Generation, Scheidung sei zur Selbstverwirklichung aller Familienmitglieder besser als eine schlechte Ehe…

Ein Kind ohne Vater ist wie ein Fisch ohne Flossen: …Die Selbsttröstung, dass Kindern das Alleinleben mit ihrer Mutter nichts anhaben könne oder dass sie sich von der Trennung so schnell und leicht erholen wie von einer Grippe, taugt nicht mehr. Das Leben hat sie nicht bestätigt…Wo immer Väter da sind und sich in vielen Fällen nachgerade aufdrängen müssen, um weiter Vater sein zu dürfen, tun Mütter ihren Kindern ein schweres Unrecht an, wenn sie den Kontakt zum Vater boykottieren, verweigern, nicht fördern…Eine überraschende Zahl von Vätern verabschiede sich für immer, „weil sie es weniger schmerzlich finden, ganz aus dem Leben der Kinder zu verschwinden, als nur halbwegs darin zu sein“…

…Entfremdete Kinder koalieren mit einem Elternteil, wenn sie spüren, dass Mama sie nur dann liebt, wenn sie Papa genauso doof finden, wie Mama es sagt. Die Rollen verschwimmen. Wo eigentlich die Mutter sehen müsste, was ihr Kind braucht, um guten Kontakt zum Vater zu behalten, ist stattdessen das Kind darauf bedacht, alles zu tun, um wenigstens die Liebe der Mutter sicher zu haben. Der Sohn oder die Tochter „beschützt“ die Mutter. Mamas Kopf liegt im kindlichen Schoss statt umgekehrt. Die Kleinen müssen gross sein und sind zugleich zutiefst überfordert…Der Bielefelder Professor Uwe Jopt sagt: „Dem Erwachsenen ist seine elterliche Verantwortung verloren gegangen. Er erlebt das Kind fälschlicherweise als gleichwertigen und solidarischen Partner. „Nur so werde nachvollziehbar, wieso der „eigene Wille“ des Kindes und sein Urteil über den isolierten Vater von der Mutter zweifelsfrei als wahr akzeptiert würden. Schliesslich deckt er sich mit dem eigenen. „Damit ist jetzt auch verständlich, weshalb der Betreuende im nächsten Moment wiederum fest davon überzeugt sein kann, den nun wieder als „Kind“ gesehenen Scheinpartner von dem anderen Elternteil schützen zu müssen, indem er sich mit allen Mitteln dafür einsetzt, dass es im Sinne des kindlichen Wunsches zu keinem Kontakt kommt“, erklärt Uwe Jopt. Die Beziehung zwischen Mutter und Kind beziehungsweise Vater und Kind wandle sich wie ein „Umkehrbild“: freundschaftliche Verbundenheit zwischen Gleichrangigen hier, Fürsorge für ein Kind da – je nach Bedarf. „Aus einer solchen Struktur kann es überhaupt keinen natürlichen Ausweg geben.“

Ein Kind will Vater und Mutter lieben dürfen: Warum eigentlich? Ganz einfach: weil ein Kind von beiden Eltern stammt. Es mutet fast grotesk an, dass man das überhaupt begründen muss…Warum brauchen Kinder eine Mutter? Weil sie nährt, birgt, bestätigt. Warum den Vater? Weil er stärkt, hilft, in die Welt zu gehen, weil er da ist, wenn die Kleinen ihre ersten Schritte weg von der Mutter machen, damit sie buchstäblich nicht „hängen bleiben“ in der Symbiose mit ihr. Vater und Mutter sind einmalig und unersetzbar – aus der Sicht des Kindes! In der Tiefe seines Herzens will es beide lieben dürfen. Wer sein Kind für sich allein haben will, schädigt es. Symbiotische Innigkeit zwischen Mutter und Kind über Jahre sei „psychischer Missbrauch“, sagen Psychologen. Mädchen und Jungen werden eingebunden in die unbewältigten Ängste oder biografischen Verstrickungen der Mutter. In Ehen, in denen ein Partner seelisch belastet ist, ist der andere ein Korrektiv. Das fehlt bei der Rumpffamilie. Und die Kinder haben ein höheres Risiko auf all die „modernen“ Seelenstörungen: Neurose, Sucht, Anorexie, Depression – sie können nicht wachsen und in die Welt gehen.

So ist „Mann-Sein“, das ist „Frau-Sein„: Ein Junge braucht einen Mann, um selbst Mann werden zu können, ein Mädchen lernt nur bei der Mutter, wie Frau-Sein geht. Der Junge sieht bei der Mutter, wie es ist, eine Frau zu sein, das Mädchen lernt durch Papa: „So ist ein Mann.“ Eine sichere geschlechtliche Identität ist ohne Mutter und Vater schwer zu finden.

Natürlich könnte man einwenden, dass Scheidungskinder oft bald wieder einen „sozialen Vater“ haben und so das Männliche erfahren. Das stimmt nur zum Teil. Die Vorstellung, Väter und Männer seien austauschbar, tut so, als könne die Biologie durch soziale Rollenzuschreibung widerrufen werden. Märchen und Mythen wissen das und erinnern daran. Sie erzählen von Stiefmüttern und -vätern nicht besonders freundlich. Wenn der „Stiefvater“ einen neuen Namen erhält, ist nichts gewonnen – es täuscht darüber hinweg und achtet nicht, dass Vater-Sein etwas Einmaliges, Unverwechselbares ist – natürlich gilt für Mütter dasselbe!

Kinder sind an ihren leiblichen Vater gebunden – zuallererst. Dann kommt erst einmal lange nichts und danach – vielleicht – die geglückte Beziehung zum neuen Mann der Mutter. Mütter, die ihre Kinder in eine neue Familie zwingen wollen und dafür den Vater ausgrenzen, sind schlecht beraten. 60 Prozent der Verbindungen, die so tun, als gäbe es den biologischen Vater nicht, scheitern.

Wenn Kinder ihren Vater oder die Mutter durch Tod, Unfall oder Krankheit verlieren, zerbricht etwas in ihnen. Doch in der Regel dürfen sie trauern. Das tröstet die Seele. Wenn ein Kind einen Elternteil durch die Manipulation des anderen verliert, darf nichts davon sein. Oder der Schmerz des Kindes über den Verlust der Familie wird vom Entfremder noch dazu benutzt, die Schuld dafür dem weggeschickten anderen Elternteil zuzuschieben und den Kontakt zu unterbinden.
Wenn der Sohn plötzlich stiehlt und Alpträume hat, die Tochter traurig bleibt und Bauchweh kriegt, bevor sie die Mutter besuchen soll, heisst es: „Das belastet das Kind zu sehr“, „Immer wenn sie von dir kommt, wird sie krank“ oder „Er ist so merkwürdig, wenn er zurückkommt, er verkriecht sich unter dem Tisch, was hast du mit ihm gemacht?“
Die betreuenden Eltern gehen sogar oft zum Psychologen und zeigen damit, wie ernst sie das Sorgerecht und das Wohl des Kindes nehmen. Warum? Die Kinder- und Jugendpsychiaterin Astrid Camps hat beobachtet:

  • Der sorgende Elternteil will, dass die Veränderungen am Kind (Bettnässen, Schlafstörungen etc.) behandelt werden, und er hat auch schon die Idee dazu, woran das liegen könnte (verzerrte Realitätswahrnehmung).
  • Er beweist, dass er der gute Elternteil ist, und grenzt sich gegen den „schlechten“ ab.
  • Er sucht im Therapeuten einen Verbündeten: Das Kind ist krank, weil der andere Elternteil ihm Schaden zufügt. Diesen Schaden muss der „gute“ Elternteil im Bündnis mit dem Therapeuten wieder reparieren. Der Therapeut soll die „Koalition des Guten gegen das Böse“ stärken.
  • Das Kind wird stellvertretend in Therapie geschickt. Der eigene Leidensdruck wird geleugnet, die eigene Behandlungsbedürftigkeit auf das Kind verschoben. Wenn der Therapeut nicht mitspielt, wird das Kind abgemeldet – nur in wenigen Fällen ist es Astrid Camps gelungen, den betreuenden Elternteil davon zu überzeugen, zum Beispiel den Vater oder die Mutter mit einzubeziehen.

Kinder sind Opfer, nicht Täter: Man kann es nicht genug betonen: Ihr Kind ist Opfer, nicht Täter.

Jedes manipulierte, entfremdete Kind hat früher einmal spontan geliebt. Sie wissen das. Jetzt ist es wie abgetrennt, verschlossen, das Gute ist ihm selbst versperrt. Ihr Kind wirkt ängstlich, bissig, feindselig. Es ist oft nicht einfach, in diesem ungezogenen, widerspenstigen, unverschämten kleinen Menschen das leidende Kind zu sehen…

…Eine freie Beziehung zum Kind ist ein Menschenrecht…

…Die „American Bar Association“ zeigt in einer Studie, dass Entfremdung am ehesten durch die Begegnung mit dem ausgegrenzten Elternteil geheilt wird – nicht durch „Zur-Ruhe-Kommen“ oder eine behutsame Kontaktanbahnung für zwei Stunden in sechs Wochen. In fast 400 Fällen, in denen das Gericht mehr Umgang mit dem isolierten Elternteil anordnete (in der Hälfte der Fälle auch gegen den Widerstand der Kinder), hat sich das Verhältnis der Kinder zu diesem Elternteil in neun von zehn Fällen wieder normalisiert. Auch Erziehungsschwierigkeiten, Krankheiten oder soziale Probleme der Kinder, die mit der Entfremdung einhergingen, sind danach verschwunden…

…“Ich hatte Angst, dass die Mama denkt, dass ich auf Papas Seite bin. Wenn einer auf der anderen Seite ist, dann lässt die Mama ihn sofort stehen“, sagt ein kleines Mädchen…

…Der Nachname wird geändert: Eltern, die das betreiben, wissen nicht, was sie tun. Sie zerschneiden die Wurzeln zum entfremdeten Elternteil und drücken damit auch ihre Geringschätzung für die Verbindung des Kindes zu ihm aus…

  • Was können Sie tun?: Richard A. Warshak rät (Warshak 2001):

    Manchmal sagen Kinder, sie wollten einen Elternteil nicht mehr sehen, um der extremen Spannung und Angst zu entgehen. Als Zurückgewiesener mögen Sie denken, das habe Ihr Expartner angerichtet. Das muss nicht so sein. Kinder wollen einfach nicht im Kreuzfeuer des Streits stehen. Manche Therapeuten empfehlen dann, den Kindern das zu ersparen, indem sie den Kontakt zu einem Elternteil abbrechen. Folgen Sie diesem Rat lieber nicht. Vermeiden Sie die Begegnung mit ihrem Expartner aber bei zu grossen Spannungen…Vermeiden Sie aber auch, dass Grossmütter oder Bekannte sich einmischen. Das verschärft oftmals nur die Spannungen.
  • Bitten Sie den anderen Elternteil, Ihnen dabei zu helfen, die Situation wieder zu verbessern. Wenn das klappt – prima. Wenn Ihr Expartner Ihnen Hilfe verweigert und sich stattdessen durch die kindliche Ablehnung bestätigt fühlt, trägt er oder sie zur Entfremdung bei – wenn nicht aktiv, so doch passiv, indem sie/er dem Kind sein abweisendes Verhalten nachsieht.
  • Wenn Eltern depressiv sind oder emotional instabil, sorgt oft das Kind für sie statt umgekehrt. Solche Kinder wollen ihre Mutter nicht allein lassen, weigern sich, zum Vater zu gehen. Das ist (noch) keine Entfremdung. Manche Eltern stabilisieren sich emotional über ihre Kinder, ohne sie bewusst zu manipulieren…

Der Richter – vorerst tatenlos: …Warum haben Frauen bei Richtern und Sozialarbeitern mehr Kredit?
Weil ein Kind in den Augen der Justiz zur Mutter gehört – auch wenn sie neurotisch, manipulativ und missbrauchend ist? Sind Frauen noch immer qua Geschlecht Opfer – auch wenn sie den Rosenkrieg vom Zaun brechen?

…Wir wissen aber: Wer sein Kind dem anderen vorenthält, es für sich allein haben will, handelt fahrlässig.

…Manchmal sind die Vorwürfe auch subtil verpackt: „Du willst die Kinder nur, um deine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, du denkst gar nicht an die Kinder“, schreibt eine Mutter. So als ob der schlichte Wunsch, sein Kind zu sehen, irgendwie Missbrauch wäre. „So als ob das Kind selber überhaupt keine Kontaktwünsche haben könnte“, schreibt der Düsseldorfer Psychologe Walter Andritzky (Andritzky 2002)…

Wem helfen die Helfer? Richter, Sozialarbeiter oder Gutachter werden bei solchen Szenarien leicht und gern zu „Beschützern“ – nicht der Kinder, sondern des entfremdenden Elternteils, meistens der Mutter. Ärzte schreiben gefällig Atteste, um Umgang zu verhindern, Psychotherapeuten bescheinigen, dass die Kinder wegen des anderen Elternteils Bauchweh, Grippe und Schulangst haben, unerfahrene Verfahrenspfleger ergreifen vehement Partei für eine offensichtlich kranke Frau, die grandios aufzutreten versteht, neutrale Gutachter werden zu Leisetretern und geraten, ohne es zu merken, auf die Seite der Täter…

Das gemeinsame Sorgerecht, was heute auch nach der Scheidung üblich ist (Deutschland), hat nachweislich positive Wirkung für Scheidungskinder, wie der Nürnberger Jurist Roland Proksch in einer grossen Studie für die derzeitige Bundesregierung herausgefunden hat. Die getrennten Paare sind entspannter, die Kinder entwickeln sich unkomplizierter. Jeder Sorgerechtsstreit bringt dagegen Stress für alle Beteiligten. Allein das Ansinnen, den Vater oder die Mutter aus der Sorge um das gemeinsame Kind auszugrenzen, ist feindselig…Wer den Vater eines Kindes nicht achtet, verachtet auch sein Kind…

Gründe für entfremdendes Verhalten: …Rache spielt zum Beispiel eine grosse Rolle, Selbstverliebtheit, Rechthaberei, verbitterter Hass, paranoide Ängste…

…Entschuldigen Sie sich, wenn nötig, bitten Sie ihn/sie darum, dass die Kinder nicht für Ihre Sünden zahlen müssen. Vielleicht ändert sich etwas…

…Die Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen nehmen in dem Masse ab, „in dem gut über den Vater beziehungsweise die Mutter vom erziehenden Elternteil gesprochen wird„, sagt ein erfahrener Erziehungsberater. Nehmen Sie sich das zu Herzen und fangen Sie damit an – unabhängig davon, was Ihr Partner tut…

…Nur wenige stark entfremdende Eltern stellen sich einer Beratung. Nur wenige sind bereit, ihr Handeln überhaupt in Frage zu stellen. Mediation? Das brauchen sie nicht. Therapie? Der andere ist labil, verrückt oder krank…

…Die gängigsten Instrumente der Scheidungsbegleitung laufen bei elterlicher Entfremdung leicht ins Leere. Richter, Verfahrenspfleger, Gutachter und selbst Therapeuten spielen das Spiel der Entfremder dadurch häufig mit. Sie werden ungewollt „Komplizen“ – dabei sollten mindestens die Justiz und die Sozialarbeiter eigentlich eine „dritte“, neutrale Kraft sein, die sich am „Kindeswohl“ und im Falle von PAS-Symptomen nicht am „Kindeswillen“ orientiert. Denn der ist manipuliert. Eltern, deren Kinder durch PAS gefährdet sind, brauchen Hilfe und Schutz von aussen: vom Gericht, von Anwälten, Sozialarbeitern und Gutachtern. Sonst können sie ihrer Fürsorgepflicht nicht nachkommen. Wer sein Kind entfremdet, braucht von Anfang an Grenzen. Keine Toleranz und kein Verständnis. Auch wenn sich herausstellen mag, dass solche Menschen selbst Opfer waren, dass sie sexuell missbraucht, seelisch gequält oder verlassen wurden. Als Erwachsene sind sie verantwortlich für ihr Verhalten. Toleranz, Verständnis, Gewährenlassen verstärken ihr Gefühl, im Recht zu sein, wo sie in Wahrheit ihre eigene Verstrickung weiterinszenieren…

Borderline-Symptome bei entfremdenden Eltern

  • Entfremdende Eltern haben ein aufgeblähtes Selbstbild, gehen selbst bei milder Kritik „in die Luft“, alles ist „zu anstrengend“ (geringe Frustrationstoleranz bei Stress). An allem, was schief geht, sind die anderen schuld.
  • Sie haben wenige persönliche Beziehungen, sind oft chronisch depressiv, werden als fassadenhaft beschrieben und die anderen sind entweder nur gut oder nur schlecht.
  • Boderliner sind schwer als gestört zu erkennen, weil sie im Arbeitsleben gut funktionieren, mit sich selbst aber wenig anzufangen wissen und sich innerlich leer fühlen.
  • Eigene Gefühle, Taten und Ängste werden auf andere projiziert. (Eine Frau entführt ihre Kinder, isoliert den Mann und wirft ihm vor, er wolle die Kinder entführen)
  • Sie unternehmen alles, um nicht verlassen zu werden.
  • Ihre Liebesbeziehungen sind instabil, aber intensiv. Erst wird der andere idealisiert, denn extrem abgewertet.
  • Viele leiden an selbstschädigendem Verhalten (Ritzen, Bulimie, Magersucht), drohen mit Suizid.
  • Sie reagieren mit Wutausbrüchen und unangemessenem Ärger, wenn sie verlassen werden. Sie schlagen zu – auch bei Frauen.
  • Ihre Stimmung ist gereizt, überdreht und wechselt schnell zwischen Ärger, Panik, Verzweiflung und Depressionen.

Fragen für Gutachter und Sozialarbeiter

Für Menschen, die es mit strittigen Sorgerechtsfällen zu tun haben, könnte der folgende Fragenkatalog, den ich nach Walter Andritzkys Beobachtungen zusammengestellt habe, hilfreich sein, um sich ein präziseres Bild davon zu machen, mit wem sie es zu tun haben:

  • Wie beschreiben entfremdende Eltern die Vorgeschichte der Beziehung?
  • Was waren die Hauptkonflikte? Sprechen sie von „ewigem Hin und Her“, von Kommunikationsstörungen, Gewaltepisoden?
  • Wie äussern sie sich über den Trennungsprozess? Zur Borderline-Symptomatik gehören Gefühle wie Angst, das Empfinden von Gewalt und ein völliges Fehlen von selbstkritischem Denken.
  • Wie ist der Erziehungsstil: eher locker oder angepasst und orientiert an festen, oft strengen, starren Regeln und Weltbildern?
  • Wie redet der entfremdende Elternteil über Vater oder Mutter des Kindes: gut oder beschreibt er/sie nur die Defizite („kümmert sich nicht genug um mich“, „will nur die Kinder“, „ist kein aufmerksamer Vater“)?
  • Wie begründet der entfremdende Elternteil den Umgangsboykott oder warum er den anderen ausgrenzt? Sind die Gründe rational einsichtig oder eher irrational und übertrieben?
  • Wie beschreiben entfremdende Eltern ihre Beziehung zum Kind? Sprechen sie dabei mehr über sich und ihre narzisstische Bestätigung? („Schmusen“, „findet mich gut“, „wir machen alles gemeinsam“, „ich weiss am besten, was gut für das Kind ist“.)
  • Wie geht er/sie mit dem Kind um? Sendet er/sie „Doppelbotschaften“? (Zum Beispiel: „Wenn du willst, kannst du deinen Vater jederzeit anrufen“ – nonverbal werden aber ärgerliche Reaktionen bei Telefongesprächen mit dem Vater zum Ausruck gebracht. Oder: Die Mutter umklammert ihr weinendes Kind am Auto des Verfahrenspflegers und sagt: „Du kannst ruhig gehen, steig ein, es dauert doch nur zwei Stunden.“)
  • Bemühen sich Frauen, den Eindruck zu vermitteln, dass sie fehlerlos und ohne emotionale Probleme seien.

Hilfen für Helfer: …Manchmal steckt die Angst dahinter, der Mutter „das Kind als Antidepressivum“ zu nehmen. „Was passiert, wenn wir das Kind rausholen?„, fragen bange Sozialarbeiter und denken mehr an die erwachsene Mutter als an das hilflose Kind. „Rausholen“ heisst hier wohlgemerkt nicht, dass das Kind der Mutter oder dem Vater weggenommen werden soll, es bedeutet lediglich, dafür zu sorgen, dass es zum anderen Elternteil einen stabilen Kontakt aufbaut. Wer, wenn nicht die Expartner, kann hier an erster Stelle wenigstens einen Ausgleich für das Kind schaffen und dazu beitragen, dass es ein stabiles Selbst entwickelt und nicht hängen bleibt im Kokon eines durch Traumatisierung verzerrten Weltbildes des entfremdenden Elternteils?

…Im Kontakt mit entfremdenden Müttern und Vätern muss bewusst bleiben, dass es sich um Menschen handelt, die in ihrem Selbstwertgefühl schwer gestört sind. Dazu gehört auch, dass sie lügen, unkooperativ sind, Mediation oder Therapie ablehnen – eben weil sie ihre Gefühle abgekapselt haben…

…Die andere Seite im Umgang mit diesen Menschen ist, ein „Gleichgewicht von sachlich aufklärender Konfrontation und konsequenter Grenzsetzung“ zu finden, schreibt Walter Andritzky.

Dazu sind mitunter auch Druckmittel nötig, wenn der manipulierende und entfremdende Elternteil jede Zusammenarbeit ablehnt: Unterhaltskürzung, angedrohter Wechsel des Sorgerechts, gerichtliche Umgangsanordnung bis hin zu Hausarrest oder Inhaftierung.

Ohne gerichtliche Sanktionsdrohungen könne ein Therapeut, der es mit PAS-Symptomen zu tun habe, „kaum effizient arbeiten„, schreibt Richard A. Gardner (Gardner 2002)…

Entfremder brauchen Grenzen: …Der entfremdende Elternteil muss von Anfang an wissen, wie destruktiv und unmoralisch sein Handeln ist und dass er keinerlei Toleranz von Seiten des Gutachters, Verfahrenspflegers oder Sozialarbeiters dafür bekommen wird. „Erfährt der entfremdende Elternteil keine Grenzsetzung von Institutionen oder vom sozialen Umfeld“, fühlt er sich belohnt, meint Andritzky…

Tipps für Richter, Verfahrenspfleger, Anwälte, Gutachter und Sozialarbeiter:

  • …Väter sind keine „Besuchsonkel“: Kinder brauchen ihre Väter auch zum Vorlesen, Gute-Nacht-sagen, Kuscheln, Zähneputzen und Frühstücken. Geschiedene Väter, die ihre Kinder auch über Nacht bei sich haben dürfen, halten einen intensiveren Kontakt und brechen ihn wesentlich seltener ab als „Besuchsväter“, hat ein Forscherteam an der Standford University herausgefunden.
  • Umgangsrecht aussetzen: Wenn Sie als Richter das Umgangsrecht aussetzen, seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie damit den ohnehin schon ausgegrenzten Elternteil bestrafen. So eine Entscheidung geht an den Bedürfnissen des Kindes vorbei. Es ist keine Lösung, auch keine Teillösung, sondern verschärft den Konflikt…
  • …Zeit heilt keine Wunden: Der kluge Gedanke, Zeit heile Wunden, hilft bei PAS-Symptomatik aller Erfahrung nach wenig. Die Uhr tickt gegen den unbeschwerten Umgang des Kindes mit beiden Eltern, die Zeit arbeitet für Entfremdung…
  • Eine zugespitzte Frage zum Schluss: Richard A. Gardner und viele andere Therapeuten und Psychologen vergleichen PAS als emotionalen Kindesmissbrauch mit dem sexuellen MIssbrauch. Wenn dem so wäre: Würden Sie sich über das rechtsstaatlich gebotene Mass hinaus für einen Kinderschänder einsetzen? Würden Sie für seinen unkontrollierten Umgang mit dem Opfer plädieren oder gar das Sorgerecht für ihn erwirken?

…Pamela Hoch leitet heute die „Rachel Foundation“ und begleitet die Wiedervereinigung von entfremdeten Kindern mit ihren Eltern…

…Ich habe inzwischen viele Fälle erlebt, in denen es hilfreich war, die Geschwister zu trennen, wenn sie in unterschiedlichen Entwicklungsstadien sind. Man muss die Kinder retten, die jetzt zu retten sind…
Mrs. Doubtfire/Väter ohne Sorgerecht VoS

http://www.doubtfire.ch/PAS.htm