„Lebenslange Wunde“ – Die vaterlose Gesellschaft

„Lebenslange Wunde“ Was ein abwesender Vater für ein Kind bedeuten kann

Trauriges Mädchen Schulkind

„Wo ist Papa?“ Die Bedeutung von Vätern beziehungsweise väterlichen Vorbildern für die Entwicklung von Kindern wurde lange unterschätzt.

Foto: imago/Westend61

„Wenn der leibliche Vater aus dem Leben eines Mädchens oder eines Jungens verschwindet oder herausdrängt, hinterlässt er eine Wunde, die niemand schließen kann und die zeitlebens blutet“, schreibt die Betroffene Jeannette Hagen. In ihrem kürzlich erschienenen Buch „Die verletzte Tochter“ macht sie deutlich, wie der abwesende Vater ihr Leben bestimmte.

Buchcover: Die verletzte Tochter

Buchcover

Foto: Scorpio Verlag

„Wie oft habe ich heimlich geweint, wenn ich miterlebte, wie ein Vater seiner Tochter mit Verständnis und Liebe begegnete oder sie ermutigte, tapfer ihren Weg zu gehen.“ Dabei hat Hagens Vater sie verleumdet und offen abgelehnt, was schließlich dazu führte, dass sie ihre eigene Existenz anzweifelte. Die Folge: „Depressionen, Selbstverletzung, Selbstmordgedanken.“

Die Deutschen – eine väterlose Nation

Jeannette Hagen, die schließlich auch von ihrem Stiefvater verlassen wird, hat eine außergewöhnliche Geschichte, doch die Abwesenheit des Vaters betrifft sehr viele Menschen. „In den letzten hundert Jahren haben funktionale Vätervorbilder in Deutschland gefehlt“, sagt Professor Matthias Franz, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Neurologie und Psychiatrie am Universitätsklinikum in Düsseldorf. Franz beschreibt in seinen wissenschaftlichen Arbeiten ein „väterliches Defizit“ in unserer Gesellschaft.

Generationen von Kindern sind ohne Vater aufgewachsen

Während und nach dem ersten und zweiten Weltkrieg sind Generationen von Kindern ohne Vater aufgewachsen, weil er gefallen oder verschollen war. Die vielarbeitenden Väter der Wirtschaftswunderzeit waren nur selten zu Hause und für ihre Kinder oft auch keine engen Bezugspersonen. Und heute? „Die Zahl der Kinder, die heute wegen einer Trennung ohne Vater aufwachsen, steigt seit Jahrzehnten kontinuierlich“, sagt Franz, der von einer „neuen Väterlosigkeit“ spricht.

Das alte Rollenmodell fördert die Abwesenheit des Vaters

Hinzu kommt: Das alte Rollenmodell, das den Vater als Versorger und Ernährer der Familie vorsieht, ist weiterhin stabil: 95 Prozent der Väter zwischen Mitte 20 und Anfang 60 arbeiten Franz zufolge Vollzeit, während es bei den Müttern nur etwa 30 Prozent sind. Das heißt: Selbst wenn die Eltern sich nicht getrennt haben, ist der Vater auch heute noch während der Arbeitswoche oft abwesend. Und Väter, die in Elternzeit gehen, sind nach wie vor Exoten.

vaterlose Gesellschaft

Mit Papa die Welt entdecken: Durch den Vater lernen die Kinder, dass es eine Universum jenseits der Mutter-Kind-Symbiose gibt.

Foto: dpa

Je früher die Eltern sich trennen, desto schlimmer

„Wenn Sie ein Kind fragen, was das Wichtigste für es ist, dann antwortet es in der Regel „Mama und Papa“, so Franz. „Wenn einer von beiden nicht mehr da ist, kommt das besonders für ein kleines Kind einem Weltuntergang gleich“, erklärt der Stellvertretende Direktor des Klinischen Instituts für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Uniklinikums Düsseldorf. „Da wird das Urvertrauen erschüttert“, sagt Franz. „Diese kindliche Perspektive wird von Erwachsenen aber oft nicht wirklich nachvollzogen“, so Franz. „Je früher die Eltern sich trennen, desto höher das Risiko für die Entwicklung des Kindes.“

„Der Vater ist eigentlich unersetzlich“

Der Vater sei „eigentlich unersetzlich“, sagt Franz, „bei der Mutter finden wir das selbstverständlich, für den Vater muss man das offensichtlich begründen“, stellt der Wissenschaftler fest. Zu Beginn, im ersten Lebensjahr, sei er ausgesprochen wichtig, um die Beziehung zwischen Mutter und Säugling zu stabilisieren. „Der mitfühlende Vater kann sich an der engen Beziehung der beiden erfreuen und sie fördern, ohne eifersüchtig auf das Kind zu sein.“ Gleichzeitig könne er die Mutter unterstützen, damit sie sich voll auf ihr Kind konzentrieren kann. Kinder verinnerlichen so in dieser ersten Phase auch mithilfe des Vaters, dass es nicht schlimm ist, auf die Mutter angewiesen zu sein: Sie lernen Abhängigkeit, ohne Angst zu erleben, eine Voraussetzung für die Entwicklung eines sicheren Bindungsmusters und des Urvertrauens.

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Mama ist wichtig – aber Papa auch.

Foto: dpa-tmn

Kinder lösen sich mithilfe des Vaters von der Mutter

Im zweiten Lebensjahr hat der Vater ebenfalls eine herausragende Rolle: „In dieser Zeit entdecken Kinder die Welt, sie lernen laufen und sprechen“, so Franz. Die Entdeckung der Dreiecksbeziehung Vater-Mutter-Kind sei in dieser Phase entscheidend. „Der Vater nimmt das Kind auf den Arm, zeigt ihm den Weg weg von der Mutter und hilft bei der Erkundung der Welt. Das Kind erkennt, dass das in Ordnung ist, dass es die Trennung von der Mutter und die besonders gegen Ende des zweiten Lebensjahres damit einhergehenden Ängste und Wutzustände überlebt.“ Das heißt, die Kinder lösen sich mithilfe des Vaters von der bis dahin „übermächtigen“ Mutter. Das Kind lernt mit seiner Hilfe selbstständig zu werden, ohne sich vor der Welt oder der Trennung von der Mutter zu fürchten.

Jungen lernen von ihren Vätern den Umgang mit Frauen

Im dritten und vierten Lebensjahr schließlich festigt sich die kindliche sexuelle Identität, indem Kinder miteinander und mit der Mutter und dem Vater Rollenspiele eingehen. Mädchen umwerben in dieser Zeit häufig ihren Vater, Jungen wiederum ihre Mutter. Jungen lernen von ihren Vätern außerdem, wie sie mit Frauen umngehen oder wie sie Krisen bewältigen.

In Regenbogenfamilien übernimmt oft eines der Elternteile die Vater- oder die Mutterrolle. Häufig bleibt zusätzlich auch der Kontakt zum leiblichen Vater oder der leiblichen Mutter. Väter und Mütter können sich in vielen verschiedenen Familienkonstellationen um ihren Nachwuchs kümmern – Hauptsache ist, sie sind für ihre Kinder da.

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Zeit mit Papa – in vielen Familien immer noch viel zu selten.

Foto: imago/Westend61

„Dein Vater ist der Schlechteste von allen Männern“

Dabei löst nicht jeder abwesende Vater das gleiche aus: „Wenn der Vater etwa verstorben ist, die Mutter aber positiv an ihn gebunden ist und an ihn erinnert, indem sie um ihn weint oder schöne Anekdoten erzählt, können Kinder trotzdem von ihr ein positives Vaterbild verinnerlichen“, erklärt Franz. Wenn die durch die Trennung gekränkte oder verletzte Mutter allerdings Männer im Allgemeinen und den Vater „als den Schlechtesten von allen“ verteufele, werde es schwierig. „Dieser Loyalitätskonflikt kann gerade für Jungen unlösbar sein“, sagt Franz, „weil es für sie schwierig wird, eine integrierte männliche Identität, ohne einen anhaltenden Groll auf die Mutter – und später vielleicht die Partnerin – zu entwickeln.“

Der Wissenschaftler rät Eltern bei einer Trennung, Konflikte zwischen Vater und Mutter möglichst aus ihrer Beziehung zum Kind herauszuhalten. „Wenn vonseiten des Kindes der Wunsch da ist, Zeit mit dem Vater zu verbringen, sollte das möglich sein“, erklärt Franz, dessen Ratgeber „Alleinerziehend, selbstbewusst und stark“ Ende März erscheint. Eltern sollten, falls nötig, ihre trennungsbedingten Verletzungen, durch eine Therapie behandeln lassen. Speziell für Alleinerziehende hat Franz zusammen mit anderen Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Düsseldorf das Elterntraining „Wir2“ entwickelt, das helfen soll, den Paarkonflikt von der gemeinsamen Elternverantwortung zu trennen.

Buchcover: Alleinerziehend

Buchcover

Foto: Verlag fischer & gann

„Leih-Väter“ suchen

Doch was tun, wenn auf dem Blatt Papier, auf dem andere Kinder ihre Väter zeichnen , nun einmal eine große weiße Lücke klafft – wenn der Vater im Leben des Kindes vollkommen abwesend ist? Mütter sollten sich dann laut Franz aktiv auf die Suche nach männlichen Identifikationsfiguren machen. Das Problem: Auch in Kindergärten und Grundschulen fehlen männliche Bezugspersonen, an denen sich Kinder orientieren könnten. Dennoch sollten Mütter die Suche nicht aufgeben: „Als Leih-Vater eignet sich zum Beispiel auch der Fußballtrainer oder der liebevolle Großvater“, so der Psychoanalytiker. Fest stehe: „Mit einem positiv verinnerlichten väterlichen Vorbild können sich Kinder viel besser entwickeln.“ (dmn)

Zum Weiterlesen:

Matthias Franz: Alleinerziehend – selbstbewusst und stark, Fischer & Gann, 160 Seiten, 15,99 Euro.

Jeannette Hagen: Die Verletzte Tochter – Wie Vaterentbehrung das Leben prägt, Scorpio, 229 Seiten, 16,99 Euro.

, Der Text wurde am 11.Mai 2017 angepasst und leicht erweitert.
https://www.berliner-zeitung.de/familie/was-ein-abwesender-vater-fuer-ein-kind-bedeutet-sote-23615762
Tags: Mobbing – Gleichberechtigung Gleichstellung – Familie- Familienrecht – Menschenrechtsverletzung – Obsorge – Sorgerecht – gemeinsame – elterliche Sorge – PAS Eltern-Kind-Entfremdung – Kindes-Entfremdung – PA parental alienation – Eltern Entfremdung
PAS – Selbstmord – Suizide – Freitod

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Jugendgefährdende und schamverletzende Plakate der BZgA müssen weg: Jetzt protestieren!

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Vulgäre Plakate der BZgA müssen weg . . .

An über 65.000 öffentlichen Plakatwänden hängen schon wieder (halb-)nackte Comic-Figuren in vulgären Posen und laden zum wilden Treiben ein. Kinder und Jugendliche sind den anzüglichen Darstellungen und Slogans, denen sie tagtäglich an Bushaltestellen, vor Schulen, Kindergärten etc. begegnen, schutzlos ausgeliefert. Ihre Intimsphäre und ihr Schamgefühl werden dadurch massiv verletzt. Wir haben als erste Maßnahme eine neue Protest-Aktion auf CitizenGO gestartet.

Verantwortlich für die . . .

Tags: Kinderschutz 

Demo für Alle

An über 65.000 öffentlichen Plakatwänden hängen schon wieder (halb-)nackte Comic-Figuren in vulgären Posen und laden zum wilden Treiben ein. Kinder und Jugendliche sind den anzüglichen Darstellungen und Slogans, denen sie tagtäglich an Bushaltestellen, vor Schulen, Kindergärten etc. begegnen, schutzlos ausgeliefert. Ihre Intimsphäre und ihr Schamgefühl werden dadurch massiv verletzt. Wir haben als erste Maßnahme eine neue Protest-Aktion auf CitizenGO gestartet.

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SPÖ Personalvertreterin der Lehrer tritt zurück

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Nach Islam-Sager: Wut-Lehrerin tritt zurück

Wut-Lehrerin bricht Tabu zu Islam

Brennpunktschulen

Wut-Lehrerin bricht Tabu zu Islam

 

Eigentlich ist Lehrerin Susanne Wiesinger überzeugte Gewerkschafterin. Aber nach ihren offenen Worten über den wachsenden Einfluss des Islam an Wiener Schulen erhielt sie aus den eigenen Reihen heftige Kritik. Der Grund: Tabu-Bruch. Sie spricht etwas aus, das man in der Gewerkschaft lieber unter den Teppich kehrt. Im Interview mit der Rechercheplattform Addendum spricht sie über die Parteizwänge der roten Lehrer-Gewerkschaft. In der sozialdemokratischen Lehrer-Gewerkschaft wird Kritik am Islam ungern gehört. Auch wenn „die Lehrer, die Gewerkschafter von der Gewalt und Probleme mit muslimischen Schülern wissen.“ Darüber sprechen soll sie aber nicht.

 

Wiesinger ist seit sieben Jahren die oberste Personalvertreterin in Österreichs größtem Schulbezirk. Sie kennt die Situation an den Wiener Schulen. Als sie mit offenen Worten über den Islam-Einfluss spricht, bekommt sie harten Gegenwind von Gewerkschaftskollegen. „Das Thema ist von Schwarz besetzt“, findet Wiesinger ein Argument, warum sie in der Gewerkschaft unverstanden blieb. Für die Roten entweder kein Thema oder ein zu heikles. „Ich mache das nicht mehr mit, und das habe ich auch gesagt, dass ich diese Geiselhaft mit der Parteipolitik nicht mehr aushalte, körperlich nicht mehr aushalte. Man muss so viel wegstecken, bei so viele Dingen denken: ,Jessas, was ist das jetzt wieder bitte?‘“

Statt sich mit Gewalt, fehlender Integration und Brennpunktschulen zu beschäftigen, rede man lieber über Banales. „Wir beschäftigen uns damit, auf welchem Papier man das Semesterzeugnis druckt, ob man das jetzt auf Adlerpapier druckt, machen das alle? Ich habe geglaubt, ich bin im falschen Film. Stunden ging die Diskussion, auf welchem Papier man ein Zeugnis druckt. Am liebsten hätte ich es auf Klopapier gedruckt, weil es ganz egal ist, es geht um was ganz anderes.“

Wiesinger glaubt, dass die Debatte über den wachsenden Einfluss des Islam an den Schulen in der Gewerkschaft Tabu-Thema sei. Es ist nicht auf Parteilinie. Daher sieht sie für sich keine Zukunft mehr in der Gewerkschaft.

23. März 2018 13:28
http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Wut-Lehrerin-bricht-Tabu-zu-Islam/327234026
Tags: Erziehung – KindererziehungGesetze ÖsterreichGewalt – Islam – Kinder – Schüler – KindeswohlgefährdungKindheitEntfremdung – Islamisierung – Radikalisierung – Gehirnwäsche

Lehrerin bricht Schweigen – Islamische Einflüsse an Schulen . . .

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Susanne Wiesinger, seit 25 Jahren Lehrerin in Wien-Favoriten bricht ihr Schweigen
Video:

Jeder zweite Schüler hat in Wien bereits einen Migrationshintergrund. Lehrkräfte und Schuldirektoren warnen: Der Einfluss des Islam werde größer, viele muslimische Schüler würden sich immer weiter von der Gesellschaft entfernen.

Die Scharia ist für viele meiner Schüler sicherlich höherstehend
Die Scharia ist für viele meiner Schüler sicherlich  höherstehend.

Eine Video-Reportage über die Probleme mit islamischen Kindern an Wiener Pflichtschulen. Mehr Geschichten zum Brennpunkt Schule gibt’s hier: https://add.at/024 Folge Addendum auf Facebook: https://add.at/daswasfehlt Oder auf Twitter: https://twitter.com/daswasfehlt Whatsapp: https://add.at/whatsapp Newsletter: https://add.at/newsletter

Tags: Radikalisierung – Entfremdung – Migration – Integration – Jugendliche

Sa.17.Juni 2017 – Marsch für die Familie in Wien

Leibliche Eltern aufgepasst – Der Genderwahnsinn muss ein Ende haben!

Marsch für die Familie
  • Unantastbares Lebensrecht ab Empfängnis
  • Ehe zwischen Mann und Frau
  • Maximale Hilfe für Schwangere in Notlagen
  • Müttergehalt statt Abschiebung in Kinderkrippen
  • Gegen den Gender-Wahn
  • Schutz vor Zwangssexualisierung in Kindergarten und Schulen
  • Alleiniges Erziehungsrecht der Eltern
  • Kein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare

 

Start: Auftaktkundgebung: Albertinaplatz

Redner:
Ján Čarnogurský, ehemaliger Ministerpräsident der Slowakei
Chorepiskopos Prof. Dr. Emanuel Aydin, Seelsorger der Syrisch-orthodoxen Christen in Österreich
Dr. Marcus Franz, Abgeordneter zum Nationalrat (parteilos)
Georg Immanuel Nagel (Verein OKZIDENT, ehemaliger PEGIDA-Sprecher)
Mag. Christian Zeitz (Wiener Akademikerbund)
Dr. Alfons Adam (PRO VITA)
u.a.

http://www.marschfuerdiefamilie.at/
Tags: Demo – Kundgebung – Christen – Katholiken – Marsch für die Familie – Familienmarsch – Familie – Familienrecht- Veranstaltung

Königin Silvia zu Konferenz in Wien eingetroffen

Foto: APA/HERBERT NEUBAUER   Königin Silvia von Schweden mit Familienministerin Sophie Karmasin

Die internationale Konferenz gegen Gewalt an Kindern befasst sich mit entsprechenden Schutzmaßnahmen.

Im Wiener Schloss Wilhelminenberg ist am Mittwoch eine internationale Konferenz gegen Gewalt an Kindern eröffnet worden. Auf Einladung von Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) nahmen rund 200 Regierungsvertreter von 70 Nationen, unter ihnen die schwedische Königin Silvia, die Staatspräsidentin von Malta sowie rund 30 Minister und Staatssekretäre, an der zweitägigen Tagung teil.
„Ich glaube, wir alle wünschen uns, dass wir heute nicht hier sein müssten, dass es keine Gewalt gegen Kinder gäbe. Aber das ist nicht der Fall“, sagte Königin Silvia von Schweden, die 1999 die World Childhood Foundation zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch gegründet hat, in der Eröffnungsrede. „Ich habe große Hoffnungen, dass uns diese Konferenz dem Ziel, diese Gewalt zu beenden, einige Schritte näherbringt.“

 In diesem Jahr jährt sich die Präsentation des UNO-Berichts zu „Gewalt am Kind“ in der UNO-Generalversammlung zum zehnten Mal. Damals gab es nur in 16 UNO-Mitgliedsstaaten klare gesetzliche Regelungen, die Gewalt an Kindern untersagten. Heute sind es 48 Nationen. Dennoch fehlen noch rund 150 Staaten, die die Kinderrechtskonvention bisher nicht in nationales Recht aufgenommen haben.

EU nur beim Thema Schulen eins

Innerhalb der EU haben laut Michael O’Flaherty, Direktor der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte, zwar alle 28 Mitgliedstaaten ein Verbot körperlicher Gewalt in Schulen gesetzlich verankert, aber nur 20 Staaten in allen Bereichen, auch in der Familie. „Das ist nicht genug“, betonte er.

Karmasin: "2,2 Milliarden gute Gründe für das EintFoto: Aigner/BMFJ  Innenminister Sobotka, Königin Silvia, Familienministerin Karmasin und Justizminister Brandstetter

„Gewalt darf niemals Teil der Erziehung sein und ist kategorisch abzulehnen“, betonte auch Karmasin. Dennoch sei sie nach wie vor in unserer Gesellschaft präsent. In den vergangenen Jahren sei zwar gesetzlich viel geschehen, um Kinder zu beschützen, aber man sei noch nicht am Ende des Wegs, meinte auch Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP). Die Gesetzgebung sei zwar entscheidend, es zähle aber auch zur Verantwortung eines Staats, Eltern mit der Erziehung nicht alleine zu lassen. „Gewalt gegen Kinder, vor allem sexueller Missbrauch, ist wahrscheinlich eine der größten strafrechtlichen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit“, so Brandstetter.

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) betonte, dass Prävention der wichtigste Schlüssel gegen Gewalt in der Familie sei: Deshalb seien etwa auch 300 Polizisten gemeinsam mit Pädagogen in Österreichs Schulen und Kindergärten unterwegs, um Anzeichen von Gewalt früh zu erkennen.

1 Milliarde Kinder betroffen

„Eine Milliarde Kinder, also die Hälfte der Kinder dieser Welt, leiden unter einer Art von Gewalt, sei es körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt“, sagte Marta Santos Pais, UN-Sonderbeauftragte zu Gewalt gegen Kinder. Nur zehn Prozent der Heranwachsenden weltweit lebten in Staaten, in denen jede Form körperlicher Züchtigung gesetzlich verboten sei. „Unser Ziel ist Null Toleranz gegenüber Gewalt gegen Kinder.“

Im Rahmen der Konferenz, die vor zwei Jahren erstmals in Stockholm stattfand und unter dem Titel „Am Weg in Richtung einer Kindheit frei von körperlichen Strafen“ steht, soll eine Resolution beschlossen werden, die alle Staaten dieser Welt aufruft, die gewaltfreie Erziehung von Kindern gesetzlich zu verankern.

Tags: Familienrecht

Islam-Kindergärten – „Terror wird gepredigt“ – Islam-Experte

Amer Albayati:

„Terror wird gepredigt“

© getty

Amer Albayati: „Radikal-Islamisten sofort stoppen“

 

ÖSTERREICH hat mit seiner Forderung nach einem Verbot der radikalen Islam-Szene eine heftige Diskussion losgetreten. Nun stellte sich die „Initiative Liberaler Muslime in Österreich“ als erste islamische Gruppe hinter unsere Forderungen: „Wir wollen ein generelles Verbot der Muslimbrüder und anderer radikaler Islamisten und ihrer Strukturen in Österreich“, sagt Amer Albayati, Islam-Experte und Präsident der Initiative: „Wir brauchen Studien zu islamistischen Einflüssen in Kindergärten, im Islam-Unterricht an öffentlichen Schulen und in Moschee-Vereinen.“

Morddrohungen. Albayati kennt die Austro-Islam-Szene, deckte zahlreiche Hassprediger auf. Mehr als 1.000 Todesdrohungen von IS-Fanatikern hat er erhalten, darüber schrieb er ein Buch. Er behauptet: „Der Terror kommt direkt aus den Moscheen. Jetzt müssen eindeutige Signale gesetzt und eine harte Politik betrieben werden, um radikale Islamisten und ihre Netzwerke zu verbieten.“ Und: „Niemand darf Religionen verbieten – aber die Ausübung von Religionen muss unserer Verfassung und unseren Gesetzen entsprechen“.    (wek)

Amer Albayati, Präsident der Liberalen Muslime in Österreich:

›Radikal-Islamisten sofort stoppen‹

ÖSTERREICH: Sie unterstützen ÖSTERREICH-Herausgeber Fellner in seiner Forderung nach Verbot der radikalen Islam-Szene. Warum?

Amer Albayati: Weil er als einer der wenigen Journalisten die Probleme offen anspricht und recht hat. Terror wird in der radikalen Islam-Szene in Österreich ungestraft gepredigt, verharmlost, mit Parallelgesellschaften gefördert.

ÖSTERREICH: Wie radikal sind die Imame und Islam-Lehrer in Österreich?

Albayati: 80 Prozent sind sehr gut, aber zehn Prozent sind salafistisch, national-fundamentalistisch, fünf Prozent sind radikale Islamisten, weitere fünf Prozent Anhänger des IS. Von den letzten fünf Prozent sind ein bis zwei Prozent zum Terror bereit. Allein ich habe zuletzt bis zu 1.000 Todesdrohungen erhalten. Das zeigt das Gewaltpotenzial.

ÖSTERREICH: Warum gibt es in der islamischen Gesellschaft keine Eigenkontrolle?

Albayati: Es ist höchste Zeit, nicht nur die Kindergärten, sondern die gesamte Islam-Gesellschaft in Österreich einer kritischen Studie zu unterziehen. In den Moscheen werden Parallelgesellschaften herangezogen. In Kindergärten werden die Kleinen mit Dogmen vollgestopft, müssen mit vier, fünf Jahren Kopftuch tragen.

ÖSTERREICH: Ihre Forderung?

Albayati: Verbot der Muslimbruderschaft und radikal-islamischen Glaubensgemeinschaft. Wir brauchen Studien zu islamischen Einflüssen in Kindergärten, im Unterricht, in Moscheevereinen. Niemand will die Religion verbieten, aber die radikal-islamische Szene gehört sofort gestoppt. Islam ist bei uns zum Geschäft verkommen.

 

29. März 2016 23:27

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/Amer-Albayati-Radikal-Islamisten-sofort-stoppen/229775800