Kinderschänder – Marc Dutroux: Belgiens «Monster» wird 60

Marc Dutroux: Belgiens «Monster» wird 60

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Der belgische Sexualstraftäter und Mörder Marc Dutroux sitzt längst hinter Gittern. Lebenslänglich. In Vergessenheit ist er dennoch nicht geraten – der Fall beschäftigt das Land noch immer. Heute, am 6. November 2016, feiert er seinen 60. Geburtstag.

Am 6. November 1956 kam Marc Dutroux in Elsene in der Region Brüssel zur Welt. Seine Eltern waren beide Lehrer. Aufgewachsen ist er mit drei jüngeren Brüder und einer jüngeren Schwester im damaligen Belgisch-Kongo, bis die Familie nach der Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonie 1960 nach Belgien zog. Gewalt war offenbar schon in Dutroux‘ Kindheit sehr präsent – sein Vater schlug ihn und den Rest der Familie oft wegen Kleinigkeiten. Marc Dutroux fiel schliesslisch bereits als Neunjähriger in der Schule als Schläger auf, nur wenig später verkaufte er ausserdem gestohlene Mofas und pornographische Bilder.

1971 verbrachte Dutroux‘ Vater mehrere Monate unfreiwilllig in einer Klinik, dann liess er sich von seiner Frau scheiden, weil er sie für seinen Klinikaufenthalt verantwortlich machte. Daraufhin übernahm Marc Dutroux immer mehr die Rolle eines herrschsüchtigen, gefühlskalten Familientyrannen und schlug auch seine Mutter und seine Geschwister, bis er einige Monate nach der Scheidung seiner Eltern im Alter von 16 Jahren sein Zuhause verliess.

1976 heiratete er seine erste Frau, mit der er ein Kind hatte – nach wiederholter Gewalt kam es 1983 zur Scheidung. Zu dieser Zeit hatte Dutroux bereits eine Affäre mit seiner späteren Komplizin Michelle Martin, mit der er drei eigene Kinder hat.

Zahlreiche Justiz-Pannen

1984 fand man nahe Brüssel die Leiche einer jungen Frau, mit der Dutroux später in Verbindung gebracht wurde, da Zeugen von einem «Marc aus Charleroi» berichteten, mit dem das Opfer bekannt gewesen sei, jedoch blieb der Fall ungeklärt. Zwei Jahre später wurde Dutroux mit seiner Lebensgefährtin Michelle Martin wegen Entführung und Missbrauchs von fünf jungen Frauen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren verhaftet. 1989 wurde Dutroux daraufhin zu 13 Jahren und sechs Monaten Freiheitsentzug verurteilt, Michelle Martin zu fünf Jahren. Im gleichen Jahr heirateten die beiden im Gefängnis. 1992 wurde Dutroux begnadigt, nachdem er drei Jahre im Gefängnis verbracht hatte. Seine Mutter sprach sich in einem Brief an den Gefängnisdirektor dagegen aus. Auch Experten hatten vor dem Mann gewarnt. Sie alle sollten Recht behalten.

Dutroux führte seine Gräueltaten fort: Sechs Mädchen und junge Frauen hatte der Belgier Dutroux in den 90er Jahren bei Charleroi entführt, in einem Kellerverlies gefoltert und vergewaltigt. Vier von ihnen starben. Vor zwanzig Jahren, am 13. August 1996, wird der Mann verhaftet. Belgien ist noch immer mit der Bewältigung des Falls beschäftigt.

Dabei ist auch das Urteil gegen Dutroux schon mehr als ein Jahrzehnt her. 2004 bekommt der 60-jährige eine lebenslange Freiheitsstrafe. Immer wieder versucht er, vorzeitig entlassen zu werden. Bislang vergeblich. Seine Komplizin und Ex-Frau ist mittlerweile frei.

Diese Mordfälle sind nach wie vor ungelöst

Zeugen sterben unter mysteriösen Umständen

Später, nach seiner Verhaftung, gelingt ihm bei einem Gerichtstermin für ein paar Stunden die Flucht. In der Verhandlung gesteht Dutroux nur, was ihm auch nachgewiesen wird. Der Journalist Piet Eekman recherchiert in der ZDF-Reportage «Die Spur der Kinderschänder», dass mehr als zwanzig Zeugen unter mysteriösen Umständen gestorben sind. Verschwörungstheorien lassen da nicht lange auf sich warten.

Bis heute werden immer wieder neue Schauergeschichten erzählt. Anlässlich des Jahrestags der Festnahme am 13. August 2016 führt das Magazin der belgischen Tageszeitung «Le Soir» ein Interview mit dem ehemaligen Anwalt des Sexualstraftäters. Der Jurist will wissen: eine unterirdische Kolonie entführter Kinder – das sei die Idee von Dutroux gewesen.

In Belgien wird die Affäre zu einer der «dunklen Episoden der jüngeren Geschichte» gezählt, wie etwa die Nachrichtenagentur Belga schreibt. Dieses «Dunkle» reizt aber nicht nur die Medien – die belgische Auseinandersetzung findet längst auch im Serienprogramm und auf der Bühne statt.

Eine gruselige Geschichte eines Sexualstraftäters, der Nachbarn in Schrecken versetzt und Ermittler an ihre Grenzen bringt, können sich die Belgier zu Hause im Fernsehen anschauen. Die Macher der von Kritikern gelobten Serie «Ennemi public» – Staatsfeind – des Senders RTBF haben sich von dem Fall Dutroux inspirieren lassen.

Eine ungewöhnliche Form der Auseinandersetzung, mit der er sich nicht nur Freunde machte, fand der Schweizer Theater-Regisseur Milo Rau. Er inszenierte die Geschichte von Dutroux im Mai für ein Festival in Brüssel – seine Schauspieler: bis auf einen Erwachsenen ausschliesslich Kinder.

05.11.2016 – 23:45, cor/dpa

https://www.bluewin.ch/de/news/vermischtes/2016/11/2/der-belgische-Sexualstraftaeter-und-Moerder-Marc-Dutroux-wird-60.html

 

Vater von Eefje, verklagt die Kinder von Marc Dutroux, Michelle Martin auf Schadensersatz

20 Jahre nach der Tragödie

Vater von Eefje zieht gegen Kinder von Dutroux-Martin vor Gericht

Jean Lambrecks. Foto: belga

Jean Lambrecks, der Vater von Eefje, verklagt die Kinder von Marc Dutroux und Michelle Martin auf Schadensersatz.

Martin, die inzwischen insolvent ist, lehnte im Jahr 2000 das Erbe ihrer Großmutter ab, zu Gunsten ihrer Kinder. Das Erbe mit einem Gesamtwert von ca. 200.000 Euro ging somit an ihre Kinder. Lambrecks versucht nun über die Kinder die Schadensersatzzahlungen, die Martin aufgrund ihrer Insolvenz nicht leisten kann, einzutreiben.

Beinahe 20 Jahre ist es nun her, dass Eefje Lambrecks und ihre Freundin An Marchal verschwanden und später im Haus von Marc Dutroux gefunden wurden.

14.08.2015 12:26
http://www.grenzecho.net/ArtikelLoad.aspx?aid=29a1639c-01d7-48be-bd8a-1e7227a5da27

Kinderschänder – Ex-Frau von Dutroux – wird ihr Kloster verlassen

Die Ex-Frau von Dutroux wird ihr Kloster verlassen


Michelle Martin
Michelle Martin. [ARCHIV AFP]

Michelle Martin, die Ex-Frau von Marc Dutroux, die bedingte Entlassung dort zwei Jahre wird das Kloster von Malonne in Belgien für eine neue Adresse lassen.

„Frau Martin erhielt die Erlaubnis, den Wohnort wechselt. Sie, so scheint es, wollte für den Umzug vorzubereiten kündigte das Kloster von Klarissen und die Anforderung für sie zu haben, um eine alternative Unterkunft zu finden“, sagte der Generalstaatsanwalt von Mons zu einem belgischen Medien am Donnerstag.

Die Klarissen, die jetzt bilden eine Gemeinschaft von neun Menschen verlassen das Kloster entwachsen sie aber geheim halten ihrem nächsten Ziel. Michelle Martin soll in Belgien, wo sie Jura studiert bleiben.

Michelle Martin wurde als Teil der Dutroux-Affäre zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Seine Zukunft Wohnsitz nicht in dem Maße, dass die Dutroux-Affäre immer noch Aufsehen erregt in Belgien bekannt. Die Sicherheitskräfte wollen unter allen Umständen vermeiden eine Demonstration der Stärke.

 

Von Direct Matin, veröffentlicht 14. August 2014 um 10:47