„Sadistische Arschlöcher“ – Pädos – Kindesmissbrauch – Sexualisierte Gewalt

„Maischberger“-Talk über Kindesmissbrauch

Wer sind die „sadistischen Arschlöcher“ ?"Maischberger" über Kindesmissbrauch: Wer sind die "sadistischen Arschlöcher"?. "Maischerberger"-Talk zum Thema Kinderhandel und Kindesmissbrauch. (Quelle: WDR; Max Kohr)

„Maischerberger“-Talk zum Thema Kinderhandel und Kindesmissbrauch. (Quelle: WDR; Max Kohr)

Eine Talkshow ohne Zoff – das gibt es im deutschen Fernsehen kaum. Gestern lag es am Thema, das die fünf bedrückten Gäste von Sandra Maischberger diskutierten: „Sexobjekt Kind: Kampf gegen organisierten Missbrauch“.

Wer sind die „sadistischen Arschlöcher“, die sich vernetzen, um gemeinsam Kinder zu missbrauchen, fragt Andreas Huckele, Missbrauchsopfer der Odenwaldschule. Im vorausgegangenen Film „Operation Zucker. Jagdgesellschaft“ des ARD-Themenabends sind es ein Staatssekretär, ein Bauunternehmer, ein Verfassungsschützer, ein Arzt, ein Künstler.

Die Cliquen einflussreicher Männer

Gar nicht so unrealistisch, stellt der ehemalige Kriminalhauptkommissar Manfred Paulus klar. Es seien nicht zwangsläufig Pädophile, sondern hochgradig organisierte Cliquen einflussreicher Männer, die Babys und Kinder beispielsweise in Tschechien kauften. Die unregistrierten Kinder würden jemandem anvertraut, der sie abrichte und zu den Männergesellschaften bringe. Selbst eigene Kinder würden missbraucht.

Die Pädophilen unter ihnen würden ihre Orientierung schon in der Jugend entdecken. Schon früh suchten sie Schutz vor Enttarnung, so Paulus. “Und der beste Schutz ist gesellschaftliche Achtung. Viele der Täter machen Karriere. Wer in der Kirche in der ersten Reihe sitzt, ist unauffälliger als der, der die Kirche nur von außen kennt”, erklärte Paulus.

+++ Faktencheck: Kinderhandel in Deutschland – niemand weiß, wie viele Opfer es gibt +++

Bewährte Experten

Maischbergers Gäste tauchten in den letzten Jahren immer wieder als Experten bei Missbrauchsskandalen auf: Julia von Weiler, Psychologin der KinderschutzorganisationInnocence in Danger„, Johannes-Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung, Manfred Paulus, ehemaliger Kriminalhauptkommissar, Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen und Andreas Huckele, Missbrauchsbetroffener.

Es sind einige Skandale, auf die diese Runde zurückschaut: Odenwaldschule, Edathy-Affäre, der Fall Dutroux, Missbrauch in den Kirchen, jüngst bei den Regensburger Domspatzen.

Kinder werden mit Drogen und Folter gefügig gemacht

Die Ermittler wissen einiges über die Täter, trotzdem sind sie selten in der Lage, sie zu fassen. Drogen, Medikamente oder Folter würden die Kinder gefügig machen, wissen die Experten. Auf diese Weise würden dissoziative Persönlickeiten erzeugt, die diesen Horror aushalten könnten. Diese Persönlichkeitsstruktur der Opfer mache es allerdings später schwer, verwertbare, glaubhafte Zeugenaussagen zu erhalten, sagte von Weiler. Die Glaubwürdigkeit von Kindern werde generell oft in Zweifel gezogen.

Die Verfahren blieben meist in den Ermittlungen stecken, erklärte Johannes-Wilhelm Rörig. „In den Gerichtssälen tauchen diese Fälle nicht auf“, weiß Gisela Friedrichsen, Gerichtsreporterin des „Spiegel“. Wer sich engagiere, dem werde häufig Hysterie, unsaubere Recherche und ein Tunnelblick unterstellt, so der Konsens der Runde.

Aktionen gegen Kindesmissbrauch

Rörig plädierte dringend für Aussteigerprogramme, um die Betroffenen von den Gruppen abzukoppeln. Paulus fordert schon lange eine Anzeigenpflicht für Missbrauchsfälle, zum Beispiel für Ärzte trotz Schweigepflicht. Huckele will die Verjährungsfristen für Täter abgeschafft sehen und bleibt pessimistisch: „Einem Großteil unserer Politiker sind die Kinder egal.“

Ernüchternd auch Friedrichsens Klarstellung, warum Steuerhinterzieher oft höhere Strafe erhalten als Kinderschänder: „Steuerhinterziehung können Sie berechnen, bei sexuellem Missbrauch müssen Sie sich unendlich Mühe geben.“

„Sexualisierte Gewalt ist ein Grundrisiko einer Kindheit in Deutschland“

Hängen bleiben Sätze wie „wenn Sie davon wach werden, dass der Schulleiter am Penis saugt, ist das ein Schock“. Das sagte Huckele und ergänzte: „Sexualisierte Gewalt als Kind fühlt sich permanent an, als würde es jetzt passieren, unter Umständen für den Rest des Lebens. Sie fühlen sich verlassen – vom Täter und von allen anderen Erwachsenen. Das öffnet die Tür zur Heiligen Dreifaltigkeit des Horrors.“ Die Kinder würden regelrecht einfrieren durch den Schock. Erst nach und nach habe Huckele Worte dafür gefunden, was in der Odenwaldschule sowieso alle wussten.

Erschreckend auch Rörigs Einschätzung: „Sexuelle Gewalt ist derzeit ein Grundrisiko einer Kindheit in Deutschland. Wir wissen, wie wir die Kinder schützen können, tun es aber nicht.“ Oder die Aussage von Julia von Weiler: “Sexualisierte Gewalt macht etwas ganz Perverses mit den Kindern, sie verlieren die paradiesische Naivität. Sie verändert das Leben von jetzt auf gleich, unwiderruflich und für immer.

Sogar Täter im Chat

Ein Chat begleitete Film und Diskussion. Dort meldeten sich sogar Täter zu Wort. Für Experten nicht überraschend: Unverfrorenheit, gute Tarnung und mangelndes Schuldbewusstsein lässt sie so reagieren, erläuterte von Weiler solches Verhalten.

Moderatorin Sandra Maischberger hatte wenig Arbeit mit den Talk-Gästen – denn ihre Wut und Ohnmacht gegenüber dieser Taten einte sie.

Weitere Informationen:

  • kostenfreies Hilfetelefon 0800-2255530

21.01.2016, 07:51 Uhr | mmh, t-online.de

http://www.t-online.de/eltern/familie/id_76696182/-maischberger-ueber-kindesmissbrauch-wer-sind-die-sadistischen-arschloecher-.html
Tags: Pädo – Staatsanwalt – Ärzte – Video -Pädo – sadistische Arschlöcher

 

Johannes-Wilhelm Rörig ist  Missbrauchsbeauftragter  der  Bundesregierung

UBSKM (Unabhängig Beauftragter Sexuellen KindesMissbrauch  genannt – ist das zentrale Informationsportal für das Themenfeld des sexuellen Kindesmissbrauchs in der Bundesrepublik Deutschland)

Weitere Informationen zum Unabhängigen Beauftragten erhalten Sie hier:
www.beauftragter-missbrauch.de

Operation Zucker Jagdgesellschaft – Teil2 – 2016

Nach dem Erfolgreichen Film „Operation Zucker“ im Jahr 2012 gibt es 2016 eine Fortsetzung  

„Operation Zucker Jagdgesellschaft“

Fernsehfilm „Operation Zucker“ Was Kinderschänder anrichten

Der Film „Operation Zucker. Jagdgesellschaft“ blickt auf die schlimmsten Verbrechen an Kindern, die man sich vorstellen kann.
Er beruht auf Recherchen zu organisiertem Sadismus, der nicht erfunden ist.

Diese Sendung ist für Jugendliche unter 12 Jahren nicht geeignet!

Karin Wegemann hat das LKA nach den Geschehnissen von Operation Zucker verlassen und unterrichtet an einer Polizeischule. Eines Abends begegnet sie dem investigativen Journalisten Maik Fellner. Seit Jahren ist der Kinderhandel in Deutschland Fellners Thema, doch seine Artikel bewirken nichts. Fellner setzt Wegemann unter Druck, erzählt ihr von einer 14-jährigen Zeugin, die ihn auf die Spur eines Kinderhändlerrings in Potsdam gebracht hat. Die Hinweise sind so konkret, dass Wegemann sich dem nicht entziehen kann. Nachdem sie ihren Vorgesetzten davon überzeugen konnte, dass sie die nötige emotionale Stabilität mitbringt, lässt sie sich nach Potsdam versetzen.
20.01.2016 | 88:22 Min

Wer am Mittwochabend nach der „Tagesschau“ den Film im Ersten einschaltete, bekam schwere Kost zu sehen und hatte danach wohl auch einen unruhigen Schlaf, vor allem Eltern. Der Film „Operation Zucker. Jagdgesellschaft“ über einen Kinderschänderring in Potsdam, organisiert bis in höchste Kreise von Politik, Gesellschaft und Justiz hinein, mit Nadja Uhl und Misel Maticevic blickte auf die schlimmsten Verbrechen an Kindern, die man sich vorstellen kann. Das Unglaubliche daran: Der Film beruht auf Recherchen zu organisiertem Sadismus, das war von den Autoren Friedrich Ani und Ina Jung nicht frei erfunden. Das zeigte auch die Diskussion bei Maischberger im Anschluss an den Film.

Der Film begann mit Bildern wie aus einem Albtraum. Ein Junge im Wald, halb bewusstlos, er versucht davonzurennen. Am Seil, das um seinen Knöchel gebunden ist, wird er eingefangen. Ein Mann lässt sein Opfer kurz im Glauben, es könne entkommen, dann weidet er sich an seiner Todesangst. Ausschalten wäre die einzige Option gewesen. Das entspräche dem, was in Deutschland in Bezug auf Kinderhandel und Kinderprostitution geschieht, wenn man der Disussionsrunde bei Sandra Maischberger folgte: dem strukturellen Wegschauen.

Kinderhandel ist ein lukrativer Wirtschaftszweig, wie Waffen- und Drogenhandel. Mitten in Deutschland werden Kinder und – was im TV-Film am unglaublichsten war – Babys sexuell missbraucht und gequält. Rund 12 000 Straf- und Ermittlungsverfahren gibt es jedes Jahr hierzulande. Die Dunkelziffer ist viel höher. Laut Polizei kommen die Täter aus allen sozialen Schichten und sind oft gut vernetzt. 

Sandra Maischberger talkte im Anschluss an den Film "Operation Zucker: Jagdgesellschaft" zum Thema Kindesmissbrauch.Bild vergrößern

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Sandra Maischberger talkte im Anschluss an den Film „Operation Zucker: Jagdgesellschaft“ zum Thema Kindesmissbrauch. – SCREENSHOT: TSP

Andreas Huckele wurde als Kind im früheren Vorzeigeinternat Odenwaldschule fast täglich vom Schulleiter missbraucht. „Auch für mich ist es schwer“, sagt der Gymnasialleher und Buchautor als Gast bei Maischberger. Glücklicherweise könne er inzwischen zornig auf seine Peiniger sein: „Irgendwann habe ich gesagt, ich möchte leben, ich möchte nicht daran abkratzen.“ Dazu Johannes-Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung: „Was mich besonders betrübt, die Realität ist noch viel schlimmer, als das, was im Film gezeigt wurde.“

Sogar Babys werden an Kinderschänder verkauft. Was im ARD-Film angesprochen wurde, bestätigte die Talk-Runde: „Manche Kinder werden schon nach der Geburt verkauft und bleiben in diesen Kreisen als Ware“, sagt der Missbrauchsbeauftragte des Bundes. Er habe mit Betroffenen gesprochen: „Das sind Überlebende schlimmster Gewalt.“

Ex-Kriminalhauptkommissar Manfred Paulus sagt, er habe es mal mit einem Fall zu tun gehabt, in dem drei kleine Jungen aus Deutschland von ihrer Mutter an eine Gruppe Pädophiler verkauft worden seien. Sexueller Missbrauch finde mitten in Deutschland statt. Statistisch gesehen säßen in jeder Schulklasse ein bis zwei Schüler, die schon einmal Opfer von sexuellen Übergriffen geworden sind. Viele Fälle werden nicht aufgedeckt, weil Hinweise nicht erkannt wurden oder bewusst weggeschaut wurde. Wer einen Verdacht hat, „sollte den Schritt gehen und sich einen Eindruck verschaffen“. Es gebe Fachberatungen, man sollte dann auch zur Polizei gehen.

VIDEO ZUM ARTIKEL:

Missbrauchte Kinder in Pakistan schutzlos
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VIDEOS 21.01.2016 1:39 MIN  Missbrauchte Kinder in Pakistan schutzlos

Selten hat ein Fernsehabend so aufgewühlt. 5,46 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 16,5 Prozent) haben den ARD-Thriller mit seinem deprimierenden offenen Ende gesehen. Eine starke Quote, die nach einer Fortsetzung ruft. „Im Moment steht die Idee im Raum, aber eine konkrete Planung existiert nicht“, sagt ein ARD-Sprecher.

Stellt sich die Frage, warum das so sein muss, warum den Tätern so schwer das Handwerk zu legen ist, wie in „Operation Zucker“ gezeigt? Viele Täter seien Akademiker und in zum Teil hohen politischen oder wirtschaftlichen Positionen. „Sie suchen in jungen Jahren schon Schutz vor Verdacht, und sie entdecken: Der beste Schutz ist gesellschaftliche Achtung“, so Ex-Polizist Paulus.

http://www.tagesspiegel.de/medien/operation-zucker-was-an-dem-ard-film-ueber-kindesmissbrauch-wahr-ist/12860068.html

Tags: Familienrecht Pädo Familie Kinderhandel Kindesmissbrauch – Pädo Videos – Menschenhandel

Pädokriminalität um 28% gestiegen – Kindesmissbrauch

Kindesmissbrauch – und kein Ende

Erstausstrahlung

Text zuklappenLaut Bundeskriminalamt ist 2013 die Anzahl der Verfahren gegen pädokriminelle Straftäter um 28 Prozent gestiegen. Welche Erklärung gibt es dafür und für die zunehmende Härte der Verbrechen?

Gert Scobel und seine Gäste Gaby Breitenbach, Psychologin und Expertin für dissoziative Störungen als Folge extremer Gewalt, sowie Manfred Paulus, ehemaliger Kriminalhauptkommissar und Experte für Organisierte Kriminalität und Menschenhandel gehen dieser Frage nach.

Nach den Recherchen der 3sat-Redaktion “scobel” deutet vieles darauf hin, dass es mit dem Täterkreis selbst zu tun hat: “Es ist offensichtlich, dass (…) es einen großen Teil der Täter gibt, der kein ausschließlich pädophiles Interesse hat”, erklärte Professor Peer Briken, Direktor des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Während bislang vor allem Pädophile zum Kreis der “User” und Täter von Missbrauch gehörten, wird jetzt deutlich, dass der Täterkreis auch Gruppen umfasst, denen es nicht in erster Linie um sexuelle Motive geht.

Fest steht, dass es einen wachsenden “Markt” gibt, der eine Steigerung der “Professionalisierung” des “Angebots” zur Folge hat. Sowohl bei denen, die Nutznießer sind, als auch bei denen, die Kinder für pädokriminelle Straftaten beschaffen oder kinderpornografisches Material produzieren, handelt es sich keineswegs nur um Pädophile. Kinderpornographie ist zu einem illegalen Markt mit hohen Gewinnspannen geworden, von dem viele Täter profitieren – nicht zuletzt auch durch die großen Flüchtlingsbewegungen in Europa. Immer wieder verschwinden Kinder auf der Flucht nach und durch Europa.

Und: Kindesmissbrauch ist kein “Unterschichtenphänomen”, wie noch vor Jahren behauptet wurde. Die gut organisierten Täter stammen auch aus der Mitte und aus den oberen Schichten der Gesellschaft.

Die groß angelegten Aufklärungskampagnen scheinen in der Öffentlichkeit wenig ausgerichtet zu haben. Auch die zahlreichen Reportagen, Dokumentarfilme, Krimifolgen, Talkshows und Romane haben bislang für das Thema nicht ausreichend sensibilisiert, ebenso wenig wie die Aufarbeitung der Missbrauchsskandale in Kirchen und Schulen sowie Diskussionen und Fachtagungen.

Justiz und Polizei müssen zugeben, dass sie bei der Auswertung der ungeheuren Datenmengen des Beweismaterials hoffnungslos überfordert sind. Beinahe täglich werden auf beschlagnahmten Rechnern neue Dokumente des Missbrauchs gefunden. Doch es fehlen die Kräfte, diese Daten zu analysieren, die am Ende Aufschluss über Täter geben könnten.

Gert Scobel und seine Gäste fragen nach den vielfältigen Gründen für den erschreckenden Anstieg der Straftaten: Was sind also die tatsächlichen Hintergründe der erschreckenden Entwicklung? Wie groß ist das sogenannte Dunkelfeld – und wie umfangreich und mächtig sind die gut organisierten Täter-Netzwerke?

Gert Scobels Gäste sind:

Gaby Breitenbach, Psychologin, Psychotherapeutin und Expertin für dissoziative Störungen als Folge extremer Gewalt

Manfred Paulus, ehemaliger Kriminalhauptkommissar, Experte für Organisierte Kriminalität und Menschenhandel

17-09-2015

TV-Tipp Do. 17.09.2015 – 21 Uhr – 3Sat – Kindesmissbrauch – und kein Ende

Erstausstrahlung

Text zuklappenLaut Bundeskriminalamt ist 2013 die Anzahl der Verfahren gegen pädokriminelle Straftäter um 28 Prozent gestiegen. Welche Erklärung gibt es dafür und für die zunehmende Härte der Verbrechen?

Gert Scobel und seine Gäste Gaby Breitenbach, Psychologin und Expertin für dissoziative Störungen als Folge extremer Gewalt, sowie Manfred Paulus, ehemaliger Kriminalhauptkommissar und Experte für Organisierte Kriminalität und Menschenhandel gehen dieser Frage nach.

Nach den Recherchen der 3sat-Redaktion „scobel“ deutet vieles darauf hin, dass es mit dem Täterkreis selbst zu tun hat: „Es ist offensichtlich, dass (…) es einen großen Teil der Täter gibt, der kein ausschließlich pädophiles Interesse hat“, erklärte Professor Peer Briken, Direktor des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Während bislang vor allem Pädophile zum Kreis der „User“ und Täter von Missbrauch gehörten, wird jetzt deutlich, dass der Täterkreis auch Gruppen umfasst, denen es nicht in erster Linie um sexuelle Motive geht.

Fest steht, dass es einen wachsenden „Markt“ gibt, der eine Steigerung der „Professionalisierung“ des „Angebots“ zur Folge hat. Sowohl bei denen, die Nutznießer sind, als auch bei denen, die Kinder für pädokriminelle Straftaten beschaffen oder kinderpornografisches Material produzieren, handelt es sich keineswegs nur um Pädophile. Kinderpornographie ist zu einem illegalen Markt mit hohen Gewinnspannen geworden, von dem viele Täter profitieren – nicht zuletzt auch durch die großen Flüchtlingsbewegungen in Europa. Immer wieder verschwinden Kinder auf der Flucht nach und durch Europa.

Und: Kindesmissbrauch ist kein „Unterschichtenphänomen“, wie noch vor Jahren behauptet wurde. Die gut organisierten Täter stammen auch aus der Mitte und aus den oberen Schichten der Gesellschaft.

Die groß angelegten Aufklärungskampagnen scheinen in der Öffentlichkeit wenig ausgerichtet zu haben. Auch die zahlreichen Reportagen, Dokumentarfilme, Krimifolgen, Talkshows und Romane haben bislang für das Thema nicht ausreichend sensibilisiert, ebenso wenig wie die Aufarbeitung der Missbrauchsskandale in Kirchen und Schulen sowie Diskussionen und Fachtagungen.

Justiz und Polizei müssen zugeben, dass sie bei der Auswertung der ungeheuren Datenmengen des Beweismaterials hoffnungslos überfordert sind. Beinahe täglich werden auf beschlagnahmten Rechnern neue Dokumente des Missbrauchs gefunden. Doch es fehlen die Kräfte, diese Daten zu analysieren, die am Ende Aufschluss über Täter geben könnten.

Gert Scobel und seine Gäste fragen nach den vielfältigen Gründen für den erschreckenden Anstieg der Straftaten: Was sind also die tatsächlichen Hintergründe der erschreckenden Entwicklung? Wie groß ist das sogenannte Dunkelfeld – und wie umfangreich und mächtig sind die gut organisierten Täter-Netzwerke?

Gert Scobels Gäste sind:

Gaby Breitenbach, Psychologin, Psychotherapeutin und Expertin für dissoziative Störungen als Folge extremer Gewalt

Manfred Paulus, ehemaliger Kriminalhauptkommissar, Experte für Organisierte Kriminalität und Menschenhandel

17-09-2015
http://www.3sat.de/programm/?viewlong=viewlong&d=20150917&dayID=ClnDaN17&cx=104
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