Eine Mutter brachte ihre beiden Kinder um, weil sie nicht wollte, dass die Kleinen zurück ins Heim mussten.

R.I.P. Nicolas (5) und Alessia (2) – Flaach am 1. Januar 2015

Diese Gruppe steht dahinter – Jetzt kommt die Volksinitiative gegen die Kesb

Die Initianten wollen die Macht der Kesb beschneiden und Betroffene stärken.

Seit ihrer Gründung am 1. Januar 2013 stehen die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) in der Kritik. Die Gegner sagen, die Kesb eröffneten zu viele Fälle, entschieden über die Köpfe der Betroffenen hinweg – und verursachten immense Kosten.

Der Fall Flaach ZH befeuerte die Kritik: Eine Mutter brachte ihre beiden Kinder um, weil sie nicht wollte, dass die Kleinen zurück ins Heim mussten.

Nun organisiert sich der Widerstand. Eine Gruppe um Schriftstellerin Zoë Jenny (41), SVP-Nationalrat Pirmin Schwander (53) und Frauenrechtlerin Julia Onken (73) lanciert eine Volksinitiative. Im Juni soll sie der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Den Text hat die Bundeskanzlei bereits geprüft.

Die Kesb abschaffen will die Initiative nicht: Hauptziel ist, dass die Behörden weniger Macht haben und die Aufsicht verbessert wird.

«Die Kesb haben sich zu einer Art vierter Gewalt im Staat entwickelt, die keiner beeinflussen kann», sagt Schwander. «Es wird über die Köpfe von Kindern, Eltern und Senioren hinweg entschieden, ohne dass sie sich unmittelbar wehren könnten.»

Das wollen die Initianten ändern. Neu soll im Gesetz der Satz stehen: «Gegen den Willen der Betroffenen oder der ihnen nahestehenden Personen dürfen nur in begründeten Ausnahmefällen Entscheide getroffen werden.» Solche Ausnahmefälle seien zum Beispiel sexueller Missbrauch, Vernachlässigung, psychische oder physische Misshandlung.

Initiative will Willkür stoppen

«Wir sind dafür, dass die Behörden eingreifen, wo Kinder in Gefahr sind», betont Zoë Jenny. Doch die Kesb griffen heute ohne Not in Familien ein, träfen viele Entscheide superprovisorisch. «Dagegen gibt es keine Rechtsmittel.» Diese Willkür wolle die Initiative stoppen.

Die Kesb sollten künftig Dienstleister sein, die im Sinne der Bürger arbeiten. «Es braucht mehr Transparenz – gerade in diesem sensiblen Bereich, wo es um Kinder und Familien geht.»

Am 19. Juni präsentieren Jenny, Schwander und Onken ihre Initiative in Küssnacht SZ. Nach den Sommerferien wollen sie mit der Unterschriftensammlung beginnen.

Sie sind zuversichtlich, dass die nötigen 100000 Unterschriften zusammenkommen. Jenny: «Ich habe schon heute täglich Anfragen von Leuten, die einen Unterschriftenbogen möchten.»

Pirmin Schwander stand dem neuen Kindes- und Erwachsenenschutzgesetz von Anfang an kritisch gegenüber. Als einer von nur zwei Parlamentariern stimmte er 2008 gegen die Einführung. «Leider bewahrheiteten sich meine Zweifel», sagt er.

Auch im Kanton Schwyz macht er gegen die Behörden mobil: mit einer Volksinitiative, die die Stellung der Gemeinden gegenüber den Kesb stärken soll.

Lesen Sie auch Julia Onkens Kolumne im SonntagsBlick Magazin.

Von Katia Murmann

http://www.blick.ch/news/politik/diese-gruppe-steht-dahinter-jetzt-kommt-die-volksinitiative-gegen-die-kesb-id3812414.html

Tränen und Wut an KESB – Mahnwache

Tränen an der Mahnwache gegen «Kesb-Willkür»

Die Kesb-Gegner hielten ihre Tränen nicht zurück – und mit ihrer Kritik an der Kindeschutzbehörde nicht hinterm Berg.

Die Mahnwache für die getöteten Kinder wird zur Anti-Kesb-Demonstration. (Video: Roland Schäfli/Vincent Freigang)

Zahlreich waren am Freitagnachmittag dem Aufruf zur Mahnwache für die getöteten Kinder von Flaach nur die Medien gefolgt. Ansonsten stiess die Anti-Kesb-Veranstaltung auf vergleichsweise wenig Interesse. Mit auf dem Podium in Zürich: die Grosseltern der getöteten Kinder.

Dem Grossvater, Björn Kaiser, ist es ein Anliegen, dass der Fall nicht in Vergessenheit gerät. Trugen die Grosseltern still ihr Anliegen vor, so schrie Zoë Jenny ihre Anklage gegen die Kesb und ihre Kritik an der zuständigen Bundesrätin Simonetta Sommaruga förmlich heraus.

Die Basler Bestsellerautorin hat die Website www.kindergerechte-justiz.ch ins Leben gerufen und ruft jetzt öffentlich zum Widerstand gegen Behördenwillkür auf. Als Mutter einer vierjährigen Tochter fühlt sie sich von den Kesb-Beamten schikaniert, ist mit dem Besuchsrecht des Vaters nicht einverstanden.

Die Kin­des- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) stehen nicht erst seit dem Fall Flaach in der öffentlichen Kritik. «Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht», lautet der kämpferische Slogan einer Gruppe von Initianten, bestehend aus zwei Müttern und einem Vater, die die Entmachtung der Kesb fordert.

Die Gruppe schart nun via Facebook Gleichgesinnte um sich und konnte auch prominente Kesb-Gegner wie Julia Onken und Regula Stämpfli für ihre Sache gewinnen. Musiker Chris von Rohr, der die Behörde als «lebensfremde Institution» kritisiert, hatte sich angekündigt, musste der Veranstaltung aber wegen einer Wurzelbehandlung fernbleiben.

(ros), 13. März 2015 17:02; Akt: 13.03.2015 17:14

http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/Traenen-an-der-Mahnwache-gegen–Kesb-Willkuer–30670603
Tags: Jugendamt Schweiz

Fr.13.März 2015, 14h – Mahnwache Zürich – Opfer Jugendamt KESB

Mahnwache am 13. März 2015 von 14.00 – 17.30
in der Stadthausanlage Zürich

Wir trauern um die verstorbenen Kinder im Fall Flaach und fordern die Entmachtung der KESB.

Zoë Jennys Kinderrechts-Projekt:
–>
www.kindergerechte-justiz.ch

Tags:  Termine – Veranstaltungen – Demo – Mahnwache

Jugendamt – KESB – Autorin Zoë Jenny setzt sich mit ihrer kleinen Tochter Naomi (5) ins Ausland ab

Autorin Zoë Jenny setzt sich mit ihrer kleinen Tochter Naomi (5) ins Ausland ab – Flucht vor der Kesb!

SonntagsBlick: Frau Jenny, warum haben Sie die Schweiz verlassen?
Zoë Jenny:
Ich habe die Kindes-und Erwachsenenschutzbehörden öffentlich kritisiert und auf Missstände hingewiesen. Kurz nach meinem Auftritt in der TV-«Arena» erhielt ich einen Brief von der Kesb Ausserschwyz, dass man mir einen Erziehungsbeistand zur Seite stellen wolle. Als ob ich, weil ich mich gewehrt habe, eine schlechte Mutter wäre und nicht für meine Tochter sorgen könnte! Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht und gezeigt, wie diese Behörde Kritiker konsequent einschüchtert. Ich lasse mich aber weder terrorisieren noch mundtot machen.

Sie hatten Angst, dass man Ihnen Ihre Tochter wegnimmt?
Die Obhut ist schnell entzogen. Aber ich war auch entsetzt. In ­einem Land, wo man so mit ­Familien umgeht, will ich nicht leben. Man hat mich behandelt wie eine Kriminelle und mein Bild der Schweiz zerstört. Das macht mich sehr traurig.

Wie sehen Sie Ihr Heimatland heute?
Friedrich Dürrenmatt hat die Schweiz einmal als Gefängnis beschrieben. Ich sage: Mittlerweile ist die Schweiz eine Anstalt, und die Bevölkerung ist nach Ansicht der Behörden schwer erziehbar. Der Staat hat kein Vertrauen mehr in seine Bürger. Er mischt sich ungefragt und unbegründet in das Leben von Tausenden Familien ein. So ein Staat hat keine Zukunft.

Sie kritisieren die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden massiv. Aber auch das alte System der Vormundschaftsbehörden war nicht perfekt. Und bei verschiedenen Kesb heisst es, die Zahl der Obhutsentzüge sei zurückgegangen. 
Ich habe noch keine Zahlen gesehen, die mir das gezeigt hätten. Fakt ist: Seit Einführung der Kesb werden Fälle kreiert. Die Behörden nehmen Eltern heute viel zu schnell die Kinder weg. Das ist hochgefährlich und verwerflich. Gleichzeitig spriessen Firmen aus dem Boden, die Kinder an Heime und Pflegefamilien vermitteln und die Gutachten erstellen. Heime müssen schwarze Zahlen ­schreiben. Das viel zitierte Kindeswohl wird zur Geldmacherei missbraucht. Das sind Missstände, die ich nicht hinnehmen kann.

Es gibt durchaus Fälle, wo die Kesb eingreifen muss. Wenn die Eltern ihre Kinder misshandeln, alkohol- oder drogenabhängig sind.
Das stimmt. Aber in meinem Fall hätte man gar nichts machen müssen. Man hätte teure Arbeitsstunden und sinnlosen Papierkrieg sparen können. Aber sobald sich die Kesb einmischt, geht die Hölle los. Sie spielen ­Eltern systematisch gegeneinander aus, das habe ich auch mit meinem Ex-Mann erlebt. Dann sagen sie, die Eltern könnten nicht mehr miteinander kommunizieren und man müsse ­ihnen das Kind wegnehmen. Die Kesb entfremdet Kinder von den Eltern, sie zerstört Kindheiten.

Wo steht Ihr eigener Fall heute?
Grundsätzlich ist die Kesb nicht mehr zuständig, seit ich im Ausland lebe. Meine Anwältin hat nach meinem Wegzug vergeblich versucht, das Verfahren einzustellen. Stattdessen drohte man mir mit Sanktionen. Erst als sich SVP-Nationalrat Pirmin Schwander mit einem Brief an die Behörde wandte und ein Strafverfahren ankündigte, wurde der Fall augenblicklich geschlossen. Wenn das keine Willkür ist! Seit ich in Wien lebe und die Kesb nicht mehr involviert ist, habe ich übrigens wieder ein sehr gutes Verhältnis mit meinem Ex-Mann. Wir brauchen keine Anwälte mehr und regeln die Dinge selbst.

In Wien lebt Zoë Jenny zusammen mit ihrem Partner Manfredo (53). Er kommt aus Wien, auch seine Eltern und seine beiden Töchter aus erster Ehe leben dort. Jenny will in der österreichischen Hauptstadt glücklich werden – und führt ihren Kampf gegen die Kesb von dort aus weiter. Am nächsten Freitag organisiert sie eine Mahnwache in Zürich, an der auch die Psychotherapeutin Julia Onken (72) und der Rock-Musiker Chris von Rohr (63) teilnehmen. Dort will Jenny Unterschriften für eine Volksinitiative zur Abschaffung der Kesb sammeln. Der Text wird derzeit von Staatsrechtlern geprüft.

«Gefangen in der Anstalt Schweiz»

Gleichzeitig will Jenny den Fall Flaach ZH bis an den Euro­päischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg ziehen – und in Artikeln ausländischer Medien auf die Missstände in der Schweiz hinweisen. «Ich kämpfe auch aus dem Exil weiter», sagt Jenny. «Das bin ich den über 1000 Menschen, die mir bisher ihre unglaublichen Geschichten geschrieben haben, schuldig. Denn die meisten können es sich nicht leisten, auszuwandern wie ich. Sie sind gefangen in der Anstalt Schweiz. Es tut mir von Herzen leid für dieses schöne Land.»

Zoë Jennys Kinderrechts-Projekt: www.kindergerechte-justiz.ch

Mahnwache am 13. März 2015 von 14.00 – 17.30
in der Stadthausanlage Zürich

Wir trauern um die verstorbenen Kinder im Fall Flaach und fordern die Entmachtung der KESB. 

Publiziert: 08.03.2015, Von Katia Murmann (Text) und Regina Hügli (Fotos)

http://www.blick.ch/news/schweiz/autorin-zoe-jenny-setzt-sich-mit-ihrer-kleinen-tochter-naomi-5-ins-ausland-ab-flucht-vor-der-kesb-id3547707.html

Autorin Zoë Jenny setzt sich mit ihrer kleinen Tochter Naomi (5) ins Ausland ab: Flucht vor der Kesb! | Blick