Eigene Wohnungen für Patchwork u. Trennungseltern?

Wohnen nach der Trennung Mein, dein, unser Zuhause

Eltern, zwei Kinder, Reihenhaus. Für getrennte Familien passt das nicht mehr. Sie brauchen mehr Raum und flexible Grundrisse. Doch an guten Lösungen mangelt es.

© Plainpicture   Je zersplitterter die Familie, desto mehr Platz braucht sie.

Das Leben der Familie Schäfer ist kompliziert. Herr und Frau Schäfer haben zusammen zwei Töchter, Mia, 12, und Elisa, 15 Jahre alt. Vor vier Jahren haben sich die Schäfers getrennt und leben mittlerweile mit neuen Partnern zusammen – die jeweils eigene Kinder in die Beziehung mitgebracht haben. Außerdem trennen die beiden Patchworkfamilien 560 Kilometer: Mia wohnt bei der Mutter in Berlin, Elisa beim Vater in der alten Familienwohnung in einer kleinen hessischen Gemeinde. Deshalb steigt Elisa seit drei Jahren jede zweite Woche freitagnachmittags ins Flugzeug, um das Wochenende mit Schwester Mia, ihrer Mutter, deren neuem Partner und dessen Kindern in Berlin zu verbringen. An den anderen beiden Wochenenden im Monat macht sich Mia auf den Weg nach Hessen, zu ihrer Schwester Elisa und zur neuen Familie des Vaters.

Wie Familie Schäfer wollen viele Eltern trotz Trennung gemeinsam mit ihren Kindern wohnen und ihr Familienleben gestalten – und wählen dafür bisweilen ungewöhnliche Lösungen. Denn der gemeinsame Raum ist mehr als bloße Wohnfläche, er ist ein Zeichen von Zugehörigkeit. Nur gestaltet es sich in Zeiten steigender Mieten und Wohnungsmangel für diese Familien immer schwieriger, ihren Wohnraumbedarf zu decken.

Auch wenn die meisten beim typischen Familienhaushalt in Deutschland an Vater, Mutter und zwei Kinder im Reihenhaus denken, entspricht diese Vorstellung nicht der Realität. Etwa jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden. Rund 170.000 Scheidungen waren das laut Statistischem Bundesamt hierzulande im Jahr 2013, bei knapp der Hälfte waren minderjährige Kinder im Spiel.

In der Regel lebt ein Kind nach der Trennung hauptsächlich bei einem Elternteil, meist bei der Mutter. Den anderen Elternteil, meist den Vater, besucht es regelmäßig, etwa jedes zweite Wochenende. Neben diesem klassischen Residenzmodell stehen zwei weitere Modelle zur Auswahl: Beim Wechselmodell wohnt das Kind zu ungefähr gleichen Teilen abwechselnd bei Mutter und Vater. Hierzulande ist es die Ausnahme, schätzungsweise fünf Prozent aller getrennten Elternpaare leben so. Die dritte Option ist das Nestmodell: Die Kinder bleiben in der Familienwohnung, während beide Eltern wie Vögel im Wechsel ein- und ausfliegen. Dies sind Idealtypen, im Alltag probieren Familien Mischformen aus und passen sie immer wieder an ihre Lebenssituation an – die Lösungen sind so individuell wie die Familien selbst.

Wechselmodelle immer beliebter

„Wir gehen aber davon aus, dass das Wechselmodell als Wohnarrangement in Deutschland und international zunimmt“, sagt Michaela Schier. In Belgien und Italien ist das Wechselmodell schon jetzt die Norm. Schier ist sozialwissenschaftliche Geographin und untersucht, wie die Schäfers und andere Familien nach einer Trennung wohnen. Sie hat dazu ein Forschungsprojekt am Deutschen Jugendinstitut (DJI) geleitet. Denn das Residenzmodell entspricht nicht mehr der Lebensrealität vieler Eltern. Väter, die sich vor der Trennung viel um ihre Kinder gekümmert haben, sehen nicht ein, zum Wochenendpapa degradiert zu werden, nur weil sie sich mit der Mutter des Kindes nicht mehr verstehen. Und Mütter, die arbeiten gehen, müssen dann Kind und Job allein vereinbaren und fordern vom Ex-Partner mehr Engagement bei der Erziehung ein.

Eine Rolle spielt auch das Recht: Seit 1998 bekommen Mann und Frau in der Regel das gemeinsame Sorgerecht für ihre Kinder, vorher wurde es meist der Mutter zugesprochen. Auch unverheiratete Partner verständigen sich nach einer Trennung oft darauf. Durch ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs dürfen Familiengerichte nun auch in Deutschland das Wechselmodell anordnen.

Welches Modell Eltern umsetzen, hängt auch davon ab, wie weit sie auseinander leben. Laut einer DJI-Studie wohnten die Eltern in mehr als einem Drittel der Fälle nach der Trennung im selben Ort, in knapp 14 Prozent der Fälle konnten die Kinder innerhalb von 15 Minuten zu Fuß von Mutter zu Vater laufen. „Einige Eltern haben uns erzählt, dass sie ganz bewusst in dieselbe Nachbarschaft gezogen sind, weil sie ein Wechselmodell leben wollten“, berichtet Schier. „Die Eltern haben zum Teil gemeinsam Wohnungen gesucht, ums Eck oder sogar im gleichen Haus.“ In 42 Prozent der Fälle waren die Wohnungen zwar in verschiedenen Kommunen, aber innerhalb einer Stunde Fahrzeit erreichbar, bei 23 Prozent überschreitet die Wohnentfernung eine Stunde Fahrtzeit – für sie kommt vor allem das Residenzmodell in Frage.

Der Trend geht zum zweiten Kinderzimmer

Wenn nach einer Trennung aus einem Haushalt zwei werden, steigt der Bedarf an Wohnungen. Wer das Nestmodell wählt, braucht sogar drei Unterkünfte – eine für die Familie, eine für die Mutter, eine für den Vater. Schier berichtet von einem Vater aus Deutschland, der für die Besuche seiner Tochter in Spanien ganzjährig eine Wohnung vor Ort gemietet hat. Geld spielt für diese Familie keine Rolle, für die meisten anderen schon. Der höhere Raumbedarf macht das Wohnen für getrennte Familien teurer – auch das Leben als Patchworkfamilie muss man sich leisten können. Nicht selten werden Familien nach einer Trennung ärmer, weil die Lebenshaltungskosten für beide Seiten steigen, gerade in den Großstädten mit horrenden Mieten. „Für viele verschlechtert sich die Wohnsituation nach einer Trennung erst mal, häufig für den Elternteil, der auszieht, manchmal auch für beide, weil es ökonomische Einschnitte gibt und einer allein die Wohnung nicht halten kann“, sagt Schier.

Außerdem brauchen Familien größere Wohnungen, wenn sie sich trennen. Insgesamt steigt der Bedarf an Wohnfläche und Wohnungen also auch deshalb, weil immer mehr Familien in Trennung oder als Patchworkfamilien leben. Viele Väter mieten mehr Quadratmeter, damit ihre Kinder ein eigenes Zimmer bekommen – auch wenn sie nur jedes zweite Wochenende bei ihnen wohnen. Da Wechselmodelle beliebter werden, verstärkt das den Trend zum Kind mit zwei Kinderzimmern. Besonders Patchworkfamilien benötigen viel mehr Platz, wenn sie zusammenziehen. So war es bei den Schäfers. Frau Schäfer und ihr neuer Partner brauchten auf einmal vier Kinderzimmer: jeweils eines für ihre jüngste Tochter und den Sohn ihres Freundes, die hauptsächlich bei ihnen wohnen, eins für ihre ältere Tochter, die jedes zweite Wochenende dazukommt, und eins für seine Tochter, die nur hin- und wieder da ist.

Das eigene Kinderzimmer dient dabei nicht nur zum Schlafen und Spielen, es erfüllt eine wichtige symbolische Funktion: „Gerade für Eltern, deren Kind nur selten Zeit bei ihnen verbringt, ist es wichtig, dem Kind so zu zeigen: ,Ich hab dich lieb, du gehörst zu uns, du bist auch hier zu Hause!‘“, betont Schier. „Wohnraum fungiert häufig als Anzeiger von Liebe.“ Kinder bleiben durch ihre Zimmer auch dann beim Elternteil oder in der neuen Familie präsent, wenn sie nicht da sind. Gerade für Patchworkfamilien ist es schwierig, kein Kind durch die Aufteilung der Zimmer zu benachteiligen. Kommen neue Geschwister hinzu, gibt es Konkurrenz um Räume: Wer hat das Recht, wo zu sein, wer gehört dazu, wer darf was mitgestalten? „Oft verbringt ein Kind mehr Zeit in dieser Familie als das andere. Hier ist entscheidend, wie die Eltern die Wohnsituation kommunizieren, damit sich das Kind als Familienmitglied fühlt und nicht nur als Besucher“, sagt die Geographin. „Kinder spüren sehr genau, wenn ihnen vermittelt wird: ,Für dich ist hier kein Raum.‘“

Als Frau Schäfer und ihre neue Familie in Berlin ein größeres Haus suchten, achteten sie sehr darauf, dass alle vier Kinder gleich große Zimmer bekommen. Außerdem haben sie Elisa in die Planungen einbezogen, sie durfte die Küche mit auswählen und ihr Zimmer einrichten. Andere Familien nehmen Kinder, die weniger bei ihnen leben, mit auf Wohnungssuche oder renovieren gemeinsam. „Das hilft Kindern, sich mit diesem Ort zu identifizieren, das Gefühl von Zuhause zu fördern“, meint Schier.

Bauprojekte für Patchworkfamilien Mangelware

Obwohl es immer mehr getrennte Familien gibt, werden ihre Bedürfnisse wenig berücksichtigt, wenn es darum geht, welcher Wohnraum geschaffen und wie gebaut wird. Zwar existieren im kommunalen Wohnungsbau Angebote, vor allem für Frauen. Ein Beispiel ist das Wohnprojekt „Frida“ aus Nürnberg. Hier haben alleinerziehende Mütter eine Hausgemeinschaft gegründet. Sie bewohnen kleine Einheiten, kochen in Gemeinschaftsräumen, spielen mit den Kindern und teilen sich die Betreuung. Den speziellen Bedarf von Patchworkfamilien erfüllen aber wenig Bauprojekte. Kostengünstige Wohnprojekte mit flexibel nutzbaren Räumen in kindergerechtem Umfeld sind in Großstädten Mangelware.

Eine Ausnahme ist das Bauprojekt „Oase 22“ in Wien. Der Bauträger Buwog hat gezielt Wohnungen für Patchwork-Familien geschaffen: Zwei getrennte Wohnungen werden über einen „Schaltraum“ verbunden, der als Spiel-, Kinder-, Ess- oder Wohnzimmer genutzt wird. „Die Nachfrage nach Wohnungen, die speziell für Patchworkfamilien und andere Formen von Lebensgemeinschaften und Partnerschaften geeignet sind, wächst stetig“, heißt es von Buwog. Meist fragten diese Familien Mietwohnungen nach, weil sie die neue Wohnlösung erst einmal ausprobieren wollen, bevor sie etwas kaufen.

Auch in Deutschland suchen Wohngruppen und Architekten nach Wohnungstypologien, die zu neuen Familienstrukturen und ihren Bedürfnissen passen. In München hat die Baugenossenschaft Wagnis gemeinsam mit den Architekturbüros Bogevisch, Schindler und Hable das Bauprojekt wagnisART realisiert und dafür den Deutschen Städtebaupreis 2016 bekommen. Es besteht unter anderem aus Wohn-Clustern mit jeweils fünf bis zehn Einheiten. So kann eine Mutter mit ihrem Kind ein Appartement mit Küchenzeile und Bad bewohnen, ihr Partner mit seinem Kind ein anderes – und trotzdem trifft sich die Patchworkfamilie in der Gemeinschaftsküche, im Ess- und Wohnzimmer. Andere Wohnprojekte bieten Besucherappartements, in die Mutter oder Vater ziehen können, wenn sie aus einer anderen Stadt zu Besuch kommen. In den Niederlanden gehen einige Paare angeblich sogar dazu über, neue Appartements mit extra Einliegerwohnungen zu bauen, damit ein Elternteil im Fall einer Trennung zwar auszieht, aber nicht gleich wegziehen muss. Verbindende Elemente wie Treppen und Türen geschickt in den Grundriss zu integrieren, Wohnräume zu schaffen, die sich durch Schiebewände flexibel trennen und miteinander verbinden lassen – all dies ist noch immer mehr Avantgarde als Alltag. Doch wie auch immer Familien gemeinsam wohnen, gut ist, dass sie es tun. Zusammen ist man weniger allein.

02.03.2017, von Anne-Christin Sievers
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/wohnen-im-patchwork-mein-dein-unser-zuhause-14893375.html
Tags; Gleichberechtigung Gleichstellung – Kindeswohl – Wien – Justiz – Richter – Kinderbetreuung – Österreich – Menschenrechte EGMR – Obsorge – Sorgerecht – gemeinsame – elterliche Sorge – Doppelresidenz

Was ist Feminismus ?

Select  another  Language ! (PC-User see right above the logo „Translate ..)
         english  language  (Google Translation)
        ПЕРЕВЕСТИ на Английский
            France – français (traduction Google)
            Italia – lingua italiana (traduzione di Google)

Lebenssprüche – Lebensweisheiten    –>  Was ist Feminismus?

Spruch Feminismus

Spruch über Feminismus

Es gibt nur eine Gruppe

die sich an einer fairen Ausgestaltung

im Familienrecht stört:

FEMINISMUS

Definition Feminismus: Frauenrechte = nur weiblich
Wiki - Lexikon: Fe·mi·nis·mus

Biologie: Verweiblichung bei Lebewesen
Die Rechte von Väter und Kinderrechte werden beim Feminismus nicht berücksichtigt, ebenso wenig bei der Frauenpolitik.

Duden | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft
Feministin = Frauenkämpferin, Frauenrechtlerin

Familienrecht in Österreich:

Bis in den 70er Jahren hat es in Österreich das Patriarchat im Familienrecht gegeben. Der Vater war das Familienoberhaupt. Man war zu dieser Zeit  der Ansicht der Vater muss arbeiten gehen und die Mutter bleibt zu Hause bei den Kindern.
Im Jahr 2000 sind die Scheidungen in den Großstädten auf 50% angestiegen. Die Zahl der offenen Lebensgemeinschaften und Patchwork-Familien ist gestiegen. Jeder Vater und Mutter verdienen in ihrem Beruf ihr eigenes Geld und teilen sich auch die Freizeit mit ihren Kindern in der Familie.

Leider sind die Gesetze in Österreich in Bezug auf die Familienpolitik seit den 80er Jahren stehen geblieben. Während man in Deutschland  vor 40 Jahren die „schuldige Scheidung“ abgeschafft hat, gibt es diese in Österreich derzeit noch immer.

Obwohl viele Eltern sich nach Trennung oder Scheidung weiter zu gleichen Teilen um ihre Kinder kümmern, sieht das veraltete Unterhaltsrecht noch immer vor, dass nur bei einem Elternteil das Kind das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat, während der andere Elternteil trotz gemeinsamer Obsorge, den vollen Unterhalt zahlen muss.
Die gemeinsame Obsorge regelt kein Umgangsrecht, daher sehen viele Väter in der Praxis ihre Kinder noch immer nicht, manche bekommen ein Besuchsrecht alle 14 Tage am Wochenende.
Von einigen egoistischen Ex-Frauen wird der Umgang komplett unterbrochen und die Kinder  negativ manipuliert, man spricht von Eltern-Kind-Entfremdung oder auch PAS Parental Alienation Syndrome. Lt. EMRK Art.8 Menschenrechte (Achtung auf Familie) führt eine Kontaktunterbrechung von 6 Monaten, zwischen einem Elternteil und dem Kind, zu einer Entfremdung und ist eine Menschenrechtsverletzung.

Einige Trennungsväter sprechen von einer feministischen Justiz oder einem feministischen Rechtsstaat und davon, dass in Österreich 90% Richterinnen in den Familiengerichten, Landesgerichten, bzw.eine feministische OGH-Präsidentin (Irmgard Griss), vorhanden sind. Meiner Meinung nach sehen viele Familienrichterinnen die Entfremdung des Vaters  (teilweise auch der Mutter) als Kavaliersdelikt an. Viele ältere Familienrichter sind der Anschauung die Kinder gehören zur Mutter und nicht zum Vater.

In Folge wird von diversen Beugestrafen oder Beugehaft abgesehen, bis die Kinder endgültig von einem Elternteil entfremdet sind.
Österreich ist eines der feministischsten Länder in Europa. Während in Deutschland 96% die gemeinsame elterliche Sorge haben, sind es in Österreich nur 50% der gemeinsamen Obsorge, Stand 2015.
In Österreich spricht man seit einigen Jahren bereits von der „Vaterlosen Gesellschaft„.

Gesellschaftspolitisch haben Kinder die ohne Vater aufwachsen ein Identitätsproblem. Es gibt viele Studien die dieses Problem der vaterlosen Gesellschaft und ihre Auswirkungen bestätigen. In Amerika wird von einem „absent father syndrome“ gesprochen. Mehrere Nahost-Experten sprechen auch davon, dass Jugendliche die ohne Vater aufwachsen, oder  unter einer Entfremdung von ihren Eltern leiden,  sehr leicht zu radikalisieren sind.
Es fehlt ihnen das Vorbild des Vaters und sie suchen sich in der Religion z.B. bei einem Imam des islamischen Glaubens dieses Vorbild  bzw. eine Ersatzvaterfigur. Die Islam-Prediger radikalisieren diese Jugendlichen, bis sie bereit sind sich als IS-Kämpfer rekrutieren zu lassen. Es ist mittlerweile auch bekannt, dass drogenabhängige Teenager die in Europa leben bei Terroranschlägen mitmachen, siehe Terror Attentat vom 13.11.2015 in Paris Café Bonne Bièr, etc.

Gleichberechtigung und Gleichstellung kann zwischen Männer und Frauen nur dann funktionieren, wenn es eine Familienministerin und einen politisch gleichwertigen, männlichen Familienminister gibt.
Beide Geschlechter müssen in der Gesetzgebung zu gleichen Teilen vertreten sein.
Bei einem strittigen Familienrechtsverfahren sollte es einen männlichen und einen weiblichen Familienrichter geben.
Während seit vorigem Jahr im Strafrechtsänderungsgesetz private Gutachten als Beweismittel zulässig sind, ist dies im Familienrecht noch immer nicht möglich?

Lt. Resolution 2079, Sitzung der parlamentarischen Versammlung, am 02.10.2015 des Europarat sollen alle Länder in der europäischen Union die gesetzliche Möglichkeit zur „Doppelresidenz“ schaffen.   In Deutschland spricht man von einem Wechselmodell.
In der Schweiz wurde die alternierende Obhut eingeführt. In einigen US-amerikanischen Staaten wurde dieses Modell als „shared parenting“ gesetzlich verankert.
Echte Doppelresidenz bzw. shared parenting regelt in einem Familienplan die Betreuung des Vaters und der Mutter zum Kind.
Im Familienplan soll ein Zeitmodell mit Betreuung und Erziehung annähernd zu gleichen Teilen fixiert sein. Optimal wäre 50/50 Prozent zwischen Vater und Mutter.  Im schlechtesten Fall spricht man bei 30/70 Prozent auch noch von Doppelresidenz.
Das Kind pendelt also periodisch zwischen dem Aufenthaltsort des Vaters und der Mutter. Um eine echte Doppelresidenz auch in der Praxis zu leben, haben einige Länder eine maximale Entfernung von 80 meilen (120km) zwischen den beiden Aufenthaltsorten gesetzlich fixiert.  Bei kleineren Kindern sollte die Schule im Idealfall ungefähr in der Mitte liegen, ist aber nicht zwingend.
Das Aufenthaltsbestimmungsrecht (ABR) sieht die Aufenthaltsorte beider Elternteile vor.
Ändert Elternteil1 seinen Aufenthaltsort (Wohnsitz) ,  größer einer Entfernung
von 120km zum Elternteil2, so verliert Elternteil1  die gemeinsame elterliche Sorge.

Sollte Elternteil2 dieser Entfernungsvergrößerung über 120km von Elternteil1 nicht zustimmen, bekommt der Elternteil2 mittels Gerichtsbeschluss unverzüglich die alleinige Sorge.

Admin Familie & Familienrecht, April 2016
Tags: ABR Aufenthaltsbestimmungsrecht  – Vaterlose Gesellschaft

Väter aktiv – zu ASTAT-Studie über Ehetrennungen

pixelio.de/Didi01

„Trotz Umbau ungestörter Betrieb“
Foto: pixelio.de/Didi01

Bozen – Familien müssen nach Trennungen nicht zerbrechen. Eine Paarbeziehung kann enden, die Elternbeziehung nicht. Dies betont die Vereinigung Väter aktiv in einer Aussendung.

Familien auch in Krisensituationen bzw. beim „Umbau“ zu stärken, sei eine wichtige Maßnahme, deren Bedeutung in Zukunft ständig wachsen wird. Beim derzeitigen Angebot komme es oft zu langen Wartezeiten und es fehle an männlichen Ansprechpersonen in der Beratung bzw. Mediation. Bei Verweigerung der Kooperation durch Elternteile bzw. Kinder fehle es an professionellen Know How, um Kinder und Eltern gut gestützt durch diese Phasen zu begleiten, so Väter aktiv

Der Anteil an Trennungen und Scheidungen von derzeit 25 bzw. 20 Prozent werde sich in den nächsten Jahren den Werten anderer deutschsprachiger Regionen 35 bis 42 Prozent annähern, prophezeit der Verein. Schätzungsweise 25.000 wirtschaftlich noch nicht selbständige Kinder sind in Südtirol von Trennung bzw. Scheidung sowie Beendigung von Lebensgemeinschaften (de-facto Familien) betroffen.

Eine Trennung stelle eine große Belastung für Kinder dar, aber wie andere Krisen und Belastungen könnten sie bei guter Unterstützung ohne große „Folgeschäden“ bewältigt werden und auch ein Lern- und Entwicklungspotential darstellen. Eine tragfähige, verlässliche und auch emotionale Beziehung von Kindern zum Vater unabhängig vom Status der Elternpaarbeziehung sei für Kinder eine wichtige Basis bei der Bildung einer reifen Persönlichkeit und daher auch als Kinderrecht verankert, betont Väter aktiv.

„Doch viele Eltern haben durch Enttäuschungen und Verletzungen vor und in der Trennungszeit keinen klaren Kopf, um im Sinne der Kinder schnell konstruktive Lösungen zu finden. Daher fordern wir eine koordinierte Zusammenarbeit aller involvierten Professionen und Organisationen wie es z.B. im sogenannten Cochemer Modell oder Elternkonsens praktiziert wird.

Weiters sind Ehenachbereitungsseminare (wie z.B. „Kinder im Blick“) sinnvoll in denen die Eltern und Kinder einerseits die notwendigen Informationen, aber auch die nötige Unterstützung bekommen, um die Aufteilung der zeitlichen und finanziellen Lasten neu zu regeln und so beiden Elternteilen auch gleichwertige Lebensperspektiven zu ermöglichen“, betont der Verein.

Der Verein „väter aktiv“, welcher von betroffenen Trennungsvätern 2013 gegründet wurde, setzt sich ein, dass dieses internationale Kinderrecht in der Praxis umgesetzt wird und Väter im Trennungsprozess mit gleichen Chancen eine gleichberechtigte Elternrolle fortführen können.
„Dazu bieten wir Trennungsvätern monatliche Selbsthilfegruppen in Meran bzw. Villanders sowie persönliche Erstberatung an, weiters steht eine Besuchswohnung in Meran zur Verfügung.
In Kooperation mit verschiedenen Rechtsanwälten gibt es gratis rechtlicher Erstberatung.
Gemeinsam mit der Plattform für Alleinerziehende bieten wir auch Mediation mit Mann und Frau zur außergerichtlichen Lösungsfindung sowie begleitete Übergaben an. Wir arbeiten eng mit den Sozialsprengel, Beratungsstellen, Eltern-Kind-Zentren und  anderen Organisationen zusammen und sind auch international vernetzt. Seit 2015 bieten wir allen aktiven Väter attraktive Angebote wie unsere „Väter-Zeit“ Papa – Kind Wochenende im Haus der Familie, Segeltörns am Gardasee, Spielenachmittage und vieles mehr an“, so der Verein.

Infos unter www.vaeter-aktiv.it

Familien 2014: mehr Lebensgemeinschaften, Zahl der Ehen stagniert – STATISTIK AUSTRIA

Pressemitteilung: 10.994-054/15

Wien, 2015-03-19 – Im Jahr 2014 lebten in Österreich insgesamt 2.372.000 Familien, darunter 1.704.000 Ehepaare und 368.000Lebensgemeinschaften sowie rund 300.000 Ein-Eltern Familien. Das errechnete Statistik Austria auf Basis der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung.

Mehr Lebensgemeinschaften

Von 1984 bis 2014 nahm die Zahl der Familien in Österreich um 16% von 2.037.000 auf 2.372.000 zu. Die absolute Zahl der Ehepaare veränderte sich dabei trotz eines kurzen Anstiegs um die Jahrtausendwende kaum (1984: 1.700.000; 1999: 1.771.000; 2014: 1.704.000). Zuwächse gab es hingegen bei den nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften: Lebten vor 30 Jahren nur rund 79.000 Paare (4,4%) ohne Trauschein in einem Haushalt zusammen, war es im Jahresdurchschnitt 2014 bereits mehr als jede sechste Paar (18%; 368.000).

Obwohl die Zahl der Ehepaare fast unverändert blieb, ist der Anteil der Ehepaare mit Kindern an allen Familien rückläufig. 1984 lebten bei 54%(1.107.000) der verheirateten Paare Kinder im Haushalt, 2014 war dies nur noch bei 39% (933.000) der Fall. Dagegen erhöhte sich die Zahl der Lebensgemeinschaften mit Kindern deutlich von 30.000 (1,5% aller Familien) im Jahr 1984 auf 156.000 (6,6%) im Jahr 2014.

Knapp drei Viertel aller Kinder haben verheiratete Eltern

2014 lebten rund 2.311.000 Personen jeden Alters als Kinder in Familien, 1.211.000 davon waren unter 15 Jahre alt. 72% (871.000) aller Kinder unter 15 Jahren lebten mit verheirateten Eltern in einem Haushalt, 16% (191.000) lebten in einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft und 12% (149.000) in Ein-Eltern-Familien. In den letzten zehn Jahren stieg der Anteil der Kinder in nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften (2004: 11%; 2014: 16%), während die Anteile der bei verheirateten Eltern (2004: 76%; 2014: 72%) sowie in Ein-Eltern-Familien lebenden Kinder (2004: 13%, 2014: 12%) leicht abnahmen.

Die überwiegende Mehrzahl der Kinder unter 15 Jahren in Ein-Eltern-Familien lebte 2014 bei ihren Müttern (93% bzw. 139.000), nur knapp 7% (10.000)bei ihrem Vater.

Methodische Informationen, Definitionen: Eine Familie im Sinne der Familienstatistik bilden Ehepaare und Lebensgemeinschaften mit oder ohne (im gemeinsamen Haushalt lebenden) Kind(ern) bzw. Ein-Eltern-Familien.
Kinder sind in der Definition der Familienstatistik alle mit ihren beiden Eltern oder einem Elternteil im selben Haushalt lebenden leiblichen, Stief- und Adoptivkinder, die ohne eigene Partner im Haushalt leben und selbst noch keine Kinder haben – ohne Rücksicht auf das Alter.
Bei den hier präsentierten Ergebnissen handelt es sich um Daten aus dem Programm der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung. Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung in Haushalten, bei der Woche für Woche ca. 1.500 Haushalte befragt werden.
Für das 4. Quartal 2014 und den Jahresdurchschnitt 2014 wurde für den Mikrozensus erstmals ein neues Hochrechnungsverfahren angewandt. Zugleich wurden die Ergebnisse der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung basierend auf dem neuen Hochrechnungsverfahren rückwirkend bis 2004 revidiert. Aufgrund dieser Änderungen kommt es gegenüber früheren Veröffentlichungen zu leichten Niveauverschiebungen der verschiedenen Indikatoren.
Weitere methodische Informationen finden sich in der Methodendokumentation (PDF, 410 KB) sowie in den FAQ zur neuen Hochrechnung 2014 im Mikrozensus (PDF, 171 KB).

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:
Dr. Regina FUCHS, Tel.: +43 (1) 71128-7501 bzw. regina.fuchs@statistik.gv.at

Tabelle 1: Familien 1984 bis 2014
1984 1989 1994 1999 2004 2009 2014
in 1.000
Familien insgesamt 2.037 2.095 2.222 2.249 2.280 2.333 2.372
   Ohne Kinder im Haushalt 642 683 776 820 873 930 983
   Mit Kindern im Haushalt 1.395 1.412 1.445 1.429 1.407 1.403 1.389
      Davon mit Kindern unter 15 Jahren 849 818 867 855 815 788 762
Ehepaare 1.700 1.749 1.753 1.771 1.686 1.705 1.704
    Ohne Kinder im Haushalt 593 633 664 701 710 744 771
    Mit Kindern im Haushalt 1.107 1.117 1.089 1.070 976 961 933
      Davon mit Kindern unter 15 Jahren 717 683 688 665 587 551 518
Lebensgemeinschaften 79 75 184 202 295 329 368
   Ohne Kinder im Haushalt 49 50 112 119 163 186 212
   Mit Kindern im Haushalt 30 25 72 83 132 142 156
      Davon mit Kindern unter 15 Jahren 23 20 57 69 100 118 134
Mütter in Ein-Eltern-Familien 226 237 246 243 254 257 252
      Davon mit Kindern unter 15 Jahren 98 106 113 111 116 110 102
Väter in Ein-Eltern-Familien 32 34 38 33 46 43 48
      Davon mit Kindern unter 15 Jahren 11 10 10 9 12 9 8

Tabelle 2: Kinder in Familien 2004 bis 2014
2004 2009 2014
in 1.000
Kinder in Familien insgesamt 2.368 2.345 2.311
   Davon unter 15 Jahren 1.306 1.245 1.211
Kinder von verheirateten Paaren 1.750 1.712 1.654
   Davon unter 15 Jahren 987 911 871
Kinder von in Lebensgemeinschaft lebenden Paaren 206 218 238
   Davon unter 15 Jahren 145 170 191
Kinder in Ein-Eltern Familien mit Mutter 352 359 357
   Davon unter 15 Jahren 157 152 139
Kinder in Ein-Eltern Familien mit Vater 60 56 61
   Davon unter 15 Jahren 16 12 10

http://www.statistik.at/web_de/dynamic/presse/081199

Die wichtigen Daten von der Statistik Austria in Kürze:

2.372.000 Familien
davon 1.704.000 sind Ehepaare
davon in einer Lebensgemeinschaft 18%; 368.000

2.311.000 Personen jeden Alters als Kinder in Familien,
1.211.000 davon waren unter 15 Jahre alt.
davon
72% (871.000) aller Kinder unter 15 Jahren lebten mit verheirateten Eltern
(wobei die Zahl der verheiraten Ehepaare laufend zurück geht)
16% (191.000) lebten in einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft
12% (149.000) in Ein-Eltern-Familien also Alleinerzieher (13% waren es noch 2004)

Mehrzahl der Kinder unter 15 Jahren in Ein-Eltern-Familien lebte 2014 bei ihren Müttern (93% bzw. 139.000)
nur knapp 7% (10.000)bei ihrem Vater.

Rechnet man die Zahl der unter 15 jährigen Kinder hoch auf Kinder unter 18 Jahren kommt man ungefähr auf:
93% der unter 18 jährigen Kinder, welche bei der alleinerziehenden Mutter leben = 166 800 Kinder unter 18 Jahren
7% der unter 18 jährigen Kinder, welche bei dem alleinerziehenden Vater leben = 12.000 Kinder unter 18 Jahren

Sind in Summe 178.800 Kinder, welche bei einem alleinerziehenden Elternteil leben = 12% aller Kinder