Königin Silvia zu Konferenz in Wien eingetroffen

Foto: APA/HERBERT NEUBAUER   Königin Silvia von Schweden mit Familienministerin Sophie Karmasin

Die internationale Konferenz gegen Gewalt an Kindern befasst sich mit entsprechenden Schutzmaßnahmen.

Im Wiener Schloss Wilhelminenberg ist am Mittwoch eine internationale Konferenz gegen Gewalt an Kindern eröffnet worden. Auf Einladung von Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) nahmen rund 200 Regierungsvertreter von 70 Nationen, unter ihnen die schwedische Königin Silvia, die Staatspräsidentin von Malta sowie rund 30 Minister und Staatssekretäre, an der zweitägigen Tagung teil.
„Ich glaube, wir alle wünschen uns, dass wir heute nicht hier sein müssten, dass es keine Gewalt gegen Kinder gäbe. Aber das ist nicht der Fall“, sagte Königin Silvia von Schweden, die 1999 die World Childhood Foundation zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch gegründet hat, in der Eröffnungsrede. „Ich habe große Hoffnungen, dass uns diese Konferenz dem Ziel, diese Gewalt zu beenden, einige Schritte näherbringt.“

 In diesem Jahr jährt sich die Präsentation des UNO-Berichts zu „Gewalt am Kind“ in der UNO-Generalversammlung zum zehnten Mal. Damals gab es nur in 16 UNO-Mitgliedsstaaten klare gesetzliche Regelungen, die Gewalt an Kindern untersagten. Heute sind es 48 Nationen. Dennoch fehlen noch rund 150 Staaten, die die Kinderrechtskonvention bisher nicht in nationales Recht aufgenommen haben.

EU nur beim Thema Schulen eins

Innerhalb der EU haben laut Michael O’Flaherty, Direktor der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte, zwar alle 28 Mitgliedstaaten ein Verbot körperlicher Gewalt in Schulen gesetzlich verankert, aber nur 20 Staaten in allen Bereichen, auch in der Familie. „Das ist nicht genug“, betonte er.

Karmasin: "2,2 Milliarden gute Gründe für das EintFoto: Aigner/BMFJ  Innenminister Sobotka, Königin Silvia, Familienministerin Karmasin und Justizminister Brandstetter

„Gewalt darf niemals Teil der Erziehung sein und ist kategorisch abzulehnen“, betonte auch Karmasin. Dennoch sei sie nach wie vor in unserer Gesellschaft präsent. In den vergangenen Jahren sei zwar gesetzlich viel geschehen, um Kinder zu beschützen, aber man sei noch nicht am Ende des Wegs, meinte auch Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP). Die Gesetzgebung sei zwar entscheidend, es zähle aber auch zur Verantwortung eines Staats, Eltern mit der Erziehung nicht alleine zu lassen. „Gewalt gegen Kinder, vor allem sexueller Missbrauch, ist wahrscheinlich eine der größten strafrechtlichen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit“, so Brandstetter.

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) betonte, dass Prävention der wichtigste Schlüssel gegen Gewalt in der Familie sei: Deshalb seien etwa auch 300 Polizisten gemeinsam mit Pädagogen in Österreichs Schulen und Kindergärten unterwegs, um Anzeichen von Gewalt früh zu erkennen.

1 Milliarde Kinder betroffen

„Eine Milliarde Kinder, also die Hälfte der Kinder dieser Welt, leiden unter einer Art von Gewalt, sei es körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt“, sagte Marta Santos Pais, UN-Sonderbeauftragte zu Gewalt gegen Kinder. Nur zehn Prozent der Heranwachsenden weltweit lebten in Staaten, in denen jede Form körperlicher Züchtigung gesetzlich verboten sei. „Unser Ziel ist Null Toleranz gegenüber Gewalt gegen Kinder.“

Im Rahmen der Konferenz, die vor zwei Jahren erstmals in Stockholm stattfand und unter dem Titel „Am Weg in Richtung einer Kindheit frei von körperlichen Strafen“ steht, soll eine Resolution beschlossen werden, die alle Staaten dieser Welt aufruft, die gewaltfreie Erziehung von Kindern gesetzlich zu verankern.

Tags: Familienrecht

Interview mit Königin Silvia von Schweden – Childhood Foundation

Königin Silvia von Schweden im ausführlichen Interview mit ML-Redaktionsleiterin Sibylle Bassler.

Die World Childhood Foundation (dt. Welt-Kindheitsstiftung), abgekürzt auch einfach: Childhood, wurde 1999 von Königin Silvia von Schweden gegründet mit dem Zweck, Kinder weltweit zu erreichen und zu unterstützen. Der Fokus der Stiftung liegt auf dem Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch, genauso wie auf der Unterstützung von denen, die bereits zum Opfer geworden sind – mit einer Konzentration auf Mädchen und junge Mütter. Die Ziele werden wie folgt formuliert:

„Jedes Kind hat das Recht auf eine sichere und glückliche Kindheit, auf den Zugang zu Bildung und auf den Schutz vor körperlicher oder seelischer Gewalt. … Seitdem setzt sich die Stiftung für eine Verteidigung der Kinderrechte und für eine Verbesserung der Lebensumstände von gefährdeten, bedürftigen und ausgebeuteten Mädchen und Jungen auf der ganzen Welt ein. Alle Kinder sollen so die Chance erhalten, sich zu selbstsicheren und verantwortungsvollen Erwachsenen zu entwickeln. Sie haben ein Recht auf eine freie, unbekümmerte Kindheit und Sicherheit vor Übergriffen auf ihre Persönlichkeit.“

http://de.childhood.org/

Childhood unterstützt derzeit über 100 Projekte in 17 Ländern weltweit. Dazu gehören Brasilien, die Volksrepublik China, Deutschland, Estland, Kambodscha, Lettland, Litauen, Moldawien, Nepal, Polen, Russland, Schweden, Südafrika, Thailand, Ukraine, die USA und Weißrussland. Die Stiftung setzt sich auch aktiv dafür ein, dass die Rechte der Kinder gewahrt werden und informiert über die Ausbeutung von Kindern, die auf der Welt stattfindet. Childhood hat Büros in São Paulo (Brasilien),[1] New York (USA),[2] und in Stuttgart für Deutschland.[3] Das Hauptquartier befindet sich in Stockholm.[4] Generalsekretärin dort ist Anna De Geer. Vorstandsvorsitzende der World Childhood Foundation (Deutschland) ist Anka Wittenberg, Geschäftsführerin ist Susanne Labonde.

Childhood wurde von einer Gruppe sogenannter „Mitbegründer“ gestartet, von denen jeder eine Million US-Dollar spendete. Folgende Firmen und Personen gehörten dazu: ABB, Axel Johnson Group, Charles B. Wang Foundation, Curtis L. Carlson Family Foundation, Daimler Corporation Fund, Familie Barbro E. Heinz, Familie Jan H. Stenbeck, Familie Jane and Dan Olsson, Familie Sven Philip-Sörensen, Heimbold Foundation, Oriflame – af Jochnick Foundation, SAP AG, Skandia, TeliaSonera AB. Damit bekam die Stiftung ein stabiles finanzielles Fundament. Die Gruppe der Mitbegründer wurde 2005 geschlossen.[5]

Die Stiftung weist auf ihrer Webseite darauf hin, dass „Soziales Engagement oder Corporate Social Responsilbility (CSR) die Bindung zwischen Unternehmen und Mitarbeitern stärkt“. So gibt es mittlerweile eine lange Liste von Sponsoren-Firmen, die Childhood mit direkten Spenden unterstützen und in ihrer Werbung und Markenstrategie einsetzen.[6] Sogenannte Unternehmenspartner sind u. a. SAP AG, Volvo und Handelsbanken, Schweden. Die Schwesterprojekte in Brasilien, USA und Schweden arbeiten auf ähnliche Art und Weise.

Childhood feierte 2009 sein 10-jähriges Bestehen und in dieser Zeit über 60 Mill. US-Dollar für über 600 Projekte ausgegeben.
Tags: Kindesmissbrauch – sexueller Missbrauch – Kinderrechte –
Familienrecht Familie – Flüchtlingskinder  – Flüchtlingslager

Missbrauch von minderjährigen Flüchtlingen

Gegen Kinderhandel und Missbrauch

Musik, Reden, festliches Menü: Die Benefiz-Gala der schwedischen Königin Silvia findet dieses Jahr in Würzburg statt. Gespendet wird für Kinder in Not.

Königin Silvia kommt am Mittwoch zur Benefizgala nach Würzburg.

Schwedens Königin Silvia (71) will wieder viel Geld für benachteiligte Kinder sammeln. Dazu dient einerseits die prunkvolle Benefizgala in der Würzburger Residenz morgen Abend und andererseits eine Fachtagung der Stiftung World Childhood Foundation, die sich auch mit dem Missbrauch von Flüchtlingskindern beschäftigt. Königin Silvia hat die Stiftung 1999 gegründet.

Auf der Tagung sprechen Experten über die aktuellen Gefahren für Flüchtlingskinder. Susanne Labonde, die Geschäftsführerin des deutschen Ablegers der Stiftung: „Wir haben gesehen, dass der Missbrauch von minderjährigen Flüchtlingen ein immer wichtigeres Thema wird, das uns zudem dauerhaft begleiten wird.“

Es geht um Kinderhandel und -verschleppung, um Kinderarbeit auf der Flucht, um sexuellen Missbrauch. Gleichzeitig sollen aber auch die erfolgreichen Flüchtlingshilfsprojekte in Deutschland vorgestellt werden, die von Childhood mitfinanziert werden. Die Stiftung wolle Verantwortliche aus Wirtschaft, Vereinen und Einrichtungen an einen Tisch bringen. Labonde: „Wir wollen zeigen, dass es schon jetzt viele gute Beispiele gibt, die funktionieren.“

Auf der Tagung wird eine Ausbildungscharta unterzeichnet. Damit wollen sich mindestens elf Arbeitgeber verpflichten, jungen Flüchtlingen eine Chance in ihrem Unternehmen zu geben.

CHRISTIANE … | 08.09.2015
http://www.swp.de/ulm/nachrichten/vermischtes/Gegen-Kinderhandel-und-Missbrauch;art4304,3415147
Tags: Kinderschutz –  Kindesmissbrauch