Kindesentführung Paraguay – Bruder soll jahrelang Geld geschickt haben

Hoffentlich ist die Justiz in Graz bei anderen Sachen, auch so genau?
Der Bruder hat mit seiner Geldunterstützung wesentlich zur Verbesserung des Kindeswohl beigetragen, eigentlich sollte man den Mann dankbar sein.

PS: https://www.facebook.com/notes/familie-familienrecht-family-law-germany-austria-youth-office/entf%C3%BChrte-kinder-geht-es-in-paraguay-sehr-gut-/569456113109120
Admin Familie & Familienrecht 3-12-2016

Artikel:
Prozess: Bruder bei Kindesentführung geholfen

Wegen der Kindesentziehung nach Paraguay hat sich am Freitag der Bruder des Kindesvaters und mittlerweile tödlich verunglückten Entführers in Graz vor Gericht verantwortet. Er soll seinem Bruder jahrelang Geld geschickt haben.

Der Vater hatte die Kinder 2004 von der Steiermark nach Paraguay gebracht, die Mutter suchte fast ein Jahrzehnt lang nach den Kindern. Erst als der Vater 2013 bei einem Mopedunfall ums Leben kam, fand sie sie wieder.

„Ziemlich eigensinniger Mensch“

Der 65-jährige Bruder des Kindesentführers lebt in Deutschland. Seinen Bruder beschrieb er am Freitag als ziemlich eigensinnigen Menschen. Im November 2004 hätte ihn seine Schwester angerufen und von der Entführung erzählt.

Erst im Herbst 2005 habe sich der Bruder aus Paraguay per E-Mail gemeldet. Von da an soll er laut Staatsanwalt insgesamt 78.000 Euro per Prepaidkarten nach Paraguay geschickt haben: „Ich habe Angst gehabt, dass er sich und den Kinder etwas antut, wenn ich das nicht mache“, rechtfertigte sich der Mann – und unterstrich, der Bruder wäre nie zurückgekommen. Schuldig fühlte er sich nicht.

Mutter schrieb an ganze Verwandtschaft

Die Kinder waren nach der Trennung der Mutter zugesprochen worden. Diese schrieb laut dem Richter Briefe an die ganze Verwandtschaft, um zu erfahren, wo die Kinder sind. „Warum sagten Sie der Mutter nicht, wo die Kinder sind; sie hat sich enorme Sorgen gemacht“, fragte der Richter nach. „Sie hat mir nur Briefe, aber nicht den Gerichtsbescheid geschickt. Ich habe sicher nicht darauf hingearbeitet, hier zu sitzen“, antwortete der Angeklagte.

Sein Verteidiger betonte, dass man erst seit 14 Tagen vom Sorgerecht der Mutter wisse. Und: Hätte der Angeklagte nicht geholfen, wären die Kinder im Urwald vor die Hunde gegangen. Die Mutter der Kinder sagte als Zeugin aus und machte einen gebrochenen Eindruck. Denn die Kinder möchten momentan nicht zurück.

Weitere Befragungen noch ausständig

Der Sohn wird nächstes Jahr 17, die Tochter ist bereits volljährig. Der Richter will die Tochter zur Rolle des Onkels befragen. Mit der Antwort auf das Rechtshilfeersuchen aus Paraguay rechnet der Richter in der wärmeren Jahreszeit, wie er sagt.

Ob der Angeklagte tatsächlich nichts vom Sorgerecht der Mutter wusste, soll auch noch die Befragung eines Polizisten zeigen. Ein Detail am Rande: Die Polizeistation im Ort in Paraguay lieferte den steirischen Kindesentführer nicht aus, obwohl man wusste, dass er international gesucht wird. Der Prozess wurde vertagt.

 

 http://steiermark.orf.at/news/stories/2812378/

“Mütter und Väter sind unersetzlich”

VN-Interview. Hannes Hausbichler (45), Obmann von „Papa gibt Gas“

“Mütter und Väter sind unersetzlich”

Hannes Hausbichler lädt zur Weihnachtsfeier ein.
Hannes Hausbichler lädt zur Weihnachtsfeier ein.

Hannes Hausbichler fordert klare und faire Regeln zur Lösung von Konflikten zwischen Trennungselternteilen.

SCHWARZACH. (VN-hrj) „Der Verein steht für Sammlung und Bewusstseinsschaffung für Trennungselternteile“, erklärt Hannes Hausbichler, Obmann von „Papa gibt Gas“. Selbst ein Betroffener, plädiert Hausbichler „für ein Menschenrecht auf Kontakt von Eltern zu ihren Kindern, auf Kontakt zueinander, verbunden mit der Pflicht, miteinander familienfähig gut umzugehen“. Er lädt Trennungselternteile am 24. Dezember zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier ein.

Wie ist „Papa gibt Gas“ entstanden?

hausbichler: Auslöser war ein Bericht von Marlies Mohr, der am 30. September 2010 in den VN erschienen ist. Darauf haben sich viele betroffene Väter bei mir gemeldet. Ein erstes Treffen fand im Gasthaus Sternen in Rankweil statt. Daraus entstand die Initiative „Papa gibt Gas“ und gleichzeitig die Facebook-Gruppe, die heute mehr als 300 „Freunde“ anklicken. Sympathisanten sind es mittlerweile wesentlich mehr. Die Vereinsgründung war dann im Jänner 2011 in Bregenz.

 „Papa gibt Gas“ klingt aggressiv. Warum dieser Name?

hausbichler: Bei der Definierung des Namens fanden wir ihn alle lustig und schmissig. Unser Logo, ein Herz, stellt klar, dass das nicht aggressiv gemeint ist.

Wie steht die Organisation heute da?

hausbichler: Wir haben 38 Vereinsmitglieder und über 300 Sympathisanten. Männer und Frauen. Eine Frau – Carin Breuß – ist auch im Vorstand. Außerdem sind wir Mitglied der österreichischen und europäischen Väterplattform.

Warum ist es oft nicht möglich, eine Vater-Mutter-Kind-Beziehung nach der Trennung aufrechtzuerhalten?

hausbichler: Laut einer Schätzung des Familienverbandes haben 40 Prozent Trennungskinder Kontaktschwierigkeiten zu einem Elternteil. Die Ursachen sind vielfältig. Da gibt es zum Beispiel Väter, die sich nicht um Kinder kümmern wollen, und Mütter, die den Kontakt verweigern wollen. Wir weisen Väter eindringlich darauf hin, wie wichtig der Kontakt mit Kindern ist. Ein anderes Beispiel sind beziehungsunsichere und bindungsintolerante Elternteile. Solche haben Angst, dass sich ihre Kinder mehr dem anderen Elternteil zuwenden und sie selbst deren Zuneigung verlieren könnten. Ihre Angst versuchen sie mit der Ausgrenzung des anderen Elternteils unter Kontrolle zu bringen. Das sind Fehler von Obsorgeberechtigten. Nichtobsorgeberechtigte machen oft den Fehler, dass sie ihr Kind nicht mehr abholen. Dadurch kommt es zu nur noch sporadischen Kontakten – mit dem Resultat, dass sich das Verhältnis zwischen dem nichtobsorgeberechtigten Elternteil und dem Kind massiv verschlechtert.

Sie geben immer wieder der Politik und dem Rechtssystem die Schuld an der Situation von nichtobsorgeberechtigten Trennungselternteilen, hauptsächlich Vätern. Sind denn Eltern nicht selbst für ihren Beziehungskonflikt verantwortlich?

hausbichler: Ich bin überzeugt, bei Konflikten zwischen Elternteilen ist es hilfreich, wenn es klare und faire Regeln gibt, die allen Bedürfnissen gerecht werden. Gerade was das Familienrecht betrifft, herrschen gewaltige Ungerechtigkeiten in diesem Land. Da sind Politik und Justiz gefordert. Zum Beispiel sollten zu Fragen des Kindeswohls beide Seiten gleich gewürdigt werden, indem sich die Zuständigen ein unabhängiges Bild von der Situation verschaffen. Zurzeit werden meiner Erfahrung nach die Argumente von nichtobsorgeberechtigten Elternteilen – und das sind in den meisten Fällen Väter – zu wenig oder gar nicht beachtetet.

Wurden mit Hilfe von „Papa gibt Gas“ Elternteile wieder zusammengeführt?

hausbichler: Es gab Situationen, in denen wir beitragen konnten, eine verfahrene Situation zu verbessern.

Was wünschen Sie sich zu Weihnachten, Herr Hausbichler?

hausbichler: Ich wünsche mir, dass unsere Gesellschaft die Wichtigkeit von Vätern und Müttern in ihrer Unersetzlichkeit vollumfänglich anerkennt.

Weihnachtsfeier

Weihnachten für Elternteile in
Trennungssituationen

» Ort: Wallfahrtskirche Maria Bildstein

» Zeit: Heiligabend, 24. Dezember 2015, ab 14 Uhr

» Programm: Gottesdienst mit Agape im Pfarrsaal-Foyer, Musik mit Cellist und Tenor

» Veranstalter: „Papa gibt Gas“, Katholische Männerbewegung, Ehe- und Familienzentrum

» Infos: http://www.papagibtgas.at

Zur Person
Hannes Hausbichler
Geboren: 2. November 1970
Wohnort: Bregenz
Beruf: Techniker
Familie: Vater von zwei Söhnen

22. Dezember 2015