8 Jahre Haft – Pädophiler Betreuer des Jugendtreff Altach

Er war für viele Kinder und Jugendliche eine Vertrauensperson – hat dieses Vertrauen aber schamlos ausgenützt.
Der ehemalige Leiter des Jugendtreffs Replay in Altach ist am Landesgericht Feldkirch zu acht Jahren Haft wegen sexuellem Missbrauch unmündiger verurteilt worden.

Video Vorarlberg heute, 25-7-2019
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Buben sexuell missbraucht: Acht Jahre Haft für Jugendtreff-Leiter

FELDKIRCH. Der laut Gutachten pädophile Leiter eines Vorarlberger Jugendtreffs wurde am Donnerstag zu einer Haft von acht Jahren verurteilt.

Der 47-Jährige gab zu, sich von 2000 bis 2018 an sieben Buben vergangen zu haben. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Neben des sexuellen Missbrauchs wurden dem Angeklagten auch weitere Delikte vorgeworfen: jene der Schändung, des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses sowie der pornografischen Darstellung Minderjähriger – in einem Fall filmte er den Missbrauch, löschte das Video später aber wieder. Da die Polizei beim 47-Jährigen auch ein Springmesser und einen Elektroschocker sicherstellte, wurde er ebenso wegen des Verstoßes nach dem Waffengesetz angeklagt.

Oralsex praktiziert

Der Missbrauch der Buben im Alter von zehn bis 17 Jahren geschah im Jugendtreff in Altach (Bezirk Feldkirch) und auch auf Ausflugsfahrten. Weil der Jugendarbeiter allseits sehr beliebt war, stimmten die Eltern Übernachtungsausflügen etwa in den Bregenzerwald oder an den Gardasee zu. Unter anderem soll der Mann laut Anklageschrift Oralsex an seinen Opfern praktiziert haben, manchmal während sie schliefen. Sechs der sieben von Missbrauch betroffenen Buben mussten schweren sexuellen Missbrauch erleben. Mindestens drei der Buben wurden laut einer Expertise von Gabriele Wörgötter durch die sexuellen Übergriffe schwer traumatisiert und haben entsprechende psychische Folgen davongetragen.

Als Verteidigerin des Angeklagten erklärte Nadja Luger zu Beginn der Verhandlung, dass der Angeklagte unter seiner Abnormität – ihm wurde Pädophilie attestiert – leide. Ihm sei das Ausmaß seiner Taten nicht bewusst gewesen. Auf ihren Antrag wurde die Öffentlichkeit nach dem Verlesen der Anklageschrift von der Verhandlung ausgeschlossen. Die Öffentlichkeit wurde erst zur Urteilsverkündung wieder zugelassen.

11.000 Euro Schmerzensgeld

Den Opfern des 47-Jährigen wurden vom Gericht Schmerzengeldzahlungen von bis zu 11.000 Euro zugestanden, die der Angeklagte zum Teil schon geleistet hat. Er hat auch die Haftungen für künftige Schäden der Opfer anerkannt. Außerdem wurde gegen ihn ein Tätigkeitsverbot auf unbestimmte Zeit ausgesprochen. Die Missbrauchsfälle waren im vorigen Sommer bekannt geworden, seitdem saß der 47-Jährige in Untersuchungshaft

Nach eingehender Beratung sah das Gericht eine Haftstrafe von acht Jahren als tat- und schuldangemessen an. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab, der Angeklagte erbat sich Bedenkzeit. Deshalb ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Von nachrichten.at/apa  25. Juli 2019 15:09 Uhr
https://www.nachrichten.at/panorama/chronik/buben-sexuell-missbraucht-acht-jahre-haft-fuer-jugendtreff-leiter;art58,3150924
Tags: Familienrecht Familie – Pädo – Kindesmissbrauch – Jugendtreff Replay – Sexuallstraftäter – Gewalt

 

Väter aktiv – zu ASTAT-Studie über Ehetrennungen

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„Trotz Umbau ungestörter Betrieb“
Foto: pixelio.de/Didi01

Bozen – Familien müssen nach Trennungen nicht zerbrechen. Eine Paarbeziehung kann enden, die Elternbeziehung nicht. Dies betont die Vereinigung Väter aktiv in einer Aussendung.

Familien auch in Krisensituationen bzw. beim „Umbau“ zu stärken, sei eine wichtige Maßnahme, deren Bedeutung in Zukunft ständig wachsen wird. Beim derzeitigen Angebot komme es oft zu langen Wartezeiten und es fehle an männlichen Ansprechpersonen in der Beratung bzw. Mediation. Bei Verweigerung der Kooperation durch Elternteile bzw. Kinder fehle es an professionellen Know How, um Kinder und Eltern gut gestützt durch diese Phasen zu begleiten, so Väter aktiv

Der Anteil an Trennungen und Scheidungen von derzeit 25 bzw. 20 Prozent werde sich in den nächsten Jahren den Werten anderer deutschsprachiger Regionen 35 bis 42 Prozent annähern, prophezeit der Verein. Schätzungsweise 25.000 wirtschaftlich noch nicht selbständige Kinder sind in Südtirol von Trennung bzw. Scheidung sowie Beendigung von Lebensgemeinschaften (de-facto Familien) betroffen.

Eine Trennung stelle eine große Belastung für Kinder dar, aber wie andere Krisen und Belastungen könnten sie bei guter Unterstützung ohne große „Folgeschäden“ bewältigt werden und auch ein Lern- und Entwicklungspotential darstellen. Eine tragfähige, verlässliche und auch emotionale Beziehung von Kindern zum Vater unabhängig vom Status der Elternpaarbeziehung sei für Kinder eine wichtige Basis bei der Bildung einer reifen Persönlichkeit und daher auch als Kinderrecht verankert, betont Väter aktiv.

„Doch viele Eltern haben durch Enttäuschungen und Verletzungen vor und in der Trennungszeit keinen klaren Kopf, um im Sinne der Kinder schnell konstruktive Lösungen zu finden. Daher fordern wir eine koordinierte Zusammenarbeit aller involvierten Professionen und Organisationen wie es z.B. im sogenannten Cochemer Modell oder Elternkonsens praktiziert wird.

Weiters sind Ehenachbereitungsseminare (wie z.B. „Kinder im Blick“) sinnvoll in denen die Eltern und Kinder einerseits die notwendigen Informationen, aber auch die nötige Unterstützung bekommen, um die Aufteilung der zeitlichen und finanziellen Lasten neu zu regeln und so beiden Elternteilen auch gleichwertige Lebensperspektiven zu ermöglichen“, betont der Verein.

Der Verein „väter aktiv“, welcher von betroffenen Trennungsvätern 2013 gegründet wurde, setzt sich ein, dass dieses internationale Kinderrecht in der Praxis umgesetzt wird und Väter im Trennungsprozess mit gleichen Chancen eine gleichberechtigte Elternrolle fortführen können.
„Dazu bieten wir Trennungsvätern monatliche Selbsthilfegruppen in Meran bzw. Villanders sowie persönliche Erstberatung an, weiters steht eine Besuchswohnung in Meran zur Verfügung.
In Kooperation mit verschiedenen Rechtsanwälten gibt es gratis rechtlicher Erstberatung.
Gemeinsam mit der Plattform für Alleinerziehende bieten wir auch Mediation mit Mann und Frau zur außergerichtlichen Lösungsfindung sowie begleitete Übergaben an. Wir arbeiten eng mit den Sozialsprengel, Beratungsstellen, Eltern-Kind-Zentren und  anderen Organisationen zusammen und sind auch international vernetzt. Seit 2015 bieten wir allen aktiven Väter attraktive Angebote wie unsere „Väter-Zeit“ Papa – Kind Wochenende im Haus der Familie, Segeltörns am Gardasee, Spielenachmittage und vieles mehr an“, so der Verein.

Infos unter www.vaeter-aktiv.it