Jugendamt – Missbrauch mit dem Missbrauch

München Möglicher Millionenschaden: Jugendamt pfuschte bei Verträgen zur Flüchtlingsbetreuung

  • Es gibt eine neue Wendung im Streit um die umstrittenen Vereinbarungen des Sozialreferats zur Flüchtlingsbetreuung.
  • Es geht um die Zusatzvereinbarungen zwischen dem Stadtjugendamt und neun Trägern, die unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in München betreuen.
  • Nach der Einschätzung des städtischen Revisionsamts sind die Verträge, die dazu geschlossen wurden, unwirksam.
Von Thomas Anlauf

 

Ungültige Verträge und womöglich ein Millionenschaden für die Stadt: Die Affäre um die umstrittenen Vereinbarungen des Sozialreferats zur Flüchtlingsbetreuung zieht weitere Kreise. Wie am Dienstag bekannt wurde, hat das städtische Revisionsamt nun die Verträge als unwirksam eingestuft. Konkret geht es um Zusatzvereinbarungen zwischen dem Stadtjugendamt und neun Trägern, die unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreuen.

Das im August von Oberbürgermeister Dieter Reiter eingeschaltete Revisionsamt kommt nach Angaben von Sozialreferentin Dorothee Schiwy zu dem Schluss, dass die Vereinbarungen vor der Unterzeichnung dem Stadtrat hätten vorgelegt werden müssen. Der damalige kommissarische Jugendamtsleiter Markus Schön muss seit Bekanntwerden der Vorwürfe sein Amt ruhen lassen, jetzt drohen dem Juristen personalrechtliche Konsequenzen.

Das Millionenloch im Sozialreferat

Die Schlampereien im Jugendamt bei der Abrechnung von Flüchtlingskosten haben ein viel größeres Ausmaß als befürchtet. Von Sven Loerzer mehr …

Minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern nach München kommen, werden nicht in normalen Unterkünften untergebracht, sondern in speziellen Einrichtungen. Diese werden von freien Trägern, zum Beispiel Vereinen, im Auftrag der Stadt betrieben. Mit neun dieser Träger hat Schön im Mai vergangenen Jahres Verträge aufgesetzt und auch selbst unterzeichnet. Diese sahen vor, dass bei der Betreuung durchschnittlich eine Fachkraft auf zweieinhalb Jugendliche kommen sollte.

Zuvor lag der Betreuungsschlüssel bei nur 1:5, was offenbar auch am enormen Flüchtlingszuzug im Sommer und Herbst 2015 lag: Damals konnten gar nicht so viele Betreuer eingestellt werden, wie in kurzer Zeit benötigt wurden. Als sich die Lage entspannte und deutlich weniger Flüchtlinge betreut werden mussten, beschäftigten die freien Träger trotzdem noch Hunderte Sozialarbeiter und Pädagogen – als am 31. Mai 2016 die Zusatzverträge mit den Trägern abgeschlossen wurden, waren es nach SZ-Informationen 380 Fachkräfte.

Die Vereinbarungen sahen deshalb eine Personalreduzierung von jeweils zehn Prozent in drei Monaten vor. Trotzdem war offenbar auch weiter viel mehr Personal im Einsatz als eigentlich nötig und vertraglich vorgesehen.

Die Träger treten im Verbund auf – das erschwert die Abrechnung

Weshalb die Verträge zu diesem Zeitpunkt dennoch so abgeschlossen wurden, ist auch in der Referatsspitze bis heute unklar. Zum damaligen Zeitpunkt leitete noch Brigitte Meier das Sozialreferat, die Ende Juni ihren Posten wegen verschleppter Erstattungsanträge für die Flüchtlingsunterbringung räumte. Klar ist nun nach Ansicht des Revisionsamts, dass die Verträge mit den freien Trägern vom Stadtrat hätten gebilligt werden müssen. Denn in der Vergangenheit war es üblich, dass die Träger nach Tagessätzen finanziert wurden.

Nun aber wird pauschal bezahlt, was eine korrekte Abrechnung erschwert. Zudem treten die neun Träger als Verbund auf, sodass nach Angaben des Sozialreferats überhaupt nicht überprüft werden kann, welcher Träger welche Leistungen erbringt. Die Folge: Die Stadt zahlte über Monate hinweg offenbar viel zu viel Geld an die einzelnen Träger aus. Wie viel genau, ist unklar – das zu ermitteln, war nicht Aufgabe des Revisionsamts.

Die Forderungen könnten in die Millionen gehen

Sein Bericht wurde am Dienstag den Stadträten zugestellt. Darin fordert es das Sozialreferat auf zu prüfen, ob Geld von den Trägern zurückgefordert werden kann. Die Forderungen könnten in die Millionen gehen, was insbesondere kleinere Organisationen in den Ruin treiben könnte. Denn das Geld ist längst als Gehalt an die Mitarbeiter der Träger ausgezahlt. Sozialreferentin Schiwy will deshalb dem Stadtrat am 31. Januar vorschlagen, die bislang „schwebend unwirksamen“ Verträge nachträglich zu billigen, um einzelne Organisationen nicht in die Insolvenz zu treiben. Nach SZ-Informationen will sich zumindest die SPD-Fraktion Schiwys Vorschlag anschließen.

Die Sozialreferentin will im Kinder- und Jugendhilfeausschuss darüber hinaus vorschlagen, dass angesichts der anhaltend geringen Zahl neu ankommender jugendlicher Flüchtlinge nur noch dem Young Refugee Center eine pauschale Betriebserlaubnis erteilt wird, unabhängig davon, wie viele junge Flüchtlinge dort betreut werden müssen. Die Verträge mit den bisherigen Trägern der Jugendhilfe, die noch bis Ende Juni laufen, sollen danach offenbar nicht verlängert werden, sondern künftig mit den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege verhandelt werden, zumal da sich die Stadt und die Jugendhilfeträger derzeit offenbar in einem Rechtsstreit befinden.

Da Markus Schön seit August, dem Beginn der Untersuchung über die Verträge, sein Amt als kommissarischer Jugendamtsleiter ruhen lassen muss, hat Schiwy seinen Posten vorübergehend zusätzlich übernommen. Es werden nun offenbar personalrechtliche Konsequenzen aus dem Fall geprüft. Schön will sich auf SZ-Anfrage nicht zur Sache äußern.

18. Januar 2017, 10:59 Uhr
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-moeglicher-millionenschaden-jugendamt-pfuschte-bei-vertraegen-zur-fluechtlingsbetreuung-1.3336960

Dürfen Flüchtlingskinder alleine abgeschoben werden?

Aufregung um eine Meldung: Ein albanisches Mädchen, noch nicht einmal zwei Jahre alt, soll angeblich ohne seine Eltern zurück in die Heimat. Was steckt dahinter?

„Zweijährige aus Medebach soll allein nach Albanien ausreisen“ – so titelt das Onlineportal „Der Westen“ der Zeitung „Waz“ mit dem Bild eines Kleinkinds in pinkfarbenem Pulli. In dem Artikel geht es um die kleine Edona, laut Bericht 20 Monate alt, also noch keine zwei Jahre, die mit ihrem sechsjährigen Bruder und ihren Eltern in Medebach im Sauerland lebt.

Laut „Waz“ hat das Kleinkind kürzlich Post vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bekommen, einen elfseitigen Bescheid, wonach sie innerhalb einer Woche Deutschland in Richtung der Heimat ihrer Eltern, Albanien, verlassen muss. Ansonsten drohe dem Mädchen die Abschiebung. Der Bescheid richte sich nur gegen das Mädchen, das kurz nachdem die Eltern in Deutschland ankamen und sich als asylsuchend meldeten, geboren wurde. Der Grund: Die kleine Edona könne keine Verfolgung in Albanien nachweisen.

Kann ein Kind allein abgeschoben werden?

Die Eltern des Kindes machen dem Bericht zufolge im Asylverfahren Verfolgung geltend, ihnen drohe in ihrer Heimat die Blutrache. Der Asylantrag, den sie im Sommer 2014 stellten, sei noch nicht entschieden, schreibt die „Waz“. Grundsätzlich stehen die Chancen auf Flüchtlings- oder Asylschutz für Albaner schlecht, das Land wird seit Herbst 2015 als sicheres Herkunftsland eingestuft. Das bedeutet, dass die deutschen Behörden davon ausgehen, dass den Menschen dort keine Verfolgung droht. Trotzdem kann im Einzelfall anders entschieden werden.

„Die Familie ist hier in Medebach total integriert“, zitiert die Zeitung den ehemaligen Bürgermeister der Kleinstadt Medebach. Die Eltern hätten feste Arbeitsstellen im Ort, bekämen keine Sozialleistungen. Der Bruder gehe in die Grundschule, der Vater singe im Männergesangverein, heißt es in dem Bericht.

Der ganze Ort, so steht es in dem Artikel, stelle sich nun die Frage: „Wie unmenschlich muss es in einer Behörde zugehen, dass ein Baby ohne seine Eltern abgeschoben werden soll?“ Auch in sozialen Netzwerken löst der Fall Edona Aufregung aus.

Auch Asylantrag der Eltern soll entschieden sein

Aber was ist dran an der Meldung? Allein abgeschoben werden kann das kleine Mädchen jedenfalls nicht. „Zum Schutz des Kindes werden und dürfen minderjährige Kinder nicht getrennt von ihren Eltern rückgeführt werden.“ Und: „Insbesondere werden minderjährige Kinder nicht getrennt von ihren Eltern abgeschoben“, so ein Bamf-Sprecher zu SPIEGEL ONLINE. Auch auf Twitter bemühte sich die Behörde um Erklärung:

Pro Asyl bestätigte diese Praxis: „Kinder werden grundsätzlich nicht ohne ihre Eltern abgeschoben. Es handelt sich hier um einen Standardfall“, so eine Asylexpertin. Formal werde der Antrag des Kindes auf Schutz abgelehnt, dann bekomme es aber, solange der Asylantrag der Eltern nicht entschieden sei, eine Duldung. „Falls die Eltern einen positiven Asylbescheid bekommen, darf natürlich auch das Kind bleiben.“

SPIEGEL ONLINE hatte schon über ähnliche Fälle berichtet, vor Jahren: Damals hat ein acht Monate altes Baby von Asylbewerbern einen Ausreisebescheid bekommen. Auch bei diesem Fall teilte das Bamf mit: Natürlich werde nie ein Baby abgeschoben. Der Bescheid sei eine „Abschiebungsandrohung“ und dazu sei die Behörde gesetzlich verpflichtet.

Wie geht es für die Familie aus Medebach weiter?Anders als die „Waz“ schreibt, ist laut Bamf auch das Asylverfahren der Eltern inzwischen entschieden. „Im vorliegenden Fall wurde sowohl das Verfahren der Eltern als auch das des Kindes entschieden. Bedauerlicherweise gingen die Bescheide nicht zeitgleich in die Zustellung, weshalb die Eltern den Bescheid des Kindes früher erhielten als ihren eigenen. Dies ist der hohen Anzahl an Asylanträgen und der vielen vom Bundesamt getroffenen Entscheidungen geschuldet“, heißt es vom Bamf.

Wie der Bescheid der Eltern aussieht – dazu machte das Bamf keine Angaben – aus „datenschutzrechtlichen Gründen“, wie es hieß. Eins ist klar: Entweder müssen auch die Eltern das Land verlassen, dann mit Edona. Oder alle dürfen hierbleiben.

anr, 15.02.2016

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-duerfen-kinder-alleine-abgeschoben-werden-a-1077501.html

 

Abschiebung von Flüchtlingskinder

Australien:

Gerichtsurteil ebnet Weg für Abschiebung Dutzender Kinder

Die betroffenen in Australien geborenen Kinder.

Die betroffenen in Australien geborenen Kinder. / Bild: REUTERS 

Das Oberste Gericht hat die Klage einer Frau gegen die Abschiebung in ein Flüchtlingslager auf Nauru abgewiesen. Betroffen sind auch 37 Babys und 54 Kinder.

Australien macht kurzen Prozess mit Flüchtlingen, die das Land per Boot erreichen wollen. Sie werden zurückgeschickt und in Lagern auf Inselstaaten wie Nauru, Papua Neuguinea und der Weihnachtsinsel interniert. Selbst wenn ihr Flüchtlingsstatus anerkannt wird, dürfen die Menschen nicht nach Australien kommen. Die strengen Asylregeln sorgen international – und teils auch im Inland – für heftige Kritik an Regierungschef Malcolm Turnbull. Ein Gericht bekräftigte nun den harten Kurs Australiens gegen Asylwerber.

Der Oberste Gerichtshof hat die Klage einer Frau aus Bangladesch zurückgewiesen, die gegen den Zwangsaufenthalt in dem von Australien betriebenen Flüchtlingslager im pazifischen Nauru vor Gericht gezogen war. Die Frau wollte erreichen, dass ihre Internierung auf Nauru für illegal erklärt wird. Sie war wegen eines medizinischen Notfalls während ihrer Schwangerschaft nach Australien gebracht worden.

Eine Rückkehr nach Nauru würde sie, ihren Mann und das mittlerweile ein Jahr alte Kind traumatisieren, hatten die Anwälte argumentiert. Jede Mutter habe das Recht auf ein gutes Leben an einem sicheren Platz für ihre Familie.

Jeden zweiten Tag Selbstverletzungen

Das Gericht urteilte am Mittwoch jedoch gegen die Frau. Die Klage sei nicht gerechtfertigt. Sie galt als Testfall für mehr als 260 Asylbewerber, darunter 37 in Australien geborene Babys, und 54 andere Kinder, die zur medizinischen Behandlung nach Australien geflogen worden waren. Zahlreiche australische Zeitungen veröffentlichten Bilder der Babys, die nun abgeschoben werden sollen.

Erst Mitte Jänner wurde bekannt, dass es im Schnitt jeden zweiten Tag Selbstverletzungen in den Übersee-Lagern gibt. Die Bootsflüchtlinge schlucken Gift, schneiden sich selbst mit Messern oder versuchen sich aufzuhängen, wie die Fairfax-Mediengruppe unter Berufung auf Regierungsunterlagen berichtete. Demnach gab es in den zwölf Monaten bis Juli auf Nauru 188 derartige Vorfälle und auf der Insel Manus 55.

Allein auf Nauru wurden im vergangenen November mehr als 540 Flüchtlinge festgehalten. Eine Senatsermittlung kam unlängst zu dem Schluss, dass die Internierungsbedingungen unangemessen und unsicher sind. Auch Menschenrechtsgruppen erheben schwere Vorwürfe. Die Regierung in Canberra argumentiert, wegen ihrer harten Politik ertränken weniger Flüchtlinge im Meer.

 

(APA/AFP), 03.02.2016 | 06:04 |   (DiePresse.com)
http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4917630/Australien_Urteil-ermoglicht-Abschiebung-Dutzender-Kinder?_vl_backlink=/home/index.do
Tags: Rückführung

Kindesentführung – 18 Flüchtlingskinder verschwunden

Die Situation scheint unkontrollierbar geworden zu sein ?

Artikel >>> Flüchtlinge in MV :

18 Flüchtlingskinder verschwunden

Zehn Minderjährige allein im Kreis Ludwigslust-Parchim als vermisst gemeldet

Flüchtlingskinder – Foto: Sebastian Kahnert

Zwei Flüchtlingskinder gehen am 03.08.2015 über das Gelände einer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge.

 

Von 18 minderjährigen Flüchtlingen, die 2015 ohne Eltern nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen sind, fehlt derzeit jede Spur.

Das ergab eine Umfrage unserer Redaktion bei den Landkreisen und kreisfreien Städten des Landes. Die unbegleiteten Kinder und Jugendlichen waren von den Jugendämtern der Kommunen aufgenommen, untergebracht und betreut worden – dann verschwanden sie plötzlich vom Radar. Behörden sind ratlos.

Allein im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurden zehn Flüchtlingskinder als vermisst zur Fahndung ausgeschrieben, sagte Andreas Bonin, Sprecher des Landkreises. Ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. „Meistens handelt es sich um Ältere, die vermutlich ohne sich abzumelden zu Bekannten oder Verwandten unterwegs sind“, so Bonin. Man könne Flüchtlinge nicht einsperren. Die Mitarbeiter im Amt würden sich Sorgen machen. Aber dafür bleibt wenig Zeit: Derzeit betreut der Kreis 357 Flüchtlingskinder.

In Schwerin sind zwei minderjährige Flüchtlinge bei der Polizei als vermisst gemeldet. „Über die Ursachen des Verschwindens kann nur spekuliert werden“, meinte Stadtsprecherin Michaela Christen. An der Fürsorge der Stadt gegenüber den Kindern und Jugendlichen liege es nicht. Schwerin betreut 129 Minderjährige ohne Eltern.

Rostock hat aktuell keine Vermisstenmeldung. Aber das Problem ist dort bekannt. Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke): „Während der Hochphase der Transitbewegungen nach Skandinavien waren zwischenzeitlich bis zu 30 Prozent unbekannte Abgänge zu verzeichnen.“ Er geht davon aus, dass die Kinder und Jugendlichen sich aus den Einrichtungen entfernt haben, um ihr Ziel in Skandinavien zu erreichen.

Der Landkreis Nordwestmecklenburg hat sechs minderjährige Flüchtlinge als vermisst gemeldet. Dagegen haben die Landkreise Rostock, Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen nach eigenen Angaben keinen Vermisstenfall. Aktuell werden in Mecklenburg-Vorpommern 1030 elternlose Flüchtlingskinder betreut, teilte das Sozialministerium mit.
Einen Überblick über die Zahl der Vermissten hatte man dort allerdings nicht.

Im Landeskriminalamt (LKA) erklärte Michael Schuldt: „Immer wenn Minderjährige als vermisst gemeldet sind , wird eine direkte Gefahr für Leib und Leben angenommen.“ Er schließt nicht aus, dass Pädophile und Kriminelle die Situation nutzen könnten. Hinweise auf Verbrechen gebe es im Zusammenhang mit den im Land verschwundenen Flüchtlingskindern aber bisher nicht. Die Suche der Polizei sei schwierig, weil die Kinder keine sozialen Kontakte in der Region haben, die geprüft werden könnten.

 

von thvo, erstellt am 17.Dez.2015 | 06:30 Uhr
http://www.svz.de/mv-uebersicht/18-fluechtlingskinder-verschwunden-id12230836.html

Tags: AT-DE Österreich / Deutschland, Erziehung, Familienrecht, Flüchtlingskinder – ohne Eltern, Gewalt, Jugendamt Artikel, Justiz, Kinder, Kinderrechte, Kinderschutz, Kindesentführung, Kindesmissbrauch, Kindeswohlgefährdung, leaks, Menschenhandel, Menschenrechte EGMR, Missbrauch mit dem Missbrauch, Obsorge – Sorgerecht – gemeinsame – elterliche Sorge, Pädophile, psychische Gewalt

300 Flüchtlingskinder sind derzeit in Deutschland als vermisst gemeldet.

Flüchtlinge
Warum so viele Flüchtlingskinder verschwinden


Flüchtlinge am Lageso in Berlin Bild
Sicher aufgehoben: Ein Flüchtlingskind schläft am 24.09.2015 in Berlin auf dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales auf dem Arm der Mutter. (Foto: dpa)

Fast 300 Flüchtlingskinder sind derzeit in Deutschland als vermisst gemeldet.
Die meisten in Deutschland vermissten Kinder werden schnell wieder gefunden.
Wenn sich Eltern und Kinder auf der Flucht in verschiedenen Ländern verlieren, ist die Zusammenführung sehr schwer.

 

Mohamed bleibt verschwunden. Die Suchaktion mit 30 Polizisten in einem Park in Berlin-Moabit: erfolglos. Die Plakate mit dem Gesicht des Vierjährigen brachten bisher keine konkrete Spur. Auch am sechsten Tag nach der Vermisstenmeldung weiß niemand, wo der Junge mit dem roten Pullover und der grünen Tasche ist.

Zuletzt gesehen hat man ihn vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin, das man mittlerweile deutschlandweit unter der Abkürzung LaGeSo kennt, weil die Zustände dort besonders chaotisch sind. Tausende stehen dort jeden Tag in eng abgesperrten Schlangen, um einen Asylantrag zu stellen. Dort verschwand der Junge aus bisher „nicht nachvollziehbaren Gründen aus der Obhut seiner Mutter“, wie die Polizei mitteilte.
Die Aufklärungsquote ist hoch

Die Familie Mohameds ist eine Flüchtlingsfamilie, die schon länger in Deutschland wohnt – genauere Angaben macht die Polizei in Berlin nicht – aber dass Kinder in der aktuellen Flüchtlings-Situation verschwinden, ist nicht selten. Das Bundeskriminalamt (BKA) spricht zum Stichtag 1. Oktober von 299 minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen, die in Deutschland als vermisst gemeldet sind. Insgesamt stellten bis Ende August mehr als 6000 Minderjährige ohne Begleitung einen Asylantrag in Deutschland.

 

Für begleitete Flüchtlingskinder gibt es keine eigene Statistik – sie werden nicht separat erfasst oder wie es ein Sprecher der Polizei in Berlin ausdrückte: „Wir machen da keinen Unterschied. Ein vermisstes Kind ist für uns ein vermisstes Kind.“ Insgesamt waren Anfang September in Deutschland 852 Kinder als vermisst gemeldet. Das BKA selbst sagt dazu, dass ein großer Teil dieser Fälle Sorgerechtsstreitigkeiten sind – ein Elternteil bekommt kein Sorgerecht und nimmt die Kinder darum mit ins Ausland; sie gelten dann als vermisst. Ein anderer großer Teil seien eben Flüchtlingskinder.
Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge

Flüchtlingskinder in der Kita
Narben auf der Seele

Sie beißen ihre Pausenbrote zu Pistolen und haben Angst vor Hubschraubern: Wie traumatisiert viele Kinder aus Syrien und dem Irak sind, zeigt sich in der Kita. Reportage

Allerdings müsse man bei diesen Zahlen vorsichtig sein, sie klängen hoch, die Aufklärungsquote sei aber auch sehr hoch, teilt das BKA mit. Größtenteils würden die Kinder innerhalb eines kurzen Zeitraums wiedergefunden. „Das ist eine hoch-flexible Datei“, sagt eine Sprecherin. Es sei nicht selten, dass hundert Fälle gestrichen werden und dafür wieder hundert Fälle neu erfasst werden.
2014 wurden insgesamt 7174 Kinder bis 14 Jahre in Deutschland als vermisst registriert, davon wurden 6986 Fälle aufgeklärt.
Über Landesgrenzen hinweg ist die Suche ungleich schwieriger

Dass es bei einer Flucht aber leicht dazu kommen kann, dass Kinder von ihren Eltern getrennt werden, ist kein Geheimnis. Schlepper separieren oft junge Männer, um eigene Gruppen zu bilden, wobei manche dabei schon Kinder mit elf Jahren als „junge Männer“ zählen. Wie viele Familien das betrifft, ist aber kaum zu sagen. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR sagt, dass es in der aktuellen Situation nicht möglich sei, verlässliche Zahlen zu nennen.

Ein Indiz liefert der Suchdienst des Roten Kreuzes. Schon seit 1945 hilft die Organisation Menschen, die auf der Flucht oder im Krieg ihre Verwandten verloren haben.

In Deutschland hat der Dienst in diesem Jahr bis September 1290 Anfragen von Familien bekommen, die über 3000 Personen auf der Flucht verloren haben und nun suchen. „Ein typischer Fall in Deutschland ist, dass sich Eltern und Kinder beim Einsteigen in einen Bus oder Zug verlieren“, sagt Susanne Pohl vom Roten Kreuz. „Wenn sich Kind und Familie dann bei uns melden, können wir das schnell lösen.“
Ärzteverein kümmert sich um die medizinische Versorgung von Flüchtlingskindern.

Über Landesgrenzen hinweg ist das natürlich ungleich schwieriger. Auf dem Portal „Trace the Face“ (etwa: Spüre das Gesicht auf) des Roten Kreuzes können Flüchtlinge, die Angehörige verloren haben, ihr Foto hochladen und eine Suchanfrage starten. Ihren Namen müssen sie dabei nicht angeben, ihr Aufenthaltsland ist auch für Dritte nicht einsehbar. Zwar gebe es Erfolgsmeldungen, sagt Pohl, aber: „Die Erfolgsquote ist da nicht sehr hoch.

Von Martin Schneider, Berlin, 8. Oktober 2015, 11:58 Uhr

http://www.sueddeutsche.de/politik/asylbewerber-verschwundene-kinder-1.2681575
Tags: vermisst – Portal Vermisste – Suche Vermisste – Personensuche –

 

Flüchtlingskinder prostituieren sich, um Schmuggler zu bezahlen

Gewalt gegen Frauen und Kinder: Uno beklagt sexuellen Missbrauch von Flüchtlingen

Kinder prostituieren sich, um Schmuggler zu bezahlen, Frauen werden in Aufnahmezentren bedrängt: Laut Uno sind viele Flüchtlinge sexueller Gewalt ausgesetzt.

Dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) liegen nach eigenen Angaben glaubwürdige Berichte vor, nach denen Frauen und Kinder auf ihrer Flucht nach Europa sexuell missbraucht werden. Unter anderem sei es vorgekommen, dass Jungen und Mädchen Menschenhändler mit Sex bezahlten, um zu überleben und ihre Flucht fortsetzen zu können.

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„Dies geschieht zum Beispiel, nachdem ihr Geld aufgebraucht ist oder nachdem es ihnen auf der Flucht gestohlen wurde“, sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming in Genf.Sexuelle Gewalt komme besonders in überfüllten Aufnahmezentren vor, aber auch an Bahn- oder Busstationen, in Parks oder am Straßenrand. Besonders gefährdet seien Mädchen, die ohne Begleitschutz von Erwachsenen unterwegs seien. Das UNHCR appellierte an alle nationalen Behörden in Europa, den Schutz für Frauen und Kinder auf den Fluchtrouten und in den Quartieren zu verstärken.

Nach Angaben des UNHCR sind 34 Prozent der Flüchtlinge, die seit Jahresbeginn in Europa angekommen sind, Frauen und Kinder.

In den vergangenen fünf Tagen sind allein in Griechenland rund 48.000 Flüchtlinge angekommen. Das sei ein neuer Rekord, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit.

Ende September hatten die Innenminister der Europäischen Union beschlossen, 160.000 Flüchtlinge innerhalb der EU umzuverteilen. Bislang haben die EU-Länder aber erst 854 Plätze für die Aufnahme von Flüchtlingen aus den Ankunftsländern Italien und Griechenland angeboten. Deutschland hat sich zur Aufnahme von zehn Flüchtlingen aus Griechenland bereit erklärt.

 

syd/dpa/AFP, Freitag, 23.10.2015 – 15:34 Uhr

http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlinge-unhcr-beklagt-sexuellen-missbrauch-von-kindern-und-frauen-a-1059356.html

Pflegefamilien für Flüchtlingskinder gesucht

In der Steiermark werden derzeit mehrere hundert Kinder und Jugendliche grundversorgt, die ohne Begleitung nach Österreich gekommen sind. Sie könnten künftig von Pflegefamilien betreut und unterstützt werden.

Unter den rund 6.600 Flüchtlingen, die derzeit in der Steiermark grundversorgt werden, befinden sich auch etwa 330 unbegleitete Minderjährige. Sie sind ohne ihre Eltern oder andere Bezugspersonen nach Österreich gekommen.

Flüchtlinge

APA/ Hans Punz

Info-Abend:

22.10.2015, 18 Uhr

bei der Alternativen Pflegefamilie GmbH (APFL) in der
Hilmteichstraße 110, 8010 Graz

Viele Verluste zu verarbeiten

Weil Kinder und Jugendliche andere Bedürfnisse haben, als Erwachsene, hat die Kinder- und Jugendanwaltschaft bereit im Juni gefordert, Minderjährige nicht in Erstaufnahmezentren unterzubringen. Als Alternative wurden Pflegefamilien gefordert. Und genau diese werden derzeit in der Steiermark gesucht.

„Jugendliche, die im Rahmen einer Flucht in der Steiermark landen, haben in der Regel schon mehrere Verluste erlebt. Sie haben den Verlust ihrer kulturellen Sicherheit erlebt, den Verlust ihrer Familie erlebt und landen bei uns völlig ohne Ahnung, was die Zukunft bringen wird. Ich denke, die brauchen ganz besonders eine sehr persönliche und sehr beziehungsorientierte Begleitung“, schildert Friedrich Ebensperger, Geschäftsführer des Pflegeelternverein Steiermark.

Familien sollen Minderjährige begleiten

Laut Ebensperger haben bereits einige der rund 600 steirischen Pflegeeltern Interesse bekundet: „Nach einem ersten Aufruf in der Gruppe der Pflegeeltern haben sich etwa 20 Familien bei uns gemeldet. Sie wären grundsätzlich bereit, diese Herausforderung anzunehmen.“

Noch in diesem Jahr sollen die ersten Kinder und Jugendlichen bei Pflegefamilien unterkommen. „Wir versuchen jetzt mit den zuständigen Abteilungen des Landes, die Bedingungen für die Unterbringung von unbegleiteten Minderjährigen in Pflegefamilien anzupassen“, sagt Ebensperger.

„In weiterer Folge geht es natürlich dann darum, diesen Personen auch entsprechende Begleitung anzubieten. In Form von Dolmetsch, in Form von Begleitung in den Ausbildungsprozess“, so Ebensperger. Familien, die sich dieser Heraufforderung stellen möchten, werden vom Pflegeelternverein am 22. Oktober zu einem Informationsabend nach Graz geladen.

Flüchtlinge: Erste Notquartiere gefunden

Unterdessen spitzt sich die Situation der Flüchtlinge an der Grenze zu Österreich immer mehr zu. Deutschland hat wieder Grenzkontrollen eingeführt. Die Lage in der Steiermark sei bisher „eher ruhig“, hieß es Montagfrüh von der Polizei. Zwei Notquartiere habe man bereits gefunden, weiter würden gesucht – mehr dazu in Flüchtlinge: Erste Notquartiere gefunden.

Links:

Interview mit Königin Silvia von Schweden – Childhood Foundation

Königin Silvia von Schweden im ausführlichen Interview mit ML-Redaktionsleiterin Sibylle Bassler.

Die World Childhood Foundation (dt. Welt-Kindheitsstiftung), abgekürzt auch einfach: Childhood, wurde 1999 von Königin Silvia von Schweden gegründet mit dem Zweck, Kinder weltweit zu erreichen und zu unterstützen. Der Fokus der Stiftung liegt auf dem Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch, genauso wie auf der Unterstützung von denen, die bereits zum Opfer geworden sind – mit einer Konzentration auf Mädchen und junge Mütter. Die Ziele werden wie folgt formuliert:

„Jedes Kind hat das Recht auf eine sichere und glückliche Kindheit, auf den Zugang zu Bildung und auf den Schutz vor körperlicher oder seelischer Gewalt. … Seitdem setzt sich die Stiftung für eine Verteidigung der Kinderrechte und für eine Verbesserung der Lebensumstände von gefährdeten, bedürftigen und ausgebeuteten Mädchen und Jungen auf der ganzen Welt ein. Alle Kinder sollen so die Chance erhalten, sich zu selbstsicheren und verantwortungsvollen Erwachsenen zu entwickeln. Sie haben ein Recht auf eine freie, unbekümmerte Kindheit und Sicherheit vor Übergriffen auf ihre Persönlichkeit.“

http://de.childhood.org/

Childhood unterstützt derzeit über 100 Projekte in 17 Ländern weltweit. Dazu gehören Brasilien, die Volksrepublik China, Deutschland, Estland, Kambodscha, Lettland, Litauen, Moldawien, Nepal, Polen, Russland, Schweden, Südafrika, Thailand, Ukraine, die USA und Weißrussland. Die Stiftung setzt sich auch aktiv dafür ein, dass die Rechte der Kinder gewahrt werden und informiert über die Ausbeutung von Kindern, die auf der Welt stattfindet. Childhood hat Büros in São Paulo (Brasilien),[1] New York (USA),[2] und in Stuttgart für Deutschland.[3] Das Hauptquartier befindet sich in Stockholm.[4] Generalsekretärin dort ist Anna De Geer. Vorstandsvorsitzende der World Childhood Foundation (Deutschland) ist Anka Wittenberg, Geschäftsführerin ist Susanne Labonde.

Childhood wurde von einer Gruppe sogenannter „Mitbegründer“ gestartet, von denen jeder eine Million US-Dollar spendete. Folgende Firmen und Personen gehörten dazu: ABB, Axel Johnson Group, Charles B. Wang Foundation, Curtis L. Carlson Family Foundation, Daimler Corporation Fund, Familie Barbro E. Heinz, Familie Jan H. Stenbeck, Familie Jane and Dan Olsson, Familie Sven Philip-Sörensen, Heimbold Foundation, Oriflame – af Jochnick Foundation, SAP AG, Skandia, TeliaSonera AB. Damit bekam die Stiftung ein stabiles finanzielles Fundament. Die Gruppe der Mitbegründer wurde 2005 geschlossen.[5]

Die Stiftung weist auf ihrer Webseite darauf hin, dass „Soziales Engagement oder Corporate Social Responsilbility (CSR) die Bindung zwischen Unternehmen und Mitarbeitern stärkt“. So gibt es mittlerweile eine lange Liste von Sponsoren-Firmen, die Childhood mit direkten Spenden unterstützen und in ihrer Werbung und Markenstrategie einsetzen.[6] Sogenannte Unternehmenspartner sind u. a. SAP AG, Volvo und Handelsbanken, Schweden. Die Schwesterprojekte in Brasilien, USA und Schweden arbeiten auf ähnliche Art und Weise.

Childhood feierte 2009 sein 10-jähriges Bestehen und in dieser Zeit über 60 Mill. US-Dollar für über 600 Projekte ausgegeben.
Tags: Kindesmissbrauch – sexueller Missbrauch – Kinderrechte –
Familienrecht Familie – Flüchtlingskinder  – Flüchtlingslager