Muslimin verbannt Vater aus Krankenhaus-Zimmer

Haben Muslime in Österreich mehr Rechte als Österreicher?

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Artikel:
Vorfall in Wiener AKH

Muslimin verbannt Vater von Patientin aus Zimmer

Eine vollverschleierte muslimische Patientin im Wiener AKH verlangt vehement, dass ein Vater, der seine schwer kranke Tochter (23) begleitet, aus dem Zimmer geht. Es kommt zum Wortgefecht, das Personal legt der Familie der 23-Jährigen kurzerhand nahe, das Spital zu verlassen. Der 56-Jährige ist über dieses Vorgehen entsetzt: „Bis hierher und nicht weiter. Wir helfen gerne, aber wir lassen uns nicht in dieser Weise unterdrücken. Das kann nicht geduldet werden.“

Familie Salfenauer aus dem Wiener Bezirk Donaustadt hadert mit einem schweren Schicksal: Tochter Chiara erkrankte vor fünf Jahren an Multipler Sklerose, einer unheilbaren neurologischen Erkrankung. Die 23-Jährige wurde am Wiener AKH in einem Forschungsprogramm aufgenommen, etwa alle sechs Monate muss sie für eine Nacht ins Spital. „Über rund 24 Stunden hinweg werden ihr Medikamente per Infusion verabreicht. Da die Nebenwirkungen lebensbedrohlich sein können, begleiten meine Frau und ich unsere Tochter immer zu dieser Behandlung“, so Robert Salfenauer im Interview mit krone.at. „Das ist eine schreckliche Krankheit, da unterstützt man sie, wo es nur geht.“
Vater bekam gedankliche Sperrlinie vorgesetzt

Am vergangenen Montag suchte die Familie daher wieder gemeinsam das AKH auf. Bevor die junge Frau ihr Zimmer beziehen konnte, nahm das Krankenhauspersonal die Familie jedoch zur Seite: „Man sagte uns, am Fensterbett würde eine vollverschleierte Dame liegen und die hätte ein Problem, wenn männliche Begleitung mitkommt. Man bitte mich als Vater daher, nicht hineinzugehen“, so Salfenauer. Wenig später erklärte man dem 56-Jährigen wiederum, dass er zwar das Zimmer betreten, aber nicht weiter als bis zum der Tür am nächsten liegenden Bett gehen dürfe – und damit nicht einmal ans Bett der Tochter.

„Sie hat sofort begonnen zu schimpfen“
Der 56-Jährige hielt sich trotz anfänglicher Verdutztheit darüber an diese Weisung. Tatsächlich habe er auch keinen Sichtkontakt zu der anderen Patientin gehabt, da sie hinter einer Trennwand lag. „Die Dame hat aber meine Stimme gehört, sich aufgerichtet, um den Paravent geschaut und sofort begonnen, entsprechend zu schimpfen, was ich hier zu suchen habe und ich solle sofort verschwinden. Sie dulde nicht, dass ein Mann hier ist. Das könne nicht sein, sie wünsche das nicht. Ich solle gefälligst das Zimmer sofort verlassen. Sie entscheide, wer in dieses Zimmer gehen darf“, schildert Salfenauer.

„Jeder Radikalismus ist abzulehnen“
Die Familie zog sich daraufhin in den Wartebereich zurück, wo sie sich über den Vorfall unterhielt. Kurz darauf trat eine Ärztin in Begleitung eines Security-Mitarbeiters an das Ehepaar heran und forderte dieses dazu auf, das Krankenhaus sofort zu verlassen. „Wir waren natürlich verdutzt. Man hat argumentiert, wir würden die Ruhe des Hauses stören. Als wir dann gegangen sind, ist der Security-Mann mit uns mitgegangen. Ich wurde letzten Endes also von einem Security abgeführt. Ich bin jetzt 56, das ist mir in meinem Leben noch nie passiert. Sollte ich zu heftig widersprochen haben, entschuldige ich mich natürlich – aber der Stress ist wohl verständlich“, erinnert sich der Jurist und Unternehmensberater an die für ihn völlig absurden Geschehnisse.

Und weiter: „Wir waren völlig entsetzt und durcheinander, dass eine radikale – in dem Fall religiöse – Gesinnungsgemeinschaft darüber bestimmen kann, wie wir uns in Wien zu verhalten haben. Die vollverschleierte Dame dürfe bestimmen, dass ich nicht meine Tochter besuchen kann? Jeder Radikalismus ist abzulehnen. Erst recht solch ein Gesinnungsterror.“

„Bis hierher und nicht weiter“
Die Familie, die sich in Anbetracht des in Österreich geltenden Verhüllungsverbotes auch darüber wunderte, dass die Frau im öffentlichen Spital einen Niqab trug, reichte daher nach dem Vorfall sofort Beschwerde beim Krankenhaus ein: „Es geht uns nicht darum, gegen das AKH als solches vorzugehen. Das ist eine Maschine, die unglaublich vielen Menschen hilft. Und dass eine Maschine nicht immer hundertprozentig funktioniert, ist verständlich. Uns geht es darum, dass jetzt klar zu sagen ist: bis hierher und nicht weiter. Wir helfen gern allen und haben dies schon oft gezeigt, auch Flüchtlingen, aber wir lassen uns nicht in dieser Weise unterdrücken. Das kann nicht geduldet werden.“

AKH: „Konflikt wird sehr bedauert“
Bereits tags darauf erhielt der 56-Jährige eine Antwort: Man werde den Fall weiter untersuchen. Gegenüber krone.at heißt es vonseiten des Spitals in einer offiziellen Stellungnahme: „Der entstandene Konflikt war für unsere MitarbeiterInnen nicht vorhersehbar, wird aber selbstverständlich sehr bedauert. Der Fall wurde intern bereits intensiv aufgearbeitet, eine Ungleichbehandlung oder gar Bevorzugung einer der beiden Patientinnen lag nicht vor und ist jedenfalls abzulehnen.“

Dass die Muslimin im Krankenzimmer einen Niqab trug, sieht zumindest das Spital nicht als Gesetzesverstoß: „Zum vorliegenden Fall ist festzuhalten, dass das Anti-Gesichtsverhüllungs-Gesetz auf PatientInnenzimmer nicht anzuwenden ist, da diese keine öffentlichen Orte im Sinne des Gesetzes darstellen.“

Jurist Salfenauer sieht das anders: „Wir haben wirklich kein Problem mit anderen Religionen. Jeder möge es damit so halten, wie er will. Aber wir haben ein Problem, wenn ein klarer Gesetzesverstoß auf der einen Seite nicht geahndet wird, auf der anderen Seite aber wir, als einfache österreichische Bürger, uns schon in einem vorauseilenden Gehorsam solchen radikalen Minderheiten unterwerfen müssen und das alles zu tolerieren haben. Das kann einfach nicht gehen.“

„Jedem Menschen soll geholfen werden“
Über die persönliche Reaktion jenes Arztes, der Chiara behandelt, freut sich die Familie jedoch sehr: „Er betonte, dass die Behandlung meiner Tochter weiter im Vordergrund steht. 
Darum geht es uns, darum geht es allen. Jedem Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion oder Sonstigem, soll geholfen werden.“

Charlotte Sequard-Base, Thomas Zeitelberger, 22.03.2018 06:18
Video: http://www.krone.at/1673227
Tags: Muslim – Diskriminierung – Vater – Muslim – Islam – islamistisch – Gesetze Österreich – Gewalt weibliche Frauen – Mobbing – Islamisierung – Radikalisierung – Vaterschaft

KESB der beste Feind

«Man führte einen Krieg gegen uns»: Autorin Zoë Jenny
 Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) ist in kurzer Zeit zur meistgehassten Behörde geworden. Wie konnte das nur passieren?

Kritik funktioniert richtig gut, wenn man sie in eine Ge­schichte verpackt. Beim «Stern» geht das so: Am 4. Juni besteigt der 88-jährige Klaus Seidel, begleitet von seinem Neffen Fritz, in Flüelen klammheimlich den 12.10-Uhr-Zug. Seidel flüchtet, weil die ­Urner Kesb ihn in ­einem Heim versorgen will. Knapp zwei Stunden später überqueren sie bei Basel unerkannt die deutsche Grenze. Im deutschen Asyl erklärt Klaus ­Seidel dem Reporter, er habe nur diese Wahl gehabt: «entweder in einem Heim völlig zu ­verblöden. Oder: Flucht».

Dafür habe er seine Frau zurücklassen müssen, die er wohl nie wiedersehen werde. Es sei vermutlich ein Abschied ohne Wiederkehr, wie damals bei den DDR-Flüchtlingen. Wer einmal gehe, der gehe für immer. Schuld daran sei die Urner Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, die Kesb.

Die Geschichte vom guten Herrn Seidel und der bösen Schweizer Behörde hat einen Haken: Sie schildert nur die eine Seite der Wahrheit. Die Geschichte des Urner Obergerichts zeigt die andere Seite. Nämlich die: Nach einem Schlaganfall kann der an Demenz und Alzheimer erkrankte Klaus Seidel nicht mehr für sich und seine Frau sorgen. Deshalb sollen die beiden in eine Pflegewohngruppe verlegt werden. Seidel und seine Familie wehren sich. Doch sie reichen trotz Aufforderung kein Konzept ein, wie sie ­Seidels Pflege sicherstellen wollen. Bedingung wäre eine Bezugsperson mit Pflege­erfahrung gewesen. Deshalb sei der Kesb nichts anderes übrig­geblieben, als das Paar in ein Heim einzuweisen.

«Das war reinster Psychoterror!»

Zoë Jenny, Schriftstellerin und Mutter

So funktionieren viele Kesb-Geschichten. Sie handeln von einer selbstherr­lichen Behörde, die durch Fehlentscheide ohnmächtige Menschen ins Elend stürzt und Unsummen an ­Steuer
geldern verschleudert. Es sind Tragödien, die von einer himmelschreienden Ungerechtigkeit berichten. Schuld ist immer die Kesb. Sie ­ist zum per­fekten Ziel für Wut und Hass gegen den Staat geworden. Man kann sie verhöhnen und verteufeln, als Stasi-­Behörde abstempeln, den Inbegriff ­des Unrechtsstaats. Die Kesb, das anonyme Monster, das Familien zerstört.

Eine Kritikerin der ersten Stunde ist die Schriftstellerin Zoë Jenny. Sie will die Kesb abschaffen, weil sie ihr das Leben zur Hölle gemacht und sie aus der Heimat vertrieben habe. Die Kesb, sagt Jenny, wolle ihr die Tochter wegnehmen. Der «Schweizer Illus­trierten» schilderte sie in drei Sätzen, was Sache ist: «Man führte einen Krieg gegen uns – so habe ich es empfunden. Daher spreche ich auch von Exil. Das war reinster Psychoterror!» Jenny, die besorgte Mutter, verteidige nur ihre Familie gegen die übermächtige Kesb. Die Methode: ins Ausland fliehen und von dort aus zurückschlagen, um den Drachen zu töten. Jennys Waffen sind nicht die Schwerter, sondern Interviews und die Androhung einer Volksinitiative.

Der Vater reist aus Bali an

Was seine Familie zerstöre, sei nicht die Kesb, sondern Zoë Jenny, sagte ihr Exmann Matthew Homfray in der «SonntagsZeitung», nachdem er lange geschwiegen hatte. Jenny verhindere mit allen Mitteln, dass er das gemeinsame Sorgerecht für die Tochter ausüben könne. Alle zwei Monate fliege er von Bali nach Wien, um wenigstens ein paar Stunden mit seiner Tochter verbringen zu können. Mehr toleriere seine Exfrau nicht. Sobald eine ­Behörde seine Besuchszeiten auf die Nacht ausweite, wechsle Jenny den Wohnsitz. Deshalb sei sie vom Kanton Basel ins italienische Grosseto, in den Kanton Zürich, weiter nach Schwyz und schliesslich nach Wien umgezogen. Seine Einschätzung ist diametral anders als diejenige seiner Exfrau: «Die Kesb muss im Interesse des Kindes handeln. Genau das hat sie in meinem Fall immer getan.»

Das Muster ist immer dasselbe: Hört man sich eine Seite an, ist die Empörung gewiss. Vernimmt man die andere, empört man sich gleich nochmals. Und bleibt konsterniert zurück.

Eigenartig am Kesb-Bashing ist: Experten, die mit der Sache vertraut sind, schildern die Arbeit der Kesb fast durchwegs als positiv. Sie kritisieren einzelne Entscheide und verweisen auf Probleme, mit denen die Behörde kämpft. Alle sagen jedoch: Die Kam­pagne, die gegen die Kesb laufe, sei nicht repräsentativ.

Behörde KESB Schweiz
Behörde KESB Schweiz
«Die Behörde ekelte uns aus der Schweiz»: Zoë Jenny bekämpft die Kesb auch noch von Wien aus.

Eine Einschätzung, die die Experten des Beobachter-Beratungszen­trums teilen, die fast täglich Klagen über die Kesb zu hören bekommen. «Unter dem alten System waren wir immer wieder mit Willkür­entscheiden lokaler Behörden konfrontiert, die mitunter gegen geltendes Recht verstiessen», sagt Walter Noser. «Inzwischen beschränkt sich unsere Beratung fast ausschliesslich darauf, den Betroffenen Entscheide der Kesb zu erklären; etwa, was ein gemein­sames Sorgerecht für die getrennten ­Eltern und ihre Kinder konkret be­deutet.» Das Verrückte dabei sei: «Die meisten verstehen das dann auch.»

Selbstverständlich gibt es gewich­tige Kritik. So bemängeln Experten das Fehlen von Pikettdiensten rund um die Uhr, zu knapp bemessene ­Stellenpläne, die hohe Personalfluk­tuation oder die Tendenz, Entschei­dungs­gremien personell aufzublähen, damit am Schluss niemand für einen Entscheid geradestehen muss.

Dass die Kesb Kritik auf sich zieht, liegt in der Natur ihrer Aufgabe. Sie muss von Gesetzes wegen einschreiten, wenn jemand schutzbedürftig oder gefährdet ist. Und Entscheide fällen, die tief ins Private hineinreichen und einschneidende Konsequenzen für das Leben der Betroffenen haben können. Dass es immer wieder solche gibt, die nicht alle Parteien zufriedenstellen, versteht sich von selbst.

Das José-Mourinho-Prinzip

In diesem Klima der Kesb-Hetze kann es leicht passieren, dass Täter zu ­Opfern werden. Wie beim Fussball, wenn ein Spieler wegen eines üblen Fouls rotsieht und der Schiedsrichter hinterher schuld an der Niederlage ­gewesen sein soll. Ein Meister solcher Verdrehungen ist Startrainer José Mourinho, der alles und jeden beleidigt, der dem Erfolg im Weg steht.

Das Mourinho-Prinzip der Diffamierung ist in der Schweiz angekommen. Das geht dann so: Eine Behörde nimmt den Eltern die Kinder weg. Die Mutter kämpft mit allen Mitteln gegen diesen Entscheid. Über die Feiertage können die Kinder heim zu ihr.

An Silvester teilt der Bezirksrat der Anwältin der Mutter schriftlich mit, dass ihre Beschwerde abgewiesen worden sei und die Kinder zurück ins Heim müssten. Die Mutter erfährt am Neujahrstag per E-Mail davon. Am Nachmittag berät sie sich mit ihren 
Eltern. Sie kommen zum Schluss, dass Mutter und Kinder untertauchen müssen. In der Nacht, allein zu Hause, sieht die Mutter keinen Ausweg mehr. Die Grosseltern berichten hinterher, die Mutter habe ihre zweijährige 
Tochter und ihren fünfjährigen Sohn vom Kinderheim «erlösen» wollen. Ein halbes Jahr später begeht die Mutter in der Untersuchungshaft Suizid. Ein schreckliches Drama.

Diese Geschichte, der sogenannte Fall Flaach, ist für Kesb-Gegner wie Zoë Jenny der Beweis, dass man die Kesb abschaffen sollte. Für sie trägt allein die Behörde die Schuld daran, dass Alessia und Nicolas sterben mussten. Die Mutter habe nicht anders gekonnt.

Da wird eine Täterin zum Opfer verklärt und mit einer Tragödie Politik gemacht. Solche Geschichten, die beweisen sollen, wie unmenschlich die Kesb agiert und dass sie besser heute als morgen abgeschafft gehört, funk­tionieren nur, wenn man sich mit der halben Wahrheit zufriedengibt.

 Autor: Martin Vetterli, Bild, Jürgen Bauer / Süddeutsche Zeitung Photo

Österreich verletzt die Menschenrechte und Kinderrechtskonvention

Verletzung der Menschenrechte u. Kinderrechtskonvention in Österreich – #MissionTraiskirchen – Amnesty International

  • Ich frage mich, wozu ist eigentlich das Jugendamt und die Jugendwohlfahrt da, wenn es den obdachlosen Kindern und  deren Väter und Mütter NICHT  hilft ?

 

  • Mit dem neuen Bundes-Kinder– und Jugendhilfegesetz 2013 (B-KJHG 2013) bekommen die Länder zusätzlich 3,9 Millionen Euro, jedes Jahr.
    Was passiert mit dem zusätzlichen Geld?

 

  • Im österreichischen Bundesverfassungsgesetz „Rechte der Kinder ist eindeutig geregelt, dass Kinder, welcher von ihrer natürlichen Umgebung für das Wachsen und gedeihen  herausgelöst sind, Anspruch auf besonderen Schutz und Beistand des Staates haben ?

Danke an Amesty International  für den sehr guten Bericht von

Familie Familienrecht


Artikel:
„Es kostet keinen Cent, sein Gehirn einzuschalten“

so, Amnesty International-Generalsekretär Heinz Patzelt .


Amnesty International-Generalsekretär Heinz Patzelt mit seinem Team Daniela Pichler und Siroos Mirzaei präsentieren den Bericht über das Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen. – Foto: APA/EPA/GEORG HOCHMUTH

„Es kostet keinen Cent, sein Gehirn einzuschalten“

Österreich hat Menschenrechte verletzt

  „Es kostet keinen Cent, sein Gehirn einzuschalten“

Der Bericht von Amnesty über das Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen ist vernichtend.

Ich habe so etwas in Österreich nicht für möglich gehalten“, hatte sich Heinz Patzelt von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International bereits am Freitagvormittag mehr als enttäuscht gezeigt. Bei der Präsentation des Berichtes (den Bericht finden Sie hier) über die Überprüfung des Erstaufnahmezentrums Traiskirchen versagte Patzelt die Stimme. Die Research-Mission habe „grobe Versäumnisse“ festgestellt, die einen „Menschenrechtsskandal“ auf österreichischem Boden darstelle.

„Es kostet keinen Cent, sein Gehirn einzuschalten.“

Es habe gar nichts mit Bösartigkeit zu tun, „weil für Bösartigkeit braucht es ein Wollen und in Traiskirchen gibt es kein Wollen“, so Patzelt, der die Verantwortlichen für die „verwaltungstechnische Inkompetenz“ kritisierte. „Es kostet keinen Cent, sein Gehirn einzuschalten“, erklärt der Amnesty-Generalsekretär.

 

Bild: Heinz Patzelt übt scharfe Kritik an Bund, Länder und Gemeinden.

Kinderrechtskonvention mit Füßen getreten

Die Ressourcenknappheit, die allerorts betont wird, sei keine Ausrede „im dritt- oder viertreichsten Land der Welt“. Denn die nächste Katastrophe stehe bereits in den Startlöchern. Was passiert zu Schulbeginn? Oder im Winter?

Im Erstaufnahmezentrum wird die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen mit Füßen getreten, kritisiert Patzelt und fordert die Jugendwohlfahrt auf, unbegleitete Jugendliche und Kind aufzusuchen und einem Vormund zu übergeben.

„Stellen Sie sich vor, die Polizei findet einen zehnjährigen Buben nachts in Wien. Ein Aufschrei würde folgen. Warum nicht in Traiskirchen?“

Verantwortung nicht delegierbar

Patzelt ist sich bewusst, dass der Andrang nach Österreich enorm ist, aber das Land ist menschenrechtlich verpflichtet, zu helfen: „Es kann nicht sein, dass Frauenduschen zu pervertierten Peepshows werden, weil die Politik ihre Aufgaben nicht erfüllt.“ Und ein Aufnahmestopp in Traiskirchen sei keine Alternative, „Menschenrechte kann man nicht abschalten“.

Bild: Das Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen ist mit rund 4.500 Flüchtlingen mehr als bloß überfüllt.

Man könne zwar die Aufgaben an Dienstleister übergeben, aber die Verantwortung lasse sich nicht delegieren. Das Innenministerium und die gesamte Bundesregierung sei für die Zustände in Traiskirchen verantwortlich, so das Team von Amnesty International.

Innenministerium nicht überrascht

Überrascht über die Erkenntnisse und Kritik von Amnesty International ist das Innenministerium nicht. Vielmehr habe man seit dem Besuch der Menschenrechtsorganisation in Traiskirchen einiges verbessert. Was man jetzt nicht brauche, seien Polarisierungen und ein Wettbewerb in der Beschreibung von Missständen, erklärte die für Asylfragen zuständige Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Probleme ortet sie in der Kompetenzverteilung. Die Verantwortung obliegt zwar zwischen dem Bund und den Ländern, aber es gebe Gemeindekompetenzen, mit denen die Aufnahme von Flüchtlingen verhindert werden kann.

Nach Amnesty International bekommt ab sofort auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Zutritt zum Flüchtlingslager Traiskirchen. Das gab die Organisation am Freitagabend nach einem Gespräch mit Vertretern des Innenministeriums bekannt. Sowohl Ärzte ohne Grenzen als auch ein Sprecher des Innenressorts berichteten von „sehr konstruktiven Gesprächen“, bei denen die NGO auch ihre Kritik am Zustand im Lager darlegte.

Unterdessen hat die Europäische Kommission Griechenland, Ungarn und auch Österreich finanzielle Hilfen für den anhaltenden Flüchtlingsstrom in Aussicht gestellt. Die Anträge werden von einem unabhängigen Ausschuss überprüft, heißt es.

 

Österreich hat Menschenrechte verletzt

Österreich hat Menschenrechtsstandards nicht eingehalten und damit gültige Vereinbarungen gebrochen.

Amnesty International untersucht weltweit die Menschenrechtssituation. Ob und wie im Iran, in Pakistan, in afrikanischen Staaten oder auch in den USA Menschenrechtsverletzungen in Form von Folter, willkürlichen Inhaftierungen oder Negierung des Rechtsstaates geschehen.

Eine „Research-Mission“ in einem westlichen Staat wie Österreich ist also schon grundsätzlich erschreckend. Nun wurde das Lager Traiskirchen geprüft.

Der Bericht selbst sorgt für fassungsloses Kopfschütteln. Völlig überbelegt, unzureichende medizinische Versorgung, leicht vermeidbare administrative Hürden, und eine besonders prekäre Situation für Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Begleitung jetzt in Österreich Schutz suchen.

Der heute präsentierte Befund ist richtig. Österreich hat Menschenrechtsstandards nicht eingehalten und damit gültige Vereinbarungen gebrochen. Warum das so ist, darüber werden wir weiter rätseln müssen. Am Geld kann es nicht liegen, es geht nicht um Unsummen.

Verwunderlich auch die vielen Reaktionen in den Online-Foren. „Wir brauchen eine verbindliche EU-Quote für die Aufteilung der Flüchtlinge. Es braucht eine bessere Grenzsicherung durch Frontex oder andere Grenzsicherungsagenturen. Es braucht große Auffanglager in Nordafrika.“ Und so weiter. Über all diese Punkte müssen wir reden, keine Frage, das sind alles wichtige Punkte, die wir lösen müssen. Aber mit der aktuellen Situation in Traiskirchen, die unsere Politik zu verantworten hat, haben diese Fragen wirklich gar nichts zu tun. Hier geht es um das absolute Minimum, dass die Menschenrechte, die Flüchtlingskonvention und die Kinderrechte eingehalten werden. Schlimm genug, dass man das extra betonen muss.

Bernhard Gaul, (KURIER) Erstellt am 14.08.2015, 09:14
http://kurier.at/politik/inland/traiskirchen-amnesty-bericht-es-kostet-keinen-cent-sein-gehirn-einzuschalten/146.919.215

Tags: Jugendamt – SPÖ – Kinderrechte – leaks – austria – Obsorege – Sorgerecht – Kindeswohl – §215 Gefährdungsmeldung – Kinderschutz – human rights –