Frauenhaus – Bub wurde eine Woche gegen seinen Willen festgehalten

Frauenhaus – Missbrauch mit dem Missbrauch – März 2015

Telefon abgenommen, Gymnasiast am Schulbesuch gehindert

Bub (11): „Wurde eine Woche im Frauenhaus festgehalten“

Die Wiener Frauenhäuser sind gut und wichtig, um Frauen vor gewalttätigen Partnern zu schützen. Aber sind manche Mitarbeiter zu blauäugig, weil sie einer Seite blind vertrauen ?
Schwere Vorwürfe erhebt zumindest Eyüp Ö. (11), der eine Woche in der Einrichtung war.

Der Bub wurde von seiner Mutter („zwangshalber“) ins Frauenhaus in Mariahilf mitgenommen.
Dort sei er gegen seinen Willen festgehalten worden.
Das Handy wurde ihm abgenommen. Auch durfte der Gymnasiast nicht die Schule besuchen. „Ich habe geweint. Wollte zu meinem Vater zurück. Keiner hat mir geholfen.“
Eyüp Ö. beschwört, dass sein Vater nie gewalttätig gewesen sei. Von der Mutter sei er aber öfters, auch im Frauenhaus, geschlagen worden.

Frauenhaus-Geschäftsführerin Andrea Brem dazu:“Keiner von uns hat beobachtet, dass die Mutter den Buben geschlagen hat. Auch scheint es vertretbar, dass Kinder in Krisenzeiten einige wenige Tage nicht in die Schule gehen.“ Die Handyabnahme sei eine erzieherische Maßnahme der Mutter gewesen, die neben dem Vater die Obsorge hat. Brem:„Bei uns wird niemand gegen seinen Willen festgehalten“

Top-Anwältin Britta Schönhart glaubt, die Mutter sei nur ins Frauenhaus gegangen, um im Scheidungsverfahren bessere Karten zu haben. „Leider nutzen das manche Frauen aus. Ihnen wird of blind geglaubt, ohne je die andere Seite gehört zu haben.“

“ Das Frauenhaus hätte mehr auf die Bedürfnisse des 11-Jährigen eingehen sollen. Dieser wird noch lange unter diesem Trauma zu leiden haben.
Familienrechtsexpertin Britta Schönhart

Kronenzeitung 20.03.2015, Seite 28

Tags: Frauenhaus – Andrea Brem – Familie Familienrecht – Rechtsanwältin Britta Schönhart – Obsorge – Kindeswohl – Vater – Gewalt – Gewalttäter – Missbrauch mit dem Missbrauch –

Ohne Vater bleibt sich der Sohn fremd

Die Neigung, in einer Familie mit Kindern den Mann für überflüssig zu halten, schadet den Söhnen.
Ohne Mann im Haus haben es vor allem Jungen, aber auch Mädchen schwerer, sich gesund zu entwickeln.

Väter haben kein gutes Image mehr. Die englische Autorin Maureen Green formulierte zeitsymptomatisch: „Ein toter Vater ist Rücksicht in höchster Vollendung.“ Laut wurde die vaterlose Familie gefeiert – die Mutter-Sohn-, Mutter-Tochter-Beziehung, ohne Mann und ergo auch ohne Gewalt, Tyrannei und Missbrauch.

Dass diese Idylle nicht stimmt, wissen wir inzwischen. Alle neueren Untersuchungen dokumentieren, dass häusliche Gewalt zwischen den Geschlechtern gleich verteilt ist. Söhne werden übrigens von ihren Müttern häufiger körperlich gezüchtigt als von ihren Vätern.

Schon vor den Siebzigerjahren haben die Sozialwissenschaften den Vater entsorgt. Vor allem die Entwicklungspsychologie hat exklusiv auf die Bedeutung der Mutter für die Erziehung der Kinder abgehoben. Die historische Väterforschung – noch immer in ihren Anfängen – konstatiert, dass Einfluss und Aufgaben des Vaters „gegen null gehen“.

Dem Vater würden allenfalls noch alimentatorische Funktionen zugemessen, das heißt: finanzielle Leistungen, um den Lebensunterhalt seiner Kinder zu sichern. Seine Gegenwart ist nicht vonnöten, vielfach eben sogar nicht einmal erwünscht.

Ohne Vater bleibt sich der Sohn fremd


Walter Hollstein ist ein Schweizer Soziologe. Er lebt seit 2007 als freier Autor in Basel und hat zahlreiche Bücher über die Geschlechterrolle von Mann und Frau geschrieben

Foto: privatWalter Hollstein ist ein Schweizer Soziologe. Er lebt seit 2007 als freier Autor in Basel und hat zahlreiche Bücher über die Geschlechterrolle von Mann und Frau geschrieben

Jean-Paul Sartre ist ohne Vater aufgewachsen. Er schreibt: „Ich war ein Waisenkind ohne Vater. Da ich niemandes Sohn war, wurde ich meine eigene Ursache.“ Der Bub Sartre beschäftigt sich nachgerade zwanghaft mit dem Tod, auch mit dem eigenen Verschwinden aus dieser Welt. Solche frühkindliche Tragik findet sich in den Werken vieler Schriftsteller, Franz Kafka wäre ein anderes berühmtes Beispiel; im deutschsprachigen Raum haben etwa Peter Härtling, Manfred Bieler oder Christoph Meckel davon Zeugnis abgelegt.

Doch die Dramen müssen nicht literarisch sein; sie sind auch ganz alltäglich. Ein absenter Vater ist – so weiß die Therapeutik – eine lebenslange Quelle von Traurigkeit, Ärger, Verbitterung und Scham. Ein Sohn braucht seinen Vater, damit er sinnvoll Mann werden kann. Ohne Vater tritt er in ein Leben, für das er nur unzureichend ausgestattet ist. Die Tiefenpsychologin Marga Kreckel bringt es bündig auf den Begriff: „Bleibt der Vater für den Sohn das unbekannte Wesen, so bleibt der Sohn auch sich selbst fremd.“

Die amerikanischen Psychologen Dan Kindlon und Michael Thompson berichten, dass es in Therapien wenig gäbe, was einen erwachsenen Mann zu Tränen rühre. Männer könnten in Therapien recht gefasst über gescheiterte Ehen sprechen, über missratene Kinder, über Karriereknicks, Bankrott oder Krankheiten. Wenn sie dann aber einmal weinten, dann weinten sie ganz heftig über das, was sie mit ihren Vätern nicht oder zu wenig erleben durften.

Das Fehlen eines realistischen Männerbildes

Wir wissen empirisch sogar mehr. Wir kennen inzwischen die folgende Gesetzlichkeit: Es gibt einen klaren Zusammenhang von Vaterpräsenz und gesunder Entwicklung des Sohnes auf der einen Seite und von Vaterabsenz und der Gefahr des Scheiterns auf der anderen. Zum Spektrum dieses Scheiterns gehören innere Verwahrlosung, Sucht, Kriminalität, Gewalt, Depression und Suizid der allein gelassenen Söhne. Selbstverständlich brauchen auch die Töchter ihre Väter, etwa für den Erwerb eines realistischen Männerbildes – aber eben, belegterweise, doch weniger.

Auf dem 2. Wissenschaftlichen Männerkongress an der Heinrich-Heine-Universität zu Düsseldorf berichtete Robert Schlack vom Robert-Koch-Institut, dass Jungen aus geschiedenen Beziehungen mehr Risikoverhalten, mehr psychosomatische Probleme, mehr psychische Auffälligkeiten und weniger verfügbare Schutzfaktoren aufweisen als Kinder aus Kernfamilien mit beiden leiblichen Eltern.

Konkret heißt das: häufiger Übergewicht, häufiger Schul- und Ausbildungsversagen, doppelt so hohe Raucherquoten, dreimal so häufig Schlafstörungen, doppelt so häufig emotionale Probleme, soziale Probleme mit Gleichaltrigen und Hyperaktivitätsprobleme.

Der Vater – eine Witzfigur

Nun scheinen wir ja auf einem besseren Weg zu sein als die Generationen vor uns. Zeitgenössische Väter beteiligen sich mehr an Kindererziehung und Hausarbeit als noch ihre eigenen Väter. Das politische Angebot der Väterzeit wird immer häufiger genutzt. Auch das Sorgerecht ist in den vergangenen Jahren ein Stück weit zugunsten der Väter novelliert worden. Allerdings dräuen schon neue Probleme. Zunehmend wollen junge Männer gar nicht mehr Vater werden.

„Warum sollte ein Mann heute das Risiko einer dauerhaften Beziehung oder gar Ehe eingehen?“, fragte unlängst ein Blogger in der „Süddeutschen Zeitung“. Die Antwort gibt er sich selber:“Um bei der ersten Gelegenheit entsorgt und als Unterhaltszahlsklave zu enden, der seine eventuellen Kinder nur sehen darf, wenn sie es ihm erlaubt?

Den meisten reicht es schon, in Schule und Beruf benachteiligt und vom feministischen Mainstream in Kunst, Kultur und Medien als Witzfigur, Hassobjekt und Quelle allen Übels verteufelt zu werden.“ Das ist keine Einzelmeinung mehr.

Die Abneigung, Vater werden zu wollen

Das Statistische Bundesamt hat vor Kurzem einen Bericht über Alleinlebende veröffentlicht. Während seit 1991 die Quote der Single-Frauen um 16 Prozent gestiegen ist, erhöhte sich jene der Männer sprunghaft um 81 Prozent . Diese Entwicklung betrifft vor allem junge Männer im heiratsfähigen Alter.

27 Prozent der 18- bis 34-Jährigen leben allein. Das sind – in absoluten Zahlen – etwa sieben Millionen Männer im heiratsfähigen Alter, die sich der Beziehung mit einer Frau verweigern und die auch keine Kinder wollen.

Das verweist auf eine tiefer liegende Krise jüngerer Männer, die auch empirisch belegt ist. Nach einer Studie über die Lebensentwürfe und Rollenbilder 20-jähriger Frauen und Männer, die die Bundesregierung 2007 in Auftrag gegeben hat, wird jungen Männern „ein deutliches Leiden an der Komplexität, Unübersichtlichkeit und Dynamik der Gesellschaft“ zugeschrieben. Junge Männer „heute befürchten, dass in Wahrheit die Frauen die wichtigen Entscheidungen fällen und sie, die Männer, gar nicht mehr brauchen“. Wenn wir auch zukünftig Väter wollen, müssen wir wohl den jungen Männern politisch, ökonomisch und sozial Perspektiven anbieten, die sie zu einem gut Teil entlasten.

17_03_14

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article125896077/Ohne-Vater-bleibt-sich-der-Sohn-fremd.html

Tags: Vaterlose Gesellschaft – SPÖ – Gendermainstream – Feminismus – Femiistin  

Kontaktrecht bzw. Besuchsrecht in Österreich lt. Rechtsprechung

Mindestmaß  bis zum 14. Lebensjahr

Die weltweite Tendenz im Familienrecht für eine vernüftige Eltern-Kind-Beziehung, geht jedoch in Richtung des Doppelresidenz- Wechselmodell, im Idealfall eine Woche bei Vater und eine Woche bei der Mutter.
Es kann auch in zweiwöchigen Abständen oder länger gewechselt werden, jedoch sollte es ein Verhältnis von 70/30 Prozent nicht unterschreiten.
In vielen Ländern, wie Australien, kanada, Spanien, Frankreich ist es bereits im Gesetz verankert.
.
Aus der Rechtsprechung der Gerichte kann man folgende RICHTLINIEN ableiten:

• Kleinkinder bis zu zwei Jahren:
alle 14 Tage einige Stunden oder ein ganzer Tag evt. mit Begleitung

• Kinder von drei bis sechs Jahren:
alle 14 Tage ein Tag

• Kinder über sechs Jahre:
alle 14 Tage ein Wochenende, d.h. mit Übernachtung plus 2 Wochen Urlaub

Wenn du über 14 bist, kannst du nicht mehr zum Kontakt mit dem Elternteil gezwungen werden, der nicht im gemeinsamen Haushalt lebt. Allerdings muss dich der Richter darüber aufklären, dass der Kontakt mit dem Elternteil grundsätzlich zu deinem Wohle ist. Verweigerst du trotzdem den Kontakt, müssen alle Anträge auf Besuchsrecht abgelehnt werden.

 

1_Besuchsrecht

2_Besuchsrecht

 

Auszug aus dem Buch mein Rechtsberater, 2014

.

.

Tags: Umgangsrecht Kontaktrecht Besuchsrecht – Alter des Kindes Österreich – Familienrecht

 

EuGH – Kein Kindergeld bei Umzug ins Ausland

Straßburg/Berlin (DAV). Auch im Familienrecht kommt es immer wieder zu Fragen rund ums Kindergeld. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte einen Fall zu entscheiden, bei dem die Mutter nach Belgien gezogen war, aber weiterhin in Deutschland arbeitete. Die Frage war, von welchem Staat sie Kindergeld verlangen konnte, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).Kindergeld am Wohnort oder Beschäftigungsort?
Die europäischen Richter entschieden am 6. November 2014 auf Vorlage des Bundesfinanzhofs: Ein Arbeitnehmer, der in dem EU-Mitgliedsstaat, in dem er wohnt, keinen Anspruch auf Kindergeld geltend macht, kann unter Umständen auch in seinem Beschäftigungsmitgliedsstaat keinen Anspruch auf Kindergeld haben (AZ: Rs. C-4/13).

Wohnen im Ausland – arbeiten in Deutschland
Die Frau arbeitet in Deutschland. Nachdem sie nach Belgien gezogen war, bezog sie für ihren Sohn weiterhin Kindergeld von der Familienkasse der deutschen Agentur für Arbeit. In Belgien hätte sie seit dem Umzug Anspruch auf Familienbeihilfe gehabt, den sie aber nicht geltend machte. Als die deutsche Familienkasse von dem Umzug erfuhr, forderte sie die seit dem Umzug gewährten Leistungen zurück. 

Wegfall des Kindergeldanspruchs
Der EuGH entschied nun, dass ein Mitgliedsstaat, in dem die Beschäftigung ausgeübt wird, festlegen kann, dass der zuständige Träger (in diesem Fall die Familienkasse) den Anspruch auf Familienleistungen ruhen lässt. Das heißt, dass dann kein Anspruch auf Kindergeld besteht. Dies gelte auch, wenn der Betreffende im Wohnmitgliedsstaat keinen Antrag auf Gewährung von Familienleistungen gestellt habe. Der Träger habe im Falle einer solchen Festlegung keinen Ermessensspielraum in der Frage, ob er den Anspruch ruhenlasse oder nicht. Damit hätte die Familienkasse die vom deutschen Staat geschuldeten Familienleistungen ruhen lassen müssen. Die Auszahlung des Kindergeldes sei also falsch gewesen, zumindest bis zur Höhe des nach belgischem Recht vorgesehenen Kindergeldbetrags.

Die DAV-Familienrechtsanwälte raten Eltern, die in grenznahen Gebieten arbeiten und in einem anderen EU-Mitgliedsstaat wohnen, sich genau zu informieren und in Zweifelsfällen einen Familienrechtsanwalt zu Rate zu ziehen. 

Informationen: www.familienanwaelte-dav.de
Unterhaltsforum: www.unterhaltsforum.de

Rechtsanwalt Swen Walentowski
Stellv. Hauptgeschäftsführer
Pressesprecher Deutscher Anwaltverein
PR-Referat
Littenstraße 11
D-10179 Berlin

Tel.: 030 726152-129
Fax: 030 726152-193

E-Mail: presse@familienanwaelte-dav.de
Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein

Reproduktionsmedizin: „Rückschritt zu Technikgläubigkeit“

„Aktion Leben“-Generalsekretärin Kronthaler: Schaden von Kindern und Müttern im Namen von Technikgläubigkeit und Geschäftsinteressen in Kauf genommen

Der Gesetzesentwurf zur Fortpflanzungsmedizin ist kein Fortschritt, sondern stellt im Gegenteil einen „Rückschritt in reine Technikgläubigkeit“ dar: Das hat die Generalsekretärin der „Aktion Leben„, Martina Kronthaler, am Freitag in zwei Gastkommentaren für die Tageszeitungen „Der Standard“ und „Die Presse“ betont. Sie forderte einen ganzheitlichen Ansatz ein und wies auf „vielfältige Risiken für Kinder und Frauen“ hin, die mit den geplanten Neuerungen bei der Reproduktionsmedizin bevorstünden. Auch die Kritik der „Aktion Leben“ an der fehlenden Berücksichtigung des Kindeswohls beim Gesetzesvorhaben erneuerte Kronthaler.

 

Statt zu fragen, ob ein Gesetz „liberal und fortschrittlich“ ist, müsse seine Prüfung das Wohlergehen aller Beteiligten sichern, betonte die Generalsekretärin. Im Falle von Lockerungen bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) seien damit verbundene Risiken – auch für Einlingsschwangerschaften – jedoch durch Studien hinreichend erwiesen. „Für die Wunscherfüllung eines oder zweier Menschen wird der statistisch voraussagbare Schaden eines Dritten billigend in Kauf genommen“, zitierte die „Aktion Leben“-Generalsekretärin den Präsidenten der Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, Klaus Vavrik.

Ein weiterer Kritikpunkt Kronthalers ist die vorgesehene Altersgrenze von 45 Jahren, bis zu der das Gesetz Frauen die Einsetzung fremder Eizellen erlauben will. Hohes Mutteralter und IVF seien neben Armut und Stress Risikofaktoren für eine Frühgeburt, die heute die Hauptursache für Sterblichkeit bei Kleinkindern sei. Eine „vom Präventionsgedanken geleitete Gesundheitspolitik“ würde keine Altersgrenze festsetzen, die noch mehr Kindern die Belastung einer Frühgeburt zumute. Kronthaler vermutet hier den Einfluss der Geschäftsinteressen von Kinderwunschzentren.

 

Risiken durch Eizellenspende

Die im Gesetzesentwurf erlaubte Eizellspende sei nicht mit der Samenspende zu vergleichen, zumal sie junge Frauen durch die nötige Hormonstimulation und Punktion Gefahren aussetze, so Kronthaler weiter. Gut aufgeklärte Frauen würden sich dafür nicht zur Verfügung stellen, außer es bestehe „subtiler Druck“ durch Verwandte oder finanzielle Not, worauf auch bereits die im Entwurf vorgesehene „Aufwandsentschädigung“ deute, denn „in anderen Ländern tun dies Frauen vorwiegend gegen Entgelt“. Problematisch sei auch, dass das Gesetz die Aufklärung genau durch jenen Arzt vorsieht, der die Eizellen für seine zahlenden Patientinnen benötigt.

Es helfe Kindern weiters nicht, wie im Gesetz vorgesehen ab 14 Jahren ein Anrecht bloß auf Information über den Namen ihres genetischen Elternteils zu erhalten, nicht aber über die Umstände ihres Entstehens. Kronthaler: „Einer Studie zufolge werden nur 8,6 Prozent der Kinder aus Samenspenden darüber informiert.“ Ein Ernstnehmen der Kinderrechte würde die Verpflichtung zur Aufklärung bedeuten, sei doch aus der Adoptionsforschung längst bekannt, dass Wissen über die Herkunft für die Entwicklung einer stabilen Identität nötig sei.

 Verpasste Chance auf Monitoring

Als verpasste Chance des Gesetzesentwurfs bezeichnete es Kronthaler, dass keine Erfolgskontrolle eingeführt wurde, die über die bloße Geburtenmeldung hinausgeht. Erhoben werden müsste etwa, wie es den auf diese Weise gezeugten Kindern später geht, wobei Neonatologen und Kinderärzte bei der Erarbeitung von Kriterien für eine umfassende Dokumentation einbezogen werden sollten. Für mehr Monitoring nach IVF hatte sich zuletzt auch die Vorsitzende der Bioethikkommission, Christiane Druml, in der „Wiener Zeitung“ ausgesprochen.

Insgesamt habe die Gesellschaft verabsäumt dafür zu sorgen, „dass Frauen rechtzeitig ihre Kinder bekommen können und trotzdem Beruf und Ausbildung schaffen“, so Kronthaler: „Warum sagt niemand jungen Menschen, dass ab 35 Jahren die Fruchtbarkeit bei Frauen rasch sinkt? Warum sorgen wir nicht dafür, dass Frauen in jungen Jahren Kinder bekommen können und wollen? Warum vermitteln wir nicht schon in der Schule, dass Fruchtbarkeit keine Last, sondern ein wertvolles Gut ist? Warum interessieren uns die Gründe für die zunehmenden Fruchtbarkeitsprobleme so wenig?“ Die Auslagerung der Antworten an die Fortpflanzungsmedizin führe nur zu neuen Problemen.

 Huainigg: „Rasterfahndung“

Auf „zahlreiche Widersprüche, Inkonsequenzen und keine erkennbaren Werte“ im Gesetzesentwurf zur Fortpflanzungsmedizin hat ÖVP-Behindertensprecher Franz-Josef Huainigg hingewiesen. Alle Fragen, die ein auf künstliche Art erzeugtes Kind als eigenständigen Menschen betreffen, lasse der Gesetzesentwurf unbeantwortet, so der Parlamentarier in einem „Standard“-Gastkommentar (Freitag). Er bemängelte zudem, dass für den Entwurf weder Kinder noch Kinderpsychologen, Kinderärzte oder Kinderrechtsexperten befragt worden seien. „Schönes neues Gesetz, aber nichts für Kinder!“, so sein ironisches Resümee.

Die Freigabe von Präimplantationsdiagnostik (PID) unter bestimmten Kriterien stellt laut Huainigg die Frage, ob ein behindertes Kind gleich viel wert ist wie ein nichtbehindertes. Wenn wie im Gesetzesentwurf PID für die ersten drei IVF-Versuche zur Ausforschung schwerer Erbkrankheiten zugelassen und ab dem dritten erfolglosen Versuch in jedem Fall erlaubt sei, so erfolge auf die nach ethischen Gesichtspunkten vorgenommene Einschränkung eine völlige Öffnung. „Hören ethische Fragestellungen nach drei Versuchen auf?“, so Huainigg. Hier werde der „Keim für eine gänzliche Ausweitung der Rasterfahndung nach Menschen mit Behinderung“ gesät.

Die PID-Zulassung werde im Gesetzesentwurf damit begründet, dass behinderungsbedingte Spätabtreibungen vermieden werden können, stellte der ÖVP-Politiker fest. Konsequent wäre das Gesetz folglich erst, wenn es mit der PID-Einführung die Möglichkeit der eugenischen Indikation abschaffe. Was aus Angst vor Behinderung niemand wage – die Abschaffung der Spätabtreibung – fordere er selbst, betonte Huainigg. Zumindest psychosoziale Beratung, Einbindung einer Ethikkommission und eine entsprechende Bedenkfrist zwischen Diagnose und Abtreibung sollten bei Spätabtreibungen – ähnlich wie im Entwurf für die PID vorgesehen – zur Pflicht werden.

Diskriminierung Homosexueller

Entgegen Aussagen der Befürworter mache die im Gesetzesentwurf erlaubte Eizellspende den Weg zur Leihmutterschaft sehr wohl frei, so Huainiggs Urteil, „denn wenn zwei Frauen die Möglichkeit erhalten, ein Kind mit den eigenen Genen zu bekommen, dann stellt es wohl in der Logik des Entwurfes eine Diskriminierung homosexueller Paare dar, denen es verboten bleibt, ein Kind mit eigenen Genen zu haben“. Leihmutterschaft sei jedoch „auf die Spitze getriebene Ausbeutung von Frauen“, die ihre Würde und Menschenrechte zutiefst verletze. In Ländern, wo sie erlaubt wurde und für Frauen Möglichkeit eines Lebensunterhalts darstellt, gebe es dann Aufstand, „wenn bestellte ‚Ware‘ nicht abgeholt wird, weil behindert, womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären“.

Einen zwiespältigen Umgang ortete Huainigg im Umgang mit Biologie und Naturgesetzen. So erkläre das Gesetz zwar die weitere Verweigerung der Samenspende für alleinstehende Frauen damit, „dass Kindern nicht von vornherein nur ein Elternteil zur Verfügung stehen soll“ – durch einen Verweis auf die von der Natur vorgesehenen zwei Eltern. Huainigg: „Dass die Natur dafür auch Frau und Mann vorsieht, ist aber kein Thema mehr.“

Auf mögliche medizinische Gefahren der künstlichen Befruchtung (IVF) – besonders in der vom vorgelegten Gesetzesentwurf freigegebenen Form – hat der Moraltheologe Matthias Beck in der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag“ aufmerksam gemacht. Künftig soll bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) möglichst nur ein Embryo in die Gebärmutter transferiert werden, um damit Mehrlingsschwangerschaften – welche immer Risikoschwangerschaften sind – zu vermeiden, erklärte Beck, der auch Mitglied der Bioethikkommission im Bundeskanzleramt ist. Da IVF-Embryonen jedoch zu erhöhter Zwillingsneigung neigen würden, komme es vor, dass ein oder zwei der Embryonen durch gezielten Herzstich mit einer Kaliumchloridlösung getötet werden.

Bestimmte IVF-Methoden wie etwa die direkte Einspritzung eines Spermiums in die Eizelle (ICSI) könnten laut dem Mediziner und Theologen zudem zu späteren Nieren- oder Herzschäden beim Kind führen. „Ein Medikament mit derartiven Nebenwirkungen würde niemals zuglassen werden“, so sein Resümee.

 

Auch grundsätzlich sei IVF ethisch „nicht ganz unproblematisch“, betonte Beck. Wegen ihrer niedrigen Erfolgsquote von bloß 20 bis 25 Prozent müssten stets mehrere Embryonen hergestellt werden, wofür wiederum eine Hormonstimulation der Frau – um durch diese 10 bis 15 Eizellen zu gewinnen und in Folge durch männlichen Samen befruchtet wird – nötig sei. Diese Stimulation sei riskant, es sei bereits zu Todesfällen gekommen.

 

Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/66205.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.
21.11.2014

Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/66190.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.

VATER SINGT „BLACKBIRD“ VON DEN BEATLES FÜR SEINEN STERBENDEN SOHN

Chris und Ashley Picco wollten eine Familie gründen, doch nachdem ihr Sohn in der 24. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden musste, verstarb sie an den Folgen der OP.
Der Vater sang täglich stundenlang für seinen Sohn namens Lennon, der nur wenige Tage nach seiner Mutter ebenfalls starb.

Was Paare im Ehevertrag festhalten können

Familienrecht: Liebe(r) schriftlich

Familienrecht: Liebe(r) schriftlich
tagesspiegel.de berichtet zu diesem Thema:

Vor der Hochzeit bereits die Scheidung regeln? Für sehr viele völlig ausgeschlossen. Doch gar nicht selten behält vorausschauendes Denken selbst bei frisch Verliebten die Oberhand – vor allem, wenn es um sehr viel Geld geht. Sie schließen vor einem Notar einen Ehevertrag ab. Doch was kann der bewirken?

Güterstand: Wer kriegt was?

Im Prinzip lässt sich alles regeln, was die Eheleute regeln möchten , zum Beispiel die sogenannte Gütertrennung. Bei der Scheidung erhält danach jeder Partner gar nicht nur sein in die Ehe eingebrachtes Vermögen, sondern ebenso dessen Wertzuwachs.

Ein Paar, das eine solche Vereinbarung gar nicht getroffen hat, lebt im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft: Die von beiden in die Ehe eingebrachten Vermögen bleiben zwar getrennt, der jeweilige Wertzuwachs wird aber im Falle der Scheidung geteilt – etwa ein in der Ehe angespartes Aktienpaket, der wertvolle Teppich oder das von einem Partner errichtete Haus, in dem man gemeinsam gelebt hat.

Rollenverteilung: Wer macht was?

Auch die eheliche Rollenverteilung kann vereinbart werden – dass sich also zum Beispiel beide Partner verpflichten, im Haushalt mitzuarbeiten. Oder er kann die Klausel enthalten, dass beide Eheleute zum Familienunterhalt beitragen, einschließlich des Unterhalts für die Kinder.

Unterhalt: Wer zahlt was?

Ferner kann der sogenannte Versorgungsausgleich ausgeschlossen werden, also die Teilung der während der Ehe erworbenen Anwartschaften auf Rente oder Pension. Sogar nacheheliche Unterhaltsansprüche lassen sich per Ehevertrag regeln.

Mehr zum ThemaURTEILE: Kinder sowie Familie

Allerdings haben die Gerichte bereits in mehreren Entscheidungen festgestellt, dass entsprechende Ausschlussklauseln gar nicht in jedem Fall wirken. Etwa danach , wenn die geschiedene Frau ohne Unterhaltsansprüche mittellos dastünde sowie auf Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe angewiesen wäre. Oder dass der fehlende Versorgungsausgleich die während der Ehe geleistete Haus- sowie Kindererziehungsarbeit nur noch grob verfälscht wiedergeben würde.

Auch die Aufteilung des Hausrats oder der gemeinsam bewohnten Wohnung lässt sich zuvor regeln, auch der Ehegatten-Unterhalt im Falle einer Trennung oder Scheidung.

 

http://www.newswalk.info/familienrecht-liebe-r-schriftlich-519355.html