Missbrauch im LKH Graz -Altenpfleger suspendiert

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Missstände in der Pflege Vier Pfleger am LKH Graz in der Abteilung Alterspsychiatrie sollen Patienten inadäquat behandelt haben und wurden suspendiert. Es handele sich nicht um einen Einzelfall, in der Pflege alter Menschen laufe grundsätzlich etwas schief, heißt es. Jetzt entscheidet die Justiz. Zib2,16-7-2018


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LKH Graz Süd West: Patientin bestätigt Vorwürfe

Nach Misshandlungsvorwürfen sind diese Woche am LKH Graz Süd West Standort Süd mehrere Mitarbeiter suspendiert worden. Im Gespräch mit dem ORF Steiermark bestätigt nun eine Patientin die Vorwürfe.

Von einem „inadäquaten Verhalten älteren Patienten gegenüber“ war in der Aussendung der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) die Rede. Der Leiter der Abteilung für Psychiatrie am LKH Graz Süd West, Michael Lehofer, brachte es darin auf den Punkt: Die Mitarbeiter sollen demente Patienten, die unter Aggressionen und Depressionen leiden, verbal und körperlich misshandelt haben – mehr dazu in Schwere Vorwürfe gegen vier LKH-Mitarbeiter.

„Wie zwei Racheengel“

Friederike Rohl war von Ende März bis Anfang Mai in der Alterspsychiatrie in Behandlung. Der Großteil des Pflegepersonals sei absolut reizend gewesen, betont sie im Gespräch mit dem ORF Steiermark, aber einige Mitarbeiter wären völlig fehl am Platz gewesen – damit meint sie einen Pfleger und eine Schwester, nach denen sie mitten in der Nacht läuten musste, weil sie auf die Toilette musste.

„Die beiden sind gekommen wie zwei Racheengel, anders kann ich das nicht beschreiben. Sie sind gestanden, haben auf mich runtergeschaut und gesagt: ‚Was ist schon wieder?‘“ Sie habe dann um Hilfe beim Gang auf die Toilette gebeten. „Das hat man mir nicht gestattet. Dann hab’ ich gesagt, dann muss ich ins Bett machen – und er hat gesagt, ‚dann machen’s ins Bett‘, und dann sind sie gegangen, die zwei. Über eine Stunde haben sie mich liegen gelassen – ich habe mich so geschämt, ich habe mich so erniedrigt gefühlt, das kann ich gar nicht wiedergeben“, erzählt Rohl.

Friederike Rohl

ORF

Friederike Rohl

Auch zur Einnahme von Medikamenten sei sie genötigt worden, erzählt Friederike Rohl: „Ich habe gekämpft die letzten Tage, hab’ mir gedacht, jetzt ist es egal, ich schlucke, was sie mir geben. Sie sollen nachher nicht sagen, ich bin aufsässig, dass sie eine Ausrede haben, dass ich eine unangenehme Patientin bin, das wollte ich nicht.“

„Tiefstes Bedauern“ von Seiten des Krankenhauses

Für das Krankenhaus drückte am Sonntag Michael Lehofer sein „tiefstes Bedauern“ aus, wie er sagte: Man werde jeder Beschwerde genauestens nachgehen, nichts werde gedeckt oder toleriert, so Lehofer. Die KAGes hat eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft eingereicht, diese die Ermittlungen eingeleitet.

Publiziert am 15.07.2018

https://steiermark.orf.at/news/stories/2924699/

Tags: Altenheim – Medikamentenmissbrauch – Österreich – Pflegeheim – Volksanwaltschaft – Friedericke Rohl – Volksanwalt Günther Kräuter – Menschenrechtsverletzung

Sorgerecht und Obsorge bei Flüchtlingskinder?

Ausländische unbegleitete Kinder sind lt. Gesetz genauso zu betrachten wie inländische Kinder.

D.h. an sich wäre eine Obsorge von der zuständigen Behörde zu übernehmen, dass geschieht seit Anbeginn nicht wirklich und schafft natürlich riesige Probleme, sagt Volksanwalt Günther Kräuter

Nach dem ABGB ist die Jugendwohlfahrt Leoben dafür verantwortlich . . .
In ganz Europa seien in den vergangenen zwei Jahren 10.000 minderjährige Flüchtlinge verschwunden, vermutet die europäische Polizeibehörde Europol, auch in Österreich haben einige hundert ihre Unterkunft verlassen.

Sind diese Flüchtlingskinder tatsächlich verschwunden, vielleicht sogar Verbrechern in die Hände gefallen, haben sie bei Verwandten Zuflucht gefunden oder sind sie in andere Länder weitergezogen?
Und wer übernimmt Verantwortung für diese Kinder?

 

2016 02 23
Tags unbegleitete minderjährige Flüchtlinge UMF – Familienrecht Familie – vermisst – Suchdienst Rotes Kreuz – Daniel Bernhard – UNHCR – Katharina Glawischnig – Flucht nach Vorn – Obfrau Anahita Tasharofi – Leiterin Drehscheibe – Mag Elf – MA11 Jugendamt Karin Hirschl – Volksanwaltschaft Günther Kräuter – Obsorge – Video – Gesetze Österreich – Kinder- und Jugendhilfegesetz – Missbrauch mit dem Missbrauch – Gleichberechtigung Gleichstellung von Kinder – Jugendwohlfahrt – Kinderrabeit – Amnesty International – Kindersextourismus – Kindeswohlgefährdung – leaks – Menschenhandel – Obsorge – Sorgerecht – 

Jugendamt – Menschenrechtsverletzungen in Österreich – bei Kindesabnahme einer 15 jährigen Mutter

Missstände bei Kinder- und Jugendhilfe

In der Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe (früher Jugendwohlfahrt) in Österreich passieren Menschenrechtsverletzungen. Diesen schweren Vorwurf erheben nicht nur Eltern, sondern auch die Volksanwaltschaft. Bei einer Tagung in Graz wollen Experten Lösungen finden.

Die Menschenrechtsverletzungen passieren, obwohl viele engagierte Sozialarbeiterinnen in der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten, sagt die Kinderrechts-Expertin der Volksanwaltschaft Elke Sarto. Ein besonders drastischer Fall sei ihr bekannt, bei dem einer 15-jährigen Mutter, deren Obsorge die Kinder- und Jugendhilfe hat, das Kind nach der Geburt abgenommen wurde, obwohl die Ärzte eine liebevolle Betreuung durch die junge Mutter bemerkten und der Meinung waren, sie habe eine Chance verdient. Die Kinder und Jugendhilfe lehnte allerdings ab.

Unzureichendes Gutachten

Die junge Mutter galt als schwierig aber es gab nur ein Gutachten über die Nicht-Erziehungsfähigkeit der Großmutter, so Sarto. Ein Arzt habe sogar eine Mutter-Kind-Einrichtung für die 15-Jährige gesucht.

Es wird kein Antrag bei Gericht gestellt sondern die Kinder- und Jugendhilfe sowie das Land seien der Meinung, man habe ohnehin die Obsorge für die Minderjährige. Dadurch konnte die 15-jährige auch keinen Einspruch gegen die Kindeswegnahme einbringen.

Zu wenig Hilfe für betroffene Eltern

Zugleich berichtet Sarto von Kinderheimen und Wohngemeinschaften, in denen es häufig sexuelle und gewalttätige Übergriffe durch Jugendliche gibt – allerdings zu wenig Betreuungspersonal. Eine Alternative zur Unterbringung in Heimen oder bei Pflegeeltern wäre, die leiblichen Eltern – etwa durch Erziehungshilfen – rechtzeitig zu unterstützen. Oftmals würden hilfesuchende Eltern aber ohne Begründung abgewiesen, berichtet der Sozialjurist und Ex-Jugendamtschef Johann Aftenberger. Als Gründe würden oft Einsparungsmaßnahmen genannt.

Falsche Therapien und Lösungen

Sobald jemand die Gefährdung eines Kindes meldet, würden Betreuer und Therapien vorgeschrieben, ohne auf die Wünsche der Familien einzugehen, kritisiert der in der Steiermark tätige deutsche Erziehungswissenschafter Reinhart Wolff. „Ich glaube hier – unter uns – würde keiner als Vater und Mutter einen Vertrag unterschreiben, auf dem „Kontrollvertrag“ steht. Aber wir muten das armen, konfliktbeladenen Eltern zu.“ Wolff spricht sogar von einer autoritären Aufrüstungstendenz in der Kinderhilfe. Dabei gehe es den Sozialarbeitern oft nur darum, nicht mit einem Fall von Gewalt in der Familie in der Zeitung zu stehen, so Wolff.

Eltern sollten einbezogen werden

Nötig wären Hilfe statt Druck sowie Partizipation und Einbeziehung der Eltern auf Augenhöhe, sagen die Experten.

Im Fall der 15-Jährigen und ihrem nach der Geburt weggenommenen Baby stand das Land Steiermark bis zuletzt auf dem Standpunkt, man habe alles richtig gemacht.

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