639 Straftäter sind unter 10 Jahre! – Jugendkriminalität in Österreich

Jugendkriminalität 2016

639 Straftäter waren nicht einmal zehn Jahre alt!

Ein Anstieg von 8,4 % ist 2016 bei der Jugendkriminalität (14- bis 17-Jährige) in Österreich registriert worden. 639 Täter sind noch jünger, nicht einmal zehn.

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Anzahl aufgeklärter Straftaten 2016 nach Altersgruppen gegliedert. Quelle: Bundesministerium für Inneres
Insgesamt wurden im Vorjahr 23.499 Straftaten aufgeklärt, bei denen die Tatverdächtigen 14 bis 17 Jahre alt waren. Im Jahr davor, also 2015, waren es 21.671. Das ergibt einen Anstieg von 8,4 Prozent und geht aus der Beantwortung einer Parlamentarischen Anfrage der FPÖ durch das Innenministerium hervor.
Nach Altersklassen aufgefächert ergibt sich folgendes Bild (siehe auch Grafiken in der Diaschau): Österreichweit zählte man im Vorjahr 639 Tatverdächtige, die jünger als zehn Jahre alt waren! Die meisten davon wurden in Wien ausgeforscht, nämlich 156. Die wenigsten im Burgenland mit sieben. Auf Bezirksebene kam es im steirischen Bezirk Murtal mit 50 unter zehnjährigen Tatverdächtigen zu den meisten „Kindertätern“, auf Platz zwei folgt Wien-Floridsdorf mit 24.

Meiste Tatverdächtige in Wien
In Sachen klassischer Jugendkriminalität (14- bis 17-Jährige) führt die Bundeshauptstadt die Statistik an: Hier gab es im Vorjahr 5.994 aufgeklärte Straftaten. Auf Platz zwei folgt mit 3.879 Straftaten Niederösterreich, dahinter mit 3.683 Oberösterreich.

Ausgewertet wurden vom Ministerium auch die Anteile der fremden Tatverdächtigen in allen Altersklassen. In der Klasse der Unter-Zehnjährigen waren es mit 298 knapp die Hälfte. Im Bereich der Jugendkriminalität typischen Altersklasse (14 bis 17) waren es mit 9.073 rund 38,6 Prozent.

Prävention
Das Innenministerium gibt an, dass „bundesweit unterschiedliche Maßnahmen im präventiven Bereich ergriffen werden“. Im Vorjahr wurden österreichweit die Projekte „All Right – alles was Recht ist!“ (Rechtsaufklärung), „Click & Check“ (Cyberkriminalität) sowie das Projekt „Look@your.Life“ (Rechtsinfos auch zu illegalen Substanzen) umgesetzt. Insgesamt konnten 115.791 Jugendliche im Rahmen der Kriminalprävention erreicht werden.

 

(uha)03. April 2017 15:25; Akt: 04.04.2017 06:47 Print
http://www.heute.at/politik/news/story/639-Straftaeter-waren-nicht-einmal-zehn-Jahre-alt–53890785

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Cybergrooming – Vom Chat im Netz ins Bett?

Ein Mann aus Worms soll mit einer 13-Jährigen Sex gehabt haben. Außerdem soll er weitere minderjährige Mädchen über WhatsApp und Facebook kontaktiert haben – mit einem ähnlichen Ziel. Vor Gericht hat er gestanden.

18.1.2016
Tags: Kindesmissbrauch –  Chat – Cybergrooming – sexueller Missbrauch – Wormser –  Verteidiger Per Mayer – Landesgericht Mainz Bernd Hechenblaikner – Odenheim – Video –

WhatsApp-Nachricht kann sexueller Missbrauch sein


Gerichtsurteil

WhatsApp-Nachricht kann sexueller Missbrauch sein

Hamm – Beim Chat mit einer Neunjährigen hat ein Mann bei dem Kind mit zweideutigen Anspielungen Neugierde erweckt. Ein Gericht entschied: Das ist sexueller Missbrauch.

Ein Chat zwischen einem Erwachsenen und einem Mädchen kann auch dann den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs von Kindern erfüllen, wenn der Mann das Kind nicht wiederholt gedrängt, überredet oder ihm Versprechungen gemacht hat. Auch das „Erwecken von Neugier“ bei dem Mädchen kann zu einer Verurteilung des Erwachsenen führen, wie das Oberlandesgericht (OLG) Hamm jetzt entschied. (Az. 4 RVs 144/15)

Dem am Freitag veröffentlichten Gerichtsbeschluss lag der Fall eines zur Tatzeit 55-Jährigen zugrunde, den das Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt hatte. Der Mann hatte über einen Internet-Nachrichtendienst mit einer Neunjährigen gechattet, die er – ebenso wie ihre Mutter – bereits einige Zeit kannte.

In dem Chat hatte sich der Mann nach Gerichtsangaben bei der Neunjährigen erkundigt, ob die Nacht mit ihrem Freund „schön“ gewesen sei und ob sie für ihren Chatpartner „eine Freundin“ habe, „die nicht erwachsen“ sein müsse. Schließlich fragte er, ob man „zu 4 was machen“ könne – „du und dein Freund und ich mit ihr“.

Damit machte sich der Mann wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern strafbar, befand der Strafsenat des OLG. Mit dem Vorschlag „zu 4 was machen“ habe der Angeklagte im Sinne des Strafrechtsparagrafen zum sexuellen Kindesmissbrauch auf das Mädchen „eingewirkt“. Ein solches Einwirken könne auf verschiedene Weise erfolgen, zum Beispiel durch wiederholtes Drängen oder Überreden, durch Versprechungen oder das Erwecken von Neugier.

Im vorliegenden Fall sei es zwar noch nicht zu einem wiederholten Drängen oder zu einem Überreden gekommen, da die zuvor übersandten Whatsapp-Nachrichten noch keinen hinreichenden sexuellen Hintergrund gehabt hätten. Die Nachricht mit der Formulierung „zu 4 was machen“ diene aber „ersichtlich dem Wecken von Neugier“ bei dem Kind. Das habe das Amtsgericht zutreffend als strafbar bewertet.

 

19.02.16 – 16:10

http://www.hna.de/netzwelt/whatsapp-nachricht-kann-sexueller-missbrauch-sein-zr-6139950.html
Tags: Cyber-Grooming, Deutschland, Familienrecht, Gericht, Justiz, Kinder, Kindesmissbrauch, Mutter, OLG Oberlandesgericht, Pädophile, Strafverfahren

Prozess – Pädophiler schwängert Minderjährige

Prozess vor dem Amtsgericht Sex mit 14-Jähriger: Mann (31) verurteilt


Prozess – 
Pädophiler lockt 14-Jährige in Hotelzimmer und schwängert sie

  • Ein 31-Jähriger hat ein 14-jähriges Mädchen in einem Flirt-Chat angesprochen, sie in ein Hotel gelockt und ihr viel Geld versprochen.
  • Der Mann missbrauchte das Mädchen, sie wurde schwanger.
  • Er war bereits wegen des Besitzes von Kinderpornografie vorbestraft.
Von Christian Rost

Ein 31-Jähriger hat eine 14-Jährige in ein Hotel gelockt und sexuell missbraucht. Das Mädchen wurde schwanger. In einem Flirt-Chat hatte sich Sven W. an die Schülerin herangemacht und ihr Geld für den Geschlechtsverkehr geboten. Die Jugendliche machte mit, weil sich ihre Mutter im Krankenhaus befand und ihre Familie große finanzielle Probleme hatte. Dies nutzte W. aus und verschwand dann, ohne dem Mädchen etwas zu zahlen.

Am Mittwoch musste er sich am Münchner Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf dem offensichtlich pädophilen Mann sexuellen Missbrauch von Jugendlichen, Körperverletzung und den Besitz kinderpornografischer Schriften vor. Das Schöffengericht verhängte die höchstmögliche Strafe gegen den gelernten Buchbinder.

Der korpulente Angeklagte mit kurz geschorenem, dunkelblonden Haar buchte laut Anklage in einem Unterföhringer Hotel ein Zimmer für die Nacht vom 3. auf den 4. Juni 2015 . Zuvor hatte er sich im Internet ein Opfer gesucht und war dabei auf die 14-jährige Vanessa A. (Name geändert) gestoßen. Beim Chat mit dem Mädchen spielte sich W. als Wohltäter auf, der ihrer Familie helfen könne. Erst 15 000 Euro, dann 20 000 Euro bot er der Jugendlichen, wenn sie sich ihm zur Verfügung stelle.

Der Mann war bereits wegen des Besitzes von Kinderpornos vorbestraft

Vanessa A. kam tatsächlich ins Hotel und brachte eine Art Vertrag mit, in die der mittellose Mann großzügig neben einem falschen Namen den Betrag „20 000Euro“ einsetzte. Dann vollzog er mit ihr den ungeschützten Geschlechtsverkehr. Das Mädchen hatte bis dahin keinerlei sexuelle Erfahrungen und bei dem Akt mit W. Schmerzen verspürt. Er hatte ihr vorgelogen, zeugungsunfähig zu sein. Dass das nicht stimmte, zeigte sich wenige Wochen später: Die Schülerin musste feststellen, dass sie schwanger ist.

Das Kind will sie bekommen: Das arme Wesen könne ja nichts dafür, wie es entstanden sei, sagte Vanessa A. bei ihrer polizeilichen Vernehmung. Im Prozess selbst musste sie nicht aussagen, weil der Angeklagte die Tat gestanden hat.

Sven W. war kurz nach dem Missbrauch aus dem Hotel verschwunden, ohne die Rechnung zu bezahlen: 180 Euro für das Zimmer, 27,20 Euro für Parkplatz und Getränke aus der Minibar. Als er zwei Tage später festgenommen wurde, stellte die Polizei bei dem wegen des Besitzes von Kinderpornos bereits vorbestraften Mann erneut verbotenes Bildmaterial auf seinem Computer sicher. Auch Verteidiger Alexander Eckstein empfand die Missbrauchs-Fotos als „Bilder von erlesener Scheußlichkeit“. Der Anwalt beantragte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten für seinen Mandanten.

Die Staatsanwaltschaft forderte drei Jahre und acht Monate und betonte, dass sich die Schülerin nach wie vor in Therapie infolge des Missbrauchs befinde. Das Gericht unter dem Vorsitz von Matthias Braumandl verhängte dann sogar vier Jahre Haft für das „unfassbare Ausmaß an Niedertracht“, das der Angeklagte an den Tag gelegt habe. Natürlich sei das Opfer „unglaublich naiv“ gewesen, so Richter Braumandl. Sven W. sei außer dem Sex aber alles „komplett egal“ gewesen. Weil er bereits vorbestraft war, wird er vermutlich die kompletten vier Jahre absitzen müssen. Mehr kann ein Schöffengericht nicht verhängen. „Jetzt haben Sie Zeit, über ihre Taten nachzudenken“, gab ihm Braumandl mit auf den Weg.

27. Januar 2016, 19:00 Uhr

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/nach-flirt-chat-hoechststrafe-fuer-paedophilen-1.2837184
Tags: Strafverfahren – Kindesmissbrauch – sexueller Missbrauch 

Grooming – Kindesmissbrauch – Polizei stellt 260 Computer, Speichermedien, Handys sicher

Sexueller Missbrauch von Kindern: Polizei durchsucht 19 Wohnungen

Mehrere Männer sollen versucht haben, Kinder über das Internet sexuell zu missbrauchen. Wegen dieses „Cyber-Groomings“ hat die Polizei 19 Wohnungen durchsucht.

Finger auf Tastatur (Symbolbild): Mehr als 260 Computer, Speichermedien und Handys sichergestellt Zur Großansicht

REUTERS

Finger auf Tastatur (Symbolbild): Mehr als 260 Computer, Speichermedien und Handys sichergestellt

Sie sollen Kinder in sozialen Netzwerken kontaktiert haben, um diese dann sexuell zu missbrauchen: Wegen des Verdachts auf Cyber-Grooming hat die Polizei bundesweit 19 Wohnungen durchsucht.
Dabei stellte sie in neun Bundesländern insgesamt mehr als 260 Computer, Speichermedien und Handys sicher, wie das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz und die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz mitteilten.

Juristisch geht es den Ermittlern zufolge um den Verdacht auf versuchten sexuellen Missbrauch von Kindern. Mehrere Männer im Alter zwischen 21 und 51 Jahren sollen im August 2015 in einem sozialen Netzwerk mit Kindern gechattet haben. Dabei sollen sie sexuelle Handlungen vor der Kamera ausgeführt oder die Kinder dazu aufgefordert haben.Beim Cyber-Grooming geben sich die Täter als gleichaltrig aus, um das Verterauen der Kinder zu bekommen. Die Behörden wollen das sichergestellte Material nun auswerten.

 

sep/dpa, Mittwoch, 13.01.2016 – 18:33 Uhr
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/sexueller-missbrauch-von-kindern-polizei-durchsucht-19-wohnungen-a-1071895.html

Tags: Pädophile