Polizei und Jugendamt ermitteln! – Säugling in Stall gefunden

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Säugling in Stall gefunden – Polizei und Jugendamt ermitteln

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Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen

In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war.Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter abzuhalten. Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert.

Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als „weise Männer“ eines östlichen Landes bezeichneten. Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber in Besitz von Gold, sowie von einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren. Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihnen angetragen, sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden. Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung in das Kriminallabor geschickt.

Der Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekannt gegeben. Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit: „Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljährig. Wir prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen.“

Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zur medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage rechnen. Weil sie behauptet, sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott, wird ihr geistiger Zustand näher unter die Lupe genommen. In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht: „Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu führt, dass – wie in diesem Fall – ein Neugeborenes gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen. Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden, vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken. Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können.“

Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info: Die anwesenden Hirten behaupteten übereinstimmend, dass ihnen ein großer Mann in einem weißen Nachthemd mit Flügeln (!) auf dem Rücken befohlen hätte, den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen. Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung: „Das ist so ziemlich die dümmste Ausrede vollgekiffter Junkies, die ich je gehört habe.“

(Kommentar: Nein, die Gechichte ist nicht neu. Sie kursiert seit einiger Zeit jedes Jahr durch Netz. Und sie wirft einen anderen Blick auf den angeblichen „Kinderschutz“)

(dpa)

BETHLEHEM, JUDÄA am 24.Dezember

O Gott das Jugendamt

Tags: Kindeswohl – Kindeswohlgefährdung

Mit SMS zum Suizid gedrängt – 15 Monate Gefängnis

Fall Michelle Carter Mit SMS zum Suizid gedrängt – Junge Frau muss 15 Monate ins Gefängnis

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„Sie wird ihr Leben lang damit fertig werden müssen, was sie getan hat“: Michelle Carter soll ihren Freund in den Suizid getrieben haben

„Sie wird ihr Leben lang damit fertig werden müssen, was sie getan hat“: Michelle Carter soll ihren Freund in den Suizid getrieben haben

Quelle: AP/POOL AP

Michelle Carter trieb ihren Freund mit SMS in den Suizid. Dafür muss die Frau 15 Monate hinter Gitter – ein mildes Strafmaß. Unter Tränen berichten die Angehörigen, wie sehr sie der Tod des 18-Jährigen beschäftigt.

Lawrence Moniz vom Bristol Juvenile Court in Taunton (Massachusetts) brauchte keine 15 Minuten Bedenkzeit, dann konnte er das Strafmaß verkünden: zweieinhalb Jahre für Michelle Carter, davon muss sie 15 Monate ins Gefängnis. Der Rest soll unter strenger Aufsicht der Justizbehörden und zu einer Bewährung von fünf Jahren ausgesetzt werden. Der Jugendrichter hatte Carter bereits im Juni wegen fahrlässiger Tötung für schuldig befunden. Er sah es als erwiesen an, dass die 20-Jährige vor fast genau drei Jahren ihren damaligen Freund Conrad Roy mit Hunderten von Textbotschaften in den Selbstmord getrieben hatte. Im schlimmsten Fall hätten der Angeklagten 20 Jahre Gefängnis gedroht.

„Das Gericht musste in seiner Entscheidung zwischen Rehabilitation, Wiedereingliederung in die Gesellschaft und einer gerechten Strafe für die Tat abwägen“, begründete Richter Moniz sein eher mildes Urteil. Die Staatsanwaltschaft hatte während einer fast 90 Minuten langen Anhörung am Donnerstag „sieben bis zwölf Jahre Gefängnis“ gefordert. Carters Verteidiger Joe Cataldo hatte dagegen an das Gericht appelliert, auf eine Haftstrafe zu verzichten und die Angeklagte zu einer Bewährungsstrafe von fünf Jahren mit strengen Auflagen zu verurteilen. Cataldo zeigte sich enttäuscht von dem Strafmaß und kündigte Berufung an. Moniz gewährte Carter bis zu der Entscheidung des nächsthöheren Gerichts Haftverschonung. Die junge Frau muss sich aber regelmäßig bei der Polizei melden und darf den Bundesstaat nicht verlassen.

Enttäuscht von dem Strafmaß dürften die Angehörigen von Conrad Roy gewesen sein. Sie hatten in der Anhörung eine hohe Strafe gefordert. „20 Jahre sind vielleicht extrem viel“, erklärte die Tante Kim Bozzi in einem Statement, das vor Gericht verlesen wurde. „Aber es sind noch immer 20 Jahre mehr, als Conrad hatte.“ Bozzi hatte den Prozess im Juni jeden Tag im Gerichtssaal verfolgt.

„Ich weiß nicht, wann sie entschieden hat, ihren kranken Plan in die Tat umzusetzen“, erklärte Bozzi. „Ich weiß auch nicht, warum sie das getan hat.“ Aber sie sei rücksichtslos und kalkuliert vorgegangen. „Conrad hat ihr vertraut, und das hat ihn das Leben gekostet.“ Die Tante zeigte sich davon überzeugt, dass ihr Neffe heute noch am Leben wäre, wenn es Michelle Carter nicht gegeben hätte. „Man sollte sie von der Gesellschaft fernhalten.“

„Sie wird ihr Leben lang damit fertig werden müssen“

Die 13 Jahre alte Schwester von Conrad Roy erzählte unter Tränen vor Gericht, dass sie bis heute von dem Gedanken verfolgt werde, dass sie ihren Bruder nie wieder sehen werde. „Ich wache jeden Morgen auf, gehe jeden Abend ins Bett und denke an ihn. Ich werde nicht zu seiner Hochzeit gehen können und auch nicht die Tante seiner Kinder werden.“

Die Schwester des Opfers brach vor Gericht immer wieder in Tränen aus
Die Schwester des Opfers brach vor Gericht immer wieder in Tränen aus

Quelle: AP/Pool The Boston Herald

Der Vater von Michelle Carter dürfte dagegen eher erleichtert gewesen sein, dass seine Tochter nicht 20 Jahre hinter Gitter musste. Er hatte in einem Brief an Richter Moniz appelliert, seine Tochter zu einer Bewährungsstrafe zu verurteilen. „Sie wird ihr Leben lang damit fertig werden müssen, was sie getan hat.“ Er wisse, dass sie daraus lernen werde und am Ende eine bessere Person werde.

Mit der Festsetzung des Strafmaßes geht ein in der Justizgeschichte der USA einmaliger Fall zu Ende. Dieser hatte vor allem in den sozialen Medien zu hitzigen Debatten geführt und viele Fragen aufgeworfen. So musste das Gericht darüber urteilen, ob ein Mensch wegen des Todes eines anderen angeklagt und verurteilt werden könne, ohne dass er bei der Tat dabei gewesen war? Michelle Carter war zum Zeitpunkt des Suizids ihres Freundes am 12. Juli 2014 zu Hause und 50 Kilometer von dem Parkplatz entfernt, auf dem sich Conrad Roy das Leben genommen hatte.

Emotionaler Fall ohne Geschworene

Auch die Frage, ob „Worte wirklich töten können“ und SMS-Botschaften als einzige Beweise für eine Verurteilung in einem Tötungsfall ausreichen, musste der Richter beantworten. Die Verteidigung hatte erfolgreich darauf bestanden, das Verfahren nicht vor einer Jury zu führen, sondern nur vor einem einzelnen Richter. Anwalt Cataldo glaubte, dass die zwölf Geschworenen in diesem emotionalen Fall keine objektive Entscheidung treffen würden. Richter Moniz folgte bei seinem Urteil am Ende aber nicht der Verteidigung, sondern der Anklage.

Staatsanwältin Flynn hatte während des Prozesses die Tragödie um den Suizid von Conrad Roy in allen Einzelheiten nachgezeichnet und zahlreiche Textbotschaften, die Carter mit ihrem Freund ausgetauscht hatte, veröffentlicht.

„Es ist an der Zeit. Du bist bereit. Du weißt das. Denke nicht mehr darüber nach. Wenn du vom Strand kommst, musst du es tun. Heute Nacht ist die Nacht“, schrieb die damals 18-jährige Carter in einer dieser Botschaften am Abend des 12. Juli. „Du kommst in den Himmel und wirst glücklich sein. Keine Schmerzen mehr“, lautete eine andere SMS.

Insgesamt 47 Minuten texteten sich die beiden, doch Conrad Roy schien immer wieder Zweifel zu haben, ob er den Mut habe und das Richtige tue. Dabei dachte er auch an seine trauernden Eltern. „Ich will es ja heute machen“, schrieb er einmal zurück. „Aber ich bin mir nicht sicher. Ich habe Panik.“ Michelle Carter versuchte ihn daraufhin zu beruhigen und textete zurück: „Das ist doch kein großes Ding. Parke einfach deinen Wagen, mache den Motor an. Es wird vielleicht 20 Minuten dauern. Du hast alles, was du brauchst. Du wirst nicht scheitern.“

Ein Satz brachte den Schuldspruch

Die letzte Botschaft schien Conrad Roy zu überzeugen. Er setzte sich in den Wagen, warf den Motor an und ließ über den Auspuff und einen Schlauch Kohlenmonoxid in das Auto strömen. Im letzten Moment bekommt er jedoch erneut Angst, steigt wieder aus und ruft seine Freundin an.
Michelle Carter hat genug und fordert ihn auf, „sofort wieder einzusteigen“.
Ein Satz, der Richter Moniz später als Begründung für seinen Schuldspruch benutzt.

„In diesem Moment hätte sie ihn stoppen und die Polizei anrufen müssen“, sagte der Jurist bei seiner Urteilsverkündung. Doch Michelle Carter tat das nicht. Staatsanwältin Flynn sprach vor Gericht von einem „kranken Spiel um Leben und Tod“, das Conrad Roy in den Freitod getrieben hat. „Michelle Carter hätte diese Tat verhindern können.“ Der Teenager wird am kommenden Tag von der Polizei tot in seinem Wagen gefunden. „Suizid durch Kohlenmonoxidvergiftung“, erklärte der Gerichtsmediziner nach einer Autopsie.

Die Verteidigung wies den Vorwurf einer fahrlässigen Tötung dagegen zurück. „Conrad Roy wollte sich das Leben nehmen“, sagte Anwalt Cataldo während des Prozesses. „Und nicht Michelle Carter.“ Sie sei in die Sache nur hineingezogen worden. „Das war ein trauriger und tragischer Suizid, aber kein Mord.“ Tatsächlich hatten die beiden, die sich in Florida in den Ferien kennengelernt hatten, später aber selten trafen und oft nur per SMS miteinander kommunizierten, immer wieder über Selbstmord gesprochen. Die Verteidigung sprach von mehr als 1000 SMS-Nachrichten. Dabei gestand auch Michelle Carter psychische Probleme. Sie litt unter Depressionen und Magersucht.

Richter Lawrence Moniz sprach in seinem Schlusswort von einer „Tragödie für beide Familien“.

Video:

22 Kommentare

 

Von Michael Remke | Stand: 09:07 Uhr | Lesedauer: 6 Minuten

https://www.welt.de/vermischtes/article167368310/Mit-SMS-zum-Suizid-gedraengt-Junge-Frau-muss-15-Monate-ins-Gefaengnis.html
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Missbrauch mit dem Missbrauch– Mobbing – Gewalt weibliche Frauen – psychische Gewalt

 

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KESB der beste Feind

«Man führte einen Krieg gegen uns»: Autorin Zoë Jenny
 Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) ist in kurzer Zeit zur meistgehassten Behörde geworden. Wie konnte das nur passieren?

Kritik funktioniert richtig gut, wenn man sie in eine Ge­schichte verpackt. Beim «Stern» geht das so: Am 4. Juni besteigt der 88-jährige Klaus Seidel, begleitet von seinem Neffen Fritz, in Flüelen klammheimlich den 12.10-Uhr-Zug. Seidel flüchtet, weil die ­Urner Kesb ihn in ­einem Heim versorgen will. Knapp zwei Stunden später überqueren sie bei Basel unerkannt die deutsche Grenze. Im deutschen Asyl erklärt Klaus ­Seidel dem Reporter, er habe nur diese Wahl gehabt: «entweder in einem Heim völlig zu ­verblöden. Oder: Flucht».

Dafür habe er seine Frau zurücklassen müssen, die er wohl nie wiedersehen werde. Es sei vermutlich ein Abschied ohne Wiederkehr, wie damals bei den DDR-Flüchtlingen. Wer einmal gehe, der gehe für immer. Schuld daran sei die Urner Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, die Kesb.

Die Geschichte vom guten Herrn Seidel und der bösen Schweizer Behörde hat einen Haken: Sie schildert nur die eine Seite der Wahrheit. Die Geschichte des Urner Obergerichts zeigt die andere Seite. Nämlich die: Nach einem Schlaganfall kann der an Demenz und Alzheimer erkrankte Klaus Seidel nicht mehr für sich und seine Frau sorgen. Deshalb sollen die beiden in eine Pflegewohngruppe verlegt werden. Seidel und seine Familie wehren sich. Doch sie reichen trotz Aufforderung kein Konzept ein, wie sie ­Seidels Pflege sicherstellen wollen. Bedingung wäre eine Bezugsperson mit Pflege­erfahrung gewesen. Deshalb sei der Kesb nichts anderes übrig­geblieben, als das Paar in ein Heim einzuweisen.

«Das war reinster Psychoterror!»

Zoë Jenny, Schriftstellerin und Mutter

So funktionieren viele Kesb-Geschichten. Sie handeln von einer selbstherr­lichen Behörde, die durch Fehlentscheide ohnmächtige Menschen ins Elend stürzt und Unsummen an ­Steuer
geldern verschleudert. Es sind Tragödien, die von einer himmelschreienden Ungerechtigkeit berichten. Schuld ist immer die Kesb. Sie ­ist zum per­fekten Ziel für Wut und Hass gegen den Staat geworden. Man kann sie verhöhnen und verteufeln, als Stasi-­Behörde abstempeln, den Inbegriff ­des Unrechtsstaats. Die Kesb, das anonyme Monster, das Familien zerstört.

Eine Kritikerin der ersten Stunde ist die Schriftstellerin Zoë Jenny. Sie will die Kesb abschaffen, weil sie ihr das Leben zur Hölle gemacht und sie aus der Heimat vertrieben habe. Die Kesb, sagt Jenny, wolle ihr die Tochter wegnehmen. Der «Schweizer Illus­trierten» schilderte sie in drei Sätzen, was Sache ist: «Man führte einen Krieg gegen uns – so habe ich es empfunden. Daher spreche ich auch von Exil. Das war reinster Psychoterror!» Jenny, die besorgte Mutter, verteidige nur ihre Familie gegen die übermächtige Kesb. Die Methode: ins Ausland fliehen und von dort aus zurückschlagen, um den Drachen zu töten. Jennys Waffen sind nicht die Schwerter, sondern Interviews und die Androhung einer Volksinitiative.

Der Vater reist aus Bali an

Was seine Familie zerstöre, sei nicht die Kesb, sondern Zoë Jenny, sagte ihr Exmann Matthew Homfray in der «SonntagsZeitung», nachdem er lange geschwiegen hatte. Jenny verhindere mit allen Mitteln, dass er das gemeinsame Sorgerecht für die Tochter ausüben könne. Alle zwei Monate fliege er von Bali nach Wien, um wenigstens ein paar Stunden mit seiner Tochter verbringen zu können. Mehr toleriere seine Exfrau nicht. Sobald eine ­Behörde seine Besuchszeiten auf die Nacht ausweite, wechsle Jenny den Wohnsitz. Deshalb sei sie vom Kanton Basel ins italienische Grosseto, in den Kanton Zürich, weiter nach Schwyz und schliesslich nach Wien umgezogen. Seine Einschätzung ist diametral anders als diejenige seiner Exfrau: «Die Kesb muss im Interesse des Kindes handeln. Genau das hat sie in meinem Fall immer getan.»

Das Muster ist immer dasselbe: Hört man sich eine Seite an, ist die Empörung gewiss. Vernimmt man die andere, empört man sich gleich nochmals. Und bleibt konsterniert zurück.

Eigenartig am Kesb-Bashing ist: Experten, die mit der Sache vertraut sind, schildern die Arbeit der Kesb fast durchwegs als positiv. Sie kritisieren einzelne Entscheide und verweisen auf Probleme, mit denen die Behörde kämpft. Alle sagen jedoch: Die Kam­pagne, die gegen die Kesb laufe, sei nicht repräsentativ.

Behörde KESB Schweiz
Behörde KESB Schweiz
«Die Behörde ekelte uns aus der Schweiz»: Zoë Jenny bekämpft die Kesb auch noch von Wien aus.

Eine Einschätzung, die die Experten des Beobachter-Beratungszen­trums teilen, die fast täglich Klagen über die Kesb zu hören bekommen. «Unter dem alten System waren wir immer wieder mit Willkür­entscheiden lokaler Behörden konfrontiert, die mitunter gegen geltendes Recht verstiessen», sagt Walter Noser. «Inzwischen beschränkt sich unsere Beratung fast ausschliesslich darauf, den Betroffenen Entscheide der Kesb zu erklären; etwa, was ein gemein­sames Sorgerecht für die getrennten ­Eltern und ihre Kinder konkret be­deutet.» Das Verrückte dabei sei: «Die meisten verstehen das dann auch.»

Selbstverständlich gibt es gewich­tige Kritik. So bemängeln Experten das Fehlen von Pikettdiensten rund um die Uhr, zu knapp bemessene ­Stellenpläne, die hohe Personalfluk­tuation oder die Tendenz, Entschei­dungs­gremien personell aufzublähen, damit am Schluss niemand für einen Entscheid geradestehen muss.

Dass die Kesb Kritik auf sich zieht, liegt in der Natur ihrer Aufgabe. Sie muss von Gesetzes wegen einschreiten, wenn jemand schutzbedürftig oder gefährdet ist. Und Entscheide fällen, die tief ins Private hineinreichen und einschneidende Konsequenzen für das Leben der Betroffenen haben können. Dass es immer wieder solche gibt, die nicht alle Parteien zufriedenstellen, versteht sich von selbst.

Das José-Mourinho-Prinzip

In diesem Klima der Kesb-Hetze kann es leicht passieren, dass Täter zu ­Opfern werden. Wie beim Fussball, wenn ein Spieler wegen eines üblen Fouls rotsieht und der Schiedsrichter hinterher schuld an der Niederlage ­gewesen sein soll. Ein Meister solcher Verdrehungen ist Startrainer José Mourinho, der alles und jeden beleidigt, der dem Erfolg im Weg steht.

Das Mourinho-Prinzip der Diffamierung ist in der Schweiz angekommen. Das geht dann so: Eine Behörde nimmt den Eltern die Kinder weg. Die Mutter kämpft mit allen Mitteln gegen diesen Entscheid. Über die Feiertage können die Kinder heim zu ihr.

An Silvester teilt der Bezirksrat der Anwältin der Mutter schriftlich mit, dass ihre Beschwerde abgewiesen worden sei und die Kinder zurück ins Heim müssten. Die Mutter erfährt am Neujahrstag per E-Mail davon. Am Nachmittag berät sie sich mit ihren 
Eltern. Sie kommen zum Schluss, dass Mutter und Kinder untertauchen müssen. In der Nacht, allein zu Hause, sieht die Mutter keinen Ausweg mehr. Die Grosseltern berichten hinterher, die Mutter habe ihre zweijährige 
Tochter und ihren fünfjährigen Sohn vom Kinderheim «erlösen» wollen. Ein halbes Jahr später begeht die Mutter in der Untersuchungshaft Suizid. Ein schreckliches Drama.

Diese Geschichte, der sogenannte Fall Flaach, ist für Kesb-Gegner wie Zoë Jenny der Beweis, dass man die Kesb abschaffen sollte. Für sie trägt allein die Behörde die Schuld daran, dass Alessia und Nicolas sterben mussten. Die Mutter habe nicht anders gekonnt.

Da wird eine Täterin zum Opfer verklärt und mit einer Tragödie Politik gemacht. Solche Geschichten, die beweisen sollen, wie unmenschlich die Kesb agiert und dass sie besser heute als morgen abgeschafft gehört, funk­tionieren nur, wenn man sich mit der halben Wahrheit zufriedengibt.

 Autor: Martin Vetterli, Bild, Jürgen Bauer / Süddeutsche Zeitung Photo

Kesb-Mann ergaunerte Millionen-Erbschaft

 Kesb-Mann ergaunerte Millionen-Erbschaft

Ein Mitarbeiter der Kesb St. Gallen soll das Vermögen einer fast blinden 92-jährigen Frau und IV-Geld erschlichen haben.

Dafür soll er vier Jahre ins Gefängnis.

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Ende Oktober muss sich der mutmassliche Betrüger vor dem Kreisgericht St.Gallen verantworten.

Zum Thema

Die Vorwürfe gegen den Mitarbeiter der St.Galler Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) wiegen schwer: Mit einem gefälschten Testament soll sich der 58-Jährige das Erbe einer fast blinden 92-jährigen Frau ergaunert haben. Wie die «St. Galler Nachrichten» schreiben, sei der Mann kurz nach dem Tod der Frau im Februar 2014 Amtsnotariat St.Gallen vorstellig geworden.

Dort habe er ein in zittriger Schrift verfasstes Testament vorgelegt. Der Kesb-Mann war Beistand der Verstorbenen. In dem Testament sei ihm das ganze Vermögen Frau vermacht worden, berichtete die Zeitung weiter; rund eine Million Franken sei auf sein Konto überwiesen worden. Zudem habe der Mann den Haushalt der Frau aufgelöst und Schmuck und Bargeld an sich genommen.

Ein Mercedes CLK und ein Motorboot

Da die drei gesetzlichen Erben davon ausgegangen seien, dass das Testament rechtens sei, hätten sie die Erbschaft nicht angefochten. Der mutmassliche Betrüger habe es sich derweil gutgehen lassen: Laut Anklageschrift kaufte er sich einen Mercedes CLK und ein Motorboot.

Doch damit hatte der 58-Jährige offenbar noch nicht genug: Er soll auch eine IV-Rente bei der SVA Zürich beantragt haben, heisst es weiter. Nach einem Bandscheibenvorfall, einem Magenbypass und einem Magenbruch leide er an Schmerzen, die es ihm eine Arbeit verunmöglichen würden, argumentierte er.

Vier Jahre Haft gefordert

Im März 2014 wurde ihm dann eine 100-prozentige Arbeitsunfähigkeit und ein Invaliditätsgrad von 66 Prozent attestiert. Und obwohl er angegeben habe, dass er kein Einkommen habe und er sich tagsüber im Bett entspannen müsse, erledigte er fleissig administrative Arbeiten für Nachbarn und arbeitete auch weiterhin für die Kesb als privater Beistand. Schliesslich bekam SVA Zürich Wind von der Sache: Sie sistierte die Rente im November letzten Jahres.

Nun muss sich der Mann vor dem Kreisgericht St. Gallen wegen mehrfacher Veruntreuung, mehrfachen Betrugs, Urkundenfälschung und Erschleichen einer Falschbeurteilung verantworten. Er soll das Testament der 92-jährigen Frau selber geschrieben haben, glauben die Untersuchungsbehörden. Mit verstellter, zittriger Schrift habe er das Notariat und die Angehörigen der Verstorbenen getäuscht. Ihm droht eine Haftstrafe von vier Jahren.

(rar)

St. Gallen, 24. September 2015 16:29; Akt: 25.09.2015 13:01Print
http://www.20min.ch/schweiz/ostschweiz/story/Kesb-Mann-ergaunerte-Millionen-Erbschaft-15784385

Neue Organisation -Scheidungsväter widmen sich dem Kindswohl

Neue Organisation – KiSOS -Scheidungsväter widmen sich dem Kindswohl

Die neue Kinderschutzorganisation Schweiz will geschiedenen Eltern helfen sich zusammenzuraufen – und gemeinsam für den Nachwuchs zu sorgen.

Geschiedene Väter sollen sich ebenso um ihre Kinder kümmern können wie die Mütter, fordert eine neue Organisation. (Bild: Keystone / Martin Ruetschi)
Geschiedene Väter sollen sich ebenso um ihre Kinder kümmern können wie die Mütter, fordert eine neue Organisation. (Bild: Keystone / Martin Ruetschi)

Marcel Enzler (links) engagiert sich seit längerer Zeit für die Rechte von geschiedenen Vätern. (Bild: schickenkaktus.ch)

Enzler engagiert sich seit Jahren für die Rechte von geschiedenen Vätern. Als Präsident des Vereins Vaterverbot orchestrierte er 2011 das Verschicken von Pflastersteinen an Simonetta Sommaruga, um in der Sorgerechtsdebatte Druck auf die Justizministerin auszuüben. Ebenso medienwirksam inszenierten Enzler und seine Mitstreiter die Aktion «Schick en Kaktus»: Behörden, die den Unmut von Scheidungsvätern auf sich gezogen haben, erhalten stachlige Post. Doch nun hat sich der Gesichtspunkt verändert, wie Enzler sagt. «Wir haben uns früher stark auf die Rechte der Väter fokussiert, jetzt wollen wir beide Elternteile einbeziehen.»

Kinder vor Loyalitätskonflikten bewahren

Im Zentrum der neuen Organisation steht das Kindswohl – und für dieses ist laut Enzler elementar, dass nach einer Scheidung sowohl Mutter als auch Vater als Bezugspersonen weiterhin präsent sind. Damit würden Loyalitätskonflikte vermieden. «Es gibt in der Schweiz viele Organisationen, die sich gegen physische Gewalt an Kindern engagieren, aber kaum eine kümmert sich um den seelischen Schmerz von Scheidungskindern», sagt der KiSOS-Präsident. Eine Anlaufstelle für die Kinder selber will die Organisation jedoch nicht sein. Stattdessen appelliert sie an die Eltern und will ihnen helfen, nach der Trennung einen Modus vivendi zu finden. Das fängt in der Gestaltung des Alltags an, auf der neuen Homepage wird es praktische Unterstützung wie einen Betreuungsplaner geben. Um grundsätzliche Fragestellungen soll sich ein Netzwerk von Juristen und Kinderpsychologen kümmern.

Das Ziel ist eine alternierende Obhut, die funktioniert. «In der Schweiz ist das alte Denkmuster noch immer sehr stark, dass sich nach der Scheidung ein Elternteil – meist die Mutter – um die Kinder kümmert, während der Vater bezahlt. Das wollen wir ändern», sagt Enzler. Wie er sich das vorstellt, zeigt ein neues Video. Das propagierte Wechselmodell soll der Mutter ermöglichen, sich beruflich zu entfalten, während der Vater die Chance erhalten soll, die Kinder regelmässig zu sehen.

Nur weil sich ein Ehepaar einst darauf geeinigt hat, dass der Vater für das Einkommen sorgt und die Mutter für die Kinder, bedeute dies nicht, dass es nach der Trennung gleich weitergehen müsse, sagt Enzler. Er nimmt auch die Männer in die Pflicht: «Wir möchten ihnen aufzeigen, wie sie sich auch bei einem 100-Prozent-Arbeitspensum um die Kinder kümmern können – etwa mit der Hilfe von Krippenplätzen.»

Doch die Organisation behält sich in ihren Statuten auch vor, politisch aktiv zu werden und sich der direktdemokratischen Mittel des Referendums und der Initiative zu bedienen. Zudem will Enzler bei KESB-Stellen intervenieren, die das Prinzip der gemeinsamen Sorge nicht mit Nachdruck umsetzen würden. «Wenn die Behörden den Eltern weniger Ermessensspielraum liessen, käme es auch zu weniger Konflikten zwischen Mutter und Vater», glaubt er. Der Ingenieur ist sich bewusst, dass seine Organisation ihre Ziele kurzfristig nicht erreichen kann. «Aber in den nächsten fünf bis zehn Jahren werden wir einiges in Bewegung setzen.»

Video – Kindesschutzorganisation Schweiz – Wechselmodell – alternierende Obhut

 

von Simon Hehli, 16.9.2015, 11:25 Uhr

http://www.nzz.ch/schweiz/aktuelle-themen/scheidungsvaeter-widmen-sich-dem-kindswohl-ld.1989
Tags: Gleichberechtigung Gleichstellung – Familienrecht – Vaterlose Gesellschaft Vaterlose Gesellschaft – Kinderschutz – 

Streit mit der Kesb: Ex‑Mann wi­der­spricht Zoë Jen­ny

Mat­t­hew Hom­fray nimmt erst­mals zur Dau­er­feh­de der ­Bestseller-Autorin mit der Be­hör­de Stel­lung

Wien Lang hat Mat­t­hew Hom­fray ge­schwie­gen. «Ich woll­te die­se Si­tua­ti­on nicht kom­men­tie­ren, die ei­gent­lich ei­ne pri­va­te An­ge­le­gen­heit ist», sagt der 35-jäh­ri­ge Bri­te. «Aber nun ist es an der Zeit, dass ich die Fak­ten klar­stel­le. Denn mei­ner Mei­nung nach hat die Kesb in un­se­rem Fall hun­dert­pro­zen­tig rich­tig ge­han­delt.»

Es geht um ei­nen der be­kann­tes­ten Fäl­le, bei dem die Kin­des- und Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­de (Kesb) ein­grei­fen muss­te. Be­kannt ge­macht hat ihn die Mut­ter des Mäd­chens: Mat­t­hew Hom­frays Ex‑Frau, die Schwei­zer Schrift­stel­le­rin Zoë Jen­ny, 41.

Un­ter dem Pseud­onym «Pe­ne­lo­pe Mey­er» ver­öf­fent­lich­te Jen­ny im Ok­to­ber letz­ten Jah­res in der «Welt­wo­che» zwei «Er­fah­rungs­be­rich­te» vom Um­gang mit der Kesb. Sie schrieb von «Droh­ge­bär­den» und «sub­ku­ta­nem Angst­ein­ja­gen». Kurz dar­auf be­zeich­ne­te Jen­ny die Kesb im «Sonn­tags­Blick» als «ei­ne Schan­de für die Schweiz».

Sie trat in der SRF-«Are­na» auf, weil sie «ei­nen ei­gent­li­chen öf­fent­li­chen Kampf ge­gen die Kesb» füh­re, sag­te Mo­dera­tor Jo­nas Pro­jer in der Sen­dung vom 17. Ok­to­ber 2014. Dass sie von der Kesb zu ei­nem Ver­mitt­lungs­ge­spräch ein­ge­la­den wor­den war, be­zeich­ne­te Jen­ny dort als «ab­surd», die Be­hör­de ha­be sich «in­stru­men­ta­li­sie­ren» las­sen «von je­man­dem, der auf der an­de­ren Sei­te der Welt lebt». Sie mein­te wohl ih­ren Ex-Mann Matt Hom­fray.

Nach dem Tod zwei­er Kin­der, die am Neu­jahrs­tag in Flaach ZH von ih­rer ei­ge­nen Mut­ter er­stickt wor­den wa­ren, mach­te Jen­ny schliess­lich die Be­hör­de mit­ver­ant­wort­lich. Auf ei­ner Web­site sam­melt Zoë Jen­ny Kri­tik an der Kesb. Zu­sam­men mit SVP-Na­tio­nal­rat Pir­min Schwan­der und Au­to­rin Ju­lia On­ken will sie auch po­li­tisch ge­gen die Kesb kämp­fen.

Mat­t­hew Hom­fray da­ge­gen zeich­net ein ganz an­de­res Bild vom Be­hör­den­kon­takt. Al­le zwei Mo­na­te fliegt er zu sei­ner Toch­ter, um Zeit mit ihr zu ver­brin­gen. Es sei ei­ne wei­te Rei­se von In­do­ne­si­en nach Wien, sie daue­re bis zu 24 Stun­den, sagt er. Ver­gan­ge­ne Wo­che war es wie­der so weit: Zum 25. Mal durf­te Mat­t­hew Hom­fray sei­ne Toch­ter be­su­chen, an fünf Ta­gen. Von Mitt­woch bis Frei­tag konn­te er das Mäd­chen je­weils um 13 Uhr im Kin­der­gar­ten ab­ho­len, am Sams­tag und am Sonn­tag um 9 Uhr da­heim bei sei­ner Ex-Frau. Va­ter und Toch­ter be­such­ten un­ter an­de­rem den Wie­ner Pra­ter.

«Zoë und ich sind 2010 mit un­se­rer ein­jäh­ri­gen Toch­ter nach Ba­li ge­zo­gen, um un­se­ren Traum vom Le­ben auf ei­ner tro­pi­schen In­sel zu ver­wirk­li­chen», sagt Jen­nys Ex-Mann. Der Tier­arzt en­ga­gier­te sich dort für ein Hilfs­werk, un­ter­stütz­te ein Toll­wut­impf­pro­gramm.

«Ein paar Mo­na­te nach un­se­rer An­kunft er­öff­ne­te ich auf Zoës An­re­gung hin ei­ne Tier­arzt­pra­xis», er­zählt er. Ein paar wei­te­re Mo­na­te ver­stri­chen, dann zog es die Schrift­stel­le­rin zu­rück nach Eu­ro­pa. «Weil ich al­le mei­ne Er­spar­nis­se ins Tier­kli­nik­pro­jekt ge­steckt hat­te, war ich in der schwie­ri­gen Si­tua­ti­on, ei­ne Fern­be­zie­hung mit je­man­dem auf der an­de­ren Sei­te der Welt zu füh­ren», sagt Hom­fray. «We­nig über­ra­schend, dass un­se­re Ehe dies nicht über­lebt hat.»

Den Zu­gang zur ei­ge­nen Toch­ter auf­recht­zu­er­hal­ten, er­le­be er seit­her als «ju­ris­ti­schen Alb­traum», sagt Hom­fray. «Die bri­ti­schen Ge­rich­te ha­ben die fi­nan­zi­el­le Sei­te un­se­rer Schei­dung ge­re­gelt. Aber weil wir da­mals bei­de nicht in Gross­bri­tan­ni­en leb­ten, gab es kein Ur­teil zum Kon­takt zu un­se­rer Toch­ter.»

Ein Zür­cher Rich­ter ha­be das ge­mein­sa­me Sor­ge­recht für die Toch­ter be­stä­tigt: «Wir ha­ben uns dar­auf ge­ei­nigt, dass sie bei Zoë woh­nen wird – mit der Auf­la­ge, dass ich mei­ne Toch­ter fünf­mal pro Jahr für min­des­tens ei­ne Wo­che be­su­chen darf und dass wir je­des Wo­chen­en­de sky­pen kön­nen.»

Häu­fi­ger kön­ne er nicht nach Eu­ro­pa flie­gen, sagt Hom­fray, «ich ha­be in­zwi­schen zwei gut aus­ge­las­te­te Tier­pra­xen auf Ba­li mit 36 An­ge­stell­ten.»

Fünf Wo­chen pro Jahr, mehr ha­be er nie ver­langt, er­klärt Hom­fray. «Doch für ei­ne nor­ma­le Va­ter-Toch­ter-Be­zie­hung soll­te ich mit ihr ei­ne Wo­che lang Ski fah­ren kön­nen oder Strand­fe­ri­en ma­chen. Zoë will mei­ne Be­su­che auf ein paar Stun­den En­t­en­füt­tern pro Tag be­schrän­ken.»

Jen­ny sei strikt da­ge­gen, dass die ge­mein­sa­me Toch­ter beim Ex-Mann im Ho­tel oder in ei­ner Fe­ri­en­woh­nung über­nach­te. «Mei­ne Toch­ter ist ein fünf­jäh­ri­ges Ein­zel­kind», sagt Hom­fray. «Nur dank mei­ner Be­harr­lich­keit ha­be ich ei­ne star­ke Ver­bin­dung zu mei­ner Toch­ter, was an­ge­sichts des hin­der­li­chen Ver­hal­tens der Mut­ter ziem­lich be­mer­kens­wert ist.»

Mat­t­hew Hom­fray spricht von ei­nem «Mus­ter», das sei­ne Ex-Frau im Streit mit den Be­hör­den ent­wi­ckelt ha­be: «Sie und ihr Freund zie­hen im­mer wie­der um, je­weils in ein Ge­biet mit ei­ner an­de­ren ge­richt­li­chen Zu­stän­dig­keit», sagt er. «Sie sind vom Kan­ton Ba­sel nach Gros­se­to in Ita­li­en ge­zo­gen, dann in den Kan­ton Zü­rich, nach Schwyz und schliess­lich nach Wien. Und bei je­dem neu­en Rich­ter fängt es wie­der von vorn an: Zu­nächst er­laubt man mir be­schränk­te Be­su­che am Tag mit der Aus­sicht auf ei­ne gan­ze Wo­che mit Über­nach­ten», er­zählt Mat­t­hew Hom­fray. «So­bald die Be­su­che auf die Nacht aus­ge­wei­tet wer­den , zieht mei­ne Ex-Frau wie­der um und der Ab­lauf be­ginnt dann wie­der von vorn. Als Au­to­rin kann sie über­all ar­bei­ten – ih­re Flucht­tak­tik kommt mir in­zwi­schen be­drü­ckend ver­traut vor.»

Auf ei­ne schrift­li­che An­fra­ge der Sonn­tags­Zei­tung, Stel­lung zu neh­men, re­agier­te Zoë Jen­ny nicht. Nach ih­rem Um­zug nach Wien sprach die Schrift­stel­le­rin in In­ter­views von ei­ner Flucht «ins Exil». «Die­se Be­hör­de», sag­te Jen­ny im «Sonn­tags­Blick» über die Kesb, wür­de «Kri­ti­ker kon­se­quent ein­schüch­tern», aber sie las­se sich «we­der ter­ro­ri­sie­ren noch mund­tot ma­chen».

Hom­fray sieht das frei­lich an­ders. «Ein Kind dar­an zu hin­dern, ei­ne nor­ma­le Be­zie­hung mit ei­nem lie­be­vol­len und ver­ant­wor­tungs­vol­len El­tern­teil auf­zu­bau­en, ist ei­ne Form von Kin­des­miss­brauch. Des­halb hat sich die Kesb ein­ge­schal­tet.» Es lie­ge in der Na­tur ei­ner So­zi­al­be­hör­de, dass sie es nicht al­len recht ma­chen kön­ne, wenn bei­de Sei­ten glau­ben, im Recht zu sein. «Sie muss im In­ter­es­se des Kin­des han­deln. Ge­nau das hat die Kesb in mei­nem Fall im­mer ge­tan», er­klärt er. «Die Vor­ge­hens­wei­se der Kesb war im­mer mit­füh­lend und ver­nünf­tig. Sie hat pro­fes­sio­nell und fair ge­han­delt.»

In sei­nem Fall ha­be die Be­hör­de ein­fach Auf­la­gen er­las­sen, um sei­ne Be­su­che bei der Toch­ter zu schüt­zen. «Sie ha­ben ei­nen Plan er­stellt, um die Be­su­che bis zum Über­nach­ten aus­zu­wei­ten», sagt Hom­fray. «Die Kesb hat so­gar emp­foh­len, ei­nen Be­suchs­bei­stand als Ver­mitt­ler bei­zu­zie­hen, weil die Zu­sam­men­ar­beit und die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit mei­ner Ex-Frau schwie­rig war.»

Er hof­fe, dass die Odys­see nun in Wien ein En­de fin­de, sagt der Va­ter, «dass mei­ne Toch­ter et­was Sta­bi­li­tät er­fährt und dass ih­re Be­dürf­nis­se re­spek­tiert wer­den.» «Na­tür­lich ist es nicht im In­ter­es­se mei­ner Toch­ter, dass sie stän­dig um­zie­hen muss, von Ort zu Ort, von Kin­der­gar­ten zu Kin­der­gar­ten. Es macht mich trau­rig und ver­zwei­felt, dass sie so her­um­ge­scho­ben wird, dass sie sich im­mer wie­der neue Freun­de su­chen muss.» Wer die De­tails des Fal­les ken­ne, sagt Hom­fray, der se­he die «Iro­nie» in Jen­nys po­li­ti­schem En­ga­ge­ment: «Das ist ei­ne Far­ce.»

Nun müs­se er in ei­ner wei­te­ren Re­gi­on recht­li­che Schrit­te ein­lei­ten, er­zählt Hom­fray. Trotz al­lem ha­be er nach wie vor Hoff­nung. «Die Be­hör­den ha­ben un­se­ren Fall in der Schweiz und in Ita­li­en un­ter­sucht. Sie kom­men im­mer wie­der zum glei­chen Er­geb­nis: Das Kind soll beim Va­ter über­nach­ten dür­fen. Ich bin zu­ver­sicht­lich, dass es in Ös­ter­reich nicht an­ders sein wird», er­klärt Hom­fray. «Mei­ne Toch­ter ist zur Hälf­te Eng­län­de­rin. Ich hof­fe, dass ich ihr bald Lon­don zei­gen kann und dass wir mei­ne Fa­mi­lie be­su­chen kön­nen. Das sind ja nicht nur mei­ne Ver­wand­ten. Es ist auch ih­re Fa­mi­lie.»

Adri­an Schul­thess, Ga­brie­le Put­zu/TI-Pres­se (Fo­to)
http://www.sonntagszeitung.ch/read/sz_30_08_2015/nachrichten/Streit-mit-der-Kesb-ExMann-widerspricht-Zo-Jenny-41856