Düsseldorfer Tabelle 2018 – ab dem 01.01.2018

Link:  Düsseldorfer Tabelle 2018

u.a. Höhere Einkommensgrenze

Artikel:

Neue „Düsseldorfer Tabelle“

Vielen Trennungskindern droht geringerer Unterhalt

Düsseldorfer Tabelle 2018: Oft weniger Unterhalt für Trennungskinder

Die „Düsseldorfer Tabelle“ gilt als als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts (Symbolbild).FOTO: dpa, hka nic skm jai
Düsseldorf. Die Düsseldorfer Tabelle regelt die Unterhaltssätze, die für Trennungskinder gezahlt werden müssen. Zwar werden die Mindestsätze zum Jahreswechsel erhöht – Alleinerziehende befürchten trotzdem eine Verschlechterung.

Minderjährige Trennungskinder haben zum Jahreswechsel bundesweit Anspruch auf einen höheren Mindestsatz beim Unterhalt. Dann tritt die neue „Düsseldorfer Tabelle“ in Kraft, wie das Oberlandesgericht in Düsseldorf am Montag mitteilte.

Die Unterhaltssätze steigen je nach Alter des Kindes und Einkommensgruppe des Unterhaltspflichtigen um sechs bis zwölf Euro im Monat. Dennoch dürfte für etliche Trennungskinder nur genauso viel oder sogar weniger Geld herausspringen als bisher. Das liegt an den neuen Einkommensklassen.

Kritik von Alleinerziehenden

So landen viele Unterhaltspflichtige mit der neuen Tabelle in einer niedrigeren Einkommensklasse. „Dieser Effekt lässt sich nicht vermeiden“, sagte Heinrich Schürmann, Sprecher des Deutschen Familiengerichtstages, auf Anfrage.

„Das ist in jedem Fall eine deutliche Verschlechterung für diejenigen, die auf den Unterhalt angewiesen sind“, sagte Erika Biehn, Bundesvorsitzende des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter. Durch die Verschiebung der Einkommensgruppen um 400 Euro „wird es für die einen noch schwerer, aus Hartz IV herauszukommen, andere könnten dadurch erst reinrutschen“.

„Zu massenhaften Absenkungen des Unterhalts wird es erfahrungsgemäß nicht kommen“, sagte dagegen Rechtsanwalt und Familienrechtler Jörn Hauß, Mitglied der Leitlinien-Kommission. Bei Veränderungen der Sätze von maximal fünf Prozent blieben die alten Beträge in Kraft. Damit könne das Gros der Unterhaltsempfänger mit gleichbleibenden Summen rechnen.

Neue Mindestsätze und Einkommensklassen

Der Mindestunterhalt beträgt ab 1. Januar 2018

  • für Kinder der ersten Altersstufe (0 bis 5 Jahre) 348 Euro statt bisher 342 Euro,
  • für Kinder der zweiten Altersstufe (6 bis 11) 399 Euro statt bisher 393 Euro,
  • für Kinder der dritten Altersstufe (12 bis 17) 467 Euro statt bisher 460 Euro.

Gleichzeitig wird die unterste Einkommensgruppe von maximal 1500 Euro auf 1900 Euro Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen erhöht. Auch die anderen Einkommensgruppen werden angepasst. Zwei Beispiele zeigen die Folgen:

  • Ein Unterhaltspflichtiger hat ein Nettoeinkommen von rund 2000 Euro. Für ein dreijähriges Kind betrug dann bisher der empfohlene Unterhalt bisher 377 Euro und künftig 366 Euro.
  • Das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtiges liegt bei 5000 Euro. Dann empfahl die „Düsseldorfer Tabelle“ bisher 548 Euro als Unterhalt für ein vierjähriges Kind. Künftig sind es 529 Euro.

Deswegen ist der Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter in Sorge. Beide Beispiele setzen allerdings voraus, dass der Unterhaltspflichtige 2018 noch dasselbe Nettoeinkommen hat wie 2017, also keine Lohnerhöhung erhalten hat. Die bisherige „Düsseldorfer Tabelle“ finden Sie hier und die neue hier.

Die gesetzliche Erhöhung des Mindestunterhalts zieht eine Anpassung der Bedarfssätze der übrigen Einkommensgruppen nach sich. Die Bedarfssätze der Tabelle werden in der 2. bis 5. Einkommensgruppe um jeweils fünf Prozent und in der 6. bis 10. Gruppe um jeweils acht Prozent des Mindestunterhalts angehoben.

Erstmals seit zehn Jahren werden aber auch die Einkommensgruppen angehoben. Die Tabelle endet daher ab dem 1. Januar 2018 mit einem bereinigten Nettoeinkommen von 5500 Euro statt bisher 5100 Euro.

Nur eine Richtlinie

Der ausbildungsbedingte Mehrbedarf erhöht sich von 90 Euro auf 100 Euro. Die Sätze für volljährige Trennungskinder bleiben 2018 unverändert, wobei auch bei ihnen die geänderten Einkommensklassen greifen.

Durch die unveränderten Sätze für die Volljährigen werde eine überproportionale Erhöhung des Bedarfs des volljährigen Kindes, das noch im Haushalt eines Elternteils lebt, im Verhältnis zum Bedarf eines allein lebenden Erwachsenen vermieden, so die Begründung des Gerichts.

Auf den Bedarf des Kindes ist das Kindergeld anzurechnen. Dieses beträgt ab dem 1. Januar 2018 für ein erstes und zweites Kind 194 Euro, für ein drittes Kind 200 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind 225 Euro. Das Kindergeld ist bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte und bei volljährigen Kindern in vollem Umfang anzurechnen.

Die „Düsseldorfer Tabelle“ existiert seit 1962 und dient bundesweit als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts. Die nächste Änderung werde voraussichtlich zum 1.1.2019 erfolgen.

Düsseldorfer Tabelle 2017

 So viel Kindesunterhalt müssen Sie zahlen

Düsseldorfer Tabelle 2017: So viel Unterhalt müssen Sie zahlen. Düsseldorfer Tabelle 2014: Die Düsseldorfer Tabelle gibt die Höhe des Kindesunterhalts vor. (Quelle: imago)

Die Düsseldorfer Tabelle gibt die Höhe des Kindesunterhalts vor. (Quelle: imago)

Ab Januar 2017 müssen getrennt lebende Väter oder Mütter ihren Kindern mehr Unterhalt zahlen. Das geht aus der neuen Düsseldorfer Tabelle zum Kindesunterhalt hervor, die das Oberlandesgericht Düsseldorf am 7. November veröffentlicht hat.

Der Mindestunterhalt steigt für Kinder bis zum fünften Lebensjahr um sieben Euro auf 342 Euro. Sechs- bis Elfjährige haben Anspruch auf 393 Euro, das sind neun Euro mehr als 2016. Zwölf- bis 17-Jährige bekommen 460 statt 450 Euro monatlich. Der Mindestbedarf für ein volljähriges Kind steigt um 11 Euro auf 527 Euro.

Entsprechend des Nettoeinkommens der Unterhaltspflichtigen steigt der Betrag dann je Einkommensklasse gestaffelt. Der Selbstbehalt für die Unterhaltspflichtigen ändert sich den Angaben zufolge nicht. Er war zuletzt zum 1.1.2015 angehoben worden.

Unterhaltsrechner
So viel Kindesunterhalt müssten Sie zahlen

Berechnen Sie hier Ihren Richtwert auf Basis der Düsseldorfer Tabelle. Unterhaltsrechner

Das sind die Unterhaltssätze für 2017 (Altersstufen in Jahren Unterhalt in Euro):

Einkommensstufen 0-5 6-11 12-17 volljährig
bis 1500 Euro 342 393 460 527
1501-1900 360 413 483 554
1901-2300 377 433 506 580
2301-2700 394 452 529 607
2701-3100 411 472 552 633
3101-3500 438 504 589 675
3501-3900 466 535 626 717
3901-4300 493 566 663 759
4301-4700 520 598 700 802
4701-5100 548 629 736 844
ab 5100 Euro nach
den Umständen des Falles

Unterhaltsrechner 2016: Hier berechnen, wie viel Unterhalt Sie zahlen müssen 

Kindergeld wird zur Hälfte abgezogen

Auf den Bedarf des Kindes ist das Kindergeld anzurechnen – bei minderjährigen Kindern zur Hälfte, bei volljährigen vollständig. Die tatsächlichen Zahlbeträge verringern sich entsprechend.

Beispiel: Der Mindestunterhalt in der ersten Altersstufe beträgt 342 Euro. Davon ist das halbe Kindergeld abzuziehen. Dieses beträgt derzeit für das erste Kind 190 Euro. Davon wird die Hälfte angesetzt, also 95 Euro. Der Zahlbetrag für den Unterhaltspflichtigen beläuft sich damit auf 247 Euro (342 Euro – 95 Euro).

Sobald die von der Regierung geplante Kindergelderhöhung für 2017 endgültig feststeht, wird dies dem OLG zufolge entsprechend in den Rechenbeispielen angepasst. Ab 2017 soll das monatlich Kindergeld um zwei Euro steigen.

Alles über das Kindergeld 2016 finden Sie hier.

Die „Düsseldorfer Tabelle“ existiert seit 1962 und regelt bundesweit Unterhaltsansprüche für Millionen Trennungskinder. Sie wird in Abstimmung mit den Familiensenaten der anderen Oberlandesgerichte und dem Deutschen Familiengerichtstag erstellt.

Die Erhöhung zum Jahreswechsel beruht auf der Mindestunterhaltsverordnung. Die nächste Änderung wird voraussichtlich zum 1.1.2018 erfolgen.

Selbstbehalt für Unterhaltspflichtige

Wie viel Unterhaltspflichtige von ihrem Einkommen behalten dürfen, ist ebenfalls geregelt:

Unterhaltspflichtig gegenüber… Selbstbehalt
Kindern bis 21 Jahre (im Haushalt eines Elternteils und allg. Schulbildung), Unterhaltspflichtiger erwerbstätig 1080 Euro
Kindern bis 21 Jahre (im Haushalt eines Elternteils und allg. Schulbildung), Unterhaltspflichtiger nicht erwerbstätig 880 Euro
anderen volljährigen Kindern 1300 Euro
Ehegatten oder Mutter/Vater eines nichtehelichen Kindes 1200 Euro
eigenen Eltern 1800 Euro

In den 1080 beziehungsweise 880 Euro Selbstbehalt sind bis 380 Euro für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung enthalten.
Der Selbstbehalt soll erhöht werden, wenn die Wohnkosten (Warmmiete) den ausgewiesenen Betrag überschreiten und nicht unangemessen sind.

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07.11.2016, 15:43 Uhr | dpa
http://www.t-online.de/eltern/schulkind/id_79479804/duesseldorfer-tabelle-2017-so-viel-unterhalt-muessen-sie-zahlen.html

Allen Kinder beide Eltern – Demo Köln 2016

Mehr als 135.000* Kinder verlieren jedes Jahr einen Teil ihrer Identität im Konflikt ihrer Eltern. Durch die Trennung von Mutter und Vater, wird einem Kind oft ein Elternteil genommen.
Die Eltern-Kind-Entfremdung ist ein häufiges Resultat von elterlichen Trennungskonflikten.
Ein Kind befindet sich mitten in einem Sorge- und Umgangskonflikt, in dem es eigentlich nicht sein möchte.
Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung beide Eltern.

mit Väter ohne Rechte Werner Kretscher, Väteruafbruch für Kinder , Hartmut Wolters, Bundesinitiative Großeltern . . .

Videolink zur Demo

Wir wollen helfen!
Es gibt viele Gruppen und Vereine sowie Einzelpersonen, welche auf diese Problematik aufmerksam machen oder machen möchten, weil sie es nicht mehr miterleben wollen, was Kinder in streitigen Trennungskonflikten ertragen müssen.
Diese Gruppen, Vereine, Einzelpersonen machen jeder für sich „einen guten Job“! Aber sie werden nicht oder zu wenig wahrgenommen von der Öffentlichkeit und von Seiten des Gesetzgebers.
Dieses geschieht teilweise aus mangelndem Interesse – denn wer nicht oder noch nicht betroffen ist, interessiert sich meist nicht für andere konfliktbelastete Kinder und Eltern -, und teilweise aus Ignoranz und Unwissenheit der im Konflikt beteiligten Professionen (Gerichte, Anwaltschaften, Jugendämter, Beratungsstellen, Sachverständige), da sie meist nicht akzeptieren, dass ihre aktuellen Vorgehensweisen veraltet und falsch sind.
Und hier bedarf es einer Veränderung!
Die „Cochemer Praxis“, bzw die flächendeckende Umsetzung dieser (so wie sie einst gehändelt wurde, als Herr Richter a.D. Jürgen Rudolph noch aktiv in diese Praxis eingebunden war), würde vielen Kindern das Leid ersparen, welches sie derzeit erleben müssen. Daher beruht die Hauptmotivation diese Seite erstellt zu haben, auf der den Grundlagen der ursprünglichen „Cochemer Praxis“.
Eine Krankheit muss man an der Ursache bekämpfen. Denn Symptome kann man nur versuchen zu lindern. Letzteres wird aktuell in Deutschland nur versucht. Und das zumeist erfolglos. Das erstgenannte hat die damalige Arbeitsweise der „Cochemer Praxis“ seinerzeit erfolgreich durchgeführt.
Diese Seite möchte nun helfen sich zu vernetzen. Denn gemeinsam ist man stark! Sie möchte präsent sein und auf die Missstände unserer Gesellschaft bezüglich der nicht gehörten Kinder aufmerksam machen. Kinder haben keine Stimme. Kaum jemand nimmt ihre Wünsche wahr. Und dagegen wollen wir angehen. Aber nicht aggressiv, sondern vermittelnd und den richtigen Weg zeigend. Manchmal aber auch fordernd, wie z.B. auf Demos.

14-08-2016
Tags: Familienrecht – Justiz – Justizopfer – Doppelresidenz – Wechselmodell – Düsseldorfer Tabelle – Erziehung – Europaparlament – Gerichte – Gleichberechtigung Gleichstellung – Kinder brauchen beide Eltern – Quote in der Kindererziehung – Kindeswohl – Menschenrechtsverletzung Obsorge – Sorgerecht – gemeinsame – elterliche Sorge Eltern-Kind-Entfremdung Scheidung – Trennung – Videos – Vaterlose Gesellschaft – Väter ohne Rechte – Väteraufbruch für Kinder Köln e.V.

Unterhalt – Existenzminimum des Unterhaltspflichtigen bleibt gewahrt!

In Österreich werden Unterhaltspflichtige 25% unterhalb des Existenzminimum exekutiert! Die veraltete österreichische Rechtssprechung in der Justiz vollzieht noch immer eine Anspannung auf einen fiktiven Gehalt, obwohl die Wirtschaftslage in Österreich sehr schlecht ist und diese theoretischen Gehälter schon viele Jahre nicht mehr bezahlt werden und diese Arbeitsplätze heute nicht mehr vorhanden sind.

Artikel:
Ratgeber für Unterhalt – Düsseldorfer Tabelle

Düsseldorfer Tabelle: Tabelle für Unterhalt

Aktuell: 02. Februar 2016

Trennen sich Ehepartner, streiten sie sich am häufigsten um den Kindesunterhalt. Der Unterhalt prägt das nacheheliche Leben beider Partner und der gemeinsamen Kinder, meist über Jahre hinaus. Ein Urteil oder ein Vergleich befrieden die Streitigkeiten oft nur für eine gewisse Zeit. Ändern sich die Verhältnisse, muss der Unterhalt neu berechnet werden. In vielen Fällen streiten die Parteien bis auf die Stellen hinter dem Komma.

Dabei darf nicht vergessen werden, worum es eigentlich geht: Die in der Vielzahl der Fälle knappen finanziellen Mittel sollen auf die unterhaltsberechtigten Familienangehörigen möglichst angemessen verteilt werden.

Zugleich soll das Existenzminimum des Unterhaltspflichtigen gewahrt bleiben.

Nur wenn er seinen Lebensunterhalt sicherstellen kann, bleibt er motiviert, mit seiner Arbeit auch den Unterhalt für Kinder und den bedürftigen Ehepartner zu verdienen. Die Aufgabe des Unterhaltsrechts besteht darin, dieses Ziel zu erreichen. Problematisch dabei ist, dass das Unterhaltsrecht eine außerordentlich komplexe und komplizierte Materie darstellt. Sie ist nur in Grundzügen gesetzlich geregelt und wird im Detail durch Richterrecht gestaltet. Ein Werkzeug, um Unterhaltsansprüche für Kinder zu berechnen, ist die Düsseldorfer Tabelle. Die Unterhaltsberechnung für Ehepartner folgt anderen Regeln.

Das Wichtigste über die Tabelle für Unterhalt für Sie:

Was ist die Düsseldorfer Tabelle?

Scheidungsinfo-Paket anfordern Die Düsseldorfer Tabelle soll die Berechnung von Unterhaltsansprüchen ermöglichen und nachvollziehbar gestalten. Jeder Familienrichter braucht eine Grundlage, um im Einzelfall den Unterhaltsanspruch zu berechnen. Dabei müssen die Gerichte einheitlich entscheiden. Andernfalls erschiene jedes Urteil willkürlich.

Aus diesem Grund hatte ursprünglich das Landgericht Düsseldorf als Berufungsinstanz für Urteile der Amtsgerichte im Jahre 1962 Richtwerte zur Berechnung von Unterhaltsansprüchen festgelegt. Da seit 1977 die Oberlandesgerichte für Berufungen in Familiensachen zuständig sind, wird seitdem die Düsseldorfer Tabelle vom Oberlandesgericht Düsseldorf veröffentlicht. Die Unterhaltstabelle beruht auf der Abstimmung zwischen allen 24 deutschen Oberlandesgerichten und der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages e.V.

Die Unterhaltstabelle wird regelmäßig, im Regelfall alle zwei Jahre, zuletzt zum 1.1.2016 und erneut zum 1.1.2017, aktualisiert. Sie ist nur eine Richtlinie zur Unterhaltsberechnung. Sie ist kein Gesetz. Da sie die Berechnung von Unterhalt wesentlich erleichtert, wird sie von den Familiengerichten einheitlich angewandt. Zugleich bietet sie unterhaltsberechtigten und unterhaltsverpflichteten Personen eine Orientierungshilfe zur Berechnung der Unterhaltshöhe.

Die Tabelle gilt in ganz Deutschland in Verbindung mit den Unterhaltsleitlinien des jeweiligen Oberlandesgerichts des Bezirks, in dem der Unterhaltsrechtsstreit ausgetragen wird. Diese Leitlinien stellen ebenfalls keine Rechtsnormen dar, sondern spiegeln nur die ständige Praxis des jeweiligen Oberlandesgerichts wieder, um die Rechtsprechung in dessen Bezirk kalkulierbar zu machen.

Expertentipp:

Zur Berechnung von Unterhaltsansprüchen ist stets die aktuelle Version der Düsseldorfer Tabelle zu verwenden. Nur die aktuelle Düsseldorfer Tabelle enthält die geltenden Unterhaltsbeträge.

Für welche Personen ist die Düsseldorfer Tabelle anwendbar?

Das Gesetz geht von folgenden Prämissen aus:

  1. § 1601 BGB bestimmt: „Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren.“ (Konsequenz: Elternteile sind also ihren Kindern unterhaltspflichtig).
  2. Zugleich bestimmt § 1602 I BGB: „Unterhaltsberechtigt ist nur, wer außerstande ist, sich selbst zu unterhalten.“ (Konsequenz: Minderjährige Kinder sind somit stets unterhaltsbedürftig).
  3. In § 1603 BGB heißt es: Unterhaltspflichtig ist nicht, wer bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen außerstande ist, ohne Gefährdung seines angemessenen Unterhalts Unterhalt zu gewähren.“ (Konsequenz: Der Unterhaltspflichtige hat Anspruch auf einen Selbstbehalt. Seine Unterhaltspflicht setzt seine Leistungsfähigkeit voraus).

Aus diesen gesetzlichen Vorgaben zimmert das Gesetz den Unterhaltsanspruch. Unterhaltsberechtigt sind danach insbesondere:

  • Minderjährige schulpflichtige Kinder bis zur Vollendung des 17. Lebensjahres,
  • Volljährige Kinder zwischen 18 und 21 Jahren, die sich in der Schulausbildung befinden und im Haushalt eines Elternteils leben. Diese Kinder sind als „volljährige privilegierte Kinder“ minderjährigen unverheirateten Kindern gleichgestellt.
  • Ältere Kinder über 21 Jahre bleiben unterhaltsberechtigt, solange sie bedürftig sind, insbesondere sich in einer Berufsausbildung oder im Studium befinden. Ansonsten bestimmt sich der Unterhaltsanspruch nach allgemeinen Grundsätzen der §§ 1601 ff BGB. Maßgebend ist, dass sie für ihren Lebensunterhalt grundsätzlich eigenverantwortlich sind und Eltern nur unterhaltspflichtig sind, wenn echte und nicht verschuldete Bedürftigkeit besteht.

Es gibt bei der Unterhaltsberechnung keinen Unterschied zwischen ehelichen und nichtehelichen Kindern. Auch adoptierte Kinder sind gleichberechtigt.

Wer leistet welche Art von Unterhalt?

Getrennt lebende Eltern sind beide unterhaltspflichtig. Der Elternteil, bei dem das Kind wohnt, leistet Betreuungsunterhalt, stellt also Kost und Logis. Der andere Elternteil leistet Barunterhalt in Geld.

Expertentipp:

Der Barunterhalt kann nicht gekürzt werden, wenn der andere Elternteil Absprachen missachtet (z.B. Umgangsrecht verweigert) oder wenn der unterhaltspflichtige Elternteil das Kind über das übliche Maß hinaus betreut. Beim Kindesunterhalt geht es um das Wohl des Kindes.

Wie bestimmt das Gesetz die Unterhaltshöhe in der Düsseldorfer Tabelle?

§ 1612a BGB bestimmt als Mindestunterhalt minderjähriger Kinder gegenüber dem barunterhaltspflichtigen Elternteil den doppelten „sächlichen Kinderfreibetrag“ des Einkommensteuergesetzes. Dieser ergibt zusammen mit dem Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf von 2.640 € den steuerlichen Kinderfreibetrag von 7.248 € (Stand 2016). Im Jahr 2015 lag der Betrag noch bei 7.152 €.

Der sächliche Kinderfreibetrag beträgt für 2016: 4.608 € (2 x 2.304 €), somit monatlich 384 €. Dieser Betrag ist die Bezugsgröße für den Mindestunterhalt für Kinder der zweiten Altersstufe im Alter von 6 bis 11 Jahren. Daraus ergeben sich folgende Monatsbeträge:

  • In der ersten Altersstufe beträgt der Mindestunterhalt 335 € = 87 % dieser Bezugsgröße.
  • In der zweiten Altersstufe 384 € = 100 %.
  • In der dritten Altersstufe 450 € = 117 %.

Auf dieser Vorgabe baut die Düsseldorfer Tabelle auf.

Düsseldorfer Tabelle (Stand 1. Januar 2016)

Nettoeinkommen des Barunter­haltspflichtigen Altersstufen in Jahren % Bedarfs­kontrollbetrag
0 – 5 6 – 11 12 – 17 ab 18
1. bis 1.500 335 384 450 516 100 880/1080
2. 1.501 – 1.900 352 404 473 542 105 1.180
3. 1.901 – 2.300 369 423 495 568 110 1.280
4. 2.301 – 2.700 386 442 518 594 115 1.380
5. 2.701 – 3.100 402 461 540 620 120 1.480
6. 3.101 – 3.500 429 492 576 661 128 1.580
7. 3.501 – 3.900 456 523 612 702 136 1.680
8. 3.901 – 4.300 483 553 648 744 114 1.780
9. 4.301 – 4.700 510 584 684 785 152 1.880
10. 4.701 – 5.100 536 615 720 826 160 1.980

Ab Einkommen von 5.101 EUR netto wird der Unterhaltsanspruch in Abhängigkeit vom Einzelfall ermittelt.

Der Mindestunterhalt soll zum 1.1.2017 erneut angehoben werden. Der Mindestunterhalt für minderjährige Kinder in der ersten Altersstufe (0-5 Jahre) beträgt dann 342 EUR, in der zweiten Altersstufe (6-11 Jahre) 393 EUR und in der dritten Altersstufe (12-17 Jahre) 460 EUR.

Expertentipp:

Um die Unterhaltshöhe auszurechnen, empfiehlt sich ein Unterhaltsrechner. Da aber auch ein solcher Rechner Kenntnisse des Unterhaltsrechts voraussetzt, bleibt im Zweifel nur der Gang zum Rechtsanwalt. Nur der unterhaltserfahrene Anwalt kann aufzeigen, welche Ansprüche bestehen und wo Ansatzpunkte bestehen, weitergehende Ansprüche geltend zu machen.

Wie lässt sich der Unterhaltsanspruch aus der Düsseldorfer Tabelle ableiten?

Die in der Tabelle ausgewiesenen Beträge sind nicht immer identisch mit dem Betrag, den das unterhaltsberechtigte Kind als Unterhalt verlangen kann. Die Berechnung vollzieht sich in mehreren Stufen.

1. Schritt: Bereinigtes Nettoeinkommen feststellen

Kostenvoranschlag anfordern Ausgangspunkt zur Unterhaltsberechnung ist das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen. Es ergibt sich aus den Gehaltsabrechnungen des Arbeitgebers.
Selbstständige müssen die Steuererklärungen oder Steuerbescheide der letzten drei Jahre vorlegen sowie die Gewinn- und Verlustrechnungen oder Bilanzen der letzten drei Jahre.

  • Das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen ist nicht mit dem Gehalt oder Einkommen des Unterhaltsberechtigten identisch. Maßgebend ist vielmehr das bereinigte Nettoeinkommen. Dieses ergibt sich daraus, dass der Unterhaltspflichtige berufsbedingte Aufwendungen abziehen darf und teilweise auch ehebedingte Verbindlichkeiten berücksichtigt werden. Auf der Grundlage des sich ergebenden bereinigten Nettoeinkommens erfolgt die Einstufung des Unterhaltspflichtigen in eine der Einkommensstufen 1 bis 10.
  • Berufsbedingte Aufwendungen sind von privaten Lebenshaltungskosten abzugrenzen. Zum Ansatz kommen 5% des Nettoeinkommens, mindestens 50 € und höchstens 150 €/Monat. Die Pauschale deckt Arbeitsaufwendungen und Fahrtkosten ab. Erwerbslosen oder Rentnern steht die Pauschale nicht zu. Höhere Aufwendungen sind konkret nachzuweisen.
  • Wichtig ist zu wissen, dass die Tabelle für zwei unterhaltsberechtigte Personen ausgelegt ist (also z.B. 2 minderjährige Kinder oder ein gemeinsames Kind und der geschiedene Ehegatte). Gibt es mehr oder weniger als zwei Unterhaltsberechtigte, wird der Unterhaltspflichtige in eine niedrigere oder höhere Einkommensstufe eingestuft. Ist nur ein Kind vorhanden, wird der Unterhaltspflichtige in die nächsthöhere Einkommensstufe eingeordnet. Sind drei Kinder vorhanden, erfolgt die Einstufung eine Einkommensstufe niedriger.
  • Die Einkommensstufen enden bei 5.100 €. Höhere Einkommen erfordern eine Einzelfallprüfung.

Expertentipp:

Der Kindesunterhalt wird mit steigendem Einkommen nicht immer weiter erhöht. Es gibt keinen Anspruch des Kindes auf Beteiligung am Luxus, sondern nur auf Finanzierung eines am früheren Lebensstil angepassten Lebensbedarfs. Diesem Lebensstil wird mit dem höchsten Tabellenbetrag ausreichend Rechnung getragen. Die Tabellenbeträge decken die Kosten für Ernährung, Kleidung und Wohnung, Ferien, kulturelle und sportliche Betätigungen, Schulausbildung und Unterrichtsmaterialien sowie ein Taschengeld ab. Ein darüber hinausgehender besonderer Unterhaltsbedarf bedarf einer detaillierten Begründung (BGH FamRZ 2000, 358; OLG Brandenburg Beschl.v.24.11.2011, 9 UF 70/11: Sehhilfe wegen Fehlsichtigkeit ist im Tabellenunterhalt nicht berücksichtig).

2. Schritt: Bestimmung der Altersstufe

Scheidung einleiten Die Tabelle bestimmt drei Altersstufen (hier besteht der Unterhaltsanspruch immer) und eine Bedarfsgruppe für Volljährige (Unterhalt nur unter bestimmten Voraussetzungen):

  • Erste Altersstufe: 0. bis vollendetes 5. Lebensjahr
  • Zweite Altersstufe: 6. bis vollendetes 11. Lebensjahr
  • Dritter Altersstufe 12. bis vollendetes 17. Lebensjahr
  • Personen ab 18 Jahren

Der Unterhalt nach der nächsten Altersstufe ist jeweils ab dem Anfang des Monats zu zahlen, in dem das Kind das 6., 12. oder 18. Lebensjahr vollendet (§ 1612a III BGB). Je nach der Einstufung in eine Einkommensstufe und dem Alter der unterhaltsberechtigten Person ergibt sich der betreffende Unterhaltsbetrag in Euro.

Praxisbeispiel:

Bereinigtes Nettoeinkommen: 2.000 €
Alter des Kindes: 14 Jahre
Barunterhaltsanspruch laut Tabelle: 495 € (siehe noch Anrechnung Kindergeld)

Sonderfall: Volljährige Kinder

Der Unterhalt eines volljährigen Studenten, der nicht bei einem Elternteil wohnt, beträgt 735 €. Der Betrag enthält 300 € für die Unterkunft inklusive Nebenkosten und Heizung. Soweit der Student nicht familienkrankenversichert ist, sind Kranken- und Pflegeversicherung sowie Studiengebühren gesondert zu zahlen.

Sonderfall: Auszubildende

Befindet sich ein unterhaltsberechtigtes Kind in der Berufsausbildung und wohnt bei einem Elternteil, wird die Ausbildungsvergütung auf den Unterhaltsbetrag angerechnet. Vorab ist die Ausbildungsvergütung um 90 € zu kürzen.

3. Schritt: Kindergeld einbeziehen

Bei Trennung der Eltern ist nur der betreuende Elternteil kindergeldberechtigt. Das Kindergeld wird daher zur Hälfte auf den Unterhaltsbetrag angerechnet und vermindert den Barbedarf des Kindes (§ 1612b BGB). Bei volljährigen Kindern kommt der gesamte Kindergeldbetrag zur Anrechnung. Das Kindergeld beträgt (Stand 1. Januar 2016):

  • 190 € für das erste und zweite Kind
  • 196 € für das dritte Kind
  • 221 € ab dem vierten Kind

Praxisbeispiel:

Beträgt der Unterhaltsbetrag 386 €, ist das Kindergeld für das erste Kind in Höhe von 190 € zur Hälfte mit 95 € anzurechnen. Es ergibt sich ein Unterhaltsbetrag von noch 291 €.

4. Schritt: Selbstbehalt und Bedarfskontrollbetrag prüfen

Der Unterhaltspflichtige hat Anspruch auf einen Selbstbehalt (Eigenbedarf). Nur wenn seine Existenz gewährleistet ist, kann der Unterhaltsberechtigte erwarten, dass er ihn unterhält.

Der Selbstbehalt beträgt:

  • gegenüber minderjährigen ledigen Kindern,
  • gegenüber volljährigen ledigen, im Haushalt eines Elternteils lebenden und sich in der Schulausbildung befindlichen Kindern bis Vollendung des 21. Lebensjahres:
    • bei nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen: 880 €/Monat
    • bei erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen: 1.080 €/Monat
    • bei volljährigen Kindern: 1.300 €

Die Selbstbehalte beinhalten 380 € Unterkunftskosten (inkl. Nebenkosten und Heizung). Bei volljährigen Kindern sind es 480 €. Nachgewiesene und angemessene höhere Wohnkosten erhöhen den Selbstbehalt.

Der in der Tabelle ausgewiesene Bedarfskontrollbetrag ist nur in der Einkommensstufe 1 bis 1.500 € Einkommen mit dem Selbstbehalt identisch. Ab der Stufe 2 sind die Bedarfskontrollbeträge höher. Sinn ist es, das Einkommen ausgewogen zwischen den unterhaltspflichtigen und unterhaltsberechtigten Parteien zu verteilen. Bei Unterschreitung des Bedarfskontrollbetrages ist die nächstniedrigere Einkommensgruppe maßgebend.

Problem: Mangelberechnung

Gibt es mehrere unterhaltsberechtigte Personen, kommt es häufig vor, dass das Einkommen des Unterhaltspflichtigen unter Einbeziehung seines Selbstbehalts nicht ausreicht, um alle Unterhaltsansprüche vollumfänglich zu bedienen. In einem solchen Mangelfall werden Unterhaltsansprüche nach einer Rangfolge befriedigt (§ 1609 BGB). Gleichrangige Ansprüche sind im Verhältnis ihrer jeweiligen Tabellenbeträge gleichmäßig zu befriedigen.

Vorrangig kommen minderjährige Kinder und Kinder zwischen 18 und 21 Jahren, die sich in der Schulausbildung befinden und im Haushalt eines Elternteils leben (sog. volljährige privilegierte Kinder) zum Zuge. Ihre Unterhaltsansprüche sind vorrangig gegenüber denen des anderen Ehepartners zu bedienen (einfacher Mangelfall). Der im Rang nachfolgende Ehepartner erhält das, was übrig bleibt oder geht leer aus. Kann der Unterhaltspflichtige noch nicht einmal den Mindestunterhalt leisten, liegt ein absoluter Mangelfall vor.

Expertentipp:

Geht der Unterhaltspflichtige eine neue Beziehung ein, aus der ein gemeinsames Kind hervorgeht, hat dieses Kind keinen Vorrang gegenüber den Kindern aus der früheren Beziehung. Der Unterhaltsbetrag, den der Unterhaltspflichtige leisten kann, wird anteilig auf alle Kinder verteilt.

Sonderfall: Sonderbedarf

Der Bedarf eines Kindes ist mit dem Betreuungsunterhalt und dem Barunterhalt abgegolten. Weitergehende Unterhaltsansprüche können sich ergeben als:

  • Sonderbedarf nach § 1613 Abs. II BGB = außergewöhnlich hohe Kosten, die nicht regelmäßig und meist unvorhersehbar anfallen (kieferorthopädische Behandlung).
  • Mehrbedarf nach § 1610 Abs. II BGB = regelmäßig laufende Mehraufwendungen im Interesse des Kindes (Kindergartenbeiträge)

Beispielfälle zur Unterhaltsberechnung

Variante A:

Die Eheleute Meier trennen sich. Herr Meier hat ein bereinigtes Nettoeinkommen von 2.350 €/Monat. Frau Meier betreut die 10 und 14 Jahre alten Kinder und erhält das Kindergeld. Nach der vierten Einkommensstufe der Tabelle zahlt er für das 10-jährige Kind 442 € abzüglich Hälfte Kindergeld 95 € = 347 € Unterhalt. Der Unterhaltsanspruch für das 14-jährige Kind beträgt 518 € abzüglich Hälfte Kindergeld 95 € = 423 €. Herrn Meier verbleiben 1.580 €. Er liegt damit um 200 € über seinem Selbstbehalt und dem Bedarfskontrollbetrag von 1.380 €.

Variante B:

Nach der Trennung wird ein drittes Kind geboren. Herr Meier ist der Vater. Da die Unterhaltstabelle von zwei unterhaltsberechtigten Personen ausgeht und nunmehr drei unterhaltsberechtigte Personen zu versorgen sind, ist Herr Meyer in die dritte Einkommensstufe (1.901 – 2300 €) herabzustufen. Der Unterhaltsbedarf berechnet sich wie folgt:

  • Kind 1: 1 Jahr: 369 € minus 95 € Kindergeld = 274 €
  • Kind 2: 10 Jahre: 423 € minus 95 € Kindergeld = 328 €
  • Kind 3: 14 Jahre: 495 € minus 98 € Kindergeld = 397 €

Herrn Meier verbleiben 1.151 €. Er liegt damit um 71 € über seinem Selbstbehalt von 1.080 € und um 129 € über dem Bedarfskontrollbetrag.

Der Bedarfskontrollbetrag soll gewährleisten, dass der unterhaltspflichte Elternteil nicht schlechter gestellt ist als der Unterhaltsberechtigte und somit die verfügbaren Gelder gleichmäßig verteilt werden. Verbleibt dem Unterhaltspflichtigen nach Abzug der zu zahlenden Unterhaltsbeträge weniger als der Bedarfskontrollbetrag, wird er in die nächst niedrigere Einkommensstufe eingestuft und muss entsprechend weniger Kindesunterhalt bezahlen.

 

Väter ohne Kinder – „Wer das Kind hat, hat die Macht“

Andrea Micus: Väter ohne Kinder

kinderlose Väter“  

„Wer das Kind hat, hat die Macht“: Väter erzählen, wie sie ins Abseits gerieten

"Wer das Kind hat, hat die Macht": Väter erzählen, wie sie ins Abseits gerieten. Nach einer Trennung verlieren viele Väter dauerhaft und oft unfreiwillig den Kontakt zu ihren Kindern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nach einer Trennung verlieren viele Väter dauerhaft und oft unfreiwillig den Kontakt zu ihren Kindern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Väter lieben ihre Kinder. Sie wollen sie aufwachsen sehen, Zeit mit ihnen verbringen und sich an ihrer Erziehung beteiligen. Das gilt auch für Väter, die nach einer Scheidung getrennt von ihrem Nachwuchs leben. Doch viele dieser Männer haben den Kontakt zu ihren Kindern unfreiwillig und dauerhaft verloren. Die Autorin Andrea Micus schildert ihn ihrem neuen Buch in aufrüttelnden Fallgeschichten aus der Perspektive der Väter die Hintergründe für den Kontaktabbruch und das daraus resultierende Leid.

„Mein Sohn Alexander ist 16 Jahre alt. Seinen Vater hat er in den vergangenen drei Jahren gerade mal drei Stunden gesehen. Die letzte Begegnung dauerte zwanzig Minuten und fand kurz vor Weihnachten 2012 statt.“ So beginnt Andrea Micus ihr Buch „Väter ohne Kinder“ und sie spricht dabei von ihrer eigenen Familie. Denn auch der Sohn der Autorin ist seit seinem vierten Lebensjahr ein Trennungskind – eines von vielen, dass keinen oder nur wenig Kontakt zu seinem Vater hat, obwohl alle Beteiligten zunächst die allerbesten Absichten hatten.

Scheidungskinder leben meist bei der Mutter

In Deutschland wird inzwischen jede dritte Ehe geschieden, jährlich sind es etwa 180.000. Die Paare ohne Trauschein sind hierbei noch nicht einmal mitgezählt. Betroffen von den Trennungen sind auch unzählige Kinder. Schätzungen gehen Jahr für Jahr von etwa 145.000 Minderjährigen aus, bei denen – gemäß der Entscheidungen der meisten Familiengerichte – neunzig Prozent der Eltern das Sorgerecht nach der Trennung zu gleichen Teilen ausüben.

UMFRAGE – UNTERHALT
Halten Sie die Unterhaltssätze (siehe Düsseldorfer Tabelle) in Deutschland für angemessen?
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Doch in der Praxis erweist es sich oft als schwierig, sich gleichberechtigt um den gemeinsamen Nachwuchs zu kümmern. Denn es sind meist die Väter, die nach einer zerrütteten Beziehung die Koffer packen und so aus dem Familiengefüge herausgespült werden. Dass das so ist, liegt an dem bei uns immer noch traditionellen Lebensmuster, wo der Vater für das Einkommen und die Mutter für Haus und Nachwuchs zuständig ist.

So bleibt nach einer Trennung das Kind in neunzig Prozent aller Fälle bei der Mutter, die auf diese Weise einen gewissen territorialen und emotionalen Vorteil hat. Damit können die Väter nach ihrem Auszug nicht mehr kontinuierlich am Alltag ihrer Sprösslinge teilhaben. Sie sind abgeschnitten von deren Sorgen und Wünschen, zumal sie ihre Kinder häufig nur noch alle zwei Wochen zu festgelegten Zeiten sehen. Das ist dann häufig der erste Schritt, um zum „kinderlosen Vater“ zu werden.

Vom liebevollen Vater zum Erzeuger mit Singlestatus

Dieses Paradox betrifft wahrscheinlich Millionen Männer aller sozialen Schichten und Altersklasen, wie Micus beschreibt. So würden innerhalb kürzester Zeit aus liebevoll engagierten Vätern, Erzeuger mit Singlestatus, die „ausgegrenzt und ihrer Vaterrolle beraubt“ irgendwann keine Rolle mehr im Leben ihrer Kinder spielten.

Wie schnell das geht, zeigt eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin. Danach hat schon während der Trennungsphase nur noch die Hälfte der Männer häufigen, knapp 18 Prozent wenig und sogar gut 30 Prozent gar keinen Kontakt mehr zu den Kindern, nach einem Jahr sind es sogar 50 Prozent. „Ein emotionaler Super-GAU“, nicht nur für die Väter, sondern auch für die Kinder, nennt Micus diesen ernüchternden Befund.

Eine übergreifende Ursache sieht die Autorin allerdings nicht für das vielfache Vaterdilemma und die unfreiwillige und schleichende Entfremdung vom eigenen Kind. „Es sind viele unterschiedliche Einflussfaktoren, die wechselseitig verschränkt in einem komplexen Zusammenspiel dazu führen, dass sich Väter und Kinder nicht mehr sehen“, kommentiert sie. „Dabei gäbe es nicht den einen Schuldigen, ‚die böse Mutter‘ und den ‚gleichgültigen Vater‘, sondern es gibt Verstrickungen, die zu individuellen Dramen führen und an deren Ende sich Väter im Abseits wiederfinden.“

Väter erzählen, wie sie ins Abseits gerieten

Sechs von ihnen, kommen in Micus‘ Buch ausführlich zu Wort und erzählen ihre persönliche Leidensgeschichte, nicht ohne dabei auch positive und hoffnungsvolle Perspektiven für andere Betroffene aufzuzeigen. Diese Fallbeispiele stehen exemplarisch für viele andere, die einen vergleichbaren schmerzhaften Bruch erleben mussten. Oft spielt neben den verletzten Gefühlen und Unzulänglichkeiten der Eltern auch die Haltung der verantwortlichen Behörden eine erhebliche Rolle.

Der 46-jährige Fotograf Markus aus Lüneburg ist einer dieser kinderlosen Väter. Seine Tochter Lisa ist heute 16 Jahre. Seit 13 Jahren hat er sie nicht mehr gesehen. Lisas Mutter Laura hat nach dem Scheitern ihrer Beziehung über Jahre gezielt versucht, den Kontakt zwischen Markus und seiner Tochter zu unterbinden. So lange, bis auch das Mädchen – damals war sie drei Jahre alt – ihren Papa nicht mehr treffen wollte, obwohl die beiden vorher ein sehr inniges Verhältnis hatten.

Schließlich fürchtete sich Lisa sogar vor ihm. Dabei machte sich Lisas Mutter zunutze, dass Markus einmal bei einem heftigen Streit die Beherrschung verlor und seine Noch-Lebensgefährtin ohrfeigte. Sie informierte auch das Jugendamt darüber.

Machtlos, ausgeliefert und verzweifelt

Von da an war Markus, auch aus der Sicht der verantwortlichen Behörden, ein gewalttätiger und unberechenbarer Mann, der nun unter Beobachtung stand und dem man nicht ohne Weiteres den Umgang mit seiner kleinen Tochter gestatten konnte – und wenn, dann nur unter Aufsicht des Jugendamtes. Das war der Beginn einer langen systematischen Entfremdung, gegen die Lisas Vater letztendlich nichts ausrichten konnte. Er fühlt sich machtlos, ausgeliefert, schutzlos und verzweifelt.

„Man hat Angst, dass ich ihr etwas antue“, beschreibt er fassungslos seine Situation. „Weil ich eine Bestie bin. Eine Vaterbestie. Und warum ist das so? Ganz einfach: Weil Laura das will. Sie darf entscheiden, ob man mich als Vater anerkennt.“

Irgendwann litt Markus unter Depressionen und verlor seinen Job. Schließlich gab er auf und zog sich zurück, seiner Tochter zuliebe, wie er sagt: „Lisa soll wissen, dass ich es nicht tue, weil ich sie nicht mehr will. Ein Kind, hin- und hergerissen zwischen den Eltern als Spielball von Erwachsenen, die sich von enttäuschten Gefühlen leiten lassen, so ein Kind kann nicht glücklich und stark ins Leben wachsen.“ Heute lebt Markus mit seiner neuen Frau und den beiden gemeinsamen Kindern glücklich zusammen. Er hofft, dass auch seine älteste Tochter Lisa eines Tages aus eigenem Antrieb wieder bei ihm anklopft.

„Ihr Verhalten gleicht einem Amoklauf“

Ähnliche Erfahrungen wie Marcus musste auch Frank aus dem Rhein-Main-Gebiet machen. Der 48-jährige Ingenieur kämpfte nach der Trennung von seiner Frau Larissa lange darum, seiner Vaterrolle gegenüber der gemeinsamen neunjährigen Tochter Mia gleichberechtigt nachzukommen. Obwohl ihm nichts vorzuwerfen war, schaffte es Mias Mutter trotzdem – manipulativ und mit viel Berechnung, wie Frank erzählt, den Kontakt zum Kind immer wieder zu blockieren, und machte den Vater dabei außerdem systematisch schlecht.

Auch die Durchsetzung von konkreten, regelmäßigen Umgangsregelungen war das Papier nicht wert, auf dem sie festgeschrieben waren, denn Franks Ex-Frau hielt sich meist nicht daran. Der Zugang zum Kind wurde für den Vater immer schwerer. „Sie ist mir in allem, was sie tut, voraus. Sie agiert. Ich reagiere“, klagt Frank. Er ist der Überzeugung, dass die Kindsmutter ihn gezielt aus dem Leben der gemeinsamen Tochter ausradieren wollte. „Ihr Verhalten gleicht einem Amoklauf. Auf nichts nimmt sie mehr Rücksicht, auch nicht auf die Seele unserer Tochter. Das ist Sünde.“

„Wer das Kind hat, hat die Macht“

Schließlich resignierte auch Frank, war innerlich erschöpft und folgte den Empfehlungen des Jugendamtes, zum Wohle des Kindes seine Tochter zunächst nicht mehr zu treffen. Seitdem sind zwei Jahre vergangen – ohne Kontakt. Doch Frank schreibt Mia monatlich einen Brief, um das Band zwischen Vater und Kind nicht völlig abreißen zu lassen, in der Hoffnung, dass die Post auch bei der Adressatin ankommt.

Frank sieht sich als Opfer des Mechanismus „Wer das Kind hat, hat die Macht“ und will nicht verstehen, das eine raffinierte Mutter ungestraft einen liebenden Vater ausbooten kann, ohne dass die Behörden etwas dagegen unternehmen. „Stattdessen werden Mütter mit Samthandschuhen angefasst, und zwar so lange, bis sie erreicht haben, was sie wollen: Die Kinder sind entfremdet und wollen ihre Väter nicht nur nicht mehr sehen, sondern lehnen sie sogar ab.“

Buchtipp: Andrea Micus , Väter ohne Kinder, Kösel-Verlag, 2015

03.03.2015, 09:28 Uhr | Nicola Wilbrand-Donzelli, t-online.de
http://www.t-online.de/eltern/familie/id_73111120/andrea-micus-vaeter-ohne-kinder.html

Zwischenergebnis der Umfrage am 4.3.2015
1

Mutter zahlt kein Unterhalt ?

Warum immer mehr Frauen ihre Familie verlassen

Wie das Jugendamt mit einer Beistandschaft helfen kann

Wenn eine Mutter abhaut, ihre eigenes Kind zurücklässt – dann fällt es zunächst schwer, das zu verstehen. Elisa ist von ihrer Mutter verlassen worden, als sie acht Jahre alt war. Diesen Tag wird die inzwischen 13-Jährige nie im Leben vergessen. Zur Trauer um den Verlust mischt sich auch Wut und Unverständnis. Denn die Mutter verweigert nicht nur den Kontakt zu ihrer Tochter, sie zahlt auch keinen Unterhalt, obwohl sie dazu verpflichtet ist.
Und das ist kein Einzelfall in Deutschland. Fast jede dritte Frau, die ihre Familie verlässt, entzieht sich ihren Unterhaltsverpflichtungen. Laut Statistik des Ministeriums für Familie zahlen 24 Prozent der Männer nicht, bei Frauen sind es 31 Prozent. „Es ist weitaus schwieriger von einer Mutter Unterhalt zu kriegen, als von einem Vater“, weiß Astrid Leonhardt. Die ehemalige Rechtspflegerin hat jahrelang beim Jugendamt gearbeitet und schult inzwischen andere Jugendamts-Mitarbeiter in Sorgerechts- und Unterhaltsfragen.
 Warum Elisa gespürt hat, dass ihre Mutter für immer gehen wird, weiß sie nicht. Anzeichen dafür gab es wohl keine. Zurück bleibt eine familiäre Großbaustelle: Das Haus steckt mitten in der Sanierung, ihr Papa ist kurz zuvor an Krebs erkrankt, sitzt seitdem im Rollstuhl und ist auf Pflege angewiesen. Von einem Tag auf den anderen muss Elisa die Rolle der Mutter übernehmen. Die 13-Jährige geht aufs Gymnasium, nach der Schule putzt und kocht sie, räumt auf.

Zu der Ungewissheit kommen finanziellen Sorgen. Der Vater muss seit fünf Jahren mit seiner kleinen Erwerbsminderungsrente das Familienleben finanzieren. Von der Mutter gab es bisher keinen Cent – obwohl sie unterhaltspflichtig ist. Tausende Euro haben Vater und Tochter bereits für einen Anwalt ausgeben, um den Unterhalt einzuklagen, brauchen nun dringend Hilfe. Ihr letzter Versuch: Elisa beantragt bei Jugendamt eine Beistandschaft. Damit kann das Jugendamt im Namen des Kindes außergerichtlich und gerichtlich tätig werden und versuchen, den Unterhalt einzuklagen.

Elisa muss sich damit abfinden, dass ihre Mutter keinen Kontakt mehr zu ihr haben will. Die Rechtspflegerin Astrid Leonhardt weiß aus Erfahrung: Manchmal ist es einfach besser, ganz ohne jemanden zu leben – als mit.

 

Anspruch auf Kindesunterhalt

Welchen Unterhaltsanspruch hat mein Kind?
Anspruch auf Kindesunterhalt  
Elternunterhalt
Wann müssen Kinder für Pflege der Eltern zahlen?
Elternunterhalt  
 Düsseldorfer Tabelle 2015
Die Düsseldorfer Tabelle 2015 hat auch seine Kehrseite
Düsseldorfer Tabelle 2015  

Quelle:

http://www.rtl.de/cms/news/punkt-12/punkt-12-reporter/mutter-zahlt-kein-unterhalt-warum-immer-mehr-frauen-ihre-familie-verlassen-45bb5-b85e-60-2216097.html

Düsseldorfer Tabelle: höherer Selbstbehalt für Unterhaltspflichtige ab 2015

2015 Kindesunterhalt

In der Düsseldorfer Tabelle werden vom OLG Düsseldorf in Abstimmung mit den anderen Oberlandesgerichten und der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages e.V. unter anderem Regelsätze für den Kindesunterhalt und die sogenannten Selbstbehalte festgelegt.

Zum 1.1.2015 wird der für Unterhaltspflichtige in der Düsseldorfer Tabelle zu berücksichtigende Selbstbehalt erhöht. Der notwendige Selbstbehalt steigt für unterhaltspflichtige Erwerbstätige von 1.000 € auf 1.080 €, sofern sie für minderjährige Kinder oder Kinder bis zum 21. Lebensjahr, die im Haushalt eines Elternteils leben und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden, zur Zahlung verpflichtet sind. Für nicht erwerbstätige Unterhaltsverpflichtete steigt der Selbstbehalt von 800 € auf 880 €. Die Anpassung berücksichtigt u.a. die Erhöhung der SGB II-Sätze (Hartz IV) zum 1.1.2015.

Unterhalt wird nicht erhöht

Der Kindesunterhalt kann zum 1.1.2015 aufgrund der gesetzlichen Regelungen zunächst nicht erhöht werden, da er sich nach dem durch das Bundesfinanzministerium festzusetzenden steuerlichen Kinderfreibetrag richtet. Eine Anhebung des Kinderfreibetrages durch das Bundesfinanzministerium soll voraussichtlich im Laufe des kommenden Jahres erfolgen. Bis zu einer Anhebung muss es daher bei den derzeitigen Kindesunterhaltsbeträgen bleiben.

Selbstbehalte in der Übersicht

Ferner werden die Selbstbehalte bei Unterhaltspflichten gegenüber Ehegatten, dem betreuenden Elternteil eines nichtehelichen Kindes, volljährigen Kinder oder gegenüber Eltern des Unterhaltspflichtigen angehoben:

Unterhaltspflicht gegenüber

Selbstbehalt bisher

Selbstbehalt ab 2015

Kindern bis 21 Jahre (im Haushalt eines Elternteils und allgemeine Schulausbildung), Unterhaltspflichtiger erwerbstätig

1.000,00 €

1.080,00 €

Kindern bis 21 Jahre (im Haushalt eines Elternteils und allgemeine Schulausbildung), Unterhaltspflichtiger nicht erwerbstätig

800,00 €

880,00 €

anderen volljährigen Kindern

1.200,00 €

1.300,00 €

Ehegatte oder betreuender Elternteil eines nichtehelichen Kindes

1.100,00 €

1.200,00 €

Eltern

1.600,00 €

1.800,00 €

(OLG Düsseldorf, Pressemitteilung vom 4.12.2014)