Scheidung ohne Gericht, ohne Richter

Kein Streit – kein Gerichtsprozess

Scheidung in Frankreich nun auch ohne Richter möglich

Wenn das Glück zerbricht, können sich Franzosen künftig den aufwendigen Gang vors Gericht sparen.
Wenn das Glück zerbricht, können sich Franzosen künftig den aufwendigen Gang vors Gericht sparen.
Foto: Shutterstock
 

(dpa) –
In Frankreich müssen einvernehmliche Scheidungen jetzt nicht mehr von einem Richter besiegelt werden. Mit dem Jahrewechsel tritt eine Reform in Kraft, die das Scheidungsverfahren beschleunigen und die Justiz entlasten soll.
Wenn die Eheleute sich über die Trennung und die Aufteilung ihres Eigentums einig sind, kann die Scheidungsvereinbarung einfach bei einem Notar eingereicht werden.
Allerdings muss jeder Partner sich einen eigenen Anwalt nehmen, um die Trennungsmodalitäten zu formulieren – dies soll sicherstellen, dass niemand unter Druck gesetzt wird.

 

Bislang mussten die Vereinbarungen noch von einem Richter genehmigt werden, der laut Justizministerium in 99 Prozent der einvernehmlichen Trennungen zustimmte.
Die Gerichte sollen sich mit der Reform auf die Fälle konzentrieren können, bei denen es zwischen den Eheleuten Streit gibt.
Im Jahr 2014 waren mehr als die Hälfte der rund 124 000 Scheidungen in Frankreich einvernehmlich.
Mehrere Frauenrechts- und Familienverbände hatten die Reform kritisiert und betont, dass die Beteiligung eines Richters die Interessen minderjähriger Kinder und Rechte des schwächeren Partners schütze.

 
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