Kindesmissbrauch im FKK-Jugendcamp

Missbrauch in Rosenfelde: Jugendbetreuer verurteilt

Kiel/Grube.
Einen der Fälle werteten die Richter in ihrem Urteil als schwer. In zehn Fällen sprach die Jugendkammer den Angeklagten frei. Einem der Jungen muss der 45-Jährige laut Urteil 2000 Euro Schmerzensgeld zahlen; für die anderen waren keine entsprechenden Anträge gestellt worden. Der Mann hatte sich nach Feststellung des Gerichts vor allem während FKK-Jugendfreizeitcamps in Kiel, Grube sowie Hamburg an den Jungen vergangen.

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Der Mann verging sich während FKK-Jugendcamps in Grube, Kiel und Hamburg an mehreren Jungen — Dreieinhalb Jahre Gefängnis.

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„Ich bin unschuldig.

Ich habe es nicht getan.“ Angeklagter

Der Vorsitzende Richter sagte, einige Aussagen der Kinder vor Gericht seien für eine Verurteilung zu ungenau gewesen. Es habe aber weder bewusste Falschaussagen noch ein Komplott der Jungen, Beeinflussung durch die Eltern oder Suggestionen gegeben. Die Jungen waren alle Nebenkläger in dem Verfahren.

Die Staatsanwältin war von einem Tatzeitraum von 2007 bis 2012 ausgegangen. Auch sie beantragte nach der Beweisaufnahme aber in einigen Fällen Freispruch. Sie hielt noch zwölf Fälle für erwiesen und hatte deswegen fünf Jahre Haft beantragt. Der Verteidiger kündigte dagegen umgehend Revision an. Er hatte Freispruch gefordert. Er glaube nach wie vor an die Unschuld seines Mandanten, sagte er.

Die Opfer waren „deutlich unter 14 Jahren alt“, betonte der Vorsitzende Richter. Das habe der Angeklagte auch gewusst. Alle Kinder mussten in dem Verfahren aussagen, weil der 45-Jährige die Taten bestritt. Er ließ zu Prozessbeginn nur zwei Sätze verlesen: „Ich bin unschuldig. Ich habe es nicht getan.“ Zu seiner Person und den vorgeworfenen Taten schwieg er damals.

Der Verdacht gegen den Jugendbetreuer, der sich als Beirat im FKK-Jugendverband engagiert hatte, wurde dem Richter zufolge durch die Anzeige eines Kieler Vaters bekannt. Dessen Sohn hatte sich im August 2012 offenbart. Daraufhin wandte sich der Vater an den FKK-Landesjugendverband Hamburg-Schleswig-Holstein. Die Vorsitzende des Verbands sagte vor Gericht, sie sei aus allen Wolken gefallen. Im Zuge von Nachfragen stellte sich heraus, dass offenbar auch andere Jungen missbraucht wurden. Nach Aussagen der 46-Jährigen war der Jugendbetreuer bei Kindern sehr beliebt. Zwei Monate der Strafe gelten wegen einer Verfahrensverzögerung bereits als verbüßt.

In Ostholstein wusste bis zum Prozessauftakt offensichtlich niemand von den erhobenen Vorwürfen. Grubes Bürgermeister Volkert Stoldt (CDU) hatte im April gegenüber den Lübecker Nachrichten gesagt: „Hier im Dorf war dieses Thema nie präsent. Ich selbst bin sehr überrascht darüber, dass sich hier so etwas ereignet haben könnte.“ Laut Polizeipressestelle Lübeck seien zu keiner Zeit die Beamten im Nordkreis in die Ermittlungen eingebunden gewesen.

LN, 18.03.2016
http://www.ln-online.de/Lokales/Ostholstein/Missbrauch-in-Rosenfelde-Jugendbetreuer-verurteilt

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