Pflegefamilien für Flüchtlingskinder gesucht

In der Steiermark werden derzeit mehrere hundert Kinder und Jugendliche grundversorgt, die ohne Begleitung nach Österreich gekommen sind. Sie könnten künftig von Pflegefamilien betreut und unterstützt werden.

Unter den rund 6.600 Flüchtlingen, die derzeit in der Steiermark grundversorgt werden, befinden sich auch etwa 330 unbegleitete Minderjährige. Sie sind ohne ihre Eltern oder andere Bezugspersonen nach Österreich gekommen.

Flüchtlinge

APA/ Hans Punz

Info-Abend:

22.10.2015, 18 Uhr

bei der Alternativen Pflegefamilie GmbH (APFL) in der
Hilmteichstraße 110, 8010 Graz

Viele Verluste zu verarbeiten

Weil Kinder und Jugendliche andere Bedürfnisse haben, als Erwachsene, hat die Kinder- und Jugendanwaltschaft bereit im Juni gefordert, Minderjährige nicht in Erstaufnahmezentren unterzubringen. Als Alternative wurden Pflegefamilien gefordert. Und genau diese werden derzeit in der Steiermark gesucht.

„Jugendliche, die im Rahmen einer Flucht in der Steiermark landen, haben in der Regel schon mehrere Verluste erlebt. Sie haben den Verlust ihrer kulturellen Sicherheit erlebt, den Verlust ihrer Familie erlebt und landen bei uns völlig ohne Ahnung, was die Zukunft bringen wird. Ich denke, die brauchen ganz besonders eine sehr persönliche und sehr beziehungsorientierte Begleitung“, schildert Friedrich Ebensperger, Geschäftsführer des Pflegeelternverein Steiermark.

Familien sollen Minderjährige begleiten

Laut Ebensperger haben bereits einige der rund 600 steirischen Pflegeeltern Interesse bekundet: „Nach einem ersten Aufruf in der Gruppe der Pflegeeltern haben sich etwa 20 Familien bei uns gemeldet. Sie wären grundsätzlich bereit, diese Herausforderung anzunehmen.“

Noch in diesem Jahr sollen die ersten Kinder und Jugendlichen bei Pflegefamilien unterkommen. „Wir versuchen jetzt mit den zuständigen Abteilungen des Landes, die Bedingungen für die Unterbringung von unbegleiteten Minderjährigen in Pflegefamilien anzupassen“, sagt Ebensperger.

„In weiterer Folge geht es natürlich dann darum, diesen Personen auch entsprechende Begleitung anzubieten. In Form von Dolmetsch, in Form von Begleitung in den Ausbildungsprozess“, so Ebensperger. Familien, die sich dieser Heraufforderung stellen möchten, werden vom Pflegeelternverein am 22. Oktober zu einem Informationsabend nach Graz geladen.

Flüchtlinge: Erste Notquartiere gefunden

Unterdessen spitzt sich die Situation der Flüchtlinge an der Grenze zu Österreich immer mehr zu. Deutschland hat wieder Grenzkontrollen eingeführt. Die Lage in der Steiermark sei bisher „eher ruhig“, hieß es Montagfrüh von der Polizei. Zwei Notquartiere habe man bereits gefunden, weiter würden gesucht – mehr dazu in Flüchtlinge: Erste Notquartiere gefunden.

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