Menschenrechtverletzungen in Österreich – Kritischer Mitarbeiter wurde vom Jugendamt gefeuert !

Massive Vorwürfe gegen das Jugendamt Hallein: Langjähriger Betreuer gefeuert

Fast 18 Jahre lang arbeitete Tom Bullack mit schwierigen Familien im Tennengau. Im Mai 2014 kündigte ihm das Jugendamt Hallein alle seine Dienstverträge – was Protest unter Eltern und Kooperationspartnern auslöste.

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Der gefeuerte Sozialpädagoge Tom Bullack: „Das Jugendamt reißt ungerechtfertigt Kinder aus Familien heraus.“ Foto: Privat
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Helmut Fürst, Bezirkshauptmann: „Wenn es zum Schutz der Kinder nötig ist, erfahren die Eltern den Aufenthaltsort nicht.“ Foto:Neumayr

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Er sei „zu unbequem“ gewesen. „Kinder aus schwierigen Verhältnissen werden ungerechtfertigt aus ihren Familien herausgerissen“, wirft Bullack dem Jugendamt vor.

Tennengauer Mutter alle drei Kinder weggenommen

Die Mutter weiß nicht einmal, wo ihre Kinder untergebracht wurden. Das Jugendamt Hallein fahre über manche Problemfamilien einfach drüber, sagt ein gefeuerter Sozialpädagoge.

Was der Grund für Tom Bullacks Kündigung durch das Jugendamt Hallein war, will man in der Bezirkshauptmannschaft (BH) Hallein nicht preisgeben. „Das müssen wir auch nicht“, rechtfertigt Bezirkshauptmann Helmut Fürst das Vorgehen (Jugendamtsleiterin Angelika Radlegger war nicht erreichbar). „Schwierigkeiten“ zwischen den Sozialarbeiter/innen des Jugendamts und dem langjährigen Einzelbetreuer hätten die Vertrauensbasis zerstört, so der Bezirkshauptmann zum SF.

Kündigung stieß auf heftigen Protest

Ungewöhnlich stark war jedenfalls die Unterstützung, die der Sozialpädagoge anlässlich der Kündigung erhielt. „Das ist einer, der wirklich hilft. Der kann mit schwierigen Kids umgehen und hilft auch bei Schulden oder Arbeitssachen“, sagt ein Vater, dessen Kinder der Sozialpädagoge betreut hatte. „Wir haben sehr gut zusammengearbeitet“, sagt Veronika Stolzlechner vom Verein Einstieg / Tennengauer Jugendcoaching, die mit Bullack einen Jugendlichen über Monate hinweg „gecoacht“ hat – mit Erfolg. In der „Kartworld Salzburg“, wo Bullack eine sozialpädagogische Motorsportgruppe aufgebaut hatte, heißt es: „Sozialpädagogen wie ihn sollte man unterstützen“ (Kristina Hornack). Die Kinder-Kart-Gruppe hat sich seit der Kündigung aufgelöst.

Für Klienten „zu viel“ getan?

Die BH ließen die persönlich vorgebrachten Proteste und Schreiben kalt. Der Einzelbetreuer habe diese angestoßen, sagt der Bezirkshauptmann. Auf den Erfolg oder Misserfolg seiner Arbeit geht Fürst nicht ein. „Ich war dem Amt zu unbequem, weil ich mich wirklich für meine Klienten eingesetzt habe“, mutmaßt dagegen Tom Bullack. Vor allem an Bullacks jahrelanger Betreuung der Tennengauerin Natalie Hofer (Name geändert) und ihrer drei Kinder hat sich das Jugendamt offenbar gestoßen. Schon als Bullack die Familie noch betreute, krachte es ordentlich zwischen ihm und dem Jugendamt.

Mutter landete in Nervenklinik

Die betroffene Mutter schildert: „Der damals zuständige Sozialarbeiter hat mir 2013 unter falschen Angaben mein ältestes Kind abgenommen“. „Wegen Husten“ sei das Kind zwei Wochen lang in ein Kriseninterventionszentrum gebracht worden – ohne die Möglichkeit eines Kontaktes zur Mutter.
Noch drastischer kam es heuer zu Ostern. „Sie haben mir alle drei Kinder weggenommen“, so die 33-Jährige, die daraufhin in der Christian Doppler-Klinik aufgenommen werden musste. Das Jugendamt habe ihr keine konkreten Gründe für die Kindesabnahmen genannt. „Und bei den zwei Kleinen erfahre ich nicht einmal, wo sie sind und wie lange sie dort bleiben“, zeigt sich die Mutter entsetzt. Erst im Mai gebe es den nächsten Gesprächstermin am Jugendamt.
Für „nahezu unmöglich“ hält Bezirkshauptmann Fürst, dass der Mutter nicht gesagt wurde, was sie denn getan oder unterlassen habe. Nur wenn schwerwiegende Gründe vorlägen, würden zum Schutz der Kinder Aufenthaltsorte verschwiegen. Zu dem Einzelfall gibt es aber keine Auskunft. Generell, so Fürst, stelle in solchen Fällen „jeder  seinen Standpunkt extrem subjektiv dar“.

Sabine Tschalyj

Tags: ÖVP – Familienministerin – Sophie Karmasin – Missbrauch mit dem Missbrauch – Justiz

Kommentare (3)
3.
Liebe Frau Tschalyj… – von tombulli (1) – Di, 21.04.15, 19:29
…vielen Dank für den sehr guten Artikel. Die Aussagen des Herrn Bezirkshauptmann sprechen ja für sich. Der Hochmut „Das müsse man ja auch nicht“ mag ja juristisch korrekt sein, die Umgangsform spricht aber für sich. Ebenso die „Vorstellung“, die Eltern und Kooperationspartner wären ja so unmündig, dass sie nur auf mein Anstoßen zum Protest bereit gewesen. Seltsam mutet auch an, dass ja das Vertrauensverhältnis ausgerechnet und ausschließlich mit „den Sozialarbeiterinnen des Jugendamts“ gestört gewesen sein soll. Natürlich erscheint es einfacher, den „Störenfried“ zu entfernen, als sich mit seiner eigenen Fachlichkeit auseinander zu setzen. Warum wurde denn dann den Sozialarbeitern ein Redeverbot erteilt?
Hier wird eindeutig der Kleinkrieg gegen meine Person über das Wohl der Kinder und Familien gestellt.
MfG
Mag. Tom Bullack
2.
Aufklärung dringend nötig! – von lamancha27 (4) – Di, 21.04.15, 18:57
Wenn ein Mensch von der Qualität eines Tom Bullack solche schwerwiegenden Vorwürfe vorbringt, sollten die Verantwortlichen die dargestellten Sachverhalte besonders genau prüfen.Danke, für die Arbeit mit den Hoffnungslosen und Bedeutungslosen.
Bedeutungslos in ihrer Rolle in der Gesellschaft und hoffnungslos im Blick nach vorn. Die Menschen, die durch verschiedene Lebensereignisse und oft auch durch Eigenverschulden das Wichtigste in ihrem Leben verlieren sollen oder bereits verloren haben, ihre Kinder, brauchen keine Verwaltungsbeamte, sondern Menschen mit Ecken und Kanten, mit viel Verständnis, einem großen Herz und dem Willen zu helfen. Solche, die ihnen mit Respekt und gegenseitiger Achtung begegnen.
Menschen wie Tom Bullack.

1.
TOM BULLACK – von Beccy23 (1) – Di, 21.04.15, 16:30
ich kenne Tom persönlich und er hat mir schon sehr oft geholfen und er sagt halt offen und ehrlich seine Meinung. Wir leben doch in einem Land mit freier Meinungsäußerung.. Darf man nich mehr seine Meinung sagen, weil man dann Angst haben muss.. gefeuert zu werden… TOM war (UND IST EINER DER BESTEN) VOM JUGENDAMT HALLEIN zu unrecht hat man ihn gefeuert !!!!!!http://www.salzburger-fenster.at/redaktion/aktuelle_berichte/massive_vorwuerfe_gegen_das_jugendamt_hallein_langjaehriger_betreuer_gefeuert_art8884/

Tags:  Justiz –  Missbrauch mit dem Missbrauch – ÖVP Sophie Karmasin – Hilfe – Opferanwalt – Menschenrechtsverletzung – in Österreich – Aufenthaltsort – Kontaktrecht

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