Erfundene Vergewaltigung: 37-Jährige muss in Haft

PROZESS Richter schickt Lügnerin ins Gefängnis
Mit einem Fall, wie er bei Gericht nicht alle Tage vorkommt, hatte sich die Berufungskammer des Limburger Landgerichts zu befassen: Eine 37-jährige Frau aus Wetzlar hatte eine Vergewaltigung durch zwei Männer erfunden. (Archivfoto: Schwarz)

Für ihre Lügen und die Folgen für die beiden Männer war sie vom Wetzlarer Amtsgericht zu zweieinhalb Jahren Haft wegen Freiheitsberaubung, versuchter schwerer Freiheitsberaubung und falscher Verdächtigung verurteilt worden. In Limburg wollte sie nun eine Strafmilderung erreichen, hatte aber keinen Erfolg.

Nachdem die Frau als Kind mit ihrer Familie aus der ehemaligen Sowjetunion in die Bundesrepublik übergesiedelt war, konsumierte sie mit 13 Jahren erstmals Drogen, mit 15 war sie heroinabhängig und prostituierte sich im Kreise ihrer Drogenfreunde. Schon einige Therapien hat sie hinter sich. Zur Tatzeit hatte sie eine Beziehung zu einem anderen Drogenabhängigen, der mit einem von zwei Brüdern verfeindet war.

Ihr Lebensgefährte meldete der Polizei, diese beiden Männer hätten seine Lebensgefährtin vergewaltigt.

Daraufhin wurde die 37-Jährige von der Polizei vernommen und sagte aus, die Männer hätten sie telefonisch an einen Baumarkt in Niedergirmes gelockt, mit einer Pistole bedroht und seien über sie hergefallen. In einem Auto habe die Freundin einer der Brüder gesessen und diese angefeuert. Nach der Tat habe ihr einer von beiden gedroht: „Wenn du zur Polizei gehst, bringe ich dich um.“ Sie habe auch Verletzungen im Gesicht erlitten.

Die Brüder wurden festgenommen und in die Arrestzelle der Polizei gebracht. Es folgten Wohnungsdurchsuchungen und auch eine ärztliche Untersuchung des mutmaßlichen Opfers nach möglichen Spuren. Doch beide Männer hatten ein einwandfreies Alibi.

Der eine stand zur angegebenen Tatzeit mit einer Panne auf der Autobahn und wurde vom ADAC abgeschleppt. Sein Bruder erinnerte sich, dass er zu dieser Zeit am Sparkassenautomat Geld abgehoben hatte. Den Beweis lieferte die Überwachungskamera. Daraufhin wurde die Frau von der Polizei darüber belehrt, dass sie nunmehr als Beschuldigte vernommen und möglicherweise dem Haftrichter vorgeführt werde.

Jetzt gestand sie ihre Lügen. Es gab weder einen Anruf noch eine Vergewaltigung. Ihre erheblichen Gesichtsverletzungen rührten von einem Fahrradsturz.

Vom Wetzlarer Amtsgericht wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. „Wären die beiden Männer schuldig gewesen, wären sie nicht unter fünf Jahren Haft verurteilt worden“, sagte der Limburger Berufungsrichter Gerd Müller. In der Limburger Verhandlung behauptete die Angeklagte nunmehr, die Vergewaltigung habe stattgefunden, allerdings bereits zwei Wochen vorher. Sie habe die Täter im Dunkeln nicht gesehen, gehe aber davon aus, dass es sich um die beiden Brüder handelte, die sie an deren Stimmen erkannt habe. Doch auch diese Version glaubten ihr die Richter nicht.

Die 37-Jährige ist mehrfach vorbestraft, so wegen Betrugs und Diebstählen. Zuletzt hatte die Wetzlarerin wegen der Einfuhr von Betäubungsmitteln aus den Niederlanden eine Haftstrafe abgesessen, deren Restverbüßung zur Bewährung ausgesetzt worden war, unter der sie bei ihrer erneuten Tat noch stand.

Wetzlar/Limburg, 07.04.2015

http://www.mittelhessen.de/lokales/region-wetzlar_artikel,-Erfundene-Vergewaltigung-37-Jaehrige-muss-in-Haft-_arid,462496.html?fb_action_ids=820220854698281&fb_action_types=og.recommends&fb_source=feed_opengraph&action_object_map=%7B“820220854698281″%3A800589083310852%7D&action_type_map=%7B“820220854698281″%3A“og.recommends“%7D&action_ref_map=%5B%5D
Tags: Gewalt – Täterin – Vergewaltigung – Missbrauch mit dem Missbrauch – Betrug – Diebstahl – Vorbestraft 

Ein Gedanke zu “Erfundene Vergewaltigung: 37-Jährige muss in Haft

  1. Ich hoffe, es spricht sich endlich herum, dass mitleiderregend anklagende Frauen nicht immer die Wahrheit sagen.
    Wir müssen lernen, unser Hirn einzuschalten, wenn jemand wehmütig klagt. Auch Kinder werden oft missbraucht, um andere anzuklagen, denn ein Kind kann noch nicht sagen: „Na he! Das stimmt doch alles gar nicht, was du da erzählst!“, es weiß vielleicht nicht einmal davon, dass es als Stellvertreter missbraucht wird.
    Wir müssen Denktechniken lernen, mit denen wir automatisch in den Analysemodus gehen, wenn irgendwer jammert. Das ist hart, aber bei den offensichtlich steigenden Missbrauchszahlen notwendig.

    Gefällt 1 Person

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