„Ich wurde durch meine Scheidungen reich“

„Arbeiten gehen, um mit dem Geld seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, das hat eine 65jährige Kärntnerin noch nie getan.

Stattdessen war sie seit ihrem 18. Lebensjahr vier Mal verheiratet und kassierte nach jeder Scheidung eine stattliche Abfindung. Jetzt ist sie in Pension, zum ersten Mal in ihrem Leben alleinstehend und hat rund eine Million Euro auf ihrem Konto.

Eine 65 jährige Kärntnerin hat nach vier Ehen ausgesorgt.

Wenn mir eine Frau erzählt, dass sie bald heiratet, ist meine erste Frage an sie: ,Und, hat dein Zukünftiger wohl genug Geld am Konto?‘ Wenn sie mich dann verwirrt anschaut und sagt: ,Aber ich heirate doch aus Liebe‘, habe ich dafür nur ein müdes Lächeln übrig“, erzählt Hilde Pfeifer (Name von der Redaktion geändert) aus Kärnten. Für Romantik ist die abgeklärte 65jährige nicht zu haben. „Irgendwann verschwindet die Liebe. Entweder der Mann geht fremd oder verliebt sich in eine Jüngere. Als Frau stehst du nur allzu schnell ohne Arbeit und Geld da. Wenn der Mann jedoch vermögend ist, kannst du ihn wenigstens noch ausnehmen wie eine Weihnachtsgans“, schmunzelt die Pensionistin.

Seit ihrem 18. Lebensjahr war Pfeifer vier Mal verheiratet und hat durch die Scheidungen insgesamt rund eine Million Euro „erwirtschaftet“. Jetzt könne sie unbeschwert ihre Pension genießen, lächelt Pfeifer, die derzeit zum ersten Mal in ihrem Leben alleinstehend ist. Und das auch bleiben will. „Von Männern habe ich eigentlich nie viel gehalten. Wahrscheinlich, weil ich schon als kleines Kind miterleben musste, wie mein Vater meine Mutter ständig schlug. Aber sie hat ihn nie verlassen, sondern verteidigte ihn bis zu seinem Tod. Geliebt habe sie ihn, erzählte sie mir. Ich verstand das nie“, sagt Pfeifer. Das wäre auch der Grund, warum sie zu keinem ihrer Männer eine emotionale Bindung aufbauen konnte, meint die Pensionistin. „Ich habe sie immer nur als Geldesel gesehen.“ Auf der anderen Seite habe sie genau dieser Emotionslosigkeit ihren heutigen Reichtum zu verdanken, schmunzelt Pfeifer. Sich zu verlieben, verderbe alles. „Vermögende Männer werden ständig von Frauen umschwärmt. Da ist es wichtig, anders zu sein. Nicht leicht zu haben und sogar ein wenig desinteressiert. Das spornt die Männer an“, rät Pfeifer. Mit der Taktik habe sie alle ihre vier Männer um den Finger gewickelt.

Den ersten Gatten hat sie im Beruf kennengelernt. „Ich machte eine Ausbildung zur Schneiderin und musste in eine Modefirma fahren, um ein Abendkleid zu kürzen. Dort begegnete ich dem Firmeninhaber, meinem späteren Mann. Er war 15 Jahre älter als ich, wollte mich aber unbedingt“, erinnert sich Pfeifer. Zuerst hätte sie Zweifel gehabt, mit der Zeit jedoch fand sie Gefallen daran. „Ich sah meine Zukunft gesichert. Wir heirateten und bekamen zwei Kinder. Nach 15 Jahren, als die Kinder groß genug waren, ließen wir uns scheiden“, sagt Pfeifer. Neben einer beträchtlichen Abfindung von 300.000 Euro bezahlte er die Miete für eine geräumige Wohnung seiner geschiedenen Frau, den Unterhalt der Kinder sowie 2.000 Euro monatlich für ihre Versorgung.

Wenig später lernte Pfeifer Ehemann Nummer zwei kennen. Er war Holzunternehmer und zufällig ein guter Bekannter ihres Exmannes. „Er hatte schon immer ein Auge auf mich geworfen. Wir heirateten, ich war damals 35 Jahre alt. Die Ehe zerbrach nach zehn Jahren, weil er unfruchtbar war und keine eigenen Kinder zeugen konnte“, erinnert sich Pfeifer. Ihr Mann wurde immer launischer und griff schließlich zum Alkohol, für die damals 45jährige ein untragbarer Zustand. Die Scheidung brachte ihr eine Abfindung von 200.000 Euro sowie monatliche Zahlungen. Immerhin wurden die Unterhaltszahlungen vom ersten Mann nach der neuerlichen Heirat eingestellt. „Ich hatte in der Ehe nie gearbeitet und somit ein Recht darauf“, sagt Pfeifer.

Scheidungen stehen in unserem Land an der Tagesordnung. Im Jahr 2013 wurden 16.000 Ehen geschieden, die Ehen dauern im Schnitt zehn Jahre. Im Gegensatz dazu stehen 35.000 Hochzeiten jährlich.

Während die Landsleute im Durchschnitt aber nur einmal im Leben den Schritt vor den Traualtar wagen, hängte Hilde Pfeifer nach ihren zwei gescheiterten Ehen noch einmal zwei an. „Mit 47 Jahren heiratete ich ein drittes Mal, worauf acht Jahre später wieder die Scheidung folgte. Aber ich war um 250.000 Euro reicher“, lächelt Pfeifer. Ihre letzte Scheidung ist heute gerade einmal ein Jahr her. Die Ehe hat neun Jahre gedauert. Ihr vierter Mann war Manager. Auch von ihm kassierte sie eine Viertelmillion Euro Abfindung. „Dazu durfte ich den Schmuck behalten, den er mir während der Ehe geschenkt hat. Alleine der ist 70.000 Euro wert“, schmunzelt die vermögende Pensionistin. „Sicherlich habe ich nie einen normalen Arbeitstag erlebt, aber sich um meine Männer zu kümmern, ist auch Arbeit. Ich war voll und ganz für sie da. Am Abend war ich oft alleine zu Hause, weil sie bis abends im Büro waren. Ich musste mein Leben völlig nach diesen Männern ausrichten, das Geld steht mir einfach zu. Wenn ich daran denke, dass einige meiner Freundinnen mit einer Pension von 1.000 Euro auskommen müssen, kann ich nur sagen: Ich habe alles richtig gemacht.“

Ausgabe Nr. 11/2015 vom 10.03.2015,
http://www.ganzewoche.at/inhalte/artikel/?idartikel=8363%2FIch-wurde-durch-meine-Scheidungen-reich

2 Gedanken zu “„Ich wurde durch meine Scheidungen reich“

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