Zweifel an Priklopils Selbstmord : Ermittler stellen Gutachten vor

 

Der Ausweis Priklopils. Der Ausweis Priklopils.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Zweifel an Priklopils SelbstmordErmittler stellen Gutachten vor

Wurde Wolfgang Priklopil getötet, bevor ihn ein Zug überrollte? Diese Frage steht zumindest im Rahmen dessen, was Ermittler in einem Gutachten zum Tode des Kampusch-Entführers als möglich zusammengestellt haben. Schon 2009 hatte es entsprechende Spekulationen gegeben.

Natascha Kampusch war 3096 Tage in der Gewalt ihres Peinigers. Natascha Kampusch war 3096 Tage in der Gewalt ihres Peinigers.(Foto: picture alliance / dpa)

Das österreichische Entführungsopfer Natascha Kampusch findet keine Ruhe. Die heute 25-Jährige wurde als Zehnjährige gekidnappt und war jahrelang in der Gewalt ihres Peinigers Wolfgang Priklopil. Im August 2006, im Alter von 18 Jahren, gelang ihr die Flucht, die sie „Selbstbefreiung“ nennt. Priklopil soll sich daraufhin vor einen Zug geworfen und sich das Leben genommen haben. Diese bislang als Tatsache geltende Variante wird nun durch ein neues Gutachten infrage gestellt.

„Aufgrund der Verletzungen von Priklopil, der Position der Leiche und der Funktionsweise des Zuges ist es unmöglich, dass Priklopil Selbstmord begangen hat“, sagte der Bruder des inzwischen verstorbenen Hauptermittlers, Karl Kröll, dem Onlineportal Österreich.at. Seine Aussage stützt sich auf ein neues Gutachten eines Sachverständigen, das noch in dieser Woche veröffentlicht werden soll.

Für Aufregung sorgte in diesem Zusammenhang auch die Veröffentlichung eines Fotos im Internet, das die Leiche des getöteten Priklopil zeigt. Obgleich der österreichische Presserat die Veröffentlichung des Fotos rügte, löste es eine heftige Debatte über die bisherigen Ermittlungen zu der bisherigen Selbstmord-Theorie aus. Demnach liegt die Leiche mit abgetrenntem Kopf unversehrt neben den Gleisen. Bereits 2009 hatte der damalige Ermittlungsleiter Franz Kröll die Auffindesituation als „inszeniert“ bezeichnet.

Nach Angaben von Österreich.at wurde der Zugbegleiter bis heute nicht vernommen. Er hatte Priklopils Leiche als erster gesehen und stand unter Schock. Ihm sei laut den Ermittlungsakten niemals die Frage gestellt worden, ob die Leiche aus dem Halsbereich geblutet habe. Die Antwort auf diese Frage sei immens wichtig, denn dies würde darauf hindeuten, dass Priklopil bereits tot war, als ihn der Zug überrollte. Der Leichnam war kurz nach Priklopils Tod eingeäschert worden.

Das Österreichische Innenministerium spricht von Spekulationen und verweist auf die Staatsanwaltschaft. Demnach sei das Thema Selbstmord bereits Teil der damaligen Ermittlungen gewesen. Bislang gebe es keinen neuen Ermittlungsauftrag.

Dienstag, 26. März 2013, Quelle: n-tv.de , ppo
http://www.n-tv.de/panorama/Ermittler-stellen-Gutachten-vor-article10361121.html

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s