Karmasin: „Österreich zieht alle Vorbehalte gegen Kinderrechtskonvention zurück“

„Es gibt 2,2 Milliarden gute Gründe uns für Kinderrechte einzusetzen!“ so Familienministerin bei High Level Meeting der Vereinten Nationen anlässlich „25 Jahre Kinderrechtskonvention“ in New York

Karmasin bei Ihrer Rede am 20. November 2014 anlässlich des High Level Meeting 25 Jahre VN Kinderrechtskonvention in New York (c)Shari Njiman

„Ich möchte, dass wir im November 2039, wenn wir das 50-Jahre Jubiläum der UNO-Kinderrechtskonvention begehen, von den Versprechen und Zusicherungen bereits lange zur nachhaltigen Umsetzung gekommen sind. In zu vielen Ländern der Welt werden Kinderrechte immer noch nicht als das angesehen was sie sind: unverhandelbare Menschenrechte. Es gibt 2,2 Milliarden Kinder auf der Welt, also 2,2 Milliarden guten Gründe, uns für die Umsetzung der Kinderrechte einzusetzen“, appellierte Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der Kinderrechtskonvention an die Vertreter der 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, sich stärker für die Rechte der Jüngsten einzusetzen.

 „Wir in Österreich haben uns anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der Kinderrechtskonvention zu einem wichtigen Schritt und guten Signal entschlossen – ich konnte gestern in der UNO bekannt geben, dass Österreich alle Vorbehalte, die es gegen einzelne Teile der Kinderrechtskonvention hatte, zurücknimmt und alle Gebote voll in unser Recht umsetzt. Allerdings müssen wir auch an andere Staaten appellieren, die noch nicht so weit sind wie wir“, erklärte Karmasin.

Die Kinderrechtskonvention ist das erfolgreichste, von den meisten Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen ratifizierte Dokument – nicht alle Gebote werden jedoch auch wirklich in staatliches Recht umgesetzt. „Österreich ist bei der Umsetzung der Kinderrechte in nationales Recht in den vergangen Jahren schon weit gekommen – ich sage nur Gewaltverbot in der Erziehung und stärkere Einbeziehung der jungen Menschen – etwa durch die Wahlaltersenkung auf 16 Jahre. Wir dürfen aber nicht außer Acht lassen, dass es noch zahlreiche Staaten auf der Welt gibt in denen etwa Kinderarmut, Kindersoldaten, sexuelle Ausbeutung von Kindern oder körperliche Gewalt in der Familie gesetzlich erlaubt sind oder zumindest toleriert werden. Hier in der UNO wollen wir diese Staaten davon überzeugen, dass sie Kinderrechte ernst nehmen und gesetzliche  Rahmenbedingungen zum Schutz der Kinder schaffen“, betonte die Jugendministerin.

Österreich war der weltweit vierte Staat in dem körperliche Züchtigung von Kindern ausdrücklich verboten wurde. In den USA beispielsweise sei körperliche Gewalt in Schulen noch in 19 Bundesstaaten zulässig. „Aber auch bei uns in Österreich zeigt eine aktuelle Studie auf, dass Gewaltanwendung leider zu oft noch Teil der Erziehung ist. 38% der Österreicher haben in ihrer Kindheit Schläge mit der Hand erlebt. Ich möchte mit Bewusstseinsbildung darauf aufmerksam machen, dass wir zu gewaltfreier Erziehung in Österreich kommen. Jede und jeder von uns kann dazu beitragen – allein in dem er hinschaut anstatt wegzuschauen. Gewalt darf niemals Teil der Erziehung sein. Die sogenannte „g’sunde Watschn“ ist niemals gesund sondern immer nur falsch und abzulehnen!“ betonte Karmasin und weiter „deswegen haben wir einen Leitfaden für Pädagoginnen und Pädagogen herausgegeben, wie man Gewalt am Kind erkennt und helfen kann“.

Gemeinsam mit Thailand starte Österreich zudem eine internationale Initiative, um den Strafvollzug für Jugendliche weltweit zu verbessern. „Auch Kinder, die aus welchen Gründen auch immer zu Tätern wurden und in Haft sind, müssen menschenwürdige Bedingungen und die Chance auf Resozialisierung vorfinden – egal in welchem Land unserer Welt! Jeder Jugendliche muss die Chance bekommen wieder von der „schiefen Bahn“ wegzukommen und ein neues Leben zu starten“, sprach sich die Jugendministerin für die Initiative aus.

Zu den positiven Entwicklungen zählten zudem die weltweit sinkende Säuglingssterblichkeit und der verbesserte Zugang zu Bildung für Kinder. „Mit der Verleihung des diesjährigen Nobelpreises an Malala Yousafzai für ihren kompromisslosen und beherzten Einsatz für Kinderrechte wurde ein neuer Maßstab für den Schutz und die Beachtung der Rechte von Kindern weltweit gesetzt“, freute sich Karmasin. Die Delegierten des High Level Meetings, unter denen sich unter anderem auch Königin Silvia von Schweden, die französische Staatssekretärin für Familie Laurence Rossignol und die schwedische Ministerin für Kinder Asa Regnér befanden, waren sich einig, dass noch ein langer Weg vor Ihnen liege.

 

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