2013 ein Drittel mehr Inobhutnahmen als im Vorjahr

Landkreis Giessen16.08.2014

Die Gewaltbedrohung von Kindern im Gebiet des Landkreises Gießen steigt: In 68 Fällen musste das Jugendamt 2013 einschreiten. Dieses Jahr sind es bisher schon wieder 30.	<br />
Foto: red

Die Gewaltbedrohung von Kindern im Gebiet des Landkreises Gießen steigt: In 68 Fällen musste das Jugendamt 2013 einschreiten. Dieses Jahr sind es bisher schon wieder 30.
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 KREIS GIESSEN – (red). 42 100 Kinder und Jugendliche haben die Jugendämter in Deutschland 2013 in Obhut genommen. Das Jugendamt des Kreises musste in 68 Fällen die Notbremse ziehen und ein Kind aus einer Familie nehmen: „Kinder von ihren Eltern zu trennen, ist immer das äußerste Mittel. Unsere Aufgabe ist es, die Kinder zu schützen. Unser Ziel ist es, dies zu erreichen, ohne die Mädchen und Jungen in Obhut nehmen zu müssen“, sagt Dirk Oßwald, Erster Kreisbeigeordneter und Jugenddezernent: „Leider ist das nicht immer möglich.“ Jugendamtsleiterin Claudia Warnat unterstreicht, wie schwer es sich die Mitarbeiter machen: „Leicht fällt dieser Schritt nie. Diese schwerwiegende Entscheidung fällt auch niemals am Schreibtisch“, erläutert sie. „Wir gehen raus und machen Hausbesuche. Schließlich müssen wir uns ein genaues Bild verschaffen, um zum Wohl des jeweiligen Kindes entscheiden zu können.“ Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass immer mehr Kinder diese Hilfe brauchen.

2012 verzeichnete das Jugendamt des Kreises 43 Inobhutnahmen, ein Jahr zuvor waren es 34. Allerdings steigt seit den vergangenen Jahren nicht nur die absolute Zahl, sondern auch der Gießener Anteil der Inobhutnahmen in der deutschlandweit geführten Statistik. Während er 2011 noch bei unter 0,1 Prozent lag, machen die Inobhutnahmen im heimischen Landkreis mittlerweile 0,16 Prozent der Fälle in Deutschland aus.

Zum ersten Halbjahr 2014 liegen für den Kreis noch keine belastbaren Daten vor, in mindestens 30 Fällen mussten die Mitarbeiter des Jugendamts beim Landkreis Gießen bislang einschreiten und ein Kind in Sicherheit bringen. Hinweise auf mögliche Misshandlungen bekommt das Jugendamt von aufmerksamen Nachbarn, Bekannten, Kinderärzten, Schulen und Kindertagesstätten. Einige Kinder und Jugendliche melden sich aber auch selbst. Die Mitarbeiter des Jugendamts kümmern sich um jeden einzelnen Fall. 68 stuften sie im vergangenen Jahr nach reiflicher Überlegung als so schwerwiegend ein, dass sie die Mädchen und Jungen aus ihren Familien herausholen mussten. In solchen Fällen leiden Kinder und Jugendliche unter akuten Gefahren. Sie erleben schwere Konflikte in der Familie, Misshandlungen, sexuelle Gewalt. Dann ist die Inobhutnahme der letzte Ausweg.

 

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kreis-giessen/landkreis/2013-ein-drittel-mehr-inobhutnahmen-als-im-vorjahr-notwendig-gewesen_14456080.htm

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